{"id":114794,"date":"2015-11-24T17:27:04","date_gmt":"2015-11-24T17:27:04","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/11\/arni-12-2015-franz\/"},"modified":"2023-08-23T23:11:24","modified_gmt":"2023-08-23T21:11:24","slug":"arni-12-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/11\/arni-12-2015\/","title":{"rendered":"Der Jobchancen-Barometer hilft das Risiko l\u00e4ngerer Arbeitslosigkeit fr\u00fch zu erkennen"},"content":{"rendered":"<p>Eine m\u00f6glichst gezielte Beratung und Nutzung der verf\u00fcgbaren Instrumente erh\u00f6ht die Erfolgschancen der Stellensuchenden und damit auch die Wirksamkeit der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV). Um eine solche fokussierte Ausrichtung der RAV-T\u00e4tigkeit zu erreichen, setzten das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) und die Kantone in den letzten Jahren verst\u00e4rkt auf segmentierte Beratungsstrategien. Das bedeutet, dass unterschiedliche Typen Stellensuchender mit auf sie abgestimmten Beratungsinterventionen und Massnahmen betreut werden. Eine solche Vorgehensweise bedingt eine m\u00f6glichst fr\u00fche Einordnung der Stellensuchenden in passende Segmente, damit der Klient und die Personalberaterin schnell und gezielt aktiv werden k\u00f6nnen. Eine fr\u00fche Einsch\u00e4tzung des Profils der stellensuchenden Person und ihres Risikos, l\u00e4nger arbeitslos zu bleiben, stellt eine grosse Herausforderung dar. Hier setzt das Pilotprojekt des Jobchancen-Barometers an. In einem Feldversuch wurde getestet, ob das neue Instrument den RAV-Personalberatenden eine sinnvolle Unterst\u00fctzung bietet, die Klienten einzuordnen und damit eine noch zielgerichtetere Ausrichtung der Beratung zu erm\u00f6glichen.&#13;<\/p>\n<h2>Versuchsanordnung aus der Medizin<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Pilotprojekt wurde zwischen 2012 und 2014 vom Kanton Freiburg in Kooperation mit dem Seco und mit Forschenden durchgef\u00fchrt. Die getestete Pilotversion des Barometers offerierte den Personalberatern eine Zweiteinsch\u00e4tzung der zu erwartenden Arbeitslosigkeitsdauer der Stellensuchenden und ihres Risikos, l\u00e4nger arbeitslos zu bleiben. Um den Nutzen des Instruments evaluieren zu k\u00f6nnen, wurde der Einsatz experimentell getestet. Das heisst, dass das Instrument den Personalberatern zufallsverteilt in 50 Prozent der F\u00e4lle als modellbasierte Vorhersage der Arbeitslosigkeitsdauer zur Verf\u00fcgung stand. Die \u00fcbrigen 50 Prozent, bei denen das Instrument nicht angewendet wurde, dienten als Kontrollgruppe. Dieses experimentelle Forschungsdesign f\u00fchrt zu einer sehr hohen Vergleichbarkeit von Versuchs- und Kontrollgruppe und liefert so transparente und kausal interpretierbare Evaluationsergebnisse. Diese Versuchsanordnung wird h\u00e4ufig in der Medizin, der Psychologie und vermehrt auch in der Bildungs- und Arbeitsmarktforschung benutzt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUm bei der Einordnung der stellensuchenden Personen unterst\u00fctzend zu helfen, zapft der Jobchancen-Barometer das \u00abstatistische Ged\u00e4chtnis\u00bb der RAV an und verbindet es mit gezielten Zusatzinformationen, die durch die Personalberater erhoben und eingesch\u00e4tzt werden. Das statistische Ged\u00e4chtnis der RAV sind die vergangenen, in der