{"id":115827,"date":"2015-07-23T16:37:28","date_gmt":"2015-07-23T16:37:28","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/07\/weber-bocherens-08-09-frazoesisch\/"},"modified":"2023-08-23T23:13:03","modified_gmt":"2023-08-23T21:13:03","slug":"weber-08-09","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/07\/weber-08-09\/","title":{"rendered":"Wie wirkt sich Arbeitslosigkeit auf den sp\u00e4teren Erwerbsverlauf aus?"},"content":{"rendered":"<p>Relativ kurze Episoden der Arbeitslosigkeit wirken sich kaum sp\u00fcrbar auf die Erwerbskarriere aus. Je l\u00e4nger und je h\u00e4ufiger Personen jedoch arbeitslos sind, desto eher beeinflusst dies den Erwerbsverlauf negativ. Auch von Personen, die l\u00e4nger oder \u00fcber die Jahre mehrmals arbeitslos waren, schafft eine grosse Mehrheit \u2013 teilweise nach einem Unterbruch \u2013 wieder den Einstieg in eine Erwerbst\u00e4tigkeit.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer folgende Beitrag fasst Erkenntnisse aus unterschiedlichen Studien zusammen, welche den Zusammenhang zwischen Karriere und Arbeitslosigkeit f\u00fcr die Schweiz untersucht haben. Die Untersuchungen haben sich dabei in den letzten Jahren vermehrt auf erwerbsbiografische L\u00e4ngsschnittdaten gest\u00fctzt. Diese konnten insbesondere dank einer Verkn\u00fcpfung von Daten aus der Arbeitslosenversicherung (ALV), der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), der Invalidenversicherung (IV), der Sozialhilfestatistik sowie der Schweizerischen Arbeitskr\u00e4fteerhebung gewonnen werden.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Arbeitslosigkeit als Bruch in der Erwerbskarriere<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEpisoden von unfreiwilliger Arbeitslosigkeit k\u00f6nnen als Br\u00fcche in der Erwerbskarriere gedeutet werden. Aus theoretischer Sicht ist daher a priori mit negativen Auswirkungen zu rechnen. Tritt das Risiko der Arbeitslosigkeit \u2013 etwa nach Ende einer Ausbildung, nach einer Entlassung oder nach Ablauf eines befristeten Arbeitsverh\u00e4ltnisses \u2013 einmal ein, sind im Verlauf der Arbeitslosigkeit zwei gegenl\u00e4ufige Effekte zu ber\u00fccksichtigen. Auf der einen Seite nimmt die Wahrscheinlichkeit bei einer l\u00e4ngeren Stellensuchdauer tendenziell zu, ein Stellenangebot zu erhalten, welches den eigenen F\u00e4higkeiten und Vorstellungen ideal entspricht. Dabei spielen etwa der Lohn oder der Wohnort eine Rolle.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGegenl\u00e4ufig dazu geht mit zunehmender Stellensuchdauer arbeitsmarktrelevantes Wissen verloren. Zudem wird eine lange Suchdauer von potenziellen Arbeitgebern unter Umst\u00e4nden als negatives Signal interpretiert, womit eine Stigmatisierung einhergehen kann. Aufgrund dieser theoretischen \u00dcberlegungen kann man also erwarten, dass sich insbesondere l\u00e4ngere und oder h\u00e4ufig wiederholte Episoden der Arbeitslosigkeit sp\u00fcrbar negativ auf den l\u00e4ngerfristigen Erwerbsverlauf auswirken. Wie sich im Folgenden zeigt, st\u00fctzen Untersuchungen f\u00fcr die Schweiz diesen Befund.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Mehrheit der ALV-Bez\u00fcger findet eine neue Stelle<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSo deuten etwa die Resultate einer Studie des Beratungs- und Forschungsunternehmens Ecoplan aus dem Jahr 2013, welche im Auftrag des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) durchgef\u00fchrt wurde, in diese Richtung. Die Autoren untersuchten die Erwerbsbiografien von Personen, die zwischen 1993 und 2010 mindestens einmal Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezogen hatten. Zu diesem Zweck wurden die Daten der Arbeitslosenversicherung mit den Daten aus dem AHV-Register verkn\u00fcpft, woraus Erwerbsbiografien f\u00fcr 850\u2018000 Personen rekonstruiert werden konnten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVon all jenen Personen, die im Dezember 2010 keine Taggelder mehr von der ALV bezogen hatten, waren drei Viertel unmittelbar im Anschluss an die Arbeitslosigkeit wieder erwerbst\u00e4tig (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Weitere 9 Prozent fanden wieder eine Stelle, nachdem sie ihre Anspr\u00fcche bei der ALV voll ausgesch\u00f6pft hatten und somit ausgesteuert worden waren. Nochmals 5 Prozent traten nach einem freiwilligen Erwerbsunterbruch sp\u00e4ter wieder in den Arbeitsmarkt ein. Rund 90 Prozent blieben somit nach einer Phase der Arbeitslosigkeit auf dem Arbeitsmarkt aktiv.