{"id":115912,"date":"2015-07-23T16:37:26","date_gmt":"2015-07-23T16:37:26","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/07\/sturm-08-09-franzoesisch\/"},"modified":"2023-08-23T23:13:24","modified_gmt":"2023-08-23T21:13:24","slug":"sturm-08-09-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/07\/sturm-08-09-2015\/","title":{"rendered":"Was k\u00f6nnen Konjunkturprognosen leisten?"},"content":{"rendered":"<p>Bekanntlich sind Prognosen schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Nichtsdestotrotz sind sie massgeblich f\u00fcr eine Vielzahl von Entscheidungen, die wir treffen. Die \u00f6ffentliche Hand braucht Sch\u00e4tzungen bez\u00fcglich zuk\u00fcnftiger Steuereinnahmen, um auf eine verantwortungsvolle Weise ihre Ausgaben t\u00e4tigen zu k\u00f6nnen. Eine Firma braucht f\u00fcr ihre Investitionspl\u00e4ne eine Vorstellung dar\u00fcber, wie sich ihr relevanter Markt weiterentwickelt. Und auch eine Familie macht sich Vorstellungen \u00fcber die Zukunft, um entscheiden zu k\u00f6nnen, wie viel sie von ihrem Einkommen zur Seite legen soll und wof\u00fcr sie ihr Geld ausgibt. Nat\u00fcrlich verstehen die direkt betroffenen Akteure viel besser als wir Konjunkturprognostiker, welche Faktoren massgeblich sind f\u00fcr eine spezifische Entscheidung. Doch wenn es um die konjunkturelle Grosswetterlage geht, dann k\u00f6nnen wir etwas zur Kl\u00e4rung beitragen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDabei nimmt die KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Z\u00fcrich zwei wichtige Aufgaben wahr. Einerseits holt sie via regelm\u00e4ssige Befragungen die Einsch\u00e4tzung der firmenspezifischen Wirtschaftslage bei den Privatunternehmern ab. Andererseits schildert sie, insbesondere in ihren viertelj\u00e4hrlichen Konjunkturprognosen, ein konsistentes, objektives Konjunkturbild f\u00fcr die gesamte Schweizer Wirtschaft. Zwischen diesen beiden Aufgaben gibt es Synergieeffekte, auch wenn sie unterschiedlicher Natur sind. Entsprechend unterscheidet man zwischen <em>Umfrageresultaten<\/em> und daraus gewonnenen <em>Indikatoren<\/em> und <em>Prognosen<\/em>.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDefinitorisch sind alle drei Aspekte vor Fehlern nicht gefeit. So k\u00f6nnen bei den Umfrageresultaten Interpretationsfehler vonseiten der Unternehmer auftreten. Im Falle der Indikatoren kommen zudem Modellierungsaspekte mit ins Spiel. Und bei den Prognosen ist der Modellierungs- und Umsetzungsspielraum nochmals gr\u00f6sser. Allerdings bilden Letztere auch viel komplexere Zusammenh\u00e4nge ab und k\u00f6nnen dadurch kaum per Knopfdruck generiert werden.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Die KOF prognostiziert Hunderte von volkswirtschaftlichen Kennzahlen<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDoch wie entstehen die KOF-Prognosen \u00fcberhaupt? F\u00fcr eine kleine offene Volkswirtschaft wie die Schweiz ist das internationale Konjunkturumfeld ausserordentlich wichtig. Deshalb sch\u00e4tzen unsere Konjunkturexperten in einem ersten Schritt Modelle f\u00fcr wichtige Volkswirtschaften, die Einfluss auf die Schweiz haben. Diese werden dann miteinander in Einklang gebracht, wodurch ein Konjunkturbild f\u00fcr die Welt entsteht. Das Resultat besteht aus Sch\u00e4tzungen f\u00fcr den Welthandel sowie Wechselkurs-, Preis-, Zins- und BIP-Prognosen f\u00fcr eine Vielzahl von L\u00e4ndern. Auf diese Weise werden weit \u00fcber 100 verschiedene volkswirtschaftliche Gr\u00f6ssen f\u00fcr das weltwirtschaftliche Umfeld prognostiziert. Diese fliessen in zusammengefasster Form als exogene Variablen (Annahmen) in das makro\u00f6konometrische Prognosemodell der KOF f\u00fcr die Schweizer Wirtschaft ein. Hinzu kommen Annahmen \u00fcber den erwarteten Kurs der Geld-, der Fiskal- und der Lohnpolitik. Dabei ist insbesondere auf deren innere Konsistenz zu achten: So muss eine Annahme \u00fcber den Franken-Wechselkurs gegen\u00fcber dem Euro beispielsweise mit den Annahmen \u00fcber den Kurs der Geldpolitik in der Schweiz und im Euroraum harmonieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin makro\u00f6konometrisches Modell erlaubt es, mithilfe dieser Annahmen die Produktion von in sich konsistenten Prognosewerten f\u00fcr gegen 300 Schweizer Wirtschaftsstatistiken vorzunehmen. Allerdings ist es