{"id":116008,"date":"2015-06-24T16:50:33","date_gmt":"2015-06-24T16:50:33","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/06\/2015-07-tanner-franz\/"},"modified":"2023-08-23T23:13:29","modified_gmt":"2023-08-23T21:13:29","slug":"2015-07-tanner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/06\/2015-07-tanner\/","title":{"rendered":"Die Beschaffungsplattform Simap.ch hat sich etabliert"},"content":{"rendered":"<p>Der prim\u00e4re Anspruch eines Unternehmens ist es, zu wissen, wo m\u00f6gliche Abnehmer respektive K\u00e4ufer f\u00fcr die angebotenen Produkte oder Dienstleistungen zu finden sind. Ein wichtiges Kundensegment ist dabei vielfach die \u00f6ffentliche Hand: Bund, Kantone und Gemeinden kaufen j\u00e4hrlich insgesamt f\u00fcr sch\u00e4tzungsweise 30 bis 40 Milliarden Franken bei der Privatwirtschaft ein.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie internationalen Verpflichtungen<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> der Schweiz geben im \u00f6ffentlichen Beschaffungswesen vor, dass Beschaffungen, welche bestimmte Schwellenwerte \u00fcberschreiten, \u00f6ffentlich bekannt gemacht werden. Je nach Art der Beschaffung (Lieferungen, Dienstleistungen oder Baudienstleistungen) sind diese Werte unterschiedlich definiert. Zudem gelten f\u00fcr Bund und Kantone unterschiedliche Werte (siehe <em>Tabelle<\/em>). Der Bund und die Kantone haben mit der Inbetriebnahme der neuen gesamtschweizerischen Beschaffungsplattform Simap.ch im Jahre 2009 die technischen Grundlagen geschaffen, die Beschaffungen, welche \u00fcber den Schwellenwerten liegen, zentral publik zu machen.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Schwellenwerte im \u00f6ffentlichen Beschaffungswesen (in Franken)<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table width=\"775\">&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"106\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"107\"><strong>Bund<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"135\"><strong>Kantone<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"135\"><strong>Gemeinden<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"135\"><strong>Sektor-Unternehmen (\u00f6ffentliches und privates Recht)<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>&#13;<br \/>\n<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"158\"><strong>Schienenverkehr und Vergabestellen im Energiebereich mit Ausnahme des Elektrizit\u00e4tssektors<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"106\"><strong>Rechtsgrundlage<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"107\">GPA<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"135\">GPA<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"135\">Bilaterales Abkommen<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"135\">GPA\/Bilaterales Abkommen<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"158\">Bilaterales Abkommen<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"106\"><strong>G\u00fcter<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"107\">230&#8217;000<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"135\">350&#8217;000<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"135\">350&#8217;000<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"135\">700&#8217;000<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"158\">640&#8217;000<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"106\"><strong>Dienstleistungen<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"107\">230&#8217;000<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"135\">350&#8217;000<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"135\">350&#8217;000<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"135\">700&#8217;000<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"158\">640&#8217;000<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"106\"><strong>Baudienstleistungen<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"107\">8&#8217;700&#8217;000<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"135\">8&#8217;700&#8217;000<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"135\">8&#8217;700&#8217;000<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"135\">8&#8217;700&#8217;000<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"158\">8&#8217;000&#8217;000<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Bund: Verordnung des WBF \u00fcber die Anpassung der Schwellenwerte im \u00f6ffentlichen Beschaffungswesen f\u00fcr die Jahre 2014 und 2015; Kantone und Gemeinden: Interkantonale Vereinbarung \u00fcber das \u00f6ffentliche Beschaffungswesen vom 15. M\u00e4rz 2001 (IV\u00f6B).