{"id":115002,"date":"2015-10-30T11:37:15","date_gmt":"2015-10-30T11:37:15","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/10\/tendances-conjoncturelles-automne-2015\/"},"modified":"2023-08-23T23:12:04","modified_gmt":"2023-08-23T21:12:04","slug":"konjunkturtendenzen-herbst-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/10\/konjunkturtendenzen-herbst-2015\/","title":{"rendered":"Konjunkturtendenzen Herbst 2015"},"content":{"rendered":"<h2>Weltkonjunktur<\/h2>\n<p>Die Weltwirtschaft hat in der ersten Jahresh\u00e4lfte ihre moderate Wachstumsdynamik fortgesetzt.\u00a0Zwischen den Industrie- und den Schwellenl\u00e4ndern zeigt sich aber zunehmend\u00a0eine Divergenz. Der Euroraum konnte, auch dank der expansiven Geldpolitik und dem\u00a0schwachen Euro, seinen moderaten Aufschwung fortsetzen. In den USA beschleunigte\u00a0sich das BIP-Wachstum nach einem verhaltenen Jahresanfang wieder. In einigen grossen\u00a0Schwellenl\u00e4ndern schw\u00e4chte sich die Dynamik hingegen ab. In China gesellen sich\u00a0zu einer strukturellen Wachstumsabschw\u00e4chung vermehrt Bef\u00fcrchtungen eines konjunkturellen\u00a0Einbruchs. L\u00e4nder wie Brasilien und Russland leiden erheblich unter den\u00a0tiefen Rohwarenpreisen und den politischen Unsicherheiten. Indien w\u00e4chst hingegen\u00a0weiter dynamisch.<\/p>\n<h2>Schweizer Wirtschaft<\/h2>\n<p>Die markante Aufwertung des Frankens Mitte Januar zeigt deutliche Auswirkungen auf\u00a0die Schweizer Konjunktur. In der ersten Jahresh\u00e4lfte 2015 kam das Wirtschaftswachstum\u00a0praktisch zum Stillstand. Wachstumsimpulse kamen von der Inlandnachfrage, w\u00e4hrend\u00a0die Exporte negativ betroffen waren. Noch deutlicher hat sich die Frankenaufwertung\u00a0allerdings auf die Preisentwicklung niedergeschlagen. Sowohl die inl\u00e4ndischen\u00a0Konsum- und Produzentenpreise als auch die Import- und Exportpreise sind im Jahresverlauf\u00a0stark gesunken.\u00a0Die Expertengruppe des Bundes rechnet f\u00fcr 2015 neu mit einem BIP-Wachstum von\u00a00,9% (Prognose vom Juni 2015: 0,8%) und f\u00fcr 2016 mit einer moderaten Beschleunigung\u00a0auf 1,5% (Prognose vom Juni 2015: 1,6%). Damit w\u00fcrde die Gesamtwirtschaft\u00a0zwar nicht schrumpfen, aber f\u00fcr zwei Jahre deutlich unter Potential wachsen. Eine wichtigeVoraussetzung f\u00fcr eine Verbesserung der Wirtschaftslage ist, dass die internationale\u00a0Konjunktur aufw\u00e4rtsgerichtet bleibt und insbesondere der Euroraum seine Erholung\u00a0fortsetzen kann.\u00a0Auf dem Arbeitsmarkt ist die Besch\u00e4ftigung im 2. Quartal weiterhin gestiegen, allerdings\u00a0ausschliesslich im Dienstleistungssektor. Die Prognose f\u00fcr das Besch\u00e4ftigungswachstum\u00a0liegt f\u00fcr 2015 bei 0,9% und f\u00fcr 2016 bei 0,8%. Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit\u00a0ist seit Fr\u00fchjahr 2015 wieder langsam angestiegen. Die Expertengruppe erwartet\u00a0f\u00fcr 2015 unver\u00e4ndert eine Arbeitslosenquote von jahresdurchschnittlich 3,3%, w\u00e4hrend\u00a0die Prognose f\u00fcr 2016 infolge der erwarteten schleppenden Wirtschaftserholung\u00a0auf 3,6% korrigiert wurde (Juni-Prognose: 3,5%).\u00a0Die Frankenaufwertung von Mitte Januar hat sich stark auf verschiedene Preise ausgewirkt\u00a0(Produzenten-, Import-, Export- und Konsumentenpreise). Der Abw\u00e4rtstrend bei\u00a0den Konsumentenpreisen hat sich bis August fortgesetzt. Die Prognose f\u00fcr die Konsumentenpreisentwicklung\u00a0liegt bei -1,1% f\u00fcr 2015 und 0,1% f\u00fcr 2016 (Juni-Prognose:\u00a0-1,0% respektive 0,3%).