{"id":114918,"date":"2015-11-24T15:30:48","date_gmt":"2015-11-24T15:30:48","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/11\/2015-10-manz\/"},"modified":"2023-08-23T23:11:59","modified_gmt":"2023-08-23T21:11:59","slug":"2015-10-manz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/11\/2015-10-manz\/","title":{"rendered":"Schattenbanken auf dem Radar der Regulatoren"},"content":{"rendered":"<p>Der sogenannte Schattenbankensektor ist in den letzten Jahren auf die Agenda der internationalen Finanzmarktregulierung ger\u00fcckt. Das in Basel beheimatete Financial Stability Board (FSB), welches auf globaler Ebene die Entwicklung und Umsetzung von Finanzmarktregulierungsstandards koordiniert, definiert Schattenbanken breit als Kreditintermedi\u00e4re ausserhalb des Bankensektors.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEs geht somit um Akteure wie Anlagefonds, Leasingfirmen oder Effektenh\u00e4ndler, die keine Banken sind, aber ebenfalls zwischen Sparern und Kreditnehmern stehen und bei der Transformation von Ersparnissen in Kredite eine Rolle spielen. Hervorzuheben ist: Diesen Schattenbankenaktivit\u00e4ten haftet grunds\u00e4tzlich nichts Negatives und schon gar nichts Illegales an. Das FSB verwendet daher zunehmend auch den positiver behafteten Ausdruck \u00abMarket Based Finance\u00bb. Der Begriff \u00abShadow Banking\u00bb blieb aber bisher \u00fcblicher. Das Schattenbankensystem erg\u00e4nzt somit den traditionellen Bankensektor und kann sich positiv auf die Innovation und Diversifikation im Finanzsystem auswirken.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGleichzeitig birgt es Risiken f\u00fcr die Finanzstabilit\u00e4t. Das Interesse des FSB an Schattenbanken beruht dabei auf zwei Gr\u00fcnden. Erstens verdeutlichte die Finanzkrise von 2007 bis 2008, dass gewisse Nichtbanken zu einer Destabilisierung des Finanzsystems beitragen k\u00f6nnen. Ein Beispiel daf\u00fcr sind Geldmarktfonds, welche vergleichbar mit einer Bankeinlage unabh\u00e4ngig vom Wert der gehaltenen Finanzaktiva eine nominell fixe R\u00fcckzahlung versprechen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn einer Krise besteht das Risiko, dass sich die Investoren panikartig aus solchen Fonds zur\u00fcckziehen aufgrund der berechtigten Sorge, dass die Fonds den Fixbetrag nicht mehr zur\u00fcckzahlen k\u00f6nnen. In der Finanzkrise kam es denn auch namentlich in den USA zu massiven und destabilisierenden R\u00fcckz\u00fcgen aus solchen Geldmarktfonds. Diese Fonds mit fixen R\u00fcckzahlungsversprechen stellen deshalb eine zentrale Problematik im Schattenbankenbereich dar.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZweitens wurden die regulatorischen Anforderungen an Banken seit der Krise weltweit versch\u00e4rft. Es besteht die Bef\u00fcrchtung, dass sich Aktivit\u00e4ten \u2013 und damit auch die Risiken \u2013 in den weniger strikt regulierten Nichtbankensektor verlagern k\u00f6nnten.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Intermedi\u00e4re mit bank\u00e4hnlichen Risiken im Fokus<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAngesichts der breiten Definition erstaunt es nicht, dass die Gr\u00f6sse des Schattenbankensektors schwierig zu erfassen ist. Das FSB ver\u00f6ffentlichte im November 2015 seinen j\u00fcngsten Bericht zur Bedeutung des weltweiten Schattenbankensektors.