{"id":115431,"date":"2015-09-24T10:05:52","date_gmt":"2015-09-24T10:05:52","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/09\/2015-10-flueckiger\/"},"modified":"2023-08-23T23:12:45","modified_gmt":"2023-08-23T21:12:45","slug":"2015-10-flueckiger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/09\/2015-10-flueckiger\/","title":{"rendered":"Monitor erkennt Absatzm\u00e4rkte f\u00fcr Schokolade und K\u00e4se"},"content":{"rendered":"<p>Die Wachstumschancen f\u00fcr die Schweizer Nahrungsmittelindustrie liegen \u2013 trotz der im europ\u00e4ischen Vergleich hohen Rohstoffpreise \u2013 im Export.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>\u00a0Denn die inl\u00e4ndischen Absatzm\u00e4rkte sind zunehmend ges\u00e4ttigt. Zudem ist ein versch\u00e4rfter Wettbewerb durch Importe zu beobachten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVor diesem Hintergrund sind f\u00fcr die Exportwirtschaft folgende Fragen zentral: Wie ist es um die Wettbewerbsposition von Schweizer Nahrungsmitteln in Exportm\u00e4rkten bestellt? Welche Absatzm\u00e4rkte bieten langfristig betrachtet die gr\u00f6ssten Exportpotenziale?&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Z\u00fcrcher Fachhochschule f\u00fcr Angewandte Wissenschaften (ZHAW) versuchte diese Fragen zusammen mit dem Beratungsunternehmen Wellershoff &amp; Partners, dem Dachverband F\u00f6deration der Schweizerischen Nahrungsmittel-Industrien (Fial) und der Handelsf\u00f6rderungsorganisation Switzerland Global Enterprise (S-GE) zu beantworten. Das Projekt \u00abExportpotenzialmonitor f\u00fcr die Nahrungsmittelindustrie\u00bb wurde vom Bundesamt f\u00fcr Landwirtschaft (BLW) unterst\u00fctzt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Exportpotenzialmonitor ist ein Werkzeug, welches die Firmen bei ihren Exportaktivit\u00e4ten unterst\u00fctzen und die Exporte langfristig f\u00f6rdern soll. Die Ergebnisse sind \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>\u00a0Diese gilt es nun auch im politischen Kontext zu analysieren.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Kern- und Wachstumsm\u00e4rkte im Fokus <\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Exportpotenzialanalyse konzentriert sich auf die Produktkategorien<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>\u00a0\u00abK\u00e4se und Quark\u00bb, \u00abSchokoladenprodukte\u00bb und \u00abGetreideprodukte inklusive Backwaren\u00bb. F\u00fcr jede dieser Produktegruppen wurden mehr als 20 wichtige, beziehungsweise vielversprechende, Exportm\u00e4rkte identifiziert.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie zehn gr\u00f6ssten Kernm\u00e4rkte liegen f\u00fcr alle drei Produktkategorien fast ausnahmslos in Europa und in Nordamerika. Wichtig sind etwa die vier grossen Nachbarl\u00e4nder der Schweiz sowie die USA und Kanada. Die Wachstumsm\u00e4rkte finden sich mit China, S\u00fcdkorea, den Philippinen und Thailand vor allem in Asien, in Osteuropa (Russland, Polen, Rum\u00e4nien), in S\u00fcd- und Mittelamerika (Brasilien, Mexiko, Uruguay) und im arabischen Raum (Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien, Kuwait).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDiese M\u00e4rkte deckten im vergangenen Jahr 97 Prozent aller K\u00e4seexporte ab. Beim Getreide gingen 90 Prozent und bei Schokolade 82 Prozent in die untersuchten Destinationen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Reiche verlieren Appetit auf K\u00e4se <\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAusgangspunkt f\u00fcr die Sch\u00e4tzung der langfristigen Exportpotenziale ist eine empirische Analyse des Nachfrageverhaltens der Konsumenten in Abh\u00e4ngigkeit von ihrem Einkommen. <em>Abbildung 1<\/em> illustriert das Vorgehen am Beispiel von K\u00e4se. Die hellgrauen Punkte vergleichen den j\u00e4hrlichen K\u00e4sekonsum mit dem jeweiligen Pro-Kopf-Einkommen in US-Dollar f\u00fcr die identifizierten Kern- und Wachstumsm\u00e4rkte im Zeitraum von 1961 bis 2011.