{"id":115028,"date":"2015-10-26T08:20:45","date_gmt":"2015-10-26T08:20:45","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/10\/letat-ne-doit-pas-se-mettre-en-travers-du-chemin\/"},"modified":"2023-08-23T23:11:54","modified_gmt":"2023-08-23T21:11:54","slug":"meisser-11-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/10\/meisser-11-2015\/","title":{"rendered":"\u00abDer Staat sollte m\u00f6glichst nicht im Weg stehen\u00bb"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Herr Meisser, Sie haben den Speicherdienstleister Wuala zusammen mit Dominik Grolimund an der ETH Z\u00fcrich entwickelt. Existieren an Schweizerischen Hochschulen Strukturen, die gute Ideen erkennen und eine Firmengr\u00fcndung f\u00f6rdern?<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nJa, wir haben damals s\u00e4mtliche Venture-Lab-Module des Instituts f\u00fcr Jungunternehmen besucht. Die Saat war aber schon vorher da. Wir hatten von Beginn weg die Absicht, eine eigene Firma zu gr\u00fcnden. Von grossem Nutzen bei diesen Angeboten ist der Austausch mit Gleichgesinnten. Ich habe dabei sogar mehr gelernt als bei den eigentlichen Kursinhalten.&#13;<\/p>\n<h3><strong>Was genau ist das Wertvolle beim Austausch?<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nAufschlussreich war, zu sehen, wie sich die anderen Firmen pr\u00e4sentieren, was sie f\u00fcr Ideen haben und wie sie aufgestellt sind. Das gibt ein Gef\u00fchl daf\u00fcr, sich relativ zueinander zu beurteilen und besser absch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, ob die eigene Idee \u00fcberhaupt etwas taugt.&#13;<\/p>\n<h3><strong>Gilt das Gleiche f\u00fcr die sogenannten Hubs?<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nGenau. Der Plattformcharakter ist wichtig. Hubs sind Treffpunkte, wo Gr\u00fcnder arbeiten und sich beispielsweise \u00fcber Technologien austauschen k\u00f6nnen. Ein Beispiel ist das Colab in Z\u00fcrich. Es gibt dort einen offenen Workspace f\u00fcr digitale Nomaden, wo man einen Kaffee trinken und seinen Laptop anschliessen kann. Im Kommen sind auch Dienste wie Popup Office, mit denen man ad hoc geeignete Arbeitspl\u00e4tze und bei Bedarf auch Meeting-R\u00e4ume finden und buchen kann.&#13;<\/p>\n<h3><strong>Stehen aus Ihrer Sicht in der Informations- und Kommunikationstechnologie gen\u00fcgend F\u00f6rderprogramme zur Verf\u00fcgung?<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nJa! Es sind schon fast zu viele, denn wer an vielen Wettbewerben teilnimmt, muss jedes Mal einige Stunden f\u00fcr das Dossier und die Pr\u00e4sentation aufwenden. Meistens gewinnt man dann doch nicht. Am Ende verbr\u00e4t man f\u00fcr solche Wettbewerbe sehr viel Zeit, die man besser in das Produkt selbst investiert h\u00e4tte.&#13;<\/p>\n<h3><strong>Die<\/strong> <strong>Wettbewerbe werden von privater Seite finanziert.<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nJa, da sind oft Stiftungen engagiert. Es gibt schon fast ein \u00dcberangebot an Start-up-Events. Es ist ein Modethema geworden, und man muss als Start-up selektiv vorgehen.&#13;<\/p>\n<h3><strong>Was sind die Erwartungen von Start-up-Gr\u00fcndern an den Staat?<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Staat soll m\u00f6glichst nicht im Weg stehen. Er ist f\u00fcr die Rahmenbedingungen verantwortlich. Es muss einfach sein, eine Firma zu gr\u00fcnden und Leute einzustellen. Daf\u00fcr ist es auch wichtig, auf Augenh\u00f6he mit den Beh\u00f6rden reden zu k\u00f6nnen, was in der Schweiz dank dem ausgepr\u00e4gten F\u00f6deralismus gut funktioniert. Wenn man zum Beispiel jemanden aus der EU anstellen m\u00f6chte, kann man problemlos das lokale Arbeitsamt anrufen und erh\u00e4lt eine kompetente Auskunft.