{"id":115622,"date":"2015-09-24T09:07:55","date_gmt":"2015-09-24T09:07:55","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/09\/revision-de-la-legislation-alimentaire-lardoise-sera-salee\/"},"modified":"2023-08-23T23:13:24","modified_gmt":"2023-08-23T21:13:24","slug":"teure-revision-des-lebensmittelrechts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/09\/teure-revision-des-lebensmittelrechts\/","title":{"rendered":"Teure Revision des Lebensmittelrechts"},"content":{"rendered":"<p>Die geplante Revision des Lebensmittelrechts soll die Sicherheit von Lebensmitteln und Gebrauchsgegenst\u00e4nden erh\u00f6hen und dadurch die Gesundheit der Konsumenten verbessern. Bevor das neue Lebensmittelgesetz<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> in Kraft gesetzt werden kann, muss nun das Verordnungsrecht \u00fcberarbeitet werden. Die revidierten Lebensmittelverordnungen (Projekt Largo) befinden sich bis Ende Oktober in Anh\u00f6rung. Die Revision hat etwa ver\u00e4nderte Deklarationspflichten bei Lebensmitteln, Ver\u00e4nderungen in der Regulierung von Kosmetika, eine neue Regulierung von Dusch- und Badewasser (siehe <em>Kasten 1<\/em>), ein neues Prozesshygienekriterium bei Schlachtbetrieben (siehe <em>Kasten 2<\/em>) sowie eine vereinfachte Selbstkontrolle bei Kleinstunternehmen zur Folge.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin h\u00f6herer Sicherheitsstandard bringt auch h\u00f6here Kosten. Das Bundesamt f\u00fcr Lebensmittelsicherheit und Veterin\u00e4rwesen (BLV) und das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) haben deshalb das B\u00fcro f\u00fcr arbeits- und sozialpolitische Studien (Bass) beauftragt, eine vertiefte Regulierungsfolgenabsch\u00e4tzung (RFA) zu erstellen.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Prim\u00e4res Ziel dieser RFA ist es, die Notwendigkeit, die Ziele, die Auswirkungen und allf\u00e4llige Alternativen der einzelnen Neuerungen im Lebensmittelrecht offenzulegen und aus \u00f6konomischer Sicht zu beurteilen \u2013 letztendlich mit dem Ziel, das Verordnungsrecht zu optimieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Studie zeigt, dass die Revision Elemente enth\u00e4lt, die aus \u00f6konomischer Sicht sinnvoll sind, aber auch Regulierungen, bei denen die Notwendigkeit staatlichen Handelns aus \u00f6konomischer Sicht zweifelhaft ist. Diese w\u00fcrden wesentliche Regulierungskosten f\u00fcr die Wirtschaft verursachen, bei denen es zum Teil fraglich ist, ob sie sich mit dem Nutzen der Regulierung rechtfertigen lassen. Die Vorlage enth\u00e4lt zudem Elemente, welche neue nicht tarif\u00e4re Handelshemmnisse aufbauen und so den Preiswettbewerb schw\u00e4chen. In der RFA konnten allerdings auch einige Alternativen aufgezeigt werden. Anpassungen der Verordnungen sind \u2013 auch im Hinblick auf die Ergebnisse der Vernehmlassung \u2013 noch m\u00f6glich.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAus \u00f6konomischer Sicht lassen sich drei Gr\u00fcnde identifizieren, die Anpassungen der Regulierung von Lebensmitteln und Gebrauchsgegenst\u00e4nden rechtfertigen k\u00f6nnen:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li><em>Marktversagen aufgrund externer Effekte. <\/em>Negative externe Effekte f\u00fchren dazu, dass die Schadenslast von unsicheren Lebensmitteln (etwa aufgrund von allergischen Reaktionen) aus gesellschaftlicher Sicht ineffizient hoch ist.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li><em>Marktversagen aufgrund asymmetrischer Information. <\/em>Asymmetrische Information f\u00fchrt dazu, dass die Konsumenten Produkte kaufen, die nicht optimal auf ihre Pr\u00e4ferenzen abgestimmt sind.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li><em>Reduktion der Kosten nicht tarif\u00e4rer Handelshemmnisse<\/em>. Dieses Ziel ist zwar nicht direkt im Zweckartikel des Lebensmittelgesetzes zu finden, dennoch kann es aus \u00f6konomischer Sicht f\u00fcr Anpassungen sprechen, etwa um im Hinblick auf die Zukunft den Zugang zum EU-Markt zu gew\u00e4hrleisten.