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb 1: Globale Nachfragekurve f\u00fcr K\u00e4seprodukte(1961 bis 2011)&#13;<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/09\/flueckiger_2.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-37260\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/09\/flueckiger_2.png\" alt=\"flueckiger_2\" width=\"2026\" height=\"1146\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Die hellgrauen Punkte zeigen jeweils Beobachtungen in einem bestimmten Jahr in einem gegebenen Land. Die f\u00fcnfzig Beobachtungen f\u00fcr die USA sind in Dunkelgrau hervorgehoben. Die rote Linie zeigt die Sch\u00e4tzung einer globalen Nachfragekurve, welche alle Beobachtungen ber\u00fccksichtigt. Die blaue Linie gibt die l\u00e4nderspezifische Sch\u00e4tzung der Nachfragekurve f\u00fcr die USA wieder. Die hellgr\u00fcne Linie zeigt schliesslich den zu erwartenden K\u00e4sekonsum pro Kopf f\u00fcr die projizierte Entwicklung des Pro-Kopf-Einkommens in den USA in den n\u00e4chsten zehn Jahren.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Faostat, Penn World Tables, UNO, Wellershoff &amp; Partners \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMit zunehmendem Pro-Kopf-Einkommen steigt der K\u00e4sekonsum deutlich an, wie die Sch\u00e4tzung einer allgemeinen Nachfragekurve zeigt (rote Linie). Ab einem Pro-Kopf-Einkommen von etwa 40\u2019000 Dollar flacht die Kurve zun\u00e4chst ab, bevor sie dann sogar zu sinken beginnt. Wie auch theoretisch zu erwarten war, werden K\u00e4seprodukte also mit zunehmendem Einkommen nach und nach durch andere Lebensmittel substituiert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm n\u00e4chsten Schritt werden l\u00e4nderspezifische Nachfragekurven gesch\u00e4tzt, um regionalen oder auch kulturellen Unterschieden Rechnung zu tragen. Dazu werden als Datenbasis nur die jeweiligen Beobachtungen eines Landes verwendet \u2013\u00a0allerdings unter der Nebenbedingung des Verlaufs der allgemeinen Nachfragekurve. Im Falle der USA zeigt sich etwa (blaue Kurve), dass sich die Nachfrage mit wachsendem Einkommen zwar \u00e4hnlich, aber nicht identisch verh\u00e4lt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn einem dritten Schritt wird das Nachfragepotenzial f\u00fcr die n\u00e4chsten zehn Jahre bestimmt. Dazu werden Projektionen zum Pro-Kopf-Einkommen gem\u00e4ss dem bei vergleichbaren Projekten erprobten Wachstumsmodell von Wellershoff &amp; Partners<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>\u00a0mit den l\u00e4nderspezifischen Nachfragekurven verkn\u00fcpft.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn den USA d\u00fcrfte das Pro-Kopf-Einkommen in den n\u00e4chsten zehn Jahren insgesamt um 5 Prozent wachsen. Im gleichen Zeitraum nimmt der K\u00e4sekonsum pro Kopf aber lediglich um rund 1,5 Prozent zu (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Im Jahr 2025 isst der Durchschnittsamerikaner somit 16 Kilo K\u00e4se pro Jahr. Dank des angenommenen Bev\u00f6lkerungsanstiegs von 320 auf 345 Millionen Menschen im selben Zeitraum w\u00e4chst die Gesamtnachfrage dennoch insgesamt um rund 9 Prozent.