<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Die internationale Rechtsgrundlage ist bei Bund und Kantonen das WTO-Abkommen GPA. Die Rechtsgrundlage f\u00fcr Gemeinden bietet das bilaterale Abkommen zwischen der Schweiz und der Europ\u00e4ischen Union \u00fcber das \u00f6ffentliche Beschaffungswesen. W\u00e4hrend f\u00fcr Sektorunternehmen des \u00f6ffentlichen Rechts das GPA gilt, ist es bei den Sektorunternehmen des privaten Rechts sowie im Schienenverkehr und Energiebereich (ohne Elektrizit\u00e4t) das bilaterale Abkommen.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Bund hat sich bereits 2010 verpflichtet, alle Ausschreibungen und die damit verbundenen Zuschl\u00e4ge ausschliesslich auf Simap.ch zu ver\u00f6ffentlichen. Auch in den Kantonen werden mittlerweile \u2013 trotz uneinheitlichen Regelungen \u2013 praktisch alle Ausschreibungen auf Simap.ch publiziert. Insgesamt wurden im Jahr 2014 Beschaffungen im Umfang von rund 13 Milliarden Franken \u00fcber die Plattform ver\u00f6ffentlicht (siehe <em>Abbildung 1<\/em>).&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Beschaffungsvolumen auf Simap.ch <span style=\"color: #ff00ff;\">&#13;<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class=\"chart chart--minimal\" id=\"tanner1\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n    $('#tanner1').highcharts({\n        chart: {\n            type: 'column'\n        },\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        xAxis: {\n            categories: ['2012', '2013', '2014']\n        },\n        yAxis: {\n            title: {\n                text: 'in Milliarden Franken'\n            \n        }},\n        credits: {\n            enabled: false\n        },\n        series: [{\n            name: 'Beschaffungsvolumen in Milliarden Franken',\n            data: [6.9, 9.175,13.150 ]\n       \n        }]\n    });\n});\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Simap.ch \/ Die Volkswirtschaft&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nObschon gewisse Kantone auch die Gemeinden dazu verpflichten, ihre Beschaffungen auf Simap.ch zu publizieren, verbleibt bei kommunalen Beschaffungen nach wie vor ein grosses Potenzial. Denn diese werden in einigen Kantonen lediglich dezentral, in kantonalen oder regionalen Publikationsorganen bekannt gemacht.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Rahmen der laufenden Gesetzesrevisionen<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> bei Bund und Kantonen wird dem Umstand der zentralisierten Ver\u00f6ffentlichung von Beschaffungen Rechnung getragen und die Basis einer fl\u00e4chendeckenden Transparenz \u00fcber alle f\u00f6deralen Ebenen geschaffen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Palette der \u00f6ffentlichen Beschaffungen ist breit. So wird f\u00fcr ein komplexes Informatikprojekt nebst einer Softwarefirma oft auch ein Beratungsunternehmen mandatiert. F\u00fcr eine neue Autobahnbr\u00fccke wird eine spezialisierte Baufirma beauftragt, f\u00fcr die Gestaltung eines Schulgel\u00e4ndes ein Wettbewerb ausgeschrieben und f\u00fcr den Grosseinkauf von B\u00fcromaterial der g\u00fcnstigste Lieferant gesucht. Dies sind nur einige Beispiele von gr\u00f6sseren Beschaffungen, welche t\u00e4glich auf Simap.ch ausgeschrieben werden.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Anzahl Besucher pro Monat auf Simap.ch<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class=\"chart chart--minimal\" id=\"tanner2\"><\/div>\n<script>\n$(function () {\n    $('#tanner2').highcharts({\n        chart: {\n            type: 'column'\n        },\n        title: {\n            text: ''\n        },\n        xAxis: {\n            categories: ['2013', '2014', '2015']\n        },\n        yAxis: {\n            title: {\n                text: 'in Tausend'\n            \n        }},\n        credits: {\n            enabled: false\n        },\n        series: [{\n            name: 'Anzahl Besucher pro Monat auf simap.ch',\n            data: [115.457, 136.057,166.703 ]\n       \n        }]\n    });\n});\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Simap.ch \/ Die Volkswirtschaft&#13;<br \/>\n<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Durchschnittswerte; 2015: Angaben f\u00fcr Januar bis Mai.