auch hier nicht so, dass es den reinen Modellen \u00fcberlassen wird, eine Prognose zu generieren. Die verschiedenen Bereichsexperten an der KOF haben ihre eigenen Modelle und Vorstellungen dar\u00fcber, wie sich zumindest ein Teil der Schweizer Wirtschaft entwickeln wird. Diese werden in verschiedenen Prognoserunden in das Modell integriert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuch beim makro\u00f6konometrischen Modell der KOF gibt es potenzielle Fehlerquellen. So wird das Modell etwa mit unsicheren Werten, wie zuk\u00fcnftigen Roh\u00f6lpreisen oder zuk\u00fcnftigen geldpolitischen Entscheidungen, gef\u00fcttert. Stellt sich im Nachhinein heraus, dass diese Annahmen nicht korrekt waren, tangiert dies die Prognose. Insbesondere radikale \u00c4nderungen dieser Faktoren \u2013 sogenannte exogene Schocks \u2013 k\u00f6nnen unkalkulierbare Strukturbr\u00fcche im Verhalten von Wirtschaftssubjekten und der Wirtschaftspolitik bewirken. In aller Regel wird jedoch von einer konstanten oder normalen Entwicklung ausgegangen, d. h., es wird die Abwesenheit von exogenen Schocks postuliert (Status-quo-Hypothese).&#13;<\/p>\n<h2><strong>Nachfrage nach Vertrauensintervallen nimmt zu<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBevor es allerdings zur Prognoseberechnung kommt, muss erst mal das makro\u00f6konometrische Modell erstellt, gesch\u00e4tzt und anschliessend \u00fcberpr\u00fcft werden. Viele wichtige Prognosegr\u00f6ssen sind in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) zusammengetragen. Da diese viertelj\u00e4hrlich publiziert wird, kommen jedes Quartal neue Daten dazu, was bedeutet, dass die Verhaltensgleichungen \u00fcberpr\u00fcft und bei Bedarf neu gesch\u00e4tzt werden m\u00fcssen. Im Gegensatz zu Definitionsgleichungen, welche nichts anderes machen, als die Regeln der Buchf\u00fchrung einzuhalten, liegt die Spezifikation dieser Verhaltensgleichungen in den H\u00e4nden der Modellierer. Dieser Spielraum stellt automatisch bereits eine potenzielle Fehlerquelle dar.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie erw\u00e4hnten Schwierigkeiten f\u00fchren berechtigterweise zu einer zunehmenden Nachfrage nach Konfidenzintervallen, welche die Prognosevariablen umgeben. Anhand der Prognosefehler in der Vergangenheit k\u00f6nnen wir f\u00fcr jeden Prognosehorizont eine bestimmte Verteilung berechnen. Diese Verteilung ber\u00fccksichtigt implizit die verschiedensten Quellen f\u00fcr Prognoseabweichungen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Seco-Sch\u00e4tzungen als Referenzgr\u00f6sse<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm Fehler messen zu k\u00f6nnen, ist es allerdings unerl\u00e4sslich, jene Gr\u00f6sse genau zu definieren, auf die Bezug genommen wird: die sogenannte Referenzgr\u00f6sse. Da auch die offiziellen Statistiken mehrmals revidiert werden, ist es nicht offensichtlich, mit welchen \u00aboffiziellen\u00bb Zahlen Prognosen verglichen werden sollten. Dennoch gibt es einen \u00abStichtag\u00bb zur \u00dcbernahme der amtlichen Statistik an der KOF.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas ist dann der Fall, wenn das Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS) seine erste Hochrechnung f\u00fcr ein Jahr vorlegt. Darauf basierend, sch\u00e4tzt das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) die Vierteljahresrechnung der VGR neu, die von der KOF vollumf\u00e4nglich \u00fcbernommen wird. In <em>Abbildung 1<\/em> werden diese (saisonbereinigten) Seco-Werte als Referenz betrachtet, um die Fr\u00fchjahrsprognosen der KOF f\u00fcr das Bruttoinlandprodukt darzustellen. Zur Berechnung der gezeigten Konfidenzintervalle in 20-Prozent-Abst\u00e4nden werden die absoluten Differenzen zwischen den verschiedenen in der Vergangenheit publizierten Prognosen und den Referenzwerten herangezogen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBasierend auf den vergangenen Prognoseabweichungen, kann man beispielsweise herauslesen, dass mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent die annualisierte Verlaufswachstumsrate f\u00fcr das vierte Quartal 2015, so wie sie durch das Seco voraussichtlich im September 2016 ver\u00f6ffentlicht wird, zwischen 0,6 und 1,6 Prozent betragen wird. Mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit bewegt sich der BIP-Wert dann r\u00fcckblickend zwischen \u20130,1 und 2,3 Prozent.