{"id":115743,"date":"2015-07-23T16:44:28","date_gmt":"2015-07-23T16:44:28","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/07\/competitivite-des-places-financieres-methodes-et-limites\/"},"modified":"2023-08-23T23:12:57","modified_gmt":"2023-08-23T21:12:57","slug":"wettbewerbsfaehigkeit-von-finanzplaetzen-methoden-und-ihre-grenzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/07\/wettbewerbsfaehigkeit-von-finanzplaetzen-methoden-und-ihre-grenzen\/","title":{"rendered":"Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Finanzpl\u00e4tzen: Methoden und ihre Grenzen"},"content":{"rendered":"<p>Im Dezember 2014 hat der Bundesrat den Bericht zur Weiterentwicklung der Finanzmarktstrategie zur Kenntnis genommen, der unter Leitung des Berner Volkswirtschaftsprofessors Aymo Brunetti verfasst wurde. Darin enthalten ist etwa die Empfehlung, die Positionierung des Schweizer Finanzplatzes im Ausland durch eine gute Koordination von Staat und Finanzbranche zu verbessern und gezielter \u00fcber die Standortvorteile zu informieren. Diese strategische Stossrichtung ist vor dem Hintergrund des zunehmenden Wettbewerbs zwischen internationalen Finanzzentren zu sehen. Die Frage ist nun: Wie kann die Wettbewerbsf\u00e4higkeit eines Standorts gemessen werden?&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZu Beginn muss grunds\u00e4tzlich gekl\u00e4rt werden, was ein Finanzzentrum ist.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Aus makro\u00f6konomischer Sicht ist dies eine Ortschaft oder eine Region, wo der Finanzsektor einen relativ hohen Anteil am Bruttoinlandprodukt (BIP), an der Gesamtbesch\u00e4ftigung oder am Gesamtsteueraufkommen einnimmt. Aus mikro\u00f6konomischer Perspektive hingegen entspricht ein Zentrum einer r\u00e4umlichen Ansammlung verschiedener der Branche zugeh\u00f6riger Institutionen und Unternehmen: Das sind beispielsweise B\u00f6rse, Aufsichtsbeh\u00f6rde und Zentralbank, aber auch Finanzdienstleister sowie Rechts- und Beratungsunternehmen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Unterscheidung zwischen makro- und mikro\u00f6konomischer Ebene erlaubt eine genauere Betrachtung des Konzepts der Wettbewerbsf\u00e4higkeit: Einerseits gibt es den Wettbewerb zwischen einzelnen Finanzzentren und somit zwischen Standorten, andererseits konkurrenzieren sich einzelne Unternehmen. Beide Arten von Wettbewerb sind eng miteinander verbunden: So hat beispielsweise die Ausgestaltung der nationalen Regulierung eine grosse Wirkung auf die internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit einzelner Finanzinstitute. Dabei ist denkbar, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen den inl\u00e4ndischen Unternehmen eine strategische Differenzierung gegen\u00fcber ausl\u00e4ndischen Mitbewerbern erm\u00f6glichen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u00dcber die letzten Jahre hat sich die Art und Weise, wie der Schweizer Finanzsektor an Wettbewerbsf\u00e4higkeit gewinnt, von einem quantitativen zu einem qualitativen Ansatz ge\u00e4ndert: So geht es nicht mehr darum, dass der Finanzsektor einen m\u00f6glichst hohen Anteil zur Erwirtschaftung des BIP beitr\u00e4gt \u2013 eine Erkenntnis, die mittlerweile in mehreren Studien best\u00e4tigt wurde \u2013, sondern dass dieser Anteil m\u00f6glichst \u00aboptimal\u00bb ist. Begr\u00fcndet wird dies damit, dass ein \u00fcberproportional wachsender Finanzsektor anderen Branchen u. a. personelle Ressourcen entzieht. Ein ausgewogener Mix an Branchen wirkt zudem den Gefahren eines einseitigen Wirtschaftsgef\u00fcges entgegen, das gegen\u00fcber dem Finanzzyklus und strukturellen Ver\u00e4nderungen anf\u00e4lliger ist.