{"id":114714,"date":"2015-11-24T17:30:03","date_gmt":"2015-11-24T17:30:03","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/11\/eichler-12-2015-franz\/"},"modified":"2023-08-23T23:11:35","modified_gmt":"2023-08-23T21:11:35","slug":"eichler-12-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/11\/eichler-12-2015\/","title":{"rendered":"Die Schweiz liegt wirtschaftlich in der EU"},"content":{"rendered":"<p>Europa ist der mit Abstand wichtigste Markt f\u00fcr die Schweizer Exportindustrie. Dies zeigt die vorliegende Analyse des Forschungsinstituts BAK Basel Economics, in welcher Exporte, der Kapitalmarkt sowie Verflechtungen von Unternehmen aus Schweizer Sicht untersucht wurden.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>\u00a0Im vergangenen Jahr haben Schweizer Unternehmen Waren im Wert von 114\u00a0Milliarden Franken in die EU-L\u00e4nder exportiert: Somit ging mehr als die H\u00e4lfte aller Exporte der Schweiz in die Europ\u00e4ische Union. Dies entspricht mehr als einem Sechstel des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn den vergangenen Jahrzehnten hat die Bedeutung der EU zugenommen. W\u00e4hrend die Exporte in die EU im Jahr 1990 noch 61 Milliarden Franken betrugen, stiegen sie bis im Jahr 2000 auf 80\u00a0Milliarden Franken.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>\u00a0Das entspricht einem Wachstum von 2,6\u00a0Prozent pro Jahr sowohl zwischen 1990 und 2000 als auch bis 2014. Dies liegt oberhalb des Wachstums der Gesamtwirtschaft, sodass der Anteil der Exporte in die EU am Schweizer BIP zugenommen hat. Der Anteil am BIP stieg von 14 Prozent im Jahr 1990 auf 18 Prozent im Jahr 2014. Prozentual noch st\u00e4rker zugenommen haben allerdings die Exporte der Schweiz in andere Weltregionen, sodass der Anteil der EU gemessen an allen Exporten der Schweiz zur\u00fcckgegangen ist.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Exportwirtschaft profitiert von Bilateralen<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Aussenhandelsintensit\u00e4t der Schweizer Volkswirtschaft ist hoch, wobei Europa eine herausragende Rolle spielt. Eine ganze Reihe von Argumenten spricht daf\u00fcr, dass neben der geografischen N\u00e4he die institutionelle Zusammenarbeit den Handel gest\u00e4rkt hat: Wichtig sind dabei insbesondere das Freihandelsabkommen aus dem Jahr 1972 sowie die bilateralen Vertr\u00e4ge. Dank dieser Abkommen wurden Zoll- und Handelsschranken abgebaut und die Kosten durch nicht tarif\u00e4re Handelshemmnisse gesenkt \u2013 beispielsweise durch die Vermeidung einer doppelten Zertifizierung. \u00dcber diese direkten Wirkungen hinaus sind jedoch zus\u00e4tzlich indirekte handelsf\u00f6rdernde Wirkungen zu erwarten. So d\u00fcrften Aspekte wie die Rechtssicherheit, eine einheitliche Normierung oder die zuverl\u00e4ssige Einbindung in Just-in-time-Konzepte<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a>\u00a0die Wettbewerbsf\u00e4higkeit Schweizer Exporteure in Europa deutlich erh\u00f6ht haben.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUm diese Hypothese zu \u00fcberpr\u00fcfen, haben wir in einem einfachen Ansatz empirisch untersucht, ob sich die Strukturen der Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz und der EU mit dem Inkrafttreten der bilateralen Vertr\u00e4ge I im Jahr 2002 ver\u00e4ndert haben. Da die Exportentwicklung vielen Faktoren wie beispielsweise der konjunkturellen Entwicklung am Absatzmarkt sowie generellen Zeittrends unterworfen ist, haben wir uns auf die Untersuchung der Elastizit\u00e4t der Schweizer Exporte auf die Nachfrage aus der EU konzentriert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTats\u00e4chlich zeigt sich ein \u2013 nach \u00fcblichen statistischen Massen signifikanter \u2013 Unterschied in der Elastizit\u00e4t mit Inkrafttreten der Bilateralen I. F\u00fchrte eine Erh\u00f6hung der nominellen EU-Importnachfrage um 1\u00a0Prozent vor Inkrafttreten des Vertragspakets zu einer Erh\u00f6hung der Schweizer G\u00fcterexporte um rund 0,3\u00a0Prozent, sind es seit Inkrafttreten der Bilateralen rund 0,6\u00a0Prozent. Da sich ein \u00e4hnlicher Zusammenhang im Handel der Schweiz mit anderen Industriel\u00e4ndern nicht zeigt, spricht vieles daf\u00fcr, dass diese Entwicklung mit dem besonderen Verh\u00e4ltnis zur EU und damit auch mit den Bilateralen I zu tun hat.