&#13;<\/p>\n<h3><strong>Ist es in der Schweiz einfach, eine Firma zu gr\u00fcnden?<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nLeider ist es nicht mehr so einfach wie auch schon. In letzter Zeit h\u00f6re ich vereinzelt von Start-ups, die M\u00fche haben, eine Bank f\u00fcr das Gr\u00fcndungskonto zu finden \u2013 zum Beispiel weil US-Investoren mit dabei sind. Das Gesetz schreibt aber vor, dass man ohne Gr\u00fcndungskonto bei einer Schweizer Bank auch keine Firma gr\u00fcnden darf. Ein Freund von mir f\u00fchrt ein korrekt Finma-reguliertes Start-up, das mit Bitcoins handelt. Es ist ihm aber nicht gelungen, in der Schweiz ein Bankkonto zu er\u00f6ffnen, obwohl er bei \u00fcber 50 Banken die entsprechenden Formulare ausgef\u00fcllt hat. Nun ist er bei einer Bank in Liechtenstein. Das ist problematisch, denn der Finanzplatz Schweiz ist langfristig auf Start-ups und Innovation angewiesen.<strong>&#13;<br \/>\n<\/strong>&#13;<\/p>\n<h3><strong>Aber grunds\u00e4tzlich gibt es keine grossen H\u00fcrden, eine Firma zu gr\u00fcnden?<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nJa, da trifft zu. Es sind n\u00e4mlich eine zunehmende Anzahl kleiner H\u00fcrden, die bremsen.<strong>&#13;<br \/>\n<\/strong>&#13;<\/p>\n<h3><strong>In der Schweiz vergibt der Staat keine direkten F\u00f6rderbeitr\u00e4ge. Ist das aus Ihrer Sicht ein Nachteil?<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n\u00dcber die KTI (Kommission f\u00fcr Technologie und Innovation, Anm. d. Red.) und den Schweizerischen Nationalfonds sind Innovationsprojekte finanzierbar. Ich halte es f\u00fcr korrekt, dass der Staat nicht direkt f\u00f6rdert.&#13;<\/p>\n<h3><strong>Warum?<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nNehmen wir als Beispiel Myke N\u00e4f, einen der Gr\u00fcnder von Doodle. Wie alle anderen erfolgreichen Gr\u00fcnder, die ich kenne, investiert er das damit verdiente Geld nun in neue Start-ups, an die er pers\u00f6nlich glaubt. Wenn das schiefgeht, verliert er sein eigenes Geld. Er hat also alles Interesse daran, sich das Start-up genau anzusehen. Direkte F\u00f6rderbeitr\u00e4ge w\u00fcrden nun darauf hinauslaufen, dass der Staat Myke dieses Geld wegnimmt, bis es \u00fcber sieben Umwege in einem F\u00f6rdertopf landet, \u00fcber dessen Verwendung ein Beamter ohne \u00abskin in the game\u00bb entscheidet. Das ist offensichtlich Unsinn, denn dabei geht nicht nur Geld unterwegs verloren, sondern es wird auch Smart Money zu Dumb Money gemacht.&#13;<\/p>\n<h3><strong>Was ist Smart Money beziehungsweise Dumb Money?<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nEs gibt verschiedene Arten von Investoren. Auf der einen Seite gibt es Investoren, die Geld haben, aber wenig Ahnung vom konkreten Gesch\u00e4ft \u2013 zum Beispiel Pensionskassen. Sie k\u00f6nnen dementsprechend auch kaum \u00fcber die Finanzierung hinaus zum Erfolg beitragen. Das ist sogenanntes Dumb Money. Smart Money kommt von Investoren, die auch ein Netzwerk, viel Erfahrung mitbringen und mit Rat und Tat zur Seite stehen. F\u00fcr Start-ups ist es essenziell, dass sie Smart Money erhalten. Das macht einen enormen Unterschied.&#13;<\/p>\n<h3><strong>Die Schweiz bekommt gute Noten, wenn es um die Fr\u00fchf\u00f6rderung von Start-ups geht. Vernachl\u00e4ssigt die Schweiz die darauffolgende Phase, etwa bei der Finanzierung von Beitr\u00e4gen von \u00fcber anderthalb Millionen?