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Briten und Chinesen f\u00fcr Schokoladenproduzenten immer wichtiger&#13;<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNun h\u00e4ngt die Exportentwicklung aus Schweizer Sicht nicht nur vom Trendwachstum der jeweiligen Absatzm\u00e4rkte ab, sondern auch von der Wettbewerbsposition der Schweizer Anbieter in den Exportm\u00e4rkten. So k\u00f6nnen etwa die Exporte selbst in einem stagnierenden Absatzmarkt gesteigert werden, wenn Marktanteile gewonnen werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUm diesem Faktor Rechnung zu tragen, wurde in den jeweiligen Absatzm\u00e4rkten der Importmarktanteil der Schweizer Hersteller bestimmt. Mithilfe von Einsch\u00e4tzungen der L\u00e4nderexperten von S-GE wurde schliesslich beurteilt, ob in den n\u00e4chsten zehn Jahren mit konstanten, sinkenden oder steigenden Importmarktanteilen gerechnet werden kann.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Ergebnisse zeigen: F\u00fcr Schokoladenprodukte ist insbesondere Grossbritannien ein wichtiger Wachstumsmarkt. Dieser aus Schweizer Sicht bereits bedeutende Markt weist hohe Wachstumsraten auf (siehe <em>Abbildung 2<\/em>). Ebenfalls ein grosses Potenzial bietet China.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuff\u00e4llig ist etwa, dass Deutschland zwar aktuell der mit Abstand gr\u00f6sste Exportmarkt f\u00fcr Schweizer Schokoladenprodukte ist, aber nur ein vergleichsweise geringes Marktwachstumspotenzial bietet.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Exportpotenzialmatrix f\u00fcr Schokoladenprodukte<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/09\/flueckiger_brill_2_21.png\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-35602 size-full\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/09\/flueckiger_brill_2_21.png\" alt=\"flueckiger_brill_2_2\" width=\"1264\" height=\"728\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Die Gr\u00f6sse der Kreise gibt die Bedeutung der Absatzm\u00e4rkte aus Schweizer Sicht gemessen am im Jahr 2014 beobachteten Exportanteil wieder. Auf der vertikalen Achse kann das Marktwachstumspotenzial f\u00fcr die n\u00e4chsten zehn Jahre abgelesen werden, auf der horizontalen Achse die Gr\u00f6sse der jeweiligen Absatzm\u00e4rkte. Am interessantesten sind die L\u00e4nder im oberen, rechten Quadranten.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: EZV, Faostat, Penn World Tables, UNO, Wellershoff &amp; Partners \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Nahrungsmittelindustrie verarbeitet mehr Milch und Getreide<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMit einer Wirkungsanalyse, verbunden mit einer Expertenumfrage, wurde auch die Wirkung auf die M\u00e4rkte und die landwirtschaftlichen Strukturen untersucht. Dabei zeigt sich: In Zukunft wird die einheimische Nahrungsmittelindustrie als Abnehmerin von Schweizer Agrarrohstoffen wie Milch und Weizen noch bedeutender. Insbesondere die Exporte d\u00fcrften ansteigen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Jahr 2014 ging fast ein F\u00fcnftel der total vermarkteten Milch\u00e4quivalente als verarbeitete Produkte (etwa als K\u00e4se oder Schokolade) ins Ausland. Bei der inl\u00e4ndischen Weichweizenproduktion<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a>\u00a0(etwa in Form von Teig, M\u00fcesli oder Backwaren) betrug dieser Anteil fast einen Zehntel. Je nach Szenario ist bei der Verarbeitung von Milch zu Schokolade bis zum Jahr 2025 im Vergleich zu heute mit einer Zunahme der Exporte zwischen rund 13 und\u00a038 Prozent zu rechnen. Bei der Verarbeitung zu K\u00e4se betr\u00e4gt das prognostizierte Exportwachstum zwischen rund 10 und\u00a040 Prozent; bei der Verarbeitung zu Getreideprodukten zwischen rund 3 und\u00a09 Prozent.