<span style=\"color: #ff00ff;\">&#13;<br \/>\n<\/span><\/span>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Vereinsstruktur als Erfolgsfaktor<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSimap.ch besteht seit 2002 als Verein, in welchem Bund und Kantone freiwillig zusammengeschlossen sind (siehe <em>Kasten<\/em>). Es ist als Erfolg zu werten, dass seit 2011 alle Kantone mitmachen. Im Verein wurde in den letzten Jahren der Wille zum Betrieb einer zentralen Informationsplattform immer st\u00e4rker. Damit verbunden war auch eine technische Harmonisierung bei den Publikationstexten und Ausschreibungsprozessen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDies ist mitunter ein Grund, dass eine stetig zunehmende Anzahl an Ausschreibungen \u00fcber Simap.ch ver\u00f6ffentlicht wird. Diese neu geschaffene Transparenz wird auch bei den Anbietern positiv aufgenommen. Nicht zuletzt, weil das gesamte Angebot \u2013 Suche und Download von Ausschreibungsunterlagen, Fragen- und Antwortforum und elektronische Abonnemente \u2013 kostenlos zur Verf\u00fcgung steht. In den letzten zwei bis drei Jahren erlangte die Plattform Simap.ch einen hohen Bekanntheitsgrad in der Privatwirtschaft und hat sich als \u00abMarke\u00bb etabliert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDieser Erfolg bewog den Verein vor rund zwei Jahren \u2013 in Zusammenarbeit mit verschiedenen Interessenvertretern der Wirtschaft \u2013, es ins Auge zu fassen, die Beschaffungsprozesse auf der Plattform um die M\u00f6glichkeit einer elektronischen Angebotseingabe zu erg\u00e4nzen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDamit verbunden ist die Auflage, den Betrieb so sicher und effizient auszubauen, dass in Zukunft Angebote auf einer hochverf\u00fcgbaren Infrastruktur rund um die Uhr eingereicht werden k\u00f6nnen. Diese Voraussetzungen konnten mit der Vergabe des IT-Betriebs an eines der modernsten Rechencenter in der Schweiz (Green Datacenter) geschaffen werden, was jedoch auch mit h\u00f6heren Betriebskosten verbunden ist.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Ausbau zur elektronischen Angebotseingabe in zwei Etappen<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Ausbau der Plattform f\u00fcr die elektronische Angebotseingabe erfolgt in zwei Schritten. Die erste Etappe wurde vor gut einem Jahr abgeschlossen. Sie erm\u00f6glicht den Unternehmen eine qualifizierte Registrierung: Nebst dem Namen und dem Sitz k\u00f6nnen die Firmen auch Informationen wie Rechtsform, Gesch\u00e4ftszweck, Angebotspalette, Zertifikate, Anzahl Besch\u00e4ftigte, Umsatz oder die Zugeh\u00f6rigkeit zu Gesamtarbeitsvertr\u00e4gen auf Simap.ch publik machen. Dieses Angebot nutzen seither bereits \u00fcber 30\u2018000 Unternehmen. Die zweite Phase des Projekts betrifft nun die elektronische Angebotseingabe.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Gesamtkosten der ersten Prozessphase waren h\u00f6her als geplant, was die Vereinsfinanzen arg strapazierte. Kostspielig war insbesondere die Verpflichtung eines externen Projektleiters. Dieser Schritt war wegen der Komplexit\u00e4t des Unterfangens und der relativ heterogenen Anspr\u00fcche der Beteiligten n\u00f6tig geworden. Dem Vorstand wurde dadurch bewusst, dass die organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen des Vereins f\u00fcr die n\u00e4chste Etappe zu \u00fcberdenken sind.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAufgrund eines extern beauftragten Gutachtens konnten bereits erste Massnahmen umgesetzt werden. So wurde an der letzten Generalversammlung des Vereins Simap.ch beschlossen, die Mitgliederbeitr\u00e4ge per Anfang 2016 zu verdoppeln. Zudem konnte per Anfang Juni 2015 ein neuer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, im Rahmen einer Vollzeitstelle, angestellt werden. Die \u00fcbrigen organisatorischen Massnahmen werden nun unverz\u00fcglich an die Hand genommen. So wird ein neues Gesch\u00e4ftsreglement geschaffen, und gleichzeitig werden die Vereinsstatuten \u00fcberarbeitet