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Staat kann Wettbewerbsf\u00e4higkeit beeinflussen<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Wettbewerbsf\u00e4higkeit eines Finanzzentrums wird nebst den geltenden Rahmenbedingungen auch von dessen einzelnen Finanzinstituten und deren jeweiligen St\u00e4rke und Innovationskraft gepr\u00e4gt. Aufgabe des Staates ist es, f\u00fcr g\u00fcnstige Rahmenbedingungen zu sorgen \u2013 etwa f\u00fcr eine stabilit\u00e4tsorientierte Regulierung sowie f\u00fcr ein faires und effizientes Steuerregime. Auch die Verf\u00fcgbarkeit von qualifizierten Mitarbeitenden im Finanzsektor l\u00e4sst sich staatlich beeinflussen, n\u00e4mlich \u00fcber ein hohes Engagement in Bildung und Forschung. Der Zugang zu den internationalen Finanzm\u00e4rkten, die wirtschaftliche Offenheit und die Rechtssicherheit \u00fcben ebenfalls Einfluss auf die Wettbewerbsf\u00e4higkeit aus. Dasselbe gilt f\u00fcr eine leistungsf\u00e4hige Infrastruktur im Bereich des Transportwesens und des Zahlungsverkehrs. Letztlich sind auch weichere Faktoren wie die Kultur und die Sprache zu beachten. Oft dient die Bewertung von verschiedenen Faktoren einem Benchmarking und Ranking (siehe <em>Kasten<\/em>).&#13;<\/p>\n<h2><strong>R\u00e4umlich-funktionale Verflechtungen als Gradmesser<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie im <em>Kasten <\/em>vorgestellten Benchmarks liefern bereits ein relativ gutes Abbild der unterschiedlichen Qualit\u00e4t einzelner Finanzzentren. Das wichtige Merkmal der r\u00e4umlich-funktionalen Verflechtung zwischen Finanzpl\u00e4tzen wird aber nicht ausreichend ber\u00fccksichtigt. Bessere Kenntnisse dieser Abh\u00e4ngigkeiten liessen es zu, die weltweite Bedeutung eines st\u00e4dtischen Finanzzentrums gezielter einzusch\u00e4tzen und zu beurteilen. So k\u00f6nnte es interessant sein, die globalen Wertsch\u00f6pfungsanteile einzelner Finanzzentren an den verschiedenen Gesch\u00e4ftsbereichen auszuweisen und\/oder den Anteil s\u00e4mtlicher finanzwirtschaftlicher Aktivit\u00e4ten am gesamten Output eines Standorts zu ermitteln.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Hierzu versucht nun die noch relativ junge wissenschaftliche Disziplin Finanzgeografie einen Beitrag zu leisten. Sie befasst sich mit der Analyse r\u00e4umlich-funktionaler Verflechtungen von Finanzpl\u00e4tzen und der Beziehungen zwischen deren verschiedenen Akteuren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGlobale Finanzzentren sind entstanden durch internationalisierte Finanzm\u00e4rkte aufgrund des technologischen Fortschritts sowie der Deregulierung und Liberalisierung. Dadurch hat die Bedeutung des Kapitalmarkts zur (Re-)Finanzierung von Unternehmen und Staaten stark zugenommen gegen\u00fcber einer Mittelbeschaffung am Kreditmarkt bei den Banken. Entsprechend haben die Abh\u00e4ngigkeiten von ausl\u00e4ndischen Marktentwicklungen zugenommen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer technologische Fortschritt hat zudem die Verflechtung zwischen globalen Finanzzentren wie London und New York und regionalen Finanzpl\u00e4tzen wie Rom und S\u00e3o Paulo erm\u00f6glicht. In diesen Netzwerken funktionieren die Zentren als \u00abHub\u00bb (Achse) und die kleineren Finanzpl\u00e4tze als \u00abSpokes\u00bb (Speichen). Einfachere, standardisierte Aufgaben in der Wertsch\u00f6pfungskette werden von den kleineren Finanzpl\u00e4tzen \u00fcbernommen, die in diesem Bereich mit geringeren Kosten operieren k\u00f6nnen. Die grossen Finanzzentren fokussieren sich dabei auf diejenigen Komponenten, wo sie Mehrwert schaffen k\u00f6nnen, wie Front-Office-T\u00e4tigkeiten, Produktinnovationen usw. Dies zeigt: Globalisierung geht einher mit Dezentralisierung. Gegenw\u00e4rtig gelten London und New York als die einzigen wirklich globalen Zentren. Ihre f\u00fchrende Position ist relativ stabil.