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 1: Prognosegenauigkeit reales BIP (annualisierte Ver\u00e4nderung gegen\u00fcber dem Vorquartal in Prozent; 20-Prozent-Konfidenzintervallb\u00e4nder)<\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<span style=\"color: #ff00ff;\">\u00a0 <a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/07\/Sturm_Grafik_1.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-29767 size-full\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/07\/Sturm_Grafik_1.png\" alt=\"Sturm_Grafik_1\" width=\"2376\" height=\"988\" \/><\/a> <\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: F\u00fcr die Berechnung der Konfidenzintervalle dienen die ersten Seco-Ver\u00f6ffentlichungen nach den ersten BFS-Ver\u00f6ffentlichungen als Referenzwerte; bis 2014 Datenrevisionen, ab 2015 Prognoserevisionen.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Seco, KOF \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Das BIP der Vergangenheit \u00e4ndert sich in der Zukunft<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWie die <em>Abbildung 1<\/em> aber auch zeigt, ist nicht nur die Entwicklung in der Zukunft unsicher. Auch die Einsch\u00e4tzung der Vergangenheit kann sich stets \u00e4ndern, da einerseits die Datengrundlage, andererseits die Definitionen der VGR angepasst werden. So wird der erste Wert, den das Seco f\u00fcr das vierte Quartal 2014 ver\u00f6ffentlicht hat (2,4%), durch das Seco mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit auf einen Wert innerhalb des Bereichs 1,6 bis 3,3 Prozent revidiert, nachdem das BFS die Jahreswerte f\u00fcr 2014 in diesem Sommer herausgegeben hat.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin Grund, wieso auch die Vergangenheit revidiert wird, besteht darin, dass die Definition des BIP sich in unregelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden \u00e4ndert. Darum kann man die alten und neuen Werte faktisch nicht miteinander vergleichen. Das gleiche Problem haben wir dann auch mit den Prognosen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Herbst 2014 ist die Schweiz umgestiegen vom Europ\u00e4ischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen ESVG95 zum ESVG 2010.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Diese Revision der Schweizer VGR bedeutet, dass alle Prognosen f\u00fcr die Jahre 2014 und 2015, welche vor dieser Umstellung erstellt worden sind, nicht vergleichbar sind mit neueren Ver\u00f6ffentlichungen. Zudem k\u00f6nnen diese alten Prognosen nie wirklich falsifiziert werden \u2013 sie haben Zahlen vorhergesagt, f\u00fcr die (in dieser Form) nie nachtr\u00e4gliche Berechnungen vorliegen werden. Somit schiessen wir Prognostiker nicht nur auf ein sich st\u00e4ndig bewegendes, sondern manchmal sogar auf ein in unregelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden schwindendes Ziel.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Abb. 2: KOF-Consensus-Prognosen f\u00fcr das reale BIP und die realisierten Werte <\/strong><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<em><a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/07\/sturm_de.png\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-31501 size-full\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/07\/sturm_de.png\" alt=\"sturm_de\" width=\"1684\" height=\"1096\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n<\/em>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Jede Linie zeigt im jeweiligen Vierteljahr die durchschnittliche Prognose f\u00fcr das Jahr, in dem die Linie endet. Der hellere Balken zeigt die Wachstumsrate f\u00fcr das reale BIP, so wie sie durch das BFS im Sommer des darauffolgenden Jahres ver\u00f6ffentlicht worden ist (Erstver\u00f6ffentlichung). Der dunklere Balken zeigt die Jahreswachstumsrate f\u00fcr das jeweilige Jahr, so wie sie durch das BFS im Herbst 2014 ver\u00f6ffentlicht worden ist (Letztver\u00f6ffentlichung). Die letzten drei Balken zeigen die heutigen Sch\u00e4tzungs- und Prognosewerte des Seco und der KOF.\u00a0F\u00fcr 2014 hat das BFS noch keinen Jahreswert f\u00fcr das BIP ver\u00f6ffentlicht. F\u00fcr 2015 und 2016 sind die Prognosen der KOF vom Juni 2015 eingesetzt.