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer optisch zun\u00e4chst klein erscheinende Unterschied in der Elastizit\u00e4t ist von erheblicher Bedeutung: Wendet man die ermittelten Elastizit\u00e4ten auf die f\u00fcr die Jahre 2019 bis 2029 erwartete Entwicklung der Nachfrage aus der EU an, so zeigt sich, dass die h\u00f6here Elastizit\u00e4t zu einem um rund 1,3\u00a0Prozentpunkte pro Jahr erh\u00f6hten Wachstum der G\u00fcterexporte aus der Schweiz in die EU f\u00fchrt, als dies mit der niedrigeren Elastizit\u00e4t (ohne Bilaterale I) der Fall w\u00e4re. Wie oben gezeigt, stellen die G\u00fcterexporte in die EU eine wesentliche Komponente f\u00fcr das Schweizer BIP dar, sodass die Wachstumsvorteile im BIP 0,4\u00a0Prozentpunkte pro Jahr betragen.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Hohes Wachstumspotenzial f\u00fcr Exporte nach Europa<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAngesichts der sich fortsetzenden Globalisierung und der dynamischen Entwicklung von aufstrebenden M\u00e4rkten stellt sich die Frage: Bleibt die grosse Bedeutung der EU als Exportmarkt f\u00fcr die Schweiz in Zukunft erhalten, oder laufen ihr andere Weltregionen den Rang ab?&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 1: Wachstumsbeitrag der Weltregionen (Potenzialanalyse f\u00fcr Schweizer G\u00fcterexporte 2014\u2013 2025)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"Abb1_DE\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n    $('#Abb1_DE').highcharts({\n\n        chart: {\n            type: 'bubble',\n            plotBorderWidth: 1,\n            zoomType: 'xy'\n        },\n\n        legend: {\n            enabled: false\n        },\n\n        title: {\n            text: ''\n        },\n\n        subtitle: {\n            text: ''\n        },\n\n        xAxis: {\n\/\/minPadding: -1,\n            gridLineWidth: 1,\n            title: {\n                text: 'Anteil an den gesamten Exporten 2014'\n            },\n            labels: {\n                format: '{value}%'\n            },\n            plotLines: []\n        },\n\n        yAxis: {\n            startOnTick: false,\n            endOnTick: false,\n            title: {\n                text: 'Durchschnittliches j\u00e4hrliches Wachstum 2014\u20132025'\n            },\n            labels: {\n                format: '{value}%'\n            },\n            maxPadding: 0.2,\n        },\n\n        tooltip: {\n            useHTML: true,\n            headerFormat: '<table>',\n            pointFormat: \n                '<tr><th>Anteil am Exportwachstum:<\/th><td>{point.z}%<\/td><\/tr>',\n            footerFormat: '<\/table>',\n            followPointer: true\n        },\n\n        plotOptions: {\nbubble: {\n                minSize: 80,\n                maxSize: 120\n            },\n            series: {\n                dataLabels: {\n                    enabled: true,\n                    format: '{point.name}',\nuseHTML:true\n                }\n            }\n\n        },\n\n        series: [{\n            data: [{\n                x: 56,\n                y: 1.7,\n                z: 0.9,\n                name: 'EU',\n                country: 'EU',\n                color: '#e84066',\n            }, {\n                x: 18,\n                y: 2.8,\n                z: 0.5,\n                name: 'Amerika',\n                country: 'Amerika',\n                color: '#d2d803',\n            }, {\n                x: 19,\n                y: 3.9,\n                z: 0.8,\n                name: 'Asien\/Pazifik',\n                country: 'Asien\/Pazifik',\n                color: '#88c0d3',\n            }, {\n                x: 8,\n                y: 3.2,\n                z: 0.3,\n                name: 'Weitere <sup>a<\/sup>',\n                country: 'Weitere <small>a<\/small>',\n                color: '#ee7452',\n            },\n ],\n            sizeByAbsoluteValue: true,\n            negativeColor: '#FF0000'\n        }]\n\n    });\n});\n\n\n\n\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\"><sup>a<\/sup>\u00dcbriges Europa, Mittlerer Osten, Afrika<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Lesebeispiel: Die EU tr\u00e4gt laut der Potenzialanalyse in den n\u00e4chsten zehn Jahren 0,9 Prozent zum Exportwachstum der Schweiz bei.