{"id":115392,"date":"2015-09-24T10:09:47","date_gmt":"2015-09-24T10:09:47","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/09\/2015-10-zuercher-etter-franz\/"},"modified":"2023-08-23T23:12:29","modified_gmt":"2023-08-23T21:12:29","slug":"2015-10-zuercher-etter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/09\/2015-10-zuercher-etter\/","title":{"rendered":"Firmen nutzen Freihandelsabkommen mit China rege"},"content":{"rendered":"<p>Als Land mit einem beschr\u00e4nkten Binnenmarkt ist die Schweiz in hohem Mass von der Aussenwirtschaft abh\u00e4ngig und entsprechend stark import- und exportorientiert. China hat f\u00fcr den Aussenhandel der Schweiz mit einem Anteil von fast f\u00fcnf Prozent schon heute eine grosse Bedeutung, die angesichts des grossen Entwicklungspotenzials der chinesischen Wirtschaft weiter zunehmen d\u00fcrfte. Das Land ist der gr\u00f6sste Abnehmer von Schweizer Industrieprodukten in Asien und der drittgr\u00f6sste weltweit (nach der EU und den USA). Zu den wichtigsten Exporten der Schweiz nach China geh\u00f6ren Maschinen, Pr\u00e4zisionsinstrumente, Uhren sowie Chemie- und Pharmaerzeugnisse. Auch der Dienstleistungshandel mit China ist bedeutend.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und China wurde am 6. Juli 2013 von Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann und seinem chinesischen Amtskollegen unterzeichnet\u00a0und trat am 1. Juli 2014 in Kraft.\u00a0Seither f\u00e4llt die \u00fcberwiegende Mehrheit der Schweizer Exporte von Industrie- und Landwirtschaftsprodukten nach China unter den Zollabbau des Abkommens. Dazu kommen Verbesserungen beim Handel mit Dienstleistungen und beim Schutz des geistigen Eigentums sowie allgemein bei der Rechtssicherheit f\u00fcr den wirtschaftlichen Austausch.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNoch bei keinem anderen Freihandelsabkommen mit einem Partner ausserhalb der EU liess sich ein vergleichbar grosses Interesse der Wirtschaft feststellen. Das Abkommen wird seit Inkrafttreten entsprechend rege genutzt. Auch wenn ein Jahr ein zu kurzer Zeitraum ist, um aussagekr\u00e4ftige Feststellungen \u00fcber die Auswirkungen zu machen, zeigt sich: Der bilaterale Handel zwischen der Schweiz und China hat seither in beide Richtungen einen gr\u00f6sseren Zuwachs verzeichnet als der Handel der Schweiz mit den anderen Wirtschaftspartnern (siehe <em>Kasten 1<\/em>). Dies erscheint umso bemerkenswerter, wenn ber\u00fccksichtigt wird, dass sich das Wachstum der Gesamtnachfrage in China gemessen am BIP-Wachstum gegen\u00fcber den fr\u00fcher typischen zweistelligen j\u00e4hrlichen Wachstumsraten in letzter Zeit praktisch halbiert hat.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nInsbesondere die mit dem Abkommen verbundenen Zollsenkungen und die erh\u00f6hte Rechtssicherheit er\u00f6ffnen den Schweizer Exporteuren, die derzeit angesichts der Frankenst\u00e4rke besonders unter Druck stehen, neue Chancen. Dar\u00fcber hinaus profitiert die ganze Schweizer Wirtschaft von indirekten Effekten: Den Zulieferern kommt die verst\u00e4rkte Nachfrage des Exportsektors nach Vorleistungen zugute. Dank der g\u00fcnstigeren Importe steigt zudem die Gesamtnachfrage in der Binnenwirtschaft.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Abkommen zu Arbeitsfragen f\u00f6rdert Nachhaltigkeit<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nGleichzeitig mit dem Freihandelsabkommen haben die Schweiz und China ein Abkommen \u00fcber die Zusammenarbeit im Bereich Arbeit und Besch\u00e4ftigung abgeschlossen. Mit diesem Abkommen soll die soziale Dimension der bilateralen Beziehungen Schweiz &#8211; China gest\u00e4rkt werden. Ein gut funktionierender Arbeitsmarkt, sichere Arbeitspl\u00e4tze, die Einhaltung von Gesundheitsstandards sowie soziale Sicherungssysteme sind wichtige Voraussetzungen daf\u00fcr, dass eine m\u00f6glichst breite Bev\u00f6lkerung am wachsenden Wohlstand teilnehmen kann. Die Schweiz weiss aus eigener Erfahrung: Nachhaltiges Wachstum ist nur m\u00f6glich, wenn auch die soziale und die \u00f6kologische Dimension ber\u00fccksichtigt werden. Mit den Bestimmungen im Freihandelsabkommen zu Umweltaspekten und dem parallel dazu abgeschlossenen Abkommen zu Arbeits- und Besch\u00e4ftigungsfragen tr\u00e4gt das Vertragswerk Schweiz &#8211; China diesen Dimensionen der Nachhaltigkeit ausdr\u00fccklich Rechnung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas Abkommen mit China \u00fcber Arbeits- und Besch\u00e4ftigungsfragen entspricht dem Ansatz, den die Schweiz in den letzten Jahren in all ihren Verhandlungen \u00fcber Freihandelsabkommen verfolgt hat: Die Vertragsparteien anerkennen, dass die wirtschaftliche und die soziale Entwicklung eng zusammenh\u00e4ngen und bekr\u00e4ftigen ihren Willen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Grundrechte bei der Arbeit zu sch\u00fctzen und aufzuwerten (siehe <em>Kasten 2<\/em>). China und die Schweiz verpflichten sich, ihre nationalen Gesetzgebungen sowie die sich aus der Mitgliedschaft bei der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ergebenden Verpflichtungen wirksam umzusetzen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>China zeigt bei Arbeitsbedingungen Bereitschaft<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Parteien anerkennen, dass die in den nationalen Gesetzgebungen festgelegten Arbeitsstandards weder protektionistischen Zwecken dienen noch gesenkt werden sollen, um Investitionen anzuziehen oder einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Das Abkommen hebt weiter die Bedeutung der Zusammenarbeit bei Arbeits- und Besch\u00e4ftigungsfragen hervor. Es reflektiert somit die geteilte \u00dcberzeugung der Schweiz und Chinas, dass Zusammenarbeit und Dialog geeignete Instrumente sind, um die Herausforderungen der Globalisierung anzugehen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie chinesische Regierung zeigt Bereitschaft, sich von Erfahrungen und bew\u00e4hrten Beispielen in anderen L\u00e4ndern inspirieren zu lassen, sich um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu bem\u00fchen sowie die soziale Entwicklung zu f\u00f6rdern. Davon zeugt die laufende Zusammenarbeit mit der Schweiz \u2013 etwa zum Thema Arbeitsinspektion und Arbeitssicherheit oder im Rahmen der ILO zu verantwortungsvollem Unternehmensverhalten. Um den Dialog mit China zu intensivieren, besuchte im M\u00e4rz 2015 eine hochrangige tripartite Schweizer Delegation China.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Welt der Arbeit in der Schweiz und in China k\u00f6nnte zwar nicht unterschiedlicher sein \u2013 etwa in Bezug auf die Gr\u00f6sse des Landes, die Organisation der Wirtschaft oder die Produktionsstruktur. Die verst\u00e4rkte Zusammenarbeit erm\u00f6glicht aber, die jeweiligen Herausforderungen besser zu verstehen und Erfahrungen auszutauschen.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe dazu den Beitrag von Val\u00e9rie Berset Bircher und Karin Federer (beide Seco) in dieser Ausgabe.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Land mit einem beschr\u00e4nkten Binnenmarkt ist die Schweiz in hohem Mass von der Aussenwirtschaft abh\u00e4ngig und entsprechend stark import- und exportorientiert. China hat f\u00fcr den Aussenhandel der Schweiz mit einem Anteil von fast f\u00fcnf Prozent schon heute eine grosse Bedeutung, die angesichts des grossen Entwicklungspotenzials der chinesischen Wirtschaft weiter zunehmen d\u00fcrfte. 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Die Einfuhren sanken sogar um 4,2 Prozent.&#13;\n&#13;\n<span class=\"text__quelle--kasten\"><sup>a<\/sup>Aussenhandelsstatistik der Eidgen\u00f6ssischen Zollverwaltung (EZV); ohne Gold in Barren und andere Edelmetalle, M\u00fcnzen, Edel- und Schmucksteine sowie Kunstgegenst\u00e4nde und Antiquit\u00e4ten.<\/span>"},{"kasten_title":"Kasten 2: Besch\u00e4ftigungsbestimmungen in Freihandelsabkommen nehmen zu","kasten_box":"Immer mehr Freihandels- und andere Wirtschaftsabkommen enthalten Bestimmungen zu Arbeits- und Besch\u00e4ftigungsthemen. Dies zeigen Untersuchungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Waren es vor 15 Jahren erst einzelne Abkommen, enthielten 2014 bereits 60 Prozent der abgeschlossenen Abkommen entsprechende Bestimmungen.&#13;\n&#13;\nEin von der Schweiz unterst\u00fctztes ILO-Forschungsprojekt will einen \u00dcberblick \u00fcber den Inhalt und die Umsetzung dieser Bestimmungen sowie \u00fcber diesbez\u00fcgliche Entwicklungen gewinnen. Die Arbeit des Forschungsteams soll unter anderem aufzeigen, welche Rolle die verschiedenen Akteure \u2013 insbesondere die Sozialpartner, die Zivilbev\u00f6lkerung und die ILO selbst \u2013 bei der Umsetzung in verschiedenen Kontexten (regional, Entwicklungssituation usw.) spielen. Durch dieses Projekt<sup>a<\/sup> will die Schweiz zu einem besseren Verst\u00e4ndnis der Zusammenh\u00e4nge zwischen wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung beitragen.&#13;\n&#13;\n<span class=\"text__quelle--kasten\"><sup>a<\/sup>Siehe <a href=\"http:\/\/www.ilo.org\/inst\/projects\/labour-standards-in-trade-and-investment-arrangements\/lang--en\/index.htm\" target=\"_blank\"><span class=\"Unicode\">\u00ab<\/span>Labour Standards in Trade and Investment Arrangements<span class=\"Unicode\">\u00bb<\/span><\/a> unter www.ilo.org.<\/span>"}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":115395,"main_focus":[156594,157231],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":115399,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"33104","post_abstract":"","magazine_issue":"20151001","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[4127,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20150925","original_files":[{"file":115407}],"external_release_for_author":"20150901","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55bb123d2d7e7"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/115392"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2695"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=115392"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/115392\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126790,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/115392\/revisions\/126790"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2822"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2695"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157231"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156594"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/115409"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=115392"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=115392"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=115392"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=115392"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=115392"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=115392"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}