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: BFS, Seco, KOF \/ Die Volkswirtschaft&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<em>Abbildung 2<\/em> veranschaulicht diese Revisionen noch deutlicher. Ein Teil der Prognosedifferenz ist auf die Umstellung auf das neue VGR-System zur\u00fcckzuf\u00fchren. Ins Auge sticht der R\u00fcckgang im Jahre 2003, der im Laufe der Zeit verschwunden ist. Auch der Wirtschaftsboom vor der Finanz- und Wirtschaftskrise f\u00e4llt aus heutiger Sicht nochmals kr\u00e4ftiger aus als zun\u00e4chst gedacht.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Linien in dieser Abbildung zeigen die KOF-Consensus-Werte, die durch die KOF unter Schweizer Konjunkturprognostikern erhoben worden sind.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Diese quartalsweise publizierten Werte zeigen, beginnend im M\u00e4rz des jeweiligen Vorjahres und endend im Dezember des zu prognostizierenden Jahres, die durchschnittliche Einsch\u00e4tzung der befragten Prognostiker f\u00fcr das Jahr, in dem die jeweilige Linie endet. Der Prognosezeithorizont verringert sich also schrittweise.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDies zeigt, dass der Zeithorizont einer Prognose eine erhebliche Rolle f\u00fcr die Prognosequalit\u00e4t spielt. Wie beim Wetter sind kurzfristige Prognosen zuverl\u00e4ssiger als solche \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeithorizont. Die Wettervorhersage f\u00fcr den n\u00e4chsten Winter gleicht sich definitorisch fast dem langfristigen Durchschnitt an, auch wenn wir wissen, dass kaum ein Winter sich im Nachhinein als durchschnittlich herausstellt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nPrognosen sind also mit Unsicherheit behaftet, insbesondere, weil sie die Zukunft betreffen, aber im Falle der Wirtschaftsprognostiker auch, weil die Vergangenheit nicht so klar ist, wie manche denken.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Dieses gefl\u00fcgelte Wort wird Karl Valentin, Mark Twain, Winston Churchill, Niels Bohr, Kurt Tucholsky u. a. zugeschrieben.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">W\u00e4hrend der gezeigten Stichprobe haben ebenfalls, wenn auch kleinere, definitorische \u00c4nderungen in den Jahren 2007 und 2012 stattgefunden. Die Umstellung auf ESVG95 fand 2003 mit der Erstver\u00f6ffentlichung f\u00fcr das Jahr 2002 statt.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Beim KOF Consensus Forecast handelt es sich um eine Umfrage unter Konjunkturexperten. Viertelj\u00e4hrlich befragt die KOF aktive \u00d6konomen in Wirtschaft und \u00f6ffentlicher Verwaltung nach ihren Prognosen zur Entwicklung wichtiger Kenngr\u00f6ssen der Schweizer Volkswirtschaft f\u00fcr das laufende und das kommende Jahr. Die Ergebnisse werden dann als Konsensprognose ver\u00f6ffentlicht. Am Consensus Forecast der KOF nehmen jeweils rund 20 \u00d6konomen teil.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bekanntlich sind Prognosen schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Nichtsdestotrotz sind sie massgeblich f\u00fcr eine Vielzahl von Entscheidungen, die wir treffen. Die \u00f6ffentliche Hand braucht Sch\u00e4tzungen bez\u00fcglich zuk\u00fcnftiger Steuereinnahmen, um auf eine verantwortungsvolle Weise ihre Ausgaben t\u00e4tigen zu k\u00f6nnen. Eine Firma braucht f\u00fcr ihre Investitionspl\u00e4ne eine Vorstellung dar\u00fcber, wie sich ihr relevanter Markt weiterentwickelt. 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Die KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Z\u00fcrich erstellt viertelj\u00e4hrlich Prognosen sowohl f\u00fcr die Schweizer Volkswirtschaft wie auch f\u00fcr weitere f\u00fcr die Schweiz wichtige L\u00e4nder. Dabei kommt eine Vielzahl von Modellen zum Einsatz, die st\u00e4ndig miteinander harmonisiert werden m\u00fcssen. Die daraus entstehenden Prognosen liefern ein akkurates Abbild der wirtschaftlichen Entwicklung, doch entsprechen sie immer nur der gerade jeweils im Moment besten Einsch\u00e4tzung. Dass diese \u00e4ndert, hat nicht nur mit einem ver\u00e4nderten Umfeld zu tun, sondern oftmals auch mit ge\u00e4nderten Datengrundlagen \u2013 sogar solche, welche die Vergangenheit umschreiben, sind betroffen. Zudem zeigt sich: Die Frist einer Prognose spielt eine wichtige Rolle. 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