<\/p>\n<h2>Risiken<\/h2>\n<p>Die weltwirtschaftlichen Risiken haben sich in j\u00fcngster Vergangenheit angesichts der\u00a0verst\u00e4rkten Abk\u00fchlung in den Schwellenl\u00e4ndern eher erh\u00f6ht. Die Schweizer Konjunktur\u00a0w\u00e4re negativ betroffen, falls grosse Schwellenl\u00e4nder in eine noch ernsthaftere Krise oder\u00a0die Industriel\u00e4nder wider Erwarten in einen erneuten Abw\u00e4rtssog geraten w\u00fcrden. Auch\u00a0von der vorerst einged\u00e4mmten Griechenland-Krise geht weiterhin das latente Risiko einer\u00a0erneuten Unsicherheit \u00fcber die Stabilit\u00e4t der W\u00e4hrungsunion aus.\u00a0Neben der W\u00e4hrungssituation haben in den vergangenen Jahren weitere Entscheidungen\u00a0die Unsicherheit f\u00fcr die Wirtschaft erh\u00f6ht, insbesondere bez\u00fcglich der Standort- und\u00a0Investitionsentscheide. Hier sind die unklare k\u00fcnftige Regelung der Zuwanderung sowie\u00a0die Zukunft der bilateralen Vertr\u00e4ge mit der EU zu nennen.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber bestehen auch positive Risiken einer besseren Konjunkturentwicklung als erwartet. Die Entwicklung der ersten Jahresh\u00e4lfte 2015 weist, obwohl einige Sektoren\u00a0stark unter Druck geraten sind, auf eine gewisse Widerstandsf\u00e4higkeit der Gesamtwirtschaft\u00a0hin. Am aktuellen Rand hat sich zudem die Wechselkurssituation leicht entspannt, und einige wichtige Konjunkturindikatoren haben sich stabilisiert.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weltkonjunktur Die Weltwirtschaft hat in der ersten Jahresh\u00e4lfte ihre moderate Wachstumsdynamik fortgesetzt.\u00a0Zwischen den Industrie- und den Schwellenl\u00e4ndern zeigt sich aber zunehmend\u00a0eine Divergenz. Der Euroraum konnte, auch dank der expansiven Geldpolitik und dem\u00a0schwachen Euro, seinen moderaten Aufschwung fortsetzen. In den USA beschleunigte\u00a0sich das BIP-Wachstum nach einem verhaltenen Jahresanfang wieder. 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Sofern die Weltkonjunktur\u00a0ihren moderaten Wachstumspfad beibehalten kann, geht die Expertengruppe\u00a0des Bundes von einer leichten Wachstumsbeschleunigung im Jahr 2016\u00a0aus. Damit w\u00fcrde die Schweizer Wirtschaft f\u00fcr zwei Jahre eine Wachstumsdynamik\u00a0deutlich unter Potentialwachstum erfahren.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":[{"kasten_title":"","kasten_box":""}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"Herbst 2015","kseason_fr":"Automne 2015","post_in_pdf":161609,"main_focus":"","serie_email":null,"frontpage_slider_bild":115005,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"42061","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":"","redaktoren":"","korrektor":"","planned_publication_date":"","original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/56333740b384f"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/115002"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4197"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=115002"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/115002\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":165979,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/115002\/revisions\/165979"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4197"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5438"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=115002"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=115002"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=115002"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=115002"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=115002"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=115002"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}