Avam\/Asal-Datenbank gespeicherten F\u00e4lle Stellensuchender, von denen auch die Dauer der Stellensuche bis zur Abmeldung beim RAV erhoben ist. Mittels \u00f6konometrischer Modelle kann dieser Schatz an Informationen dazu genutzt werden, Vorhersagen zur erwarteten Arbeitslosigkeitsdauer k\u00fcnftiger F\u00e4lle zu generieren. Bildlich gesprochen werden die Prognosen also aus dem Vergleich mit bestehenden F\u00e4llen erstellt. Dabei ist die Rolle der Personalberater zentral, weil dar\u00fcber hinaus nat\u00fcrlich auch andere Aspekte f\u00fcr die Aussichten von Stellensuchenden relevant sind, die nicht in den erw\u00e4hnten Datenbanken erfasst sind. Solche zus\u00e4tzlichen Informationen wurden von den Beratern gezielt gesammelt und in die Barometer-Applikation eingegeben (siehe <em>Kasten<\/em>).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nF\u00fcr diese Informationsgrundlage sammelten die Personalberater zuerst in einer \u00abKalibrierungsphase\u00bb solche zus\u00e4tzlichen Daten zu den Stellensuchenden. Diese wurden danach mit den Informationen aus Avam\/Asal kombiniert. Auf dieser gemeinsamen Basis wurden dann Vorhersagemodelle f\u00fcr verschiedene Typen von Stellensuchenden kalibriert. In der anschliessenden Experimentalphase wurde sodann das eigentliche Pilotprojekt durchgef\u00fchrt und der Jobchancen-Barometer in allen Freiburger RAV zur Nutzung freigeschaltet. Der Barometer kam w\u00e4hrend und nach dem ausf\u00fchrlichen Erstgespr\u00e4ch zum Einsatz. Dort sammelten die Berater die zus\u00e4tzlichen Informationen und bekamen im Anschluss daran die Barometer-Vorhersage. Im Pilot geschah dies in 50 Prozent der F\u00e4lle. Insgesamt wurden in der Hauptphase des Pilotprojekts gut 5500 Arbeitslosigkeitsspannen in den Test mit einbezogen. Sie konnten so genutzt werden, um die Wirkung des neuen Instruments zu untersuchen.&#13;<\/p>\n<h2>Aufwand und Nutzen noch ungleich<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Auswertung des Pilotprojekts ist umfassend und untersucht viele unterschiedliche Aspekte. Neben der direkten Wirkung des Instruments auf den Sucherfolg untersuchte man beispielsweise auch, wie die Berater den Jobchancen-Barometer benutzt hatten, und sammelte Feedbacks der Beteiligten. Ebenso wurde die Genauigkeit der Vorhersage analysiert. Schliesslich wurden einige explorative Untersuchungen vorgenommen, wie Komponenten des Barometerprojekts weiterentwickelt werden k\u00f6nnten, um eine direktere Einbindung in die bestehende Praxis und eine Verbesserung der Prognoseleistung zu erreichen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas Fazit der Untersuchungen ist gemischt: Das Verh\u00e4ltnis von Aufwand und direktem Nutzen des Instruments ist in seiner Pilotform noch nicht zufriedenstellend. Ebenso ist auch die Prognoseleistung noch verbesserungsw\u00fcrdig. Umgekehrt zeigte sich bei der Wirkungsanalyse, dass trotz dieser suboptimalen Voraussetzung die Barometer-Vorhersagen bei einigen relevanten Gruppen von Stellensuchenden messbaren Einfluss hatten: Sie fanden etwas schneller wieder eine Stelle.