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Z\u00fcrich n\u00e4her bei New York als bei Regensdorf<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nR\u00e4umliche und soziale Entwicklungsprozesse k\u00f6nnen sehr unterschiedlich verlaufen und lassen sich nicht abschliessend auf der Ebene des (geschlossenen) Nationalstaats verstehen. So profitieren von globalisierten Kapitalm\u00e4rkten nie ganze L\u00e4nder, sondern nur bestimmte Standorte und Bev\u00f6lkerungsgruppen. Die Globalisierung vollzieht sich demnach nicht f\u00fcr alle homogen. Einerseits gibt es die globalen Orte: Kommandozentralen wie London und New York funktionieren als globale Pools von Humankapital und Talenten im Finanzbereich. Andererseits gibt es globalisierte Orte mit einer geringeren Entscheidungsmacht wie die Offshore-Zentren Bahamas, Monaco und die Kanalinseln Guernsey und Jersey. Dadurch entstehen Abh\u00e4ngigkeiten zwischen den globalen und den globalisierten Orten und eine zunehmende Unsicherheit bez\u00fcglich der wirtschaftlichen Entwicklung. Deshalb m\u00fcssen globale Orte auch stets mit einem Abstieg in die Peripherie rechnen. Zugleich bietet sich den globalisierten Orten die M\u00f6glichkeit eines Aufstiegs.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrosse Finanzzentren sind nicht nur Knoten im Netz globalisierter Finanzm\u00e4rkte, sondern auch konstituierende Elemente des internationalen St\u00e4dtesystems: So gibt es starke Parallelen zu den \u00abGlobal Cities\u00bb, welche die Globalisierung vorantreiben. Um die Bedeutung einer Stadt innerhalb eines Netzwerks zu erfassen, k\u00f6nnen die Verbindungen abgesch\u00e4tzt werden, die an einem Standort zusammenlaufen. M\u00f6gliche Indikatoren hierf\u00fcr sind: Wie h\u00e4ufig wird ein Finanzplatz in den lokalen Medien anderer St\u00e4dte erw\u00e4hnt? Wie hoch sind die Flugbewegungen und -gastzahlen? Wie hoch ist die Pr\u00e4senz der Niederlassungen global agierender Finanzdienstleister? Oft sind dabei die \u00abGlobal Cities\u00bb untereinander st\u00e4rker vernetzt als mit ihrem jeweiligen unmittelbaren Umfeld, was sich beispielsweise auch in der Entwicklung der (Miet-)Preise widerspiegelt. So betrachtet sind sich die Finanzpl\u00e4tze Z\u00fcrich, London und New York n\u00e4her als die St\u00e4dte Z\u00fcrich, Wetzikon und Regensdorf.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Verm\u00f6gen aus Asien f\u00fcr Schweizer Banken wichtig<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZwischen Finanzzentren besteht ein ambivalentes Verh\u00e4ltnis: Einerseits sind kooperierende Beziehungselemente vorhanden, andererseits konkurrierende. Mit Blick auf Europa kooperieren die Finanzpl\u00e4tze etwa im Rahmen des \u00abRoundtable of European Financial Centres\u00bb \u2013 eines informellen Netzwerks bestimmter EU-Finanzpl\u00e4tze zur F\u00f6rderung nachhaltigen Wachstums. Auch verbinden Finanzdienstleister zur Herstellung und zum Vertrieb ihrer Produkte spezielle T\u00e4tigkeiten komplement\u00e4r an verschiedenen internationalen Standorten. Wenn es hingegen um die Ansiedlung von Finanzinstituten, Holdinggesellschaften oder internationalen Organisationen geht, stehen diese Finanzzentren im Wettbewerb zueinander. Der Finanzplatz Schweiz hat sich bisher bei solchen Standortentscheiden erfolgreich behauptet.