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Ver\u00e4nderte Deklarationspflichten bei Lebensmitteln<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn Bezug auf Deklarationspflichten f\u00fcr Lebensmittel sehen die revidierten Verordnungen neu vor:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>eine obligatorische und erweiterte Deklaration der N\u00e4hrwerte bei vorverpackten Lebensmitteln (\u00dcbernahme von EU-Recht);<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>eine schriftliche Deklaration der Allergene im Offenverkauf (\u00dcbernahme von EU-Recht);<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>erweiterte Deklarationspflichten bei Fisch in Bezug auf Fangger\u00e4t und Produktionsmethode (vereinfachte Angleichung an EU-Recht);<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>erweiterte Deklarationspflichten bei Fleisch (vereinfachte Angleichung an EU-Recht);<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>eine Vereinfachung der Deklaration des Produktionslandes (Schweizer Sonderregelung);<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>eine Ausdehnung der Deklarationspflicht in Bezug auf die Herkunft unverarbeiteter Zutaten bei vorverpackten Lebensmitteln (Schweizer Sonderregelung).<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nVon diesen \u00c4nderungen sind \u00fcber 30\u2019000 Unternehmen (rund 45\u2019000 Arbeitsst\u00e4tten) in Herstellung, Detailhandel und Gastronomie betroffen. Ihnen werden aufgrund der ver\u00e4nderten Deklarationspflichten einmalige und laufende Aufw\u00e4nde entstehen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Hohe Umstellungskosten bei Lebensmittelverpackungen<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Kosten der Anpassung von sch\u00e4tzungsweise 40\u2019000 Verpackungen vorverpackter Lebensmittel belaufen sich auf gesch\u00e4tzte 147,4 Millionen Franken und fallen insbesondere deshalb so hoch aus, weil den Unternehmen f\u00fcr die erforderlichen Anpassungen nur eine Frist von einem Jahr gew\u00e4hrt werden soll. Diese kurze Zeitspanne f\u00fchrt dazu, dass der gr\u00f6sste Teil der Anpassungen nicht mit einer ohnehin geplanten Verpackungsanpassung koordiniert werden kann. Gem\u00e4ss dem \u00abLabeling Cost Model\u00bb der Food and Drug Administration der USA<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> k\u00f6nnten mit einer Ausdehnung der Anpassungsperiode die Kosten der Verpackungsmassnahmen massiv gesenkt werden, von den gesch\u00e4tzten 147,4 Millionen auf rund 5 Millionen Franken bei einer Zeitspanne von 42 oder mehr Monaten.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Teure Deklaration im Offenverkauf&#13;<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNeu m\u00fcssen auch Anbieter, die ihre Lebensmittel im Offenverkauf anbieten (Metzgereien, B\u00e4ckereien, Restaurants oder Hotels mit Fr\u00fchst\u00fccksbuffet etc.), die Allergene der verkauften Produkte schriftlich deklarieren. Die gesch\u00e4tzten Kosten der schriftlichen Deklaration der Allergene im Offenverkauf belaufen sich auf 117 Millionen Franken (einmalig), die laufendenden Regulierungskosten werden auf 17 Millionen Franken pro Jahr gesch\u00e4tzt. Die Kosten fallen deshalb so hoch aus, weil die zahlreichen Unternehmen der Gastronomie, des Lebensmittel-Detailhandels und des Lebensmittel-Fachdetailhandels die Allergene aller Gerichte und Produkte, die sie im Offenverkauf anbieten, systematisch identifizieren m\u00fcssten, was sie unter der geltenden Rechtsordnung \u2013 trotz der bereits bestehenden m\u00fcndlichen Auskunftspflicht \u2013 oft nicht tun.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Kosten der ver\u00e4nderten Deklarationspflichten stellen insbesondere f\u00fcr die kleinen Unternehmen der Gastronomie und des Lebensmittel-Fachdetailhandels eine betr\u00e4chtliche, betriebswirtschaftlich relevante Belastung dar.