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Analysen f\u00f6rderten relevante Unterschiede zutage hinsichtlich des Unterschiedes, wie der Personalberater und wie der Jobchancen-Barometer das Risiko einer l\u00e4ngeren Arbeitslosendauer einsch\u00e4tzte. Je pr\u00e4ziser eine solche Einsch\u00e4tzung m\u00f6glich ist, desto zielgenauer k\u00f6nnen der RAV-Beratungsprozess und die Zuweisung in arbeitsmarktliche Massnahmen (AMM) schon am Anfang auf das spezifische Risikoprofil der Person ausgerichtet werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDurch den Vergleich der Einsch\u00e4tzung des Barometers mit dem der Personalberater hinsichtlich der realisierten Arbeitslosendauer konnte ein wichtiger Aspekt untersucht werden. Dabei hat sich gezeigt, dass die Berater im Durchschnitt die zu erwartende Arbeitslosigkeitsdauer untersch\u00e4tzen. Ebenso wurde sichtbar, dass sie die Risikoeinsch\u00e4tzungen der Arbeitslosigkeitsdauer zu wenig differenzieren. Dass sie n\u00e4mlich zu viele mittlere Spannen von 150 bis 200 Tagen erwarten, aber zu wenig kurze und massgeblich zu wenige F\u00e4lle von Langzeitarbeitslosigkeit (l\u00e4nger als zw\u00f6lf Monate).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEs besteht also grunds\u00e4tzlich Potenzial f\u00fcr ein Instrument, das bei der Einordnung mithilft. Der Barometer in der Pilotversion weist diesbez\u00fcglich eine gemischte Bilanz aus. Er zeigt in der Tendenz dieselben Einsch\u00e4tzungsschwierigkeiten wie die Personalberater, wenn auch in einem geringeren Masse. Die Prognosegenauigkeit ist etwas h\u00f6her. Im Pilotprojekt zeigte er in rund 60 Prozent der F\u00e4lle ein richtiges Signal: Wo der Berater die Dauer untersch\u00e4tzte, konnte der Barometer eine l\u00e4ngere Arbeitslosigkeit voraussagen und umgekehrt.&#13;<\/p>\n<h2>Benutzerfreundlichkeit steigern<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAllerdings ist die Vorhersagepr\u00e4zision des Instruments in seiner Pilotform noch nicht befriedigend. Tendenziell zu viele falsche und unbrauchbare Signale reduzieren die Glaubw\u00fcrdigkeit des Instruments. Hier besteht Verbesserungsbedarf. Gewisse Ungenauigkeitsquellen k\u00f6nnen relativ direkt angegangen werden, andere grunds\u00e4tzliche Punkte werden aber bleiben. So wird etwa die Diversit\u00e4t von individuellen Arbeitslosigkeitsf\u00e4llen nie komplett von statistisch basierten Vorhersagen erfasst werden. Ein solcher Anspruch sollte deshalb erst gar nicht an ein Hilfsmittel gestellt werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine weitere Herausforderung ist die bessere Einbindung des Instruments in die allt\u00e4gliche Berufspraxis der Berater. Eine solche k\u00f6nnte auch die Akzeptanz des Tools steigern. Detaillierte Auswertungen der Feedbacks haben gezeigt, dass die Berater den Nutzen des Jobchancen-Barometers in seiner Pilotversion insgesamt als negativ beurteilen. Einerseits wurde der grosse Anteil an wenig glaubw\u00fcrdigen Prognosen kritisiert. Andererseits erscheinen drei wichtige Aspekte der praktischen Umsetzung als verbesserungsw\u00fcrdig. Erstens sei der Aufwand insbesondere f\u00fcr die \u00abF\u00fctterung\u00bb des Tools verh\u00e4ltnism\u00e4ssig hoch. Dies hat zum Teil mit der im Pilotprojekt noch nicht konsistenten Einbindung des Barometers in bestehende Prozesse zu tun. Insbesondere m\u00fcssten bei einer breiteren Nutzung bestehende Doppelspurigkeiten, etwa bei der Dateneingabe oder bei Protokollierungsprozessen, abgebaut werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZweitens scheint der direkte Nutzen f\u00fcr die Arbeit der RAV-Berater noch zu wenig ersichtlich zu sein. Auch hier m\u00fcsste vor einer k\u00fcnftigen Nutzung zuerst noch abgekl\u00e4rt werden, wie die angebotenen Einordnungen mit den m\u00f6glichen Segmentierungsstrategien verbunden werden. Dies bedingt einen laufenden Strategieentwicklungsprozess \u2013 sowie verbindlichere Vorgaben, welche Klientensegmente wie intensiv zu betreuen sind.