{"id":115291,"date":"2015-10-26T06:55:52","date_gmt":"2015-10-26T06:55:52","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/10\/bussmann-11-2015-franz\/"},"modified":"2024-04-18T15:29:09","modified_gmt":"2024-04-18T13:29:09","slug":"bussmann-11-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/10\/bussmann-11-2015\/","title":{"rendered":"Fintech \u2013 Widerstand ist zwecklos"},"content":{"rendered":"<p>Dank der Fortschritte der digitalen Technologien tritt die Finanzbranche zweifellos in eine Phase radikalen Wandels ein. Transaktionen und Abwicklung, Spar- und Kreditgesch\u00e4ft, Kapitalbeschaffung und Anlagenverwaltung: Die Digitalisierungswelle verschont kaum einen Bereich. Der Aufstieg virtueller Banken, Crowdfunding, alternative Zahlungsplattformen, Robo-Beratung etc. setzen die Institute ausserdem einem stark erweiterten Wettbewerb aus.<\/p>\n<p>Angesichts dieser Entwicklungen wurde sogar schon der Untergang traditioneller Banken prognostiziert. Das ist sicherlich \u00fcbertrieben. Disruptive Technologien sind keineswegs nur eine Bedrohung. Im Gegenteil: Schon heute sorgen sie f\u00fcr die Erneuerung der Branche und somit f\u00fcr viel Gutes. Auch die Kooperation zwischen den Marktteilnehmern wird gest\u00e4rkt. Dies bewirkt einen vermehrten kulturellen Wandel.<\/p>\n<p>Banken brechen heute aus ihren vier W\u00e4nden aus, arbeiten mit Start-ups, treten Innovationsplattformen bei und entwickeln mit anderen neue Ideen. All das war vor zehn Jahren noch v\u00f6llig undenkbar. Die interne Zusammenarbeit wurde ebenfalls verst\u00e4rkt, etwa mit Social Media, um direkte Kommunikation und Gedankenaustausch unter der Belegschaft zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<h2>UBS lernt von Start-ups \u2013 und umgekehrt<\/h2>\n<p>Inspiriert durch die Kultur der Start-ups, in der Scheitern erlaubt ist, \u00f6ffnen sich die Banken nun auch f\u00fcr Experimente. Das gilt zweifellos f\u00fcr die UBS. Unser reger Innovationsprozess generiert intern einen reichen Ideenstrom, w\u00e4hrend \u00fcber klar definierte Portale auch von aussen gute Vorschl\u00e4ge kommen. In unseren Innovations-Labors in Z\u00fcrich, London und Singapur arbeiten wir eng mit der Technologie-Community zusammen.<\/p>\n<p>Indem wir unsere Mitarbeiter aus dem Bank- in ein Laborumfeld versetzen, er\u00f6ffnen wir ihnen Spielr\u00e4ume f\u00fcr kreatives Denken. So erhalten sie die Freiheit, Fehler zu machen. Auf diese Weise k\u00f6nnen wir deutlich mehr interessante Ideen entwickeln, die wir auch testen und implementieren. In London haben wir unser Labor in einem sogenannten Fintech-Accelerator er\u00f6ffnet, wo etwa 150 Start-up-Unternehmen in einem Geb\u00e4ude neue Produkte und Dienstleistungen f\u00fcr den Finanzbereich erforschen und entwickeln. Unseren Experten bietet dies die M\u00f6glichkeit, an einem breiteren Diskurs teilzunehmen, die neuesten Entwicklungen kennenzulernen und die Zukunft der Branche mitzupr\u00e4gen.<\/p>\n<p>Fintech-Start-ups sind durchaus kein Feind, sondern sie erm\u00f6glichen uns die gezielte Nutzung von Ver\u00e4nderungen. Zugegeben: Einige konkurrieren direkt mit uns. Viele wollen jedoch auch mit den etablierten Banken zusammenarbeiten. Schliesslich geht es im Bankgesch\u00e4ft um mehr als um Bits und Bytes. Banken bergen wahre Sch\u00e4tze an Finanz- und Marktexpertise, die den meisten Start-ups fehlt. Auch geht es im Bankgesch\u00e4ft nach wie vor um langfristige Kundenbeziehungen, und auch hier k\u00f6nnen die Jungunternehmen noch vieles lernen.<\/p>\n<p>Das sind nur einige der Gr\u00fcnde, warum wir glauben, dass es Banken noch lange geben wird. Und wir betrachten die digitale Disruption nicht als Gefahr, sondern als gesunde Herausforderung. Sie bringt frischen Wind und er\u00f6ffnet neue Chancen.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die Zukunft des Schweizer Finanzplatzes ist es entscheidend, ein starkes Fintech-\u00d6kosystem zu etablieren. Dabei braucht es ein erfolgreiches Zusammenspiel zwischen Banken, Fintech-Start-ups und dem Regulator, um im rasanten globalen Wettlauf nicht den Anschluss zu verlieren.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dank der Fortschritte der digitalen Technologien tritt die Finanzbranche zweifellos in eine Phase radikalen Wandels ein. 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