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: BAK Basel Economics, Oxford Economics, Eidgen\u00f6ssische Zollverwaltung \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine Antwort f\u00fcr die Schweizer Industrie liefert eine Potenzialanalyse anhand des internationalen Branchenmodells von BAK Basel Economics<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a>: F\u00fcr alle in der Analyse betrachteten Weltregionen wird in den kommenden zehn Jahren ein Wachstum erwartet \u2013 womit auch das Exportpotenzial f\u00fcr die Schweiz in allen Regionen steigt (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Das st\u00e4rkste Wachstum, mit einer erwarteten j\u00e4hrlichen Nachfragesteigerung von fast 4\u00a0Prozent, weist die Region Asien\/Pazifik auf.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAls nur etwa halb so hoch wird die Nachfrageexpansion in Europa eingesch\u00e4tzt. Dennoch ist der Alte Kontinent f\u00fcr das zuk\u00fcnftige Exportwachstum der Schweiz immer noch bedeutender als Asien. W\u00e4hrend Europa laut der Analyse j\u00e4hrlich 0,9\u00a0Prozentpunkte zum Exportwachstum der Schweiz beitr\u00e4gt, liegt der berechnete Wert f\u00fcr die Region Asien\/Pazifik bei 0,8\u00a0Prozentpunkten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nJe nach Branche zeigen sich erhebliche Unterschiede. Besonders wichtig ist Europa f\u00fcr die Metallindustrie. Mehr als die H\u00e4lfte des zus\u00e4tzlichen Nachfragepotenzials in den n\u00e4chsten zehn Jahren kommt aus Europa. Eine unterdurchschnittliche Bedeutung hat Europa hingegen f\u00fcr Elektroprodukte und Uhren sowie etwas weniger ausgepr\u00e4gt f\u00fcr den Maschinenbau. In beiden Branchen kommt das zus\u00e4tzliche Potenzial vor allem aus Asien.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEbenfalls weniger wichtig ist Europa f\u00fcr die Chemie- und Pharmabranche, f\u00fcr welche sich im Quervergleich der Branchen besonders viel zus\u00e4tzliches Potenzial auf dem amerikanischen Kontinent ergeben d\u00fcrfte. Dennoch stammt auch f\u00fcr alle diese Industrien weit mehr als ein Drittel des zu erwartenden\u00a0Nachfragewachstums aus der EU.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSelbstverst\u00e4ndlich ist das aufgezeigte Wachstumspotenzial der Exporte f\u00fcr die Schweiz keinesfalls garantiert: Im besseren Fall gewinnt die Exportindustrie Marktanteile, womit sich die Exportdynamik sogar noch verst\u00e4rkt \u2013 oder sie verliert im schlechteren Fall Anteile. Es kommt darauf an, in m\u00f6glichst vielen der M\u00e4rkte die Exportpotenziale so weit wie m\u00f6glich auszusch\u00f6pfen. Die Potenzialanalyse hilft dabei, die Priorit\u00e4ten richtig zu setzen \u2013 und weist auf die anhaltend hohe Bedeutung Europas auch f\u00fcr zuk\u00fcnftiges Exportwachstum hin.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Niederl\u00e4nder bei Direktinvestitionen f\u00fchrend <\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Unternehmen der Schweiz und der EU sind aber nicht nur durch den Handel verflochten, sondern auch durch gegenseitige Investitionen. So kontrollierten Direktinvestoren aus der EU Ende 2013 nahezu 7700 Unternehmen in der Schweiz, wie Daten der Schweizerischen Nationalbank zeigen<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a>.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDiese Investitionen machten dabei fast drei Viertel des gesamten Unternehmensbestands in mehrheitlich ausl\u00e4ndischem Besitz in der Schweiz aus. Die wichtigsten EU-Herkunftsl\u00e4nder gemessen am Kapitalbestand waren dabei mit \u00fcber 22 Prozent die Niederlande, gefolgt von den Nachbarl\u00e4ndern Frankreich (18%) und Deutschland (13%).