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDrittens m\u00fcsste aus Sicht der Nutzer die zeitliche Flexibilit\u00e4t des Instrumenteinsatzes erh\u00f6ht werden. Im Pilotprojekt wurde genau vorgegeben, dass das Tool w\u00e4hrend und nach dem Erstgespr\u00e4ch zum Einsatz kommen soll. Dieses macht zwar aus Sicht des Grundziels der fr\u00fchen Segmentierung Sinn. Gleichzeitig ben\u00f6tigen die Personalberater aber Zeit, um die stellensuchende Person fundierter einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, wodurch letztlich auch die Qualit\u00e4t der gesammelten Informationen stiege. Hier besteht also eine gewisse Abw\u00e4gung zwischen Geschwindigkeit und Pr\u00e4zision. In der Praxis ist auch eine schrittweise Komplettierung dieser Informationen und damit eine Aktualisierung der Prognose \u00fcber die Zeit denkbar. Sofern besonders diese drei Aspekte befriedigend gel\u00f6st werden k\u00f6nnen, l\u00e4sst sich aus den Umfrageergebnissen und aus dem individuellen Nutzungsverhalten ableiten, dass ein optimiertes und besser eingebettetes Tool auch auf Anklang bei den Beratern stossen k\u00f6nnte.&#13;<\/p>\n<h2>Prognose beeinflusst den Sucherfolg positiv<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDoch welche kausalen Wirkungen \u00fcbte die Vorhersage auf das Verhalten der Berater und den Erfolg der Stellensuche aus? Diese Frage ist von zentralem Interesse. F\u00fcr Stellensuchende, die sich ab Oktober 2013 in einem Freiburger RAV angemeldet haben, beeinflusste die Barometer-Prognose den Erfolg der Stellensuche nachweislich: Die Wahrscheinlichkeit, innerhalb von drei bis neun Monaten eine Stelle anzunehmen, reagierte positiv auf eine angezeigte Barometer-Prognose. Dieser Effekt wird haupts\u00e4chlich von m\u00e4nnlichen Stellensuchenden und Stellensuchenden mittleren Alters getrieben. Die Wahrscheinlichkeit, innerhalb von drei Monaten eine Stelle zu finden, reagiert besonders f\u00fcr Stellensuchende, f\u00fcr die eine optimistische Barometer-Prognose von weniger als 90 Tagen angezeigt wurde.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn weiteren Untersuchungen zeigte sich, dass die Personalberater in ihrer Einsch\u00e4tzung der Arbeitslosigkeitsdauer die Barometeranzeige mitber\u00fccksichtigt haben. Insbesondere hatte die Anzeige einer optimistischen Prognose einen positiven Effekt auf die Beratungsintensit\u00e4t. Hingegen waren weder bei Sanktionsraten noch bei der Zuweisung von AMM direkte Wirkungen der durch die Prognose gesetzten Signale sichtbar. Im Gesamten zeigt sich also, dass eine Barometer-Prognose wie im Pilotprojekt, trotz ihrer relativ h\u00e4ufigen Ungenauigkeit, grunds\u00e4tzlich einen signifikanten Einfluss auf den fr\u00fchen Sucherfolg von Stellensuchenden haben kann. Die Vorhersage kann die Einsch\u00e4tzung des Risikos des Stellensuchenden durch den Berater beeinflussen. Der Einfluss scheint \u00fcber gewisse Anpassungen der Beratungspraxis, wie etwa die H\u00e4ufigkeit der Gespr\u00e4che, zu laufen. Die Wirkung variiert jedoch mit den Charakteristika der stellensuchenden Person.