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nJede zehnte Person zog sich hingegen vom Arbeitsmarkt zur\u00fcck. Die Betroffenen fanden entweder nach einer Aussteuerung im Betrachtungszeitraum keine Stelle (5%) oder brachen die Jobsuche ab, bevor es zu einer Aussteuerung kam (6%).&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 1: Situation von Betroffenen nach einer Phase der Arbeitslosigkeit <\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class=\"chart chart--minimal\" id=\"weberde108\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n\n    $(document).ready(function () {\n\n        \/\/ Build the chart\n        $('#weberde108').highcharts({\n            chart: {\n                plotBackgroundColor: null,\n                plotBorderWidth: null,\n                plotShadow: false,\n                type: 'pie'\n            },\n            title: {\n                text: ''\n            },\n            tooltip: {\n                pointFormat: '{series.name} {point.percentage}%'\n            },\n            plotOptions: {\n                pie: {\n                    allowPointSelect: true,\n                    cursor: 'pointer',\n                    dataLabels: {\n                        enabled: false\n                    },\n                    showInLegend: true\n                }\n            },\n            series: [{\n               name: \" \",\n                colorByPoint: true,\n                data: [{color: \"#ffdd0c\",\n                    name: \"Nach einer Aussteuerung wieder erwerbst\u00e4tig\",\n                    y: 9\n                }, {color: \"#37a932\",\n                    name: \"Sofort wieder erwerbst\u00e4tig\",\n                    y: 75,\n                    sliced: false,\n                    selected: false\n                }, {color: \"#d2d803\",\n                    name: \"Nach einem Erwerbsunterbruch wieder erwerbst\u00e4tig\",\n                    y: 5\n                }, {color: \"#ae097f\",\n                    name: \"Nach einer Aussteuerung nicht mehr erwerbst\u00e4tig\",\n                    y: 5\n                }, {color: \"#e84066\",\n                    name: \"Ohne Aussteuerung nicht mehr erwerbst\u00e4tig\",\n                    y: 6\n                }]\n            }]\n        });\n    });\n});\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Untersuchter Zeitraum: 1993 bis 2010. N = 850\u2018000 Personen. Rund 8 Prozent der Betroffenen bezogen am Ende der Beobachtungsperiode noch Leistungen der ALV. Diese Personen sind in dieser Darstellung nicht enthalten, da ihr sp\u00e4terer Erwerbsstatus noch unbekannt war.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Ecoplan (2013), Berechnungen Bocherens und Weber \/ Die Volkswirtschaft <\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Chancen auf eine sp\u00e4tere Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt h\u00e4ngen stark von der Dauer einzelner Arbeitslosenepisoden und von der H\u00e4ufigkeit, mit der Personen wiederholt arbeitslos werden, ab. Von jenen Personen, die einmalig weniger als sechs Monate Leistungen der ALV in Anspruch genommen hatten, zogen sich sp\u00e4ter lediglich 6 Prozent ganz vom Arbeitsmarkt zur\u00fcck. Bei Personen, die einmal l\u00e4nger als sechs Monate oder \u00fcber die betrachtete Periode wiederholt arbeitslos waren, wurden hingegen 14 Prozent nach ihrer Arbeitslosigkeit nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt aktiv.