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Als erste Ann\u00e4herung werden darin die Aktiven aller \u00absonstigen Finanzintermedi\u00e4re\u00bb (Other Financial Intermediaries \u2013 OFIs) erfasst. Die international vergleichbaren OFI-Statistiken umfassen Finanzintermedi\u00e4re, die keine Banken, Versicherungen oder Pensionskassen sind. Dieses breite Mass f\u00fcr das Schattenbankensystem belief sich f\u00fcr die wichtigsten Industrie- und Schwellenl\u00e4nder im Jahr 2014 auf rund 68 Billionen Dollar. Nicht alle OFIs sind jedoch Schattenbanken, weshalb die OFI-Statistiken die Bedeutung der Schattenbanken \u00fcbersch\u00e4tzen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Fokus stehen vielmehr Schattenbanken, die bank\u00e4hnliche Risiken wie die Fristen- und Liquidit\u00e4tstransformationen aufweisen. Solche Aktivit\u00e4ten f\u00fchren dazu, dass diese Intermedi\u00e4re \u2013 \u00e4hnlich wie eine Bank \u2013 auf der einen Seite ihrer Bilanz kurzfristige oder jederzeit einforderbare Verbindlichkeiten und auf der anderen Seite langfristige oder nicht leicht zu ver\u00e4ussernde Forderungen aufweisen. Diese Konstellation ist in Krisenzeiten instabil. Ebenfalls zu bank\u00e4hnlichen Risiken f\u00fchrt der Einsatz finanzieller Hebeleffekte, wie er etwa von Hedgefonds betrieben wird.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn einem zweiten Schritt versucht der Bericht des FSB daher, das Schattenbankensystem auf Aktivit\u00e4ten mit entsprechenden Risiken einzugrenzen. Die Gr\u00f6sse dieses enger definierten Schattenbankensystems wird f\u00fcr 2014 auf rund 36 Billionen Dollar gesch\u00e4tzt. Mehr als die H\u00e4lfte davon entfallen auf verschiedene Fonds (insbesondere Geldmarktfonds, Obligationenfonds oder Hedgefonds). Dieses Segment ist in den letzten drei Jahren mit einem durchschnittlichen Wachstum von 16 Prozent stark gewachsen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Verlagerung von Risiken vermeiden<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAm G20-Gipfel von 2010 in Seoul erhielt das FSB den Auftrag, sich f\u00fcr eine st\u00e4rkere Regulierung des Schattenbankensystems einzusetzen. Das FSB entwickelte darauf in Zusammenarbeit mit Standardsetzungsgremien wie dem Basler Ausschuss f\u00fcr Bankenaufsicht (BCBS) und der Internationalen Organisation der Wertpapieraufsichtsbeh\u00f6rden (IOSCO) globale Standards. Diese haben zum Ziel, die bank\u00e4hnlichen Risiken bestimmter T\u00e4tigkeiten mittels mehr Transparenz, einer verbesserten Liquidit\u00e4t, des Abbaus der Laufzeitinkongruenz (\u00abMaturity Mismatch\u00bb), der Begrenzung des Einsatzes finanzieller Hebeleffekte oder weiterer risikomindernder Massnahmen zu reduzieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas FSB fordert die Beh\u00f6rden der Mitgliedsl\u00e4nder in seinen allgemeinen Prinzipien auf, ihren regulatorischen Rahmen zu pr\u00fcfen, Daten zu erheben und die Risiken zu evaluieren. Weitere FSB-Standards betreffen die Verflechtungen zwischen den Banken und den Schattenbanken, die Aufsicht \u00fcber die Schattenbanken (Anlagefonds, Nichtbanken-Kredite, Marktintermediation, Kreditvermittlung und Verbriefung) und das Wertpapierleihgesch\u00e4ft (siehe <em>Kasten 1<\/em>).