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAlles in allem ergibt sich aufgrund der Auswertungen, dass im Ansatz positive Auswirkungen eines solchen Instruments vorhanden sind \u2013 trotz der Komplexit\u00e4t des Unterfangens und der kaum entwickelten Einbindung in die Praxis. Die Studie zeigt zudem in explorativen Untersuchungen auf, mit welchen m\u00f6glichen Ans\u00e4tzen die Problematik der zu ungenauen Prognosen angegangen werden k\u00f6nnte. Einerseits w\u00e4re wohl eine Vereinfachung des Prognosemodells angezeigt, bei der sich die Vorhersage darauf beschr\u00e4nkt, zu signalisieren, in welche Risikogruppe der Stellensuchende f\u00e4llt, anstatt die spezifische Arbeitslosigkeitsdauer zu prognostizieren. Damit wird die Vorhersage weniger anf\u00e4llig auf grosse, wahrnehmbare Abweichungen in die falsche Richtung und ist technisch zudem einfacher. Eine zweite explorative Untersuchung hat Interessantes hervorgebracht hinsichtlich der Weiterentwicklung der Vorhersage: Neue Methoden, die im Kontext von Big Data entwickelt wurden, scheinen die Vorhersagequalit\u00e4t zu verbessern. Tests mit sogenannten Machine-learning-Verfahren haben aufgezeigt, dass schon bei relativ kleinen Datenmengen statistisch relevante Verbesserungen der Vorhersagegenauigkeit erzielt werden k\u00f6nnen. Weitere Untersuchungen in diese Richtung k\u00f6nnten sich als interessant erweisen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nFalls eine Weiterentwicklung des Jobchancen-Barometers in Zukunft angegangen wird, sollten seitens der Politikgestaltung und der Praxis in jedem Falle zuerst die genaueren Zielsetzungen eines solchen Instruments diskutiert werden. Worauf sollen etwa die Segmentierungs- und Vorhersagefunktionalit\u00e4ten von Barometer-Modellen ausgerichtet werden? Welche Zielgruppen stehen im Fokus? Welche Massnahmen und Praxiskonsequenzen sollen von den Einteilungen in Risikogruppen abgeleitet werden? Sind solche Fragen gekl\u00e4rt, k\u00f6nnen einerseits die Vorhersagemodelle und der Inhalt der Prognosen genauer ausgerichtet werden und andererseits Aufwand und Doppelspurigkeiten mit anderen Instrumenten reduziert werden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine m\u00f6glichst gezielte Beratung und Nutzung der verf\u00fcgbaren Instrumente erh\u00f6ht die Erfolgschancen der Stellensuchenden und damit auch die Wirksamkeit der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV). Um eine solche fokussierte Ausrichtung der RAV-T\u00e4tigkeit zu erreichen, setzten das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) und die Kantone in den letzten Jahren verst\u00e4rkt auf segmentierte Beratungsstrategien. 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Die Untersuchung kann nat\u00fcrlich nur jene Informationen abdecken, welche die Personalberater ins Datenbanksystem der RAV (Avam\/Asal) oder in den Jobchancen-Barometer eingeben.