{"id":115670,"date":"2015-07-23T18:37:27","date_gmt":"2015-07-23T18:37:27","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/07\/tendances-conjoncturelles-ete-2015\/"},"modified":"2023-08-23T23:12:51","modified_gmt":"2023-08-23T21:12:51","slug":"konjunkturtendenzen-sommer-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/07\/konjunkturtendenzen-sommer-2015\/","title":{"rendered":"Konjunkturtendenzen Sommer 2015"},"content":{"rendered":"<h2>Weltkonjunktur<\/h2>\n<p>Die Weltwirtschaft ist etwas schw\u00e4cher in das laufende Jahr gestartet als erwartet. Die USA verzeichneten im 1. Quartal einen R\u00fcckgang des BIP, der teilweise allerdings auf tempor\u00e4re Sonderfaktoren zur\u00fcckgef\u00fchrt wird. Das Wachstum im Euroraum hat dank tiefer \u00d6lpreise, schwachem Euro und expansiver Geldpolitik etwas an Fahrt gewonnen. Positive Wachstumsbeitr\u00e4ge sind von allen vier grossen Euro-Mitgliedsl\u00e4ndern, namentlich Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, gekommen. Die bislang ungel\u00f6ste Schuldenkrise Griechenlands stellt eines der gr\u00f6ssten Risiken dar. In den Schwellenl\u00e4ndern hat sich die Wirtschaftsdynamik abgeschw\u00e4cht. China hat zu einem etwas tieferen Wachstumspfad gefunden. F\u00fcr Brasilien und Russland ist f\u00fcr dieses Jahr von einem BIPR\u00fcckgang auszugehen. Indien meldet hingegen hohe Wachstumsraten.<\/p>\n<h2>Schweizer Wirtschaft<\/h2>\n<p>Der Wechselkursschock (Aufhebung des Euro-Mindestkurses) am Jahresanfang hat deutliche Spuren hinterlassen. Im 1. Quartal schrumpfte das reale BIP um 0,2%. Am deutlichsten haben sich die Auswirkungen bei der Exportwirtschaft gezeigt. Von der Handelsbilanz mit Waren gingen negative Wachstumsimpulse aus, dies haupts\u00e4chlich aufgrund r\u00fcckg\u00e4ngiger Exporte. Auch die Handelsbilanz mit Dienstleistungen lieferte einen negativen Beitrag. Die aktuellen Stimmungsindikatoren weisen auf eine weiterhin ged\u00e4mpfte Entwicklung hin.<br \/>\nDie Expertengruppe des Bundes rechnet f\u00fcr 2015 neu mit einem BIP-Wachstum von 0,8% (Prognose vom M\u00e4rz 2015: 0,9%). Die Expertengruppe geht somit weiterhin davon aus, dass sich die Schweizer Volkswirtschaft ohne tiefgreifende Rezession an das neue Wechselkursumfeld anzupassen vermag. Voraussetzung hierzu bleibt jedoch eine robuste Inlandnachfrage und eine Erholung der Weltwirtschaft. F\u00fcr das Jahr 2016 wird ein Wachstum des BIP zu konstanten Preisen von 1,6% erwartet (Prognose vom M\u00e4rz 2015: 1,8%).<br \/>\nAuf dem Arbeitsmarkt ist die Zahl der Arbeitslosen seit Februar wieder gestiegen (saisonbereinigt j\u00fcngst um etwa 1\u2019500 Personen pro Monat). Im Mai 2015 lag die saisonbereinigte Arbeitslosenquote bei 3,3%. Die Prognose der Arbeitslosenquote bleibt f\u00fcr das Jahr 2015 unver\u00e4ndert (jahresdurchschnittlich 3,3%), w\u00e4hrend die Prognose f\u00fcr 2016 leicht nach oben korrigiert wurde (Jahresdurchschnitt von 3,5% gg\u00fc. den im M\u00e4rz 2015 ver\u00f6ffentlichten 3,4%).<br \/>\nSeit Januar hat sich die Frankenaufwertung stark auf verschiedene Preise ausgewirkt (Produzenten-, Import-, Export- und Konsumentenpreise). Der Abw\u00e4rtstrend bei den<br \/>\nKonsumentenpreisen hat sich bis Mai fortgesetzt. Die Prognose f\u00fcr die Konsumentenpreisentwicklung bleibt unver\u00e4ndert bei -1,0% f\u00fcr 2015 und 0,3% f\u00fcr 2016.<\/p>\n<h2>Risiken<\/h2>\n<p>Die konjunkturellen Auswirkungen der Frankenst\u00e4rke bleiben schwer abzusch\u00e4tzen. Die Schweizer Volkswirtschaft ist zudem nach wie vor gegen\u00fcber weiteren starken Ausschl\u00e4gen des Wechselkurses verwundbar. Derzeit sind etwa die Erfolgschancen f\u00fcr eine glimpfliche L\u00f6sung der Griechenland-Krise sehr ungewiss. Die Risiken hinsichtlich der (kurzfristigen) Entwicklung des Franken-Euro-Wechselkurses bleiben daher bestehen. Entspannt sich die Griechenland-Krise hingegen vor\u00fcbergehend und die Konjunktur in der Eurozone hellt sich 2015 st\u00e4rker auf als erwartet, so d\u00fcrfte der Franken gegen\u00fcber dem Euro wieder an Wert verlieren.<br \/>\nDie Rezession in Russland, der in Brasilien f\u00fcr dieses Jahr prognostizierte Konjunktureinbruch sowie die Wachstumsverlangsamung in verschiedenen aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens drohen die Dynamik des Welthandels st\u00e4rker zu bremsen als erwartet. Sollte sich dies bewahrheiten, m\u00fcsste die Wachstumsprognose f\u00fcr die Schweiz erneut korrigiert werden, da diese L\u00e4nder in den vergangenen Jahren eine nicht unwesentliche Rolle f\u00fcr den Aussenhandel der Schweiz gespielt haben.<br \/>\nDie Unsicherheit bez\u00fcglich der Beziehungen zwischen der Schweiz und der Europ\u00e4ischen Union lastet tendenziell auf der Investitionsdynamik und k\u00f6nnten diese weiter beeintr\u00e4chtigen. Zudem herrschen derzeit monet\u00e4re Bedingungen (negative Leitzinsen in der Schweiz, quantitative Lockerung der EZB), deren Auswirkungen ungewiss sind.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weltkonjunktur Die Weltwirtschaft ist etwas schw\u00e4cher in das laufende Jahr gestartet als erwartet. Die USA verzeichneten im 1. Quartal einen R\u00fcckgang des BIP, der teilweise allerdings auf tempor\u00e4re Sonderfaktoren zur\u00fcckgef\u00fchrt wird. 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