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDa die meisten Standards bereits publiziert worden sind, kann man die Arbeiten auf internationaler Ebene als fortgeschritten bezeichnen. Demgegen\u00fcber steht die Umsetzung der Empfehlungen erst am Anfang. Um die Umsetzung der internationalen Standards in den Mitgliedsstaaten voranzutreiben, evaluieren das FSB und einzelne Standardsetzungsgremien, wie weit die einzelnen Staaten mit ihren Arbeiten sind. Das f\u00f6rdert auch eine gr\u00f6ssere zeitliche und inhaltliche Konsistenz bei der nationalen Umsetzung der Reformen. 2015 hat die IOSCO bereits zwei Evaluationen \u00fcber die Geldmarktfonds und die Verbriefung durchgef\u00fchrt, und das FSB ist daran, eine erste Evaluation des Schattenbankensystems abzuschliessen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Heikle Geldmarktfonds in der Schweiz nicht zugelassen<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWie wirken sich die internationalen Reformen auf den Schweizer Regulierungsrahmen aus? Die internationalen Standards sind vielschichtig und reichen von allgemeinen Grunds\u00e4tzen bis zu detaillierten Anforderungen f\u00fcr die Schattenbanken. Sie umfassen somit zahlreiche Bereiche und betreffen nicht nur eine spezifische Regelung. Die Standards sind zudem nicht alle quantitativer Natur; ihre Umsetzung bietet demnach einen gewissen Handlungsspielraum.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Einklang mit den Prinzipien des FSB f\u00fchrt das Eidgen\u00f6ssische Finanzdepartement (EFD) derzeit gemeinsam mit der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und der Finanzmarktaufsicht (Finma) eine Analyse durch. Gepr\u00fcft wird dabei auch ein regulatorischer Handlungsbedarf. Offen ist unter anderem die Frage nach den Auswirkungen auf das Wertpapierleihgesch\u00e4ft.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nObwohl die Analyse noch nicht abgeschlossen ist, k\u00f6nnen bereits einige allgemeine Schl\u00fcsse gezogen werden. So zeigt sich: Zwar verf\u00fcgen die Schattenbanken \u00fcber keine Banklizenz. Das bedeutet aber nicht, dass diese Einheiten oder T\u00e4tigkeiten keiner Regulierung unterstehen. Ganz im Gegenteil: Die Anlagefonds als gr\u00f6sster identifizierter Bereich des Schattenbankensystems in der Schweiz (siehe <em>Kasten 2<\/em>) unterstehen bereits einer umfassenden Regulierung. Zu den rechtlichen Grundlagen geh\u00f6ren das Kollektivanlagengesetz sowie die einschl\u00e4gigen Verordnungen von Bundesrat und Finma.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn Bezug auf Geldmarktfonds mit nominell fixen R\u00fcckzahlungsversprechen erf\u00fcllt die Schweiz die Standards der IOSCO bereits vollst\u00e4ndig, denn diese Fonds sind hierzulande nicht zugelassen. Ein weiteres Beispiel f\u00fcr eine bereits einem Regulierungsregime unterstellte Schattenbankenaktivit\u00e4t ist die Marktintermediation, zu der die Effektenh\u00e4ndler geh\u00f6ren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWeiter \u2013 und das ist vielleicht \u00fcberraschender \u2013 verlangen einige Schattenbankenstandards eine Anpassung der Bankenregulierung. Die Schweizer Beh\u00f6rden arbeiten derzeit an der Umsetzung der Empfehlungen des Basler Ausschusses f\u00fcr Bankenaufsicht, die sich mit den Verflechtungen zwischen Banken und Schattenbanken befassen. Dazu wird es einer \u00c4nderung der Eigenmittelverordnung f\u00fcr Banken bed\u00fcrfen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nF\u00fcr gewisse Aktivit\u00e4tsbereiche der Schattenbanken \u2013 beispielsweise die Verbriefung \u2013 haben sich bisher keine Massnahmen aufgedr\u00e4ngt, da diese Bereiche in der Schweiz nur sehr klein sind. Die Beh\u00f6rden verfolgen jedoch die zuk\u00fcnftigen Entwicklungen, die neue Risiken bergen k\u00f6nnen, um bei Bedarf Massnahmen zu ergreifen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSchliesslich gilt es bei der Umsetzung der neuen globalen Standards wie bei allen Regulierungsprojekten dieser Art Kosten und Nutzen gegeneinander abzuw\u00e4gen und m\u00f6glichst effiziente und auf die Hauptrisiken ausgerichtete L\u00f6sungen zu suchen.