<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nJa, das ist ein bisschen schwieriger in der Schweiz, aber ich denke, es ist immer noch einfacher als im restlichen Europa. Denn in der Schweiz ist Geld vorhanden, und es gibt auch Leute, die eine gr\u00f6ssere Finanzierungsrunde schultern k\u00f6nnen. Was es in der Schweiz nicht gibt, sind exzessive Bewertungen wie etwa bei Uber, das angeblich gleich viel wert sein soll wie die gesamte Credit Suisse.&#13;<\/p>\n<h3><strong>So etwas w\u00e4re also in der Schweiz nicht m\u00f6glich?<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDas liegt an der Selbstverst\u00e4rkung von Smart Money. In den USA ist dieser Prozess schon \u00e4lter. Jeder Zyklus mit erfolgreichen Start-ups wirft wiederum mehr Geld mit mehr erfolgreichen Gr\u00fcndern ab. Das Venture-Capital hat sich dort daher multipliziert. Es steht immer mehr Geld zur Verf\u00fcgung, w\u00e4hrend die Anzahl Start-ups begrenzt ist, weil auch die Anzahl Leute begrenzt ist, die dort arbeiten. Von daher werden die Bewertungen mit zunehmendem Erfolg immer abenteuerlicher.&#13;<\/p>\n<h3><strong>Ist die Finanzierung ein Problem, wenn man auf den globalen Markt zielt? Im Internetbusiness kommt das h\u00e4ufig vor.<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nNach meiner Erfahrung k\u00f6nnen gute Firmen mit einem guten Plan Geld kriegen. Ich denke, das Problem liegt anderswo, n\u00e4mlich in den geografischen Voraussetzungen. Aus der Schweiz heraus muss man Sprachbarrieren und kulturelle H\u00fcrden \u00fcberwinden, wenn man 300 Millionen Kunden erreichen will. Was in der Schweiz funktioniert, muss noch lange nicht in Deutschland oder Frankreich funktionieren. In den USA hingegen befindet man sich von Anfang an in einem wesentlich gr\u00f6sseren Markt. Das ist auch dann relevant, wenn rechtliche Barrieren bestehen. So musste zum Beispiel der europ\u00e4ische Musikdienst Spotify den Marktzugang in jedem Land neu mit den Verwertungsorganisationen verhandeln. Da sich die Geografie nicht so leicht \u00e4ndern l\u00e4sst, sollte die Schweiz vielleicht besser nicht das Silicon Valley imitieren, sondern sich auf die eigenen St\u00e4rken besinnen. Und diese sind traditionell eher \u00abklein, aber fein\u00bb als \u00abgross und klotzig\u00bb.&#13;<\/p>\n<h3><strong>Ein bekannter Start-up-Gr\u00fcnder sagte in der Presse, dass es f\u00fcr Schweizer Start-ups schwierig sei, mit dem Takt der Internetwirtschaft und der Digitalisierung mitzuhalten. Der Puls hierzulande sei etwas tiefer. Mit anderen Worten: Wir ticken etwas langsamer. Teilen Sie diese Einsch\u00e4tzung?<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nJa, ich denke, die Schweizer sind weniger risikobereit und weniger erfolgshungrig, als dies etwa in den USA der Fall ist. Der Referenzpunkt ist nat\u00fcrlich das Silicon Valley. Ich denke, dass das in Europa allgemein ein Problem ist. Wenn man in der Schweiz Informatik studiert hat, muss man sich entscheiden, ob man eine gut bezahlte, interessante Stelle annehmen soll \u2013 denn jeder Absolvent findet einen Job, und wenn man talentiert ist, kann man sogar ausw\u00e4hlen und 8000 Franken monatlich verdienen \u2013, oder soll man das Risiko eingehen, ein Start-up zu gr\u00fcnden, und drei bis vier Jahre ohne nennenswerten Lohn Tag und Nacht arbeiten, ohne zu wissen, was nach dieser Zeit passiert.&#13;<\/p>\n<h3><strong>Wie gross ist der Anteil der Start-ups, die den Durchbruch schaffen?