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZahlreiche die Wettbewerbsf\u00e4higkeit beeinflussende Faktoren werden also auch vom Ausland mitbestimmt. Ein Beispiel ist das effektive Wachstum der globalen Privatverm\u00f6gen. Diese Entwicklung k\u00f6nnte f\u00fcr den Schweizer Finanzplatz in seiner Funktion als grenz\u00fcberschreitendes Verm\u00f6gensverwaltungszentrum einen Nettozufluss ausl\u00e4ndischer Gelder sicherstellen. Die Schweiz verwaltet gegenw\u00e4rtig weltweit am meisten grenz\u00fcberschreitende Verm\u00f6gen, wobei rund die H\u00e4lfte aus Westeuropa stammt. Verm\u00f6genszunahmen finden in Westeuropa jedoch kaum mehr statt, sondern erfolgen vielmehr im asiatisch-pazifischen Raum, aber auch in Lateinamerika und Osteuropa. Dabei erscheinen in Asien nicht nur die prognostizierten Wachstumsraten der Privatverm\u00f6gen am attraktivsten, sondern auch in absoluten Gr\u00f6ssen betrachtet wirkt die Region anziehend. Die Schweizer Banken und Verm\u00f6gensverwalter haben dies erkannt und ber\u00fccksichtigen in ihren Strategien seit einiger Zeit vermehrt diese aufstrebenden M\u00e4rkte.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZiel einer hohen Wettbewerbsf\u00e4higkeit ist, dass die Finanzdienstleister ihre Produkte weltweit gewinnbringend verkaufen k\u00f6nnen. Damit leisten sie einen Beitrag an ein hohes Nationaleinkommen und einen hohen Lebensstandard f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung. In der Regel wird die Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Finanzpl\u00e4tzen mehrdimensional gemessen, weil dies ein m\u00f6glichst objektives Resultat gew\u00e4hrleistet. Da Finanzzentren stark mit dem Ausland verflochten sind, w\u00e4ren bessere Kenntnisse der grenz\u00fcberschreitenden Beziehungen erw\u00fcnscht. \u00dcberwiegen eher die kooperativen oder die kompetitiven Seiten? Welche Muster gibt es f\u00fcr die verschiedenen Finanzpl\u00e4tze und Gesch\u00e4ftsbereiche? Eine vertiefte Bearbeitung solcher Fragen k\u00f6nnte wertvolle Erkenntnisse f\u00fcr die einleitend angesprochene Standortpromotion und ihre Wirksamkeit liefern.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Finanzzentren k\u00f6nnen einen unterschiedlichen Wirkungskreis haben, d. h., sie k\u00f6nnen eher global und international oder eher national und regional gepr\u00e4gt sein.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Gerade beim Gesch\u00e4ft der grenz\u00fcberschreitenden Verm\u00f6gensverwaltung w\u00e4ren Wertsch\u00f6pfungsanteile von Interesse, aber hierzu fehlen in der Schweiz die geeigneten Daten. Zum Anteil des Finanzsektors am gesamten Output siehe Studie AWA des Kantons Z\u00fcrich; BAK Basel Economics. Finanzplatz Z\u00fcrich 2014\/15.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Dezember 2014 hat der Bundesrat den Bericht zur Weiterentwicklung der Finanzmarktstrategie zur Kenntnis genommen, der unter Leitung des Berner Volkswirtschaftsprofessors Aymo Brunetti verfasst wurde. Darin enthalten ist etwa die Empfehlung, die Positionierung des Schweizer Finanzplatzes im Ausland durch eine gute Koordination von Staat und Finanzbranche zu verbessern und gezielter \u00fcber die Standortvorteile zu informieren. 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Benchmarking Financial Systems around the World, World Bank Policy Research, Working Paper 6175, World Bank, Washington, D.C.