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Vgl. FSB, Global Shadow Banking Monitoring Report, November 2015. Die nachfolgenden Angaben beziehen sich auf 26 erfasste Jurisdiktionen, darunter alle G20-L\u00e4nder, Holland, Irland und grosse Finanzpl\u00e4tze wie die Schweiz, Singapur und Hongkong.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der sogenannte Schattenbankensektor ist in den letzten Jahren auf die Agenda der internationalen Finanzmarktregulierung ger\u00fcckt. 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Sie enthalten folgende Elemente:&#13;\n<ul>&#13;\n\t<li>Rahmenwerk zur Messung und \u00dcberwachung von Grosskrediten (Supervisory Framework for Measuring and Controlling Large Exposure, 2014);<\/li>&#13;\n\t<li>Kapitalanforderungen f\u00fcr Beteiligungen von Banken in Fonds (Capital Treatment for Banks\u2019 Investments in the Equity of Funds, 2013);<\/li>&#13;\n\t<li>laufende Arbeiten zum regulatorischen Geltungsbereich: Kapitalanforderungen (bis Januar 2017) und Risikoteilungsstandards (bis Januar 2019).<\/li>&#13;\n<\/ul>&#13;\n<\/td>&#13;\n<\/tr>&#13;\n<tr>&#13;\n<td>&#13;\n<h6>Standards zu banken\u00e4hnlichen Gebilden:<\/h6>&#13;\nDie <em>Standards des Financial Stability Board (FSB)<\/em> enthalten allgemeine Grunds\u00e4tze, mit denen die Beh\u00f6rden aufgefordert werden, ihren regulatorischen Rahmen zu pr\u00fcfen, Daten zu erheben, Risiken zu beurteilen und bei Bedarf in den Bereichen Anlagefonds, Nichtbanken-Kredit, Marktintermediation, Kreditvermittlung und Verbriefung Massnahmen zu ergreifen (Strengthening Oversight and Regulation of Shadow Banking, 2013). Die <em>Empfehlungen der Internationalen Organisation der Wertpapieraufsichtsbeh\u00f6rden (IOSCO)<\/em> haben insbesondere die Geldmarktfonds und die Verbriefung im Visier (Policy Recommendations for Money Market Funds, 2012; Global Developments in Securitization Regulation, 2012).<\/td>&#13;\n<\/tr>&#13;\n<tr>&#13;\n<td>&#13;\n<h6>Standards zum Wertpapierleihgesch\u00e4ft:<\/h6>&#13;\nDie <em>FSB-Empfehlungen<\/em> zur Transparenz und Regulierung im Wertpapierleihgesch\u00e4ft enthalten folgende Elemente:&#13;\n<ul>&#13;\n\t<li>Grunds\u00e4tze zu Transparenz und Regulierung im Wertpapierleihgesch\u00e4ft (Policy Framework for Addressing Shadow Banking Risks in Securities Lending and Repos, 2013);<\/li>&#13;\n\t<li>Mindestabschl\u00e4ge f\u00fcr nicht \u00fcber eine zentrale Gegenpartei abgerechnete Transaktionen (Recommendations on Minimum Haircuts on Non-Centrally Cleared Securities Financing Transactions, 2014);<\/li>&#13;\n\t<li>Datenerhebungsstandards und -prozesse (Standards and Processes for Global Securities Financing Data Collection and Aggregation, 2014).