<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nMan sagt eines von zehn Start-ups werde erfolgreich. Das ist ein extremes Risiko, und wenn man es eingeht, muss man auf viel verzichten. Diese Anreize sind in den USA etwas g\u00fcnstiger. Dort hat man auch bei den bequemen Jobs kaum Ferien, und wenn man mit dem Start-up \u00abden Sechser zieht\u00bb, kann man schneller mehr verdienen. Aus diesem Anreiz heraus gibt es in der Schweiz weniger Leute, die bereit sind, dieses Risiko einzugehen. Eigentlich ist es ein Luxusproblem. Man k\u00f6nnte auch sagen, dass es uns ein wenig zu gut geht und es deshalb gar nicht n\u00f6tig ist, dieses Risiko einzugehen.&#13;<\/p>\n<h3><strong>Das Ergebnis w\u00e4re langweiliges Mittelmass.<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Problem mit Riskoaversion ist, dass ohne Risiko keine Innovation entsteht. Man kann tausend gute Ideen haben, aber wenn niemand hinsteht und das Risiko eingeht, diese umzusetzen, bleiben es Ideen. Und Risiken gibt es viele. Es gibt Marktrisiken, produkttechnische Risiken, aber eben auch rechtliche Risiken. In einer Welt, in der Risiken um jeden Preis unterbunden werden, erstickt man auch die Innovation.&#13;<\/p>\n<h3><strong>Welche Rolle spielen rechtliche Risiken?<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Fahrdienstvermittler Uber beispielsweise ist ein arbeitsrechtliches Risiko, da ein Gericht entscheiden k\u00f6nnte, es bestehe ein Arbeitsverh\u00e4ltnis zu den Fahrern, womit das Gesch\u00e4ftsmodell nicht mehr aufgehen w\u00fcrde. Zudem sind Taxidienste oft sehr stark reguliert, was schwer mit dem Modell von Uber vereinbar ist. Ein anderes Beispiel ist Youtube, welches unter schweizerischem Urheberrecht wohl nicht h\u00e4tte entstehen k\u00f6nnen, da wir keine \u00absafe harbor\u00bb-Klausel haben. In diesem Zusammenhang ist es enorm wichtig, dass wir daf\u00fcr sorgen, dass Schweizer Start-ups gleich lange Spiesse haben wie alle anderen. Gerade im Finanzbereich w\u00e4re das wichtig, wenn wir Fintech-Start-ups anziehen wollen. Das hat unter anderem Mark Branson von der Finma erkannt. Er empfiehlt neuerdings, die Gesetze zu lockern. Ein anderes Beispiel sind Leserkommentare. W\u00e4hrend Schweizer Start-ups wie Watson.ch rechtlich gezwungen sind, jeden einzelnen Nutzerkommentar zu moderieren, darf Facebook Nutzerkommentare umgehend und ungesichtet ver\u00f6ffentlichen. Je einfacher und grunds\u00e4tzlicher Gesetze formuliert sind, desto zukunftstauglicher sind sie. Die Schweiz ist in dieser Hinsicht zum Gl\u00fcck vergleichsweise stark.&#13;<\/p>\n<h3><strong>Gibt es etwas, was der Staat tun k\u00f6nnte, um die Risikobereitschaft zu f\u00f6rdern?<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der Vergangenheit waren es sehr oft Immigranten, welche die sehr erfolgreichen Firmen gegr\u00fcndet haben. Beispielsweise Sergey Brin, der Mitgr\u00fcnder von Google, dessen Eltern aus Russland stammen, oder Steve Jobs, dessen leiblicher Vater ein Syrer war. Auch in der Schweiz gibt es viele grosse Firmen, die von Einwanderern gegr\u00fcndet wurden, beispielsweise Swatch oder Nestl\u00e9. Ich denke, da gibt es schon ein Muster. Jemand, der von aussen kommt, hat einen st\u00e4rkeren Anreiz, sich zu beweisen. Oft haben Leute, die Entbehrlichkeiten auf sich nehmen und von weit herkommen, um etwas zu erreichen, auch einen sehr langen Atem.&#13;<\/p>\n<h3><strong>Welche Schl\u00fcsse ziehen Sie daraus f\u00fcr die Rolle des Staates?