<\/li>&#13;\n\t<li>Eichler, M., Grass, M., Torti, A., K\u00fcnnemann M. (2013). The Financial Sector and the Economy: A Pillar or a Burden?, Strukturberichterstattung Nr. 50\/1, Study on behalf of Seco, Berne.<\/li>&#13;\n\t<li>The Boston Consulting Group (2015). Global Wealth 2015 \u2013 Winning the Growth Game, Boston.<\/li>&#13;\n\t<li>The Z\/Yen Group; Qatar Financial Centre (2015). The Global Financial Centres Index 17, London.<\/li>&#13;\n\t<li>World Economic Forum (2014). The Global Competitiveness Report 2014\u20132015, Geneva.<\/li>&#13;\n\t<li>Zademach, H.-M. (2014). Finanzgeographie, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Drei wichtige Untersuchungen zu Benchmarking und Ranking","kasten_box":"Finanzzentren, aber auch ganze Volkswirtschaften werden weltweit miteinander verglichen. 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Dazu werden einerseits objektivierte Informationen aus bestehenden l\u00e4ndervergleichenden Studien verarbeitet, andererseits werden qualitative Angaben aus einer eigenen Umfrage verwertet. Auf dem vordersten Platz findet sich New York, im Rating ganz dicht gefolgt von London. Auf den Pl\u00e4tzen 3 und 4 folgen die asiatischen Finanzzentren Hongkong und Singapur. Z\u00fcrich liegt als beste kontinentaleurop\u00e4ische Stadt auf Platz 6, Genf auf Platz 13.<\/li>&#13;\n\t<li>Das World Economic Forum (WEF) ver\u00f6ffentlicht j\u00e4hrlich im September den Bericht <em>The Global Competitiveness Report. <\/em>Dieser untersucht in seiner Ausgabe 2014\u20132015 anhand von \u00fcber 100 Indikatoren die Wettbewerbsf\u00e4higkeit von 144 Volkswirtschaften. Dabei werden diese Indikatoren zu zw\u00f6lf Gruppen verdichtet, wobei eine Gruppe ausschliesslich den Finanzsektor abdeckt (\u00abFinancial Market Development\u00bb). Die Bewertung aller Indikatoren respektive Gruppen ergibt die Platzierung innerhalb des <em>Global Competitiveness Index (GCI)<\/em>,\u00a0der sowohl auf offiziellen statistischen Daten als auch auf qualitativen Antworten in der j\u00e4hrlich durchgef\u00fchrten Umfrage <span class=\"Unicode\">\u00ab<\/span>Executive Opinion Survey<span class=\"Unicode\">\u00bb<\/span> basiert.<em>\u00a0<\/em> Die Schweiz liegt insgesamt auf Platz 1, in der Gruppe Financial Market Development auf Platz 11. In dieser Gruppe werden acht Indikatoren zusammengefasst: Die Verf\u00fcgbarkeit und auch die Erschwinglichkeit von Finanzdienstleistungen in der Schweiz werden als sehr gut bezeichnet (beides Platz 1), die Einfachheit der Kreditaufnahme (Platz 28) und der Rechtsschutz (Platz 29) werden hingegen schw\u00e4cher beurteilt. Insgesamt erzielen zehn Volkswirtschaften im Bereich Financial Market Development einen besseren Platz als die Schweiz (in absteigender Reihenfolge): Hongkong, Singapur, Neuseeland, Malaysia, Finnland, Australien, S\u00fcdafrika, Kanada, USA und Norwegen.<\/li>&#13;\n\t<li>Einen weiteren Ansatz f\u00fcr ein Benchmarking verfolgt die Weltbank mit ihrer Datenbank <em>Global Financial Development Database (GFDD).<\/em> Diese Datenbank st\u00fctzt sich auf offizielle Angaben u. a. des Internationalen W\u00e4hrungsfonds (IWF) sowie der Bank f\u00fcr Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), aber auch auf Unternehmensinformationen (etwa von Swiss Re oder Bloomberg). Bewertet werden dabei die Finanzsysteme von 203 Volkswirtschaften anhand verschiedener Kriterien. Dabei werden die beiden Dimensionen \u00abFinanzinstitute\u00bb und \u00abFinanzm\u00e4rkte\u00bb anhand von vier Hauptmerkmalen untersucht. Diese Merkmale sind die Stabilit\u00e4t, die Effizienz und die Gr\u00f6sse