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEinen negativen Einfluss auf die Eingliederungschancen haben auch das Alter, eine ausl\u00e4ndische Nationalit\u00e4t, ein tiefes Qualifikationsniveau, ein Produktions- oder Bauberuf sowie ein Wohnsitz in der Westschweiz oder im Tessin. Es sind dies die gleichen Faktoren, welche erfahrungsgem\u00e4ss auch mit einer l\u00e4ngeren Arbeitslosendauer einhergehen. Dies verdeutlicht, wie wichtig es ist, dass die ALV konsequent auf eine rasche und dauerhafte Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt hinwirkt, wie dies die Zielsetzung des Gesetzes \u00fcber die Arbeitslosenversicherung (Avig) vorsieht.&#13;<\/p>\n<h2><strong>L\u00e4ngere Phasen der Arbeitslosigkeit f\u00fchren zu Lohneinbussen<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNeben den Chancen auf Wiedereingliederung untersuchten die Autoren auch die kurz- und mittelfristigen Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf die Erwerbseinkommen: W\u00e4hrend das Einkommen von Personen, welche bis zu drei Monate lang arbeitslos waren, stabil bleibt, reduziert es sich bei einer Arbeitslosendauer von vier bis sechs Monaten um 1,8 Prozent und bei einer Dauer von sieben bis zw\u00f6lf Monaten um 5,4 Prozent. Deutlich h\u00f6her sind die Einbussen beim Einkommen nach einer Arbeitslosenphase von einem bis zwei Jahren mit 22 Prozent; bei zwei bis f\u00fcnf Jahren sind es sogar 30 Prozent. In vielen F\u00e4llen d\u00fcrfte den Einbussen eine Aussteuerung in der ALV vorangegangen sein \u2013 denn mit dem Auslaufen des Versicherungsschutzes w\u00e4chst der Druck auf die Stellensuchenden, einen tieferen Lohn in Kauf zu nehmen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Erwerbseinbussen sind f\u00fcr die Betroffenen aber nicht in Stein gemeisselt. Beim Wiedereinstieg in die Berufswelt k\u00f6nnen sie durch ein st\u00e4rkeres Einkommenswachstum teilweise wieder aufgeholt werden. Auch hier zeigt sich: W\u00e4hrend sich die leichten Einkommenseinbussen von kurzen Arbeitslosenepisoden \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum im Durchschnitt wieder vollst\u00e4ndig ausgleichen, ist dies bei l\u00e4ngeren Arbeitslosenepisoden nicht der Fall.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDies verdeutlicht die Bedeutung der Ausgestaltung der ALV f\u00fcr die Anpassungsf\u00e4higkeit der L\u00f6hne an die Marktverh\u00e4ltnisse: W\u00e4hrend beispielsweise ein zu kurzer Einkommensschutz durch die ALV zu \u00fcbertriebenen Anpassungen der Einkommen nach unten f\u00fchren kann, besteht bei einer zu ausgedehnten Bezugsdauer die Gefahr, dass Einkommensanpassungen zu sp\u00e4t erfolgen und dann umso st\u00e4rker ausfallen.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Vier von f\u00fcnf Ausgesteuerten bleiben auf dem Arbeitsmarkt aktiv<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Situation von Personen, welche den Leistungsanspruch in der ALV vollst\u00e4ndig ausgesch\u00f6pft haben und daher ausgesteuert worden sind, ist vom BFS letztmals im Jahr\u00a02014 untersucht worden. \u00c4hnlich wie die Ecoplan-Studie kommt auch das BFS in dieser Untersuchung zum Schluss, dass die Mehrheit der Ausgesteuerten sp\u00e4ter wieder eine Erwerbst\u00e4tigkeit aufnehmen konnte, wobei ein erheblicher Teil von ihnen sowohl einen Berufswechsel als auch Lohneinbussen in Kauf nehmen musste.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nInnerhalb von f\u00fcnf Jahren nach einer Aussteuerung befanden sich rund 10 Prozent der Betroffenen weiterhin auf Stellensuche, wie sich auf Grundlage der aktuellsten Daten zeigt. Rund ein F\u00fcnftel zog sich in diesem Zeitraum aus dem Arbeitsmarkt zur\u00fcck, und etwa 70 Prozent fanden wieder eine Anstellung. Ein Vergleich mit fr\u00fcheren Untersuchungen zur Erwerbssituation von Ausgesteuerten zeigt, dass sich deren Wiedereingliederungschancen \u00fcber die letzten rund 20 Jahre kaum ver\u00e4ndert haben. So fanden die bisherigen Untersuchungen praktisch \u00fcbereinstimmend: Ungef\u00e4hr ein Jahr nach der Aussteuerung arbeitete bereits rund die H\u00e4lfte der betroffenen Personen wieder. Geringer war dieser Anteil einzig im Jahr 1997, als die Arbeitsmarktlage besonders schwierig war (siehe <em>Kasten 2<\/em>).