<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nMan k\u00f6nnte nat\u00fcrlich versuchen, gezielt solche Leute anzuziehen und in die Schweiz zu holen. Man k\u00f6nnte zum Beispiel allj\u00e4hrlich die tausend besten Bewerber aus aller Welt an einer Schweizer Fachhochschule oder Universit\u00e4t studieren lassen. Politisch ist es nat\u00fcrlich immer heikel, wenn es um Migration geht, aber das Bruttoinlandprodukt liesse sich damit h\u00f6chstwahrscheinlich erh\u00f6hen. McKinsey spricht von einem drohenden \u00abKrieg um Talente\u00bb. Die knappe Ressource sind heute die f\u00e4higen Leute. Bez\u00fcglich Finanzierung und Infrastruktur sind wir in der Schweiz gut aufgestellt.&#13;<\/p>\n<h3><strong>Wuala wird am 15. November seinen Dienst einstellen. Was ist schiefgelaufen?<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nWuala hat sieben Jahre lang Millionen von Benutzern grossen Nutzen gebracht und war von daher ein Erfolg. Auch von den urspr\u00fcnglichen Konkurrenten hat inzwischen die Mehrheit den Dienst eingestellt. Wie es bei Wuala konkret zu dieser Entscheidung gekommen ist, weiss ich nicht, da ich seit Anfang 2013 nicht mehr involviert war. Wuala ist aber in einem Gesch\u00e4ftsfeld t\u00e4tig, das immer mehr an Bedeutung verliert. Das gleiche Problem hat auch Dropbox. Die Leute werden immer weniger oft mit Dateien und Ordnern konfrontiert. Auf dem Handy gibt es zum Beispiel keinen \u00abfile explorer\u00bb mehr. Erschwerend hinzu kommt, dass inzwischen grosse Internetfirmen wie Google und Microsoft \u00e4hnliche Angebote gratis und oft schon vorinstalliert zur Verf\u00fcgung stellen.&#13;<\/p>\n<h3><strong>Big Data, Digitalisierung der Wirtschaft, Internet der Dinge \u2013<\/strong><strong> diese Begriffe sind momentan in aller Munde. Jungunternehmen werden von Internetgiganten wie Google teilweise f\u00fcr mehrere Milliarden \u00fcbernommen. Wird diese Entwicklung nicht \u00fcberbewertet?<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDas muss die Zukunft zeigen. Wir wissen es nicht. Nat\u00fcrlich ist es eine Spekulation auf eine zuk\u00fcnftige Entwicklung, welche eintreffen oder aber auch nicht eintreffen kann.&#13;<\/p>\n<h3><strong>Konzerne wie die Post und die SBB greifen mittels Investmentfonds oder F\u00f6rderpreisen Jungunternehmern unter die Arme \u2013 ist das ein guter, nachhaltiger Weg?<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nEs ist vor allem ein Sachzwang, wenn sie einen Fuss in der T\u00fcr zur Zukunft haben wollen. Die erstbeste Methode, das zu machen, ist nat\u00fcrlich, indem man von Anfang an bei diesen Start-ups mitmacht und dabei ist. Das ist sinnvoll. Es garantiert zwar keinen Erfolg, aber es ist eine gute Strategie.&#13;<\/p>\n<h3><strong>Sie machen im Moment den Master in Volkswirtschaftslehre. Was versprechen Sie sich als Start-up-Gr\u00fcnder von diesem Zusatzstudium?<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDas ist pers\u00f6nliches Interesse. Ich glaube nicht, dass das in der Start-up-Welt hilft. Volkswirtschaft ist f\u00fcr mich ein extrem spannendes Thema, weil es schlussendlich darum geht, wie die Welt funktioniert. Inspiriert dazu hat mich Hari Seldon aus Isaac Asimovs \u00abFoundation\u00bb-Trilogie. Ich war in der komfortablen Situation, dass ich mich zwei Jahre aus reinem Interesse mit etwas besch\u00e4ftigen durfte, unabh\u00e4ngig davon, ob sich das als n\u00fctzlich erweisen wird.