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWie wichtig diese Investments f\u00fcr die Schweizer Wirtschaft sind, zeigt sich auch im Arbeitsmarkt: Ende 2013 betrug der Personalbestand von Unternehmen mit EU-Investoren in der Schweiz 291\u2019860\u00a0Personen, was rund 6\u00a0Prozent aller Besch\u00e4ftigten entspricht.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNoch eindr\u00fccklicher ist die Zahl der Mitarbeiter, welche die Schweizer Direktinvestoren \u00fcber Tochterunternehmen in der EU besch\u00e4ftigen: Mehr als 1,1 Millionen Arbeitskr\u00e4fte in der EU sind bei Unternehmen angestellt, die sich mehrheitlich in Schweizer Besitz befinden. Ein Viertel von ihnen\u00a0arbeitet in Deutschland. Danach folgen Grossbritannien (17%) und Frankreich (12%).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Investitionen in der EU sind dabei ein zentraler Bestandteil der internationalen Aktivit\u00e4ten der Schweizer Wirtschaft: 43\u00a0Prozent des gesamten Schweizer Kapitalbestandes im Ausland entfallen auf die EU, was Ende 2013 mit 465\u00a0Milliarden Franken rund drei Viertel des Schweizer BIP entspricht.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Verflechtung der Schweiz liegt \u00fcber dem EU-Durchschnitt<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Schweiz ist wirtschaftlich st\u00e4rker mit der EU verflochten, als die Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten. Das zeigt eine Arbeit der deutschen \u00d6konomen J\u00f6rg K\u00f6nig und Renate Ohr f\u00fcr das Jahr 2012, die anhand eines Sammelindikators mit drei Themenfeldern die Einbindung der Volkswirtschaften in den gemeinsamen europ\u00e4ischen Markt untersucht: Die Schweiz nimmt Rang 7 von 25 untersuchten L\u00e4ndern ein.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie starke Verflechtung der Schweiz mit der EU gr\u00fcndet vor allem auf engen Verkn\u00fcpfungen des G\u00fcter-, des Dienstleistungs- und des Kapitalmarkts, ganz besonders aber auch des Arbeitsmarkts (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). W\u00e4hrend die Anbindung der Schweiz in den letzten acht Jahren u. a. wegen der Einwanderung stark zugenommen hat, stagnierte der durchschnittliche Verflechtungsgrad der EU-L\u00e4nder.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 2: Verflechtung der Schweiz mit der EU<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/11\/eichler_Gramke_def.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-43588\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/11\/eichler_Gramke_def.png\" alt=\"eichler_Gramke_def\" width=\"1322\" height=\"1416\" \/><\/a><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\"><sup>a<\/sup>Der Wert der Schweiz f\u00fcr die Erwerbst\u00e4tigenoffenheit liegt 2014 beim 7,4-Fachen des EU-Durchschnitts.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Je weiter aussen ein Wert im Netz liegt, desto gr\u00f6sser ist die Verflechtung\/Gemeinsamkeit mit der EU als Ganzes.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: K\u00f6nig und Ohr (<a href=\"http:\/\/www.eu-index.org\/\">www.eu-index.org<\/a>), Darstellung BAK Basel Economics \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBez\u00fcglich der Konvergenz von volkswirtschaftlichen Kennzahlen weicht die Schweiz hingegen sp\u00fcrbar vom EU-Durchschnitt ab (Rang 22 der 25 L\u00e4nder). Der Abstand hat dabei seit 2004 noch erheblich zugenommen. Dies ist jedoch nicht als nachteilig zu werten, wie auch die Autoren betonen: Die Ver\u00e4nderung der relativen Position der Schweiz ist vor allem darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass sich die Kennzahlen der EU im Schnitt erheblich verschlechtert haben.