&#13;\n&#13;\nDie unten stehende Tabelle zeigt jene sechs Aspekte, die statistisch am meisten zur Vorhersage der Arbeitslosendauer beitragen. Bei den klassischen Informationen schwingen Dauer und H\u00f6he des individuellen Taggeldanspruchs, das Alter und vergangene Arbeitslosigkeit als bedeutende Erkl\u00e4rungsfaktoren obenaus. Die Daten aus dem Barometer stellen wichtige zus\u00e4tzliche Faktoren in den Vordergrund: So erweist sich die Zahl der realisierten Bewerbungsgespr\u00e4che am Anfang der Arbeitslosigkeit als wichtiger Pr\u00e4diktor daf\u00fcr, wie lange eine Person arbeitslos bleiben wird.&#13;\n&#13;\nEbenso zentral f\u00fcr die Einsch\u00e4tzung des Risikos der Arbeitslosigkeitsdauer ist das Wissen um die Erwartungen und Anspr\u00fcche der Stellensuchenden an den k\u00fcnftigen Lohn. Der Reservationslohn beschreibt dabei den Mindestanspruch bez\u00fcglich der Sal\u00e4rh\u00f6he. Schliesslich sind auch Aspekte wie die Suchmotivation, die Nutzung von Stellenvermittlern oder des pers\u00f6nlichen Netzwerkes wichtige Signale daf\u00fcr, wie lange eine Person voraussichtlich arbeitslos bleibt.&#13;\n<h6>\u00a0Aus Barometer<\/h6>&#13;\n<table style=\"height: 213px;\" width=\"614\">&#13;\n<tbody>&#13;\n<tr>&#13;\n<td>Anzahl realisierte Bewerbungsgespr\u00e4che<\/td>&#13;\n<\/tr>&#13;\n<tr>&#13;\n<td>Einsch\u00e4tzung der Jobchancen (durch Berater)<\/td>&#13;\n<\/tr>&#13;\n<tr>&#13;\n<td>Reservationslohn<\/td>&#13;\n<\/tr>&#13;\n<tr>&#13;\n<td>Lohnerwartung<\/td>&#13;\n<\/tr>&#13;\n<tr>&#13;\n<td>Motivation<\/td>&#13;\n<\/tr>&#13;\n<tr>&#13;\n<td>Aktive Nutzung privater Stellenvermittler und&#13;\ndes pers\u00f6nlichen Netzwerkes zur Stellensuche<\/td>&#13;\n<\/tr>&#13;\n<\/tbody>&#13;\n<\/table>&#13;\n&nbsp;&#13;\n<h6>Aus Avam\/Asal<\/h6>&#13;\n<table style=\"height: 188px;\" width=\"612\">&#13;\n<tbody>&#13;\n<tr>&#13;\n<td>H\u00f6chstanspruch auf Taggelder<\/td>&#13;\n<\/tr>&#13;\n<tr>&#13;\n<td>Alter<\/td>&#13;\n<\/tr>&#13;\n<tr>&#13;\n<td>Versicherter Verdienst (und H\u00f6he der Ersatzrate: 70 bis 80 Prozent)<\/td>&#13;\n<\/tr>&#13;\n<tr>&#13;\n<td>Art des Berufs<\/td>&#13;\n<\/tr>&#13;\n<tr>&#13;\n<td>Nationalit\u00e4t<\/td>&#13;\n<\/tr>&#13;\n<tr>&#13;\n<td>Vergangene Arbeitslosigkeit<\/td>&#13;\n<\/tr>&#13;\n<\/tbody>&#13;\n<\/table>"}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":114797,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":114801,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"39077","post_abstract":"Im Rahmen eines Pilotprojekts wurde in den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) des Kantons Freiburg ein neues Instrument getestet, das die Beratenden bei der Einsch\u00e4tzung des Risikoprofils der Stellensuchenden unterst\u00fctzt. Mit dem Jobchancen-Barometer stand den Personalberatern in den RAV ein Instrument zur Verf\u00fcgung, welches das Risiko einer Person, l\u00e4nger arbeitslos zu bleiben, einordnet. Die ausf\u00fchrliche Evaluation des Pilotprojekts ergibt ein gemischtes Bild: Einerseits zeigt sich, dass die Einbindung in die Praxisabl\u00e4ufe, das Verh\u00e4ltnis von Aufwand und Nutzen sowie die Prognosegenauigkeit des Jobchancen-Barometers noch ungen\u00fcgend sind. Andererseits hatte das Instrument in der Tat einen positiven Einfluss darauf, wie treffsicher Personalberatende das Risikoprofil ihrer Klienten einsch\u00e4tzen konnten. Dies hat den Wiedereintritt gewisser Gruppen von Stellensuchenden nachweislich beschleunigt. 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