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDennoch gehen die Agrarexperten davon aus, dass diese zum Teil beachtlichen Mehrmengen die Rohstoffpreise und die Landwirtschaftsstruktur nicht massgeblich beeinflussen. Im Vergleich zu anderen Effekten, wie beispielsweise Agrarschutz, Klima, W\u00e4hrungsschwankungen, k\u00f6nnen sie sogar vernachl\u00e4ssigt werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMit dem Exportpotenzialmonitor steht den Unternehmen und deren Branchen ein Planungsinstrument zur Verf\u00fcgung, um Entscheidungsgrundlagen f\u00fcr ihr strategisches Marketing zu haben und langfristige Investitionsentscheide verbessern zu k\u00f6nnen. \u00dcber eine regelm\u00e4ssige Aktualisierung der Daten oder die\u00a0Aufnahme von neuen Branchen in den Exportpotenzialmonitor werden derzeit Gespr\u00e4che gef\u00fchrt.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Wenn sich die Preise in den letzten Jahren leicht angen\u00e4hert haben, so bleiben die Differenzen trotz des Rohstoffausgleichmechanismus des Bundes bei den Hauptrohstoffen betr\u00e4chtlich. Das zeigen eigene Berechnungen von den Rohstoffen Milch und Getreide auf der Basis von Daten von Faostat.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\"><a href='http:\/\/www.zhaw.ch\/exportpotenzialmonitor' target=\"_blank\">www.zhaw.ch\/exportpotenzialmonitor<\/a>&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Zolltarifnummern 0406; 1806 und 1704.9010; 1901, 1902, 1904, 1905.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">K\u00e4se: 22 L\u00e4nder, Schokolade (27), Getreideprodukte (28), mehr Details unter <a href='http:\/\/www.zhaw.ch\/exportpotenzialmonitor' target=\"_blank\">www.zhaw.ch\/exportpotenzialmonitor<\/a>.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">F\u00fcr mehr Informationen zum Modell siehe: Wellershoff & Partners, World Growths Until 2030, Critical Perspectives, Ausgabe 4, November 2010.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">inkl. Biskuitweizen.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wachstumschancen f\u00fcr die Schweizer Nahrungsmittelindustrie liegen \u2013 trotz der im europ\u00e4ischen Vergleich hohen Rohstoffpreise \u2013 im Export.\u00a0Denn die inl\u00e4ndischen Absatzm\u00e4rkte sind zunehmend ges\u00e4ttigt. 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Dabei wird die \u00abSwissness\u00bb durch den Erlass einer speziellen Verordnung \u00fcber die Verwendung der Herkunftsangabe \u00abSchweiz\u00bb f\u00fcr Lebensmittel (HASLV) neu reglementiert. Dies wird zu einem grossen b\u00fcrokratischen Aufwand und neuen Kosten f\u00fcr diejenigen Firmen f\u00fchren, die das Schweizer Kreuz weiterhin auf ihrer Verpackung verwenden m\u00f6chten, was gerade im Export bei vielen Produkten unerl\u00e4sslich ist. Weitere Regulierungstendenzen unter dem Titel \u00abGr\u00fcne Wirtschaft\u00bb, aber auch die immer geringer werdenden Ausfuhrbeitr\u00e4ge, deren vollst\u00e4ndiges Verbot durch die WTO droht, erschweren die Situation zus\u00e4tzlich. Der Dachverband F\u00f6deration der Schweizerischen Nahrungsmittel-Industrien (Fial) sucht aktiv nach Antworten auf diese vielf\u00e4ltigen Herausforderungen. Nebst konstanter Innovation der Produkte und dem bestm\u00f6glichen Ausn\u00fctzen der Rahmenbedingungen, insbesondere der verschiedenen Freihandelsabkommen, hilft dabei auch der Exportpotenzialmonitor. Er