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWenig Abweichung zeigt sich zwischen der Schweiz und der EU im Konjunkturverlauf: Der entsprechende Indexwert der Schweiz liegt ziemlich genau auf dem Durchschnitt der EU-L\u00e4nder, auch wenn die Schweiz nur Rang 19 einnimmt. Seit 2004 hat sich das Bild insofern ge\u00e4ndert, als die EU-L\u00e4nder (nicht aber die Schweiz) damals noch wesentlich st\u00e4rker differierende Konjunkturverl\u00e4ufe aufwiesen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Politische Abwendung birgt wirtschaftliche Risiken<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNebst der starken wirtschaftlichen Verflechtung der Schweiz mit der EU zeigen die Ergebnisse der gesamten Analyse: Die \u00fcberdurchschnittlichen Wirtschaftsbeziehungen sind keinesfalls selbstverst\u00e4ndlich, denn die Integration kann wieder abnehmen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAngesichts der hohen Bedeutung des europ\u00e4ischen Markts f\u00fcr die Schweizer Wirtschaft sollte sich die Schweiz deshalb der Risiken bewusst sein, welche eine gesellschaftspolitisch motivierte Abwendung von Europa mit sich bringt: Wachstum und Wohlstand sollten nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Die folgende Analyse beschr\u00e4nkt sich auf Exporte, Kapitalmarkt und Verflechtungen von Unternehmen (Direktinvestitionen). Nicht weiter eingegangen wird auf den Arbeitsmarkt. Dieser ist zwar f\u00fcr eine Analyse der grenz\u00fcberschreitenden Verflechtung von ausserordentlich grosser Bedeutung, jedoch an anderer Stelle bereits ausf\u00fchrlich diskutiert worden.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Alle Angaben um Preiseffekte bereinigt sowie immer bezogen auf alle L\u00e4nder, die 2014 Mitglieder der EU waren.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">1990: 67%, 2000: 63%, 2014: 55%.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Just-in-time-Konzepte reduzieren die Lagerhaltung in einem Produktionsbetrieb und erfordern eine zeitlich genau bestimmte und zuverl\u00e4ssige Anlieferung von Vorprodukten. Eine Reduktion der \u00abGrenzhindernisse\u00bb f\u00fcr den Warenverkehr verbessert daher die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Schweizer Zulieferer, in Just-in-time-Konzepten zu partizipieren.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Mit einem methodisch ganz anderen \u00f6konometrischen Ansatz kommt die KOF (2015) zu in der Gr\u00f6ssenordnung \u00e4hnlichen Effekten der bilateralen Zusammenarbeit auf die Exporte der Schweiz.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Aus der Kombination der Prognosen f\u00fcr die Entwicklung der Nachfrage nach verschiedenen Industrieg\u00fctern aus verschiedenen L\u00e4ndern mit der geografischen Absatzstruktur der Schweizer Branchen ergibt sich das k\u00fcnftige Nachfragepotenzial f\u00fcr Exporte der Schweizer Industrie. Die Analyse erfolgt branchenspezifisch, die hier dargestellten gesamtwirtschaftlichen Potenziale ergeben sich aus dem Zusammenzug der Einzelanalysen.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Eine detaillierte Betrachtung f\u00fcr die MEM-Industrie findet sich auch in Swissmem \/ BAK Basel Economics (2015).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Alle Daten diese Abschnitts stammen von der SNB bzw. aus den BAK Basel Market Intelligence Reports (mehrere Ausgaben) und sind soweit nicht anderes erw\u00e4hnt gem\u00e4ss dem Konzept des \u00abletztendlich berechtigten Investors\u00bb.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Vgl. K\u00f6nig und Ohr (2012, 2013) sowie die Erweiterung der Arbeiten f\u00fcr die Schweiz (K\u00f6nig und Ohr 2014). Luxemburg wurde aufgrund seiner speziellen Situation als Kleinstaat mit extrem vielen Grenzg\u00e4ngern nicht mit einbezogen, da dies die Ergebnisse verzerrt h\u00e4tte. Siehe auch <a href='http:\/\/www.eu-index.org' target=\"_blank\">www.eu-index.org<\/a>.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europa ist der mit Abstand wichtigste Markt f\u00fcr die Schweizer Exportindustrie. Dies zeigt die vorliegende Analyse des Forschungsinstituts BAK Basel Economics, in welcher Exporte, der Kapitalmarkt sowie Verflechtungen von Unternehmen aus Schweizer Sicht untersucht wurden.