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herr Meisser, Sie haben den Speicherdienstleister Wuala zusammen mit Dominik Grolimund an der ETH Z\u00fcrich entwickelt. Existieren an Schweizerischen Hochschulen Strukturen, die gute Ideen erkennen und eine Firmengr\u00fcndung f\u00f6rdern? &#13; Ja, wir haben damals s\u00e4mtliche Venture-Lab-Module des Instituts f\u00fcr Jungunternehmen besucht. Die Saat war aber schon vorher da. Wir hatten von Beginn weg die Absicht, [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":4162,"featured_media":31620,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[67,69],"post_opinion":[72],"post_serie":[],"post_content_category":[154],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":4162,"seco_co_author":null,"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Chefredaktorin, Die Volkswirtschaft","seco_author_post_occupation_fr":"R\u00e9dactrice en chef de \u00ab La Vie \u00e9conomique \u00bb","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"","post_lead":"Der Schweizer Start-up-Gr\u00fcnder Luzius Meisser hat klar definierte Erwartungen an den Staat. Dieser sei f\u00fcr die Rahmenbedingungen verantwortlich. Es m\u00fcsse einfach sein, eine Firma zu gr\u00fcnden und Leute einzustellen. Bei der Finanzierung von Start-ups sei es richtig, dass der Staat keine direkten F\u00f6rdergelder spreche.","post_hero_image_description":"W\u00e4hrend seiner Studienzeit gr\u00fcndete Luzius Meisser mit dem Speicherdienstleister Wuala selbst ein Start-up.","post_hero_image_description_copyright_de":"Marlen von Weissenfluh, Die Volkswirtschaft","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":[{"kasten_title":"Luzius Meisser","kasten_box":"Luzius Meisser (35) ist in Klosters aufgewachsen und hat an der ETH Z\u00fcrich Informatik studiert. 2007 gr\u00fcndete er zusammen mit Dominik Grolimund den Speicherdienstleister Wuala. 2009 verkauften die Jungunternehmer ihre Firma an die franz\u00f6sische LaCie, welche wiederum 2012 von Seagate \u00fcbernommen wurde. Darauf verliess Meisser Wuala, engagierte sich als Seed-Investor bei mehreren Start-ups und unterrichtete an der FHNW Brugg Informatik. Seit zwei Jahren studiert er Volkswirtschaftslehre an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich. Er schliesst das Studium voraussichtlich im November ab. Der Titel seiner Masterarbeit lautet \u00abMastering Agent-Based Economics\u00bb. Nebenbei ist Meisser Pr\u00e4sident der Bitcoin Association Switzerland. Er lebt mit seiner Familie im Kanton Z\u00fcrich."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":115031,"main_focus":[156573,157216],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":115035,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"38081","post_abstract":"","magazine_issue":"20151101","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[4127,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20151026","original_files":[{"file":115043}],"external_release_for_author":"20150930","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55f2e28a0f7e3"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/115028"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4162"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=115028"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/115028\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126762,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/115028\/revisions\/126762"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4162"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157216"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156573"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/31620"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=115028"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=115028"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=115028"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=115028"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=115028"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=115028"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}