schafft einzigartige und massgeschneiderte M\u00f6glichkeiten bei der Suche nach neuen Exportm\u00e4rkten und soll Unternehmer in ihren Bestrebungen, neue M\u00e4rkte zu erschliessen, bestm\u00f6glich unterst\u00fctzen. \u00a0 <span style=\"color: #ffffff;\">-<\/span> <span class=\"text__quelle--kasten\">Urs Reinhard <span style=\"color: #999999;\">Dr. iur.,<\/span> <span style=\"color: #999999;\">Rechtsanwalt, Co-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der F\u00f6deration der Schweizerischen Nahrungsmittel-Industrien (Fial)<\/span><\/span>"},{"kasten_title":"Konsumfreudige Mittelschicht w\u00e4chst weltweit","kasten_box":"Die Handelsf\u00f6rderungsorganisation Swiss Global Enterprise (S-GE) unterst\u00fctzt Schweizer Nahrungsmittelfirmen dabei, ihr Gesch\u00e4ft zu internationalisieren. Denn trotz Frankenst\u00e4rke im Euroraum liegen im Export die k\u00fcnftigen Wachstumstreiber der Branche. Die Lebensmittelindustrie profitierte vom globalen Wachstum der Mittelschicht. In den zehn M\u00e4rkten mit der gr\u00f6ssten wachsenden Mittelschicht \u2013 von China \u00fcber Indien bis\u00a0Brasilien \u2013 werden die Ausgaben f\u00fcr Lebensmittel stark steigern. S-GE arbeitet eng zusammen mit den Verb\u00e4nden der Lebensmittelbranche, um m\u00f6glichst spezifische Dienstleistungen anbieten zu k\u00f6nnen. Eine solche Dienstleistung ist der Exportpotenzialmonitor, mit dem die Unternehmungen ihre Exportaktivit\u00e4ten strategisch planen und weitere Entscheidungsgrundlagen zur Verf\u00fcgung haben. Weitere Dienstleistungen sind die Beratung zur Anwendung von Freihandelsabkommen, Begleitung beim Prozess der Internationalisierung, die Teilnahme an Messen. Zudem analysiert S-GE die Zielm\u00e4rkte im Ausland und vermittelt den Exporteuren lokale Partner. <span style=\"color: #ffffff;\">-<\/span> <span class=\"text__quelle--kasten\">Jonas Spahn <span style=\"color: #999999;\">Projektmanager Food und Tourismus, Switzerland Global Enterprise (S-GE)<\/span><\/span>"}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":115434,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":115438,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"33233","post_abstract":"Aufgabe der Exportf\u00f6rderung ist es, die Schweizer Unternehmen zu unterst\u00fctzen, damit diese im Ausland neue Absatzm\u00f6glichkeiten finden. F\u00fcr die Nahrungsmittelindustrie entwickelte die Z\u00fcrcher Fachhochschule f\u00fcr Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zusammen mit dem Beratungsunternehmen Wellershoff &amp; Partners, dem Dachverband F\u00f6deration der Schweizerischen Nahrungsmittel-Industrien (Fial) und der Handelsf\u00f6rderungsorganisation Switzerland Global Enterprise (S-GE) deshalb einen sogenannten Exportpotenzialmonitor. Dieses Werkzeug soll den Unternehmen die Erschliessung ausl\u00e4ndischer M\u00e4rkte erleichtern und damit die Absatzchancen f\u00fcr schweizerische Nahrungsmittel verbessern. Das Projekt wurde vom Bundesamt f\u00fcr Landwirtschaft (BLW) unterst\u00fctzt. Der Monitor sch\u00e4tzt auf der Basis der Wettbewerbsposition von Schweizer Nahrungsmitteln in den einzelnen Absatzm\u00e4rkten und mithilfe eines volkswirtschaftlichen Wachstumsmodells deren langfristiges Nachfragepotenzial. Unter Ber\u00fccksichtigung von l\u00e4nderspezifischen Informationen werden daraus Potenzialsch\u00e4tzungen f\u00fcr den Gesamtmarkt abgeleitet. In einer ersten Phase wurden die Exportpotenziale f\u00fcr die Produktegruppen K\u00e4se, Schokolade und Getreide identifiziert. 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