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuch die Risikogruppen sind \u00fcber die Zeit die gleichen geblieben. Unver\u00e4ndert haben heute \u00c4ltere, Ausl\u00e4nder sowie Niedrigqualifizierte\u00a0 ein h\u00f6heres Risiko, ausgesteuert zu werden. Dies gilt auch f\u00fcr Frauen und allein lebende Personen mit oder ohne Kinder.&#13;<\/p>\n<h2><strong>14 Prozent der ALV-Bez\u00fcger beanspruchen auch Sozialhilfe<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDa mit zunehmender Arbeitslosigkeitsdauer das Risiko einer permanenten Reduktion des Erwerbseinkommens w\u00e4chst, stellt sich auch die Frage, inwieweit Arbeitslose vor, w\u00e4hrend und nach der Arbeitslosigkeit auch auf Leistungen aus anderen Institutionen der sozialen Sicherheit angewiesen sind. Fluder et. al. (2014) untersuchten diese Fragen im Auftrag des Seco f\u00fcr Personen, welche 2005 eine Rahmenfrist zum Bezug von Leistungen der ALV er\u00f6ffnet hatten. Beobachtet wurden diese bis ins Jahr 2010, also insgesamt \u00fcber f\u00fcnf bis sechs Jahre hinweg.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer gr\u00f6sste Teil (86%) der ALV-Bez\u00fcger beanspruchte im Untersuchungszeitraum ausschliesslich Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung. Die restlichen 14 Prozent bezogen vor, w\u00e4hrend oder nach der Arbeitslosigkeit auch Leistungen der Sozialhilfe. Als zentrale Risikofaktoren f\u00fcr einen Sozialhilfebezug erwiesen sich die Familiensituation (Personen mit Unterhaltpflichten, geschiedene Personen), die Herkunft (Ausl\u00e4nder ausserhalb der EU und der Efta), die Sprachregion (Tessin und Westschweiz), das Alter sowie ein niedriges Ausbildungsniveau.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Rund ein F\u00fcnftel der neuen Sozialhilfebez\u00fcger mit ALV-Vergangenheit<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAuf der Grundlage von kombinierten Daten der Sozialhilfe, der Invalidenversicherung und der Arbeitslosenversicherung (Shivalv), welche das BSV seit 2006 j\u00e4hrlich bereitstellt, lassen sich die Wechselwirkungen zwischen den Systemen der sozialen Sicherheit ab 2006 j\u00e4hrlich verfolgen. Wie aus diesem Monitoring hervorgeht, waren von 2006 bis 2013 j\u00e4hrlich zwischen rund 9000 und 15\u2018500 der ALV-Bez\u00fcger ein Jahr sp\u00e4ter auf Sozialhilfe angewiesen. Diese ehemaligen Leistungsbez\u00fcger machten damit zwischen 22 und 32 Prozent der j\u00e4hrlichen Neuanmeldungen in die Sozialhilfe aus (siehe <em>Abbildung 2<\/em>).<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Neuzug\u00e4nge in die Sozialhilfe (aus der ALV)<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"weber2\"><\/div>\n<script>\n\n$(function () {\n    $('#weber2').highcharts({\n        chart: {\n            zoomType: ''\n        },\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        subtitle: {\n            text: ''\n        },\n        xAxis: [{\n            categories: ['2006', '2007', '2008', '2009', '2010', '2011',\n                '2012', 2013],\n            crosshair: true\n        }],\n        yAxis: [{ \/\/ Primary yAxis\n            labels: {\n                format: '{value} %',\n                style: {\n                    color: Highcharts.getOptions().colors[1]\n\n\n\n                }\n            },\nmin: 0,\n            title: {\n                text: '',\n                style: {\n                    color: Highcharts.getOptions().colors[1]\n                }\n            }\n        }, { \/\/ Secondary yAxis\n            title: {\n                text: '',\n                style: {\n                    color: Highcharts.getOptions().colors[0]\n                }\n            },\n            labels: {\n                format: '{value} ',\n                style: {\n                    color: Highcharts.getOptions().colors[0]\n                }\n            },\n            opposite: true\n        }],\n        tooltip: {\n            shared: false\n        },\n\n        series: [{\n            name: 'Neuzug\u00e4nge in die Sozialhilfe mit ALV-Leistungsbezug im Vorjahr',\n            type: 'column',\n            yAxis: 1,\n            data: [15450, 10490, 9010, 10750, 11460, 15180, 12700, 11610],\n            tooltip: {\n                valueSuffix: ' '\n            }\n\n        }, {\n            name: 'Anteil an allen Neuzug\u00e4ngen in die Sozialhilfe (in Prozent)',\n            type: 'spline',\n            data: [26, 25, 22, 23, 26, 32, 25, 25],\n            tooltip: {\n                valueSuffix: '%'\n            }\n        }]\n    });\n});\n\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Aufgef\u00fchrt sind Personen, die im Jahr zuvor Leistungen der ALV bezogen hatten.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: BSV\/Shialv \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nErh\u00f6hte Werte waren 2006 und 2011 jeweils im Nachgang zu Phasen mit erh\u00f6hter Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. 2012 wurde die Zahl zus\u00e4tzlich durch die Avig-Revision erh\u00f6ht, weil ab April 2011 die maximale Bezugsdauer f\u00fcr verschiedene Gruppen von Versicherten verk\u00fcrzt wurde. Ab 2012 normalisierte sich diese Situation wieder.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVor dem Hintergrund der Studienergebnisse erweist sich die Zielsetzung der \u00f6ffentlichen Arbeitsvermittlung, die rasche und dauerhafte Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu f\u00f6rdern, weiterhin als richtig. Auf der Grundlage der heute verf\u00fcgbaren Daten lassen sich die Zusammenh\u00e4nge zwischen den Leistungssystemen der sozialen Absicherung genau untersuchen. Dies er\u00f6ffnet auch die Chance, die verschiedenen Leistungen und Unterst\u00fctzungsmassnahmen noch besser aufeinander abzustimmen und damit die Wirkung des Gesamtsystems zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Auf einen solchen \u00abtrade-off\u00bb deutet etwa die Studie von Degen und Lalive (2013) \u00fcber die K\u00fcrzung der maximalen Bezugsdauer f\u00fcr \u00e4ltere Stellensuchende im Rahmen der Avig-Revision von 2004 hin. Neben der maximalen Bezugsdauer hat auch die H\u00f6he des Ersatzeinkommens sicherlich einen Einfluss auf die Lohnanpassungen. F\u00fcr die Schweiz wurde dessen Einfluss bisher nicht untersucht.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">In den Shivalv-Daten sind Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre nicht ber\u00fccksichtigt.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Relativ kurze Episoden der Arbeitslosigkeit wirken sich kaum sp\u00fcrbar auf die Erwerbskarriere aus. Je l\u00e4nger und je h\u00e4ufiger Personen jedoch arbeitslos sind, desto eher beeinflusst dies den Erwerbsverlauf negativ. 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Ressortleiter Arbeitsmarktanalyse und Sozialpolitik, Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco), Bern","seco_co_author_post_occupation_fr":"Chef suppl\u00e9ant du secteur Analyse du march\u00e9 du travail et politique sociale, Secr\u00e9tariat d\u2019\u00c9tat \u00e0 l\u2019\u00e9conomie (Seco), Berne"}],"short_title":"Einfluss der Arbeitslosigkeit auf Erwerbsverlauf","post_lead":"Eine Aussteuerung stellt h\u00e4ufig eine Z\u00e4sur im Leben eines Arbeitslosen dar. Dennoch findet die grosse Mehrheit wieder eine neue Stelle. Allerdings m\u00fcssen Lohneinbussen hingenommen werden.","post_hero_image_description":"Eine rasche und dauerhafte Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt ist n\u00f6tig, um keine Lohneinbussen zu riskieren. Das geht aus mehreren Studien hervor.","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"<ul>&#13;\n\t<li>Aeppli, Daniel C. (2006). Die Situation der Ausgesteuerten in der Schweiz \u2013 Vierte Studie, Seco-Publikation Arbeitsmarktpolitik Nr. 21, Bern.