<\/li>&#13;\n<\/ul>&#13;\n<\/td>&#13;\n<\/tr>&#13;\n<\/tbody>&#13;\n<\/table>"},{"kasten_title":"Kasten 2: Schattenbankensektor in der Schweiz schwierig messbar","kasten_box":"Gem\u00e4ss dem j\u00fcngsten j\u00e4hrlichen Schattenbankenbericht des FSB ist der Schweizer Schattenbankensektor im internationalen Vergleich unbedeutend. Betrachtet man jedoch die Aktiven der \u00absonstigen Finanzintermedi\u00e4re\u00bb (OFIs) im Verh\u00e4ltnis zum Bruttoinlandprodukt (BIP), liegt die Schweiz mit einem Schattenbankensektor von mehr als 270 Prozent des BIP auf dem vierten Platz der erfassten Jurisdiktionen. Da gerade im Fall der Schweiz viele OFIs keine Schattenbanken sind, ist diese Sch\u00e4tzung deutlich zu hoch.&#13;\n&#13;\nDer Schattenbankensektor, der bank\u00e4hnliche Risiken aufweist, betr\u00e4gt laut dem j\u00fcngsten Bericht des FSB in der Schweiz 90 Prozent des BIP. Dies liegt deutlich unter den Zahlen gem\u00e4ss OFI-Statistik. Ein wichtiger Grund daf\u00fcr ist, dass in der Schweiz ein grosser Teil der OFI-Aktiven auf die von Holdinggesellschaften gehaltenen Beteiligungen oder gruppeninterne Darlehen entf\u00e4llt, welche nicht als Schattenbankenaktivit\u00e4t einzusch\u00e4tzen sind.&#13;\n&#13;\nEine vom FSB im November 2014 ver\u00f6ffentlichte Fallstudie der Schweizer Beh\u00f6rden wiederum sch\u00e4tzte die Gr\u00f6sse des Schweizer Schattenbankensektors \u2013 gemessen an den Aktiven \u2013 f\u00fcr 2012 auf rund 480 Milliarden Franken oder gut 80 Prozent des BIP. Auch in der Schweiz machen Anlagefonds den weitaus gr\u00f6ssten Anteil der identifizierten Schattenbanken aus. Insgesamt zeigen die unterschiedlichen Sch\u00e4tzungen, dass die Messung des Schattenbankensektors keine exakte Wissenschaft ist.&#13;\n&#13;\nIn der Schweiz werden Schattenbanken von den Beh\u00f6rden derzeit nicht als zentrales Systemrisiko eingesch\u00e4tzt. Erstens ist der Schattenbankensektor \u2013 selbst wenn er relativ breit gesch\u00e4tzt wird \u2013 um ein Vielfaches kleiner als der Bankensektor. Zweitens werden die systemischen Risiken bei den als Schattenbanken identifizierten Einheiten \u2013 etwa Obligationenfonds \u2013 als vergleichsweise gering beurteilt. Drittens ist auch das Ausmass der Verflechtungen zwischen Schweizer Schattenbanken und Banken als begrenzt einzustufen. Schliesslich gilt es zu ber\u00fccksichtigen, dass Schattenbanken oft bereits heute einer Regulierung unterstehen. Naturgem\u00e4ss k\u00f6nnen aber k\u00fcnftige Entwicklungen zu neuen Einsch\u00e4tzungen f\u00fchren."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":114921,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":114925,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"33229","post_abstract":"Das Financial Stability Board (FSB) und andere Akteure haben neue globale Standards f\u00fcr das sogenannte Schattenbankensystem entwickelt. Diese sollen nun von den Mitgliedsl\u00e4ndern einschliesslich der Schweiz umgesetzt werden, um Risiken f\u00fcr die Finanzstabilit\u00e4t und deren Verlagerung in den Nichtbankensektor einzud\u00e4mmen. Beispiele f\u00fcr Schattenbanken sind Anlagefonds oder Leasingfirmen. Auch Effektenh\u00e4ndler, die keine Banken sind, aber ebenfalls in der Kreditintermediation zwischen Schuldnern und Sparern t\u00e4tig sind, geh\u00f6ren dazu. Ein j\u00fcngst publizierter Bericht des FSB sch\u00e4tzt die Gr\u00f6sse des globalen Schattenbankensektors je nach Mass auf 36 oder 68 Billionen Dollar. Viele Schattenbanken unterstehen bereits heute einer Regulierung. In der Schweiz sind etwa Geldmarktfonds mit nominell fixen R\u00fcckzahlungsversprechen nicht zugelassen. 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