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Nutzen der neuen Deklarationsvorschriften ist in pr\u00e4ferenzoptimierten Konsumentscheiden, in einer Reduktion der Schadenslast allergischer Reaktionen und ungesunder Ern\u00e4hrung und in der Sicherstellung der Anerkennung der Gleichwertigkeit der Schweizer Hygienebestimmungen durch die EU zu sehen. Im Rahmen der RFA konnte einzig der Nutzen der schriftlichen Deklaration der Allergene quantifiziert werden. Dieser Nutzen (verminderte Anzahl allergischer Reaktionen und damit verbundene Reduktion der Kosten) betr\u00e4gt gesch\u00e4tzte 12,0 Millionen Franken. Der Vergleich von Kosten und Nutzen indiziert somit, dass sich eine Pflicht zur schriftlichen Deklaration der Allergene im Offenverkauf aus \u00f6konomischer Sicht eher nicht rechtfertigen l\u00e4sst.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Auf Schweizer Sonderregelungen verzichten&#13;<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn Bezug auf die Deklarationspflichten bei Lebensmitteln lauten die Empfehlungen der RFA wie folgt:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Auf Schweizer Sonderregelungen wie die Deklaration der Herkunft unverarbeiteter Zutaten und die Deklaration des Produktionslandes, die den Handel erschweren und die Produkte verteuern, sollte verzichtet werden.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Die Anpassungsperiode sollte bei Verpackungen auf (mindestens) 42 Monate ausgedehnt werden.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Auf die Pflicht zur schriftlichen Deklaration der Allergene im Offenverkauf sollte verzichtet werden.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Grossteil der importierten Kosmetika nicht mehr verkehrsf\u00e4hig<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie neue Verordnung \u00fcber kosmetische Mittel sieht in Bezug auf die Regulierung von Kosmetika im Wesentlichen folgende Anpassungen vor:&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<em>Informationsdossier und Sicherheitsbericht. <\/em>F\u00fcr jedes kosmetische Produkt, das in der Schweiz in Verkehr gebracht wird, muss neu ein Informationsdossier inklusive Sicherheitsbericht vorliegen (\u00dcbernahme von EU-Recht).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<em>Zugang zum Informationsdossier.<\/em> Alle Unternehmen, die Kosmetika in Verkehr bringen, also auch parallelimportierende H\u00e4ndler, m\u00fcssen den Zugang der Vollzugsbeh\u00f6rden zum Informationsdossier sicherstellen (\u00dcbernahme von EU-Recht).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<em>Neue Kennzeichnungspflichten.<\/em> Auf allen Verpackungen und Beh\u00e4ltnissen von Kosmetika m\u00fcssen der Name und die Adresse eines in der Schweiz ans\u00e4ssigen Unternehmens sowie das Ursprungsland (\u00abmade in\u00bb) deklariert werden (Schweizer Sonderregelung).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAlle diese drei Ver\u00e4nderungen sind aus \u00f6konomischer Sicht kritisch zu beurteilen \u2013 aus folgenden Gr\u00fcnden:&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie neuen Kennzeichnungspflichten f\u00fchren dazu, dass der gr\u00f6sste Teil der Kosmetika, die importiert werden, nicht mehr verkehrsf\u00e4hig ist, da auf den Verpackungen und Beh\u00e4ltern meist kein in der Schweiz ans\u00e4ssiges Unternehmen angegeben ist. Dies bedeutet: F\u00fcr die Schweiz m\u00fcssen gesonderte Verpackungen produziert werden, was mit zus\u00e4tzlichen Regulierungskosten in der H\u00f6he von bis zu 27,2 Millionen Franken pro Jahr und damit mit einer Preiserh\u00f6hung von bis zu 40 Rappen pro importiertem Artikel verbunden sein k\u00f6nnte.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Preisniveau bei Kosmetika steigt&#13;<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie vorgesehenen neuen Kennzeichnungspflichten d\u00fcrften jedoch auch \u00fcber eine Schw\u00e4chung des Preiswettbewerbs zu einer weiteren Erh\u00f6hung des Preisniveaus importierter Kosmetika f\u00fchren, das bereits unter der geltenden Rechtsordnung hoch ist. Aus demselben Grund ist es aus \u00f6konomischer Sicht auch problematisch, dass ausnahmslos alle H\u00e4ndler von Kosmetika einen Zugang zum Informationsdossier sicherstellen m\u00fcssen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDenn wenn ein H\u00e4ndler \u00fcber einen ausl\u00e4ndischen Grossh\u00e4ndler parallelimportiert, kann der Zugang zum Informationsdossier nicht ohne Weiteres gew\u00e4hrleistet werden. Dies wird die Verhandlungsposition der Importeure gegen\u00fcber ausl\u00e4ndischen Herstellern von Kosmetika schw\u00e4chen. Ein kompletter Zusammenbruch des Parallelimports von Kosmetika ist vor diesem Hintergrund nicht auszuschliessen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuch in Bezug auf die neue Pflicht, dass f\u00fcr jedes Kosmetikum, das in der Schweiz in Verkehr gebracht wird, ein Informationsdossier und ein Sicherheitsbericht vorliegen muss, sind die \u00f6konomischen Voraussetzungen staatlichen Handelns unseres Erachtens eher nicht erf\u00fcllt. Denn es ist unklar, ob der Nutzen der Regulierung, der in einer erh\u00f6hten Sicherheit kosmetischer Mittel zu sehen ist, h\u00f6her ist als die Kosten der Regulierung (einmalige Regulierungskosten in der H\u00f6he von gesch\u00e4tzten 4,7 Millionen Franken und laufende Regulierungskosten in der H\u00f6he von gesch\u00e4tzten 800\u2019000 Franken). Empirische Daten aus Deutschland zur H\u00e4ufigkeit unerw\u00fcnschter Wirkungen von Kosmetika indizieren, dass die Schadenslast unsicherer Kosmetika vergleichsweise gering ist.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Tiefere Regulierungskosten dank erleichterter Selbstkontrolle? <\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas neue Lebensmittelgesetz sieht f\u00fcr Kleinstbetriebe eine erleichterte Selbstkontrolle (inkl. der schriftlichen Dokumentation) vor. Die bisherigen Pflichten stellen insbesondere f\u00fcr die zahlreichen Kleinstunternehmen der Gastronomie und des Lebensmittel-Fachdetailhandels eine betriebswirtschaftlich relevante administrative Belastung dar. Die Regulierungskosten der Durchf\u00fchrung und Dokumentation der Selbstkontrolle sch\u00e4tzen wir bei Gastronomiebetrieben mit weniger als zehn vollzeit\u00e4quivalenten Stellen auf 5800 Franken pro Betrieb und Jahr und bei B\u00e4ckerei- und Metzgereibetrieben mit weniger als zehn vollzeit\u00e4quivalenten Stellen auf 14\u2019450 Franken pro Betrieb und Jahr. Das Potenzial, die Regulierungskosten mittels einer erleichterten Selbstkontrolle und Dokumentation zu reduzieren, ist grunds\u00e4tzlich also hoch.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDennoch bestehen Zweifel, ob die Regulierungskosten substanziell reduziert werden k\u00f6nnen: Zum einen konnten im Rahmen der RFA keine konkreten, zielf\u00fchrenden Massnahmen identifiziert werden, die zu einer systematischen Reduktion der Regulierungskosten f\u00fchren w\u00fcrden. Zudem bestand \u2013 wie das Beispiel der Gastronomie zeigt \u2013 offenbar bereits unter der geltenden Rechtsordnung die M\u00f6glichkeit, die Anforderungen an die Selbstkontrolle abh\u00e4ngig von der Betriebsgr\u00f6sse zu definieren. Es stellt sich also die Frage, ob die im neuen Lebensmittelrecht vorgesehene erleichterte Selbstkontrolle und Dokumentation \u00fcberhaupt eine materielle Ver\u00e4nderung der Rechtsordnung darstellt.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Am 20. Juni 2014 vom Parlament verabschiedet.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Oesch Thomas, Matthias Gehrig, Valentin K\u00fcng und Anna-Lucia Graff, Regulierungsfolgenabsch\u00e4tzung zum neuen Lebensmittelrecht, Bern: 25. August 2015. <a href='http:\/\/www.blv.admin.ch\/dokumentation\/01013\/05845\/05846\/index.html?lang=de' target=\"_blank\">Abrufbar<\/a> unter www.blv.admin.ch.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Muth Mary K., Melanie J. Ball, Michaela C. Coglaiti und Shawn A. Karns, Model to Estimate Costs of Using Labeling as a Risk Reduction Strategy for Consumer Products Regulated by the Food and Drug Administration, RTI International, Oktober 2012.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">IKW \u2013 Industrieverband K\u00f6rperpflege- und Waschmittel e.V., Mitglieder-Information (Sch\u00f6nheitspflege) Nr. 2015-006: Sicherheit kosmetischer Mittel, Frankfurt am Main: Februar 2015.