\u00a0Im vergangenen Jahr haben Schweizer Unternehmen Waren im Wert von 114\u00a0Milliarden Franken in die EU-L\u00e4nder exportiert: Somit ging mehr als die [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3117,"featured_media":31272,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[69,66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[97],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":3117,"seco_co_author":[4323,0],"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Chef\u00f6konom, BAK Economics, Basel","seco_author_post_occupation_fr":"\u00c9conomiste en chef, BAK Economics, B\u00e2le","seco_co_authors_post_ocupation":[{"seco_co_author":4323,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"Leiter Business Development, BAK Basel Economics","seco_co_author_post_occupation_fr":"Chef du secteur Business Development, BAK Basel Economics"}],"short_title":"Die Schweiz liegt wirtschaftlich in der EU","post_lead":"Selbst ohne volle politische Integration erreicht die Schweiz eine bessere \u00f6konomische Vernetzung in Europa als viele EU-Mitglieder. Die Beziehungen der Schweizer Unternehmen mit ihren europ\u00e4ischen Partnern beschr\u00e4nken sich dabei nicht nur auf den Handel: Sie sind auch durch Direktinvestitionen stark miteinander verflochten. Dies ist allerdings nicht in Stein gemeisselt.","post_hero_image_description":"F\u00fcr die Metallindustrie ist Europa als Exportdestination besonders wichtig. Arbeiter in Airolo schleift ein Bauteil.","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"<ul>&#13;\n\t<li>BAK Basel Economics (2015). Market Intelligence Report, Basel, mehrere Ausgaben (2013, 2014, 2015).<\/li>&#13;\n\t<li>K\u00f6nig, J. und R. Ohr (2012). Messung \u00f6konomischer Integration in der Europ\u00e4ischen Union \u2013 Entwicklung eines EU-Integrationsindexes, cege-Diskussionspapier, Nr. 135, G\u00f6ttingen 2012.<\/li>&#13;\n\t<li>K\u00f6nig, J. und R. Ohr (2013). Different Efforts in European Economic Integration: Implications of the EU Index, Journal of Common Market Studies, Vol. 51(6), S. 1074\u20131090.<\/li>&#13;\n\t<li>K\u00f6nig, J. und R. Ohr (2014). <a href=\"http:\/\/www.oekonomenstimme.org\/artikel\/2014\/08\/wie-viel-eu-integration-fuer-die-schweiz\/\" target=\"_blank\">Wie viel EU-Integration f\u00fcr die Schweiz?<\/a>. Online-Publikation in www.oekonomenstimmen.org.<\/li>&#13;\n\t<li>KOF (2015). Der bilaterale Weg \u2013 eine \u00f6konomische Bestandsaufnahme, KOF Studien 58, Z\u00fcrich 2015.<\/li>&#13;\n\t<li>Swissmem \/ BAK Basel Economics (2015). 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Die hohe Bedeutung dieser Beziehung best\u00e4tigt sich in den umfassenden gegenseitigen Direktinvestitionen und weiteren Indikatoren. Die Schweiz ist somit unbestreitbar wirtschaftlich stark in Europa integriert. Dies ist jedoch keinesfalls als Selbstverst\u00e4ndlichkeit anzusehen. Denn die Integration kann wieder abnehmen. Angesichts der hohen Bedeutung des europ\u00e4ischen Markts f\u00fcr die Schweizer Wirtschaft sollte man sich der Risiken bewusst sein, die eine gesellschaftspolitisch motivierte Abwendung von Europa f\u00fcr Wachstum und Wohlstand bedeuten k\u00f6nnte.","magazine_issue":"20151201","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[4127,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20151125","original_files":[{"file":114733},{"file":114737}],"external_release_for_author":"20151031","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/56260a85000ca"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/114714"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3117"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=114714"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/114714\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126736,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/114714\/revisions\/126736"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4323"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3117"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157206"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156559"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/31272"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=114714"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=114714"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=114714"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=114714"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=114714"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=114714"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}