der Finanzinstitute und -m\u00e4rkte sowie der Zugang zu diesen M\u00e4rkten. Innerhalb dieser Hauptmerkmale findet eine weitere Gliederung in insgesamt 111 Indikatoren statt. Die Aktualisierung der Datenbank sollte j\u00e4hrlich erfolgen. Im Gegensatz zu den beiden oben diskutierten Indizes GFCI und GCI werden die Indikatoren in der GFDD nicht zu einer Rangliste verdichtet und ausgewertet. Eine direkte Aussage \u00fcber die relative Position des Schweizer Finanzplatzes ist daher nicht m\u00f6glich. Die multidimensionale Datenbank eignet sich hingegen, Zusammenh\u00e4nge zwischen der real- und der finanzwirtschaftlichen Entwicklung eines Landes zu erkennen sowie die Wirksamkeit verschiedener Regulierungen und Politikmassnahmen betreffend das Finanzsystem zu beurteilen.<\/li>&#13;\n<\/ul>"}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":115746,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":115750,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"24588","post_abstract":"Die Qualit\u00e4t und damit die Wettbewerbsf\u00e4higkeit eines Finanzplatzes lassen sich mit verschiedenen Methoden messen. Zun\u00e4chst muss beispielsweise klar sein, ob die makro- oder die mikro\u00f6konomische Ebene untersucht wird. \u00dcber die letzten Jahre hat sich die Analyse der Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Schweizer Finanzsektors zudem vermehrt von einem quantitativen zu einem qualitativen Ansatz ge\u00e4ndert: So geht es nicht mehr darum, dass der Finanzsektor einen immer h\u00f6heren Anteil zur Erwirtschaftung des Bruttoinlandprodukts beitr\u00e4gt, sondern dass sein Beitrag m\u00f6glichst \u00aboptimal\u00bb ist. Auch der Staat beeinflusst mit Regulierungen und Steuerregimen die Wettbewerbsf\u00e4higkeit eines Finanzplatzes. Die wichtigsten Benchmarks und Rankings weisen jedoch einen Mangel auf: Sie ber\u00fccksichtigen die r\u00e4umlich-funktionalen Verflechtungen zwischen Finanzpl\u00e4tzen zu wenig. Die Beziehungen zwischen globalen Finanzzentren wie London und New York einerseits und regionalen Finanzpl\u00e4tzen andererseits sind dabei sowohl kooperativer als auch konkurrierender Art. Als weltweit gr\u00f6sstes grenz\u00fcberschreitendes Verm\u00f6gensverwaltungszentrum tut die Schweizer Finanzbranche gut daran, aufstrebende M\u00e4rkte im asiatisch-pazifischen Raum, aber auch in Lateinamerika und Osteuropa weiter zu erschliessen.","magazine_issue":"20150809","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":4139,"planned_publication_date":null,"original_files":[{"file":115766}],"external_release_for_author":"20150630","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/557e7b125dd5a"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/115743"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3175"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=115743"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/115743\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126818,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/115743\/revisions\/126818"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3175"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/32421"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=115743"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=115743"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=115743"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=115743"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=115743"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=115743"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}