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die geplante Revision des Lebensmittelrechts soll die Sicherheit von Lebensmitteln und Gebrauchsgegenst\u00e4nden erh\u00f6hen und dadurch die Gesundheit der Konsumenten verbessern. Bevor das neue Lebensmittelgesetz in Kraft gesetzt werden kann, muss nun das Verordnungsrecht \u00fcberarbeitet werden. Die revidierten Lebensmittelverordnungen (Projekt Largo) befinden sich bis Ende Oktober in Anh\u00f6rung. Die Revision hat etwa ver\u00e4nderte Deklarationspflichten bei Lebensmitteln, [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3342,"featured_media":32288,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[69,66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[],"post_content_subject":[230],"acf":{"seco_author":3342,"seco_co_author":[4303,0],"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Senior Projektleiter und Bereichsleiter Kosten- und Regulierungsanalyse beim B\u00fcro f\u00fcr arbeits- und sozialpolitische Studien (Bass), Bern","seco_author_post_occupation_fr":"Chef de projet senior et responsable du domaine Analyse des co\u00fbts et de la r\u00e9glementation au Bureau d\u2019\u00e9tudes de politique du travail et de politique sociale (Bureau Bass), Berne","seco_co_authors_post_ocupation":[{"seco_co_author":4303,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"\u00d6konom, Statistik und Arbeitsmarktanalysen, Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco), Bern","seco_co_author_post_occupation_fr":"\u00c9conomiste, secteur Statistiques et analyses du march\u00e9 du travail, Secr\u00e9tariat d\u2019\u00c9tat \u00e0 l\u2019\u00e9conomie (Seco), Berne"}],"short_title":"Teure Revision des Lebensmittelrechts","post_lead":"Eine Regulierungsfolgenabsch\u00e4tzung zur neuen Lebensmittelgesetzgebung zeigt: Die Kosten von zus\u00e4tzlichen Deklarationspflichten bei Lebensmitteln und Kosmetika sind hoch. Ob der Nutzen der verbesserten Gesundheit und der genaueren Information der Konsumenten dies rechtfertigt, ist fraglich.","post_hero_image_description":"Die Revision des Lebensmittelrechts will die Deklaration auf Verpackungen versch\u00e4rfen.","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":[{"kasten_title":"Kasten 1: Regulierung des Badewassers kann Legionelleninfektionen eind\u00e4mmen","kasten_box":"Das Dusch- und Badewasser, das dazu bestimmt ist, in (halb)\u00f6ffentlichen und nicht privaten Anlagen (insbesondere Hotels, Alters- und Pflegeheime sowie Badeanstalten) mit dem menschlichen K\u00f6rper in Kontakt zu kommen, wird neu dem Geltungsbereich des Lebensmittelgesetzes unterstellt. Bisher war das Dusch- und Badewasser kantonal reguliert. Im Bereich des Duschwassers verf\u00fcgt bis auf die Kantone Thurgau und St. Gallen derzeit allerdings kein Kanton \u00fcber eine gesetzliche Grundlage.&#13;\n&#13;\nDie Regulierung zielt insbesondere darauf ab, die Schadenslast der Legionellose, einer Infektionskrankheit, die durch Bakterien (Legionellen) verursacht wird, zu reduzieren. Die Schadenslast der Krankheit im Gesundheitswesen, in der Wirtschaft und bei den betroffenen Individuen ist mit gesch\u00e4tzten 152 Millionen betr\u00e4chtlich. Der Impact der neuen Regulierung auf die H\u00e4ufigkeit von Legionellosen konnte im Rahmen der RFA nicht abgesch\u00e4tzt werden, der Nutzen der Regulierung kann somit nicht quantitativ ausgewiesen werden. Experten erwarten durch die Regulierung des Dusch- und Badewassers allerdings eine wesentliche Verringerung der H\u00e4ufigkeit von Legionellenerkrankungen.&#13;\n&#13;\nIn den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren m\u00fcssen aufgrund der neuen Vorschriften gesch\u00e4tzt 410 Badeanlagen und 2835 Duschanlagen saniert werden. Die Sanierungen sind mit hohen Investitionen verbunden, welche die finanziellen M\u00f6glichkeiten von einigen Betreibern von Dusch- und Badeanlagen \u00fcbersteigen k\u00f6nnten. Wir empfehlen deshalb, die Anpassungsperiode von f\u00fcnf Jahren dahin gehend auszudehnen, dass Sanierungen erst dann vorgenommen werden m\u00fcssen, wenn die Anlagen aus anderen als regulatorischen Gr\u00fcnden saniert werden."