<\/li>&#13;\n\t<li>BFS (2014). Situation der ausgesteuerten Personen, BFS Aktuell, Neuenburg, November 2014.<\/li>&#13;\n\t<li>Degen, Kathrin und Rafael Lalive (2013). How Do Reductions in Potential Benefit Duration Affect Medium-Run Earnings and Employment? Manuscript, University of Lausanne.<\/li>&#13;\n\t<li>Ecoplan (2013). Auswirkungen der Arbeitslosigkeit auf Einkommen und Erwerbsbiografien, Seco-Publikation Arbeitsmarktpolitik Nr. 34, Bern.<\/li>&#13;\n\t<li>Fluder, Robert, Tobias Fritschi und Renate Salzgeber (2014). Welche Gruppen von Arbeitslosen riskieren, l\u00e4ngerfristig von Sozialleistungen abh\u00e4ngig zu werden? in: Die Volkswirtschaft 4-2014, S. 32-35.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Kasten 1: Wer kann ALV-Gelder beanspruchen? (Stand 2015)","kasten_box":"Um Anspruch auf Arbeitslosenentsch\u00e4digung zu erlangen, m\u00fcssen die Personen bei der ALV innerhalb der letzten 2 Jahre vor einer Anmeldung mindestens 12 Beitragsmonate als Arbeitnehmer nachweisen. Unter gewissen Voraussetzungen entf\u00e4llt die Beitragspflicht \u2013 etwa nach einer Ausbildung, einer Scheidung oder einer R\u00fcckkehr aus dem Ausland. Die maximale Bezugsdauer ist im Gesetz \u00fcber die Arbeitslosenversicherung (Avig) in der Regel f\u00fcr eine 2-j\u00e4hrige Rahmenfrist geregelt: Sie variiert dabei zwischen rund 4 Monaten (f\u00fcr Beitragsbefreite) und 24 Monaten in Abh\u00e4ngigkeit der Anzahl nachgewiesener Beitragsmonate, des Alters der Versicherten sowie einer allf\u00e4lligen Unterhaltspflicht gegen\u00fcber Kindern. Nach einem Ende der Bezugsrahmenfrist oder nach Aussch\u00f6pfung der maximalen Bezugsdauer werden Versicherte in der Regel von der ALV ausgesteuert (siehe <a href=\"http:\/\/www.treffpunkt-arbeit.ch\/arbeitslos\/FAQ\/\" target=\"_blank\">FAQ<\/a> unter www.treffpunkt-arbeit.ch)."},{"kasten_title":"Kasten 2: Datenquelle \u00abSesam\u00bb bringt Verbesserung","kasten_box":"Zwischen 1996 und 2006 wurden insgesamt vier Studien zur Situation von Ausgesteuerten durchgef\u00fchrt, bei denen Daten \u00fcber deren Erwerbs- und Einkommenssituation in einer speziellen Befragung erhoben wurden.<sup>a<\/sup> Seit 2004 k\u00f6nnen die Daten der Schweizerischen Arbeitskr\u00e4fteerhebung (Sake) des Bundesamts f\u00fcr Sozialversicherungen (BFS) mit Informationen aus den Registern der ALV kombiniert untersucht werden. Mit dieser Datenquelle, der <em>Syntheseerhebung Soziale Sicherheit und Arbeitsmarkt (Sesam)<\/em>, l\u00e4sst sich die Erwerbssituation von Ausgesteuerten einfacher untersuchen. Zwei BFS-Studien (2009 und 2014) basieren auf diesen Sesam-Daten.&#13;\n&#13;\n<span class=\"text__quelle--kasten\"><sup>a<\/sup> Vgl. Aeppli (2006) als aktuellste Studie in diesem Zeitraum.<\/span>"}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":115830,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":115834,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"24959","post_abstract":"Phasen der Arbeitslosigkeit k\u00f6nnen einen erheblichen Einfluss auf die Erwerbskarriere von Personen aus\u00fcben. In den letzten Jahren wurden f\u00fcr die Schweiz verschiedene Untersuchungen zu diesem Thema gemacht. W\u00e4hrend kurze und einmalige Phasen der Arbeitslosigkeit kaum Spuren in der Erwerbskarriere hinterlassen, wirken sich l\u00e4ngere und wiederholte Phasen der Arbeitslosigkeit h\u00e4ufiger negativ auf sp\u00e4tere Erwerbschancen und -einkommen aus. Die Bek\u00e4mpfung der Langzeitarbeitslosigkeit bleibt daher ein vordringliches Ziel der \u00f6ffentlichen Arbeitsvermittlung. 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