},{"kasten_title":"Kasten 2: Neue Hygienevorschriften f\u00fcr Schlachtbetriebe \u00f6konomisch sinnvoll","kasten_box":"Die revidierte Hygieneverordnung schreibt ein neues Prozesshygienekriterium f\u00fcr Campylobacter bei Gefl\u00fcgelschlachttierk\u00f6rpern von Mast- und Truth\u00fchnern vor. Die Regulierung zielt darauf ab, die Schadenslast der Campylobacteriose, einer Infektionskrankheit, die \u00fcber verunreinigtes Gefl\u00fcgelfleisch \u00fcbertragen wird, zu reduzieren. Die Schadenslast der Campylobacteriose in der Wirtschaft, im Gesundheitswesen und bei den betroffenen Individuen ist mit gesch\u00e4tzten 144,1 Millionen Franken vergleichsweise hoch. Durch die neue Regulierung k\u00f6nnte die Schadenslast um sch\u00e4tzungsweise 7,9 Millionen Franken reduziert werden. Diesem Nutzen stehen Kosten bei den Schlacht- und Mastbetrieben gegen\u00fcber, die im Rahmen der RFA zwar nicht vollumf\u00e4nglich quantifiziert werden konnten, die jedoch tiefer sein d\u00fcrften als die genannten 7,9 Millionen Franken. Aus \u00f6konomischer Sicht ist das neue Prozesshygienekriterium demzufolge zu begr\u00fcssen. Eine noch effektivere Massnahme w\u00e4re gem\u00e4ss unseren Erkenntnissen die Dekontamination von Gefl\u00fcgelschlachtk\u00f6rpern mithilfe von Chemikalien oder Bestrahlung, die aufseiten der Konsumenten derzeit jedoch wenig Akzeptanz zu finden scheint."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":115625,"main_focus":[156587,157226],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":115629,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"37040","post_abstract":"Das B\u00fcro f\u00fcr arbeits- und sozialpolitische Studien (Bass) hat im Auftrag des Bundes Kosten und Nutzen der geplanten Lebensmittelgesetzgebung untersucht. Die Vernehmlassungsvorlage will h\u00f6here Sicherheitsstandards bei Lebensmitteln, Kosmetika, Dusch- und Badewasser sowie bei Schlachtbetrieben einf\u00fchren. Die Studie zeigt: Die Revision enth\u00e4lt Elemente \u2013 wie Vorschriften zum Badewasser \u2013 die volkswirtschaftlich sinnvoll sind, da dadurch Krankheiten einged\u00e4mmt werden k\u00f6nnen. Andere Regulierungen lohnen sich aber \u00f6konomisch nicht. So bringt die geplante Versch\u00e4rfung der Deklarationspflichten h\u00f6here Kosten mit sich: Insbesondere B\u00e4ckereien, Metzgereien und Restaurants, die ihre Produkte im Offenverkauf anbieten, sind stark betroffen. Auch die importierten Kosmetika d\u00fcrften teurer werden. Einige der neuen Regulierungen erschweren dar\u00fcber hinaus den Parallelimport und schw\u00e4chen damit den Preiswettbewerb.","magazine_issue":"20151001","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[4127,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20150925","original_files":[{"file":115645}],"external_release_for_author":"20150905","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55e3fee2a8d75"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/115622"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3342"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=115622"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/115622\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126807,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/115622\/revisions\/126807"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4303"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3342"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157226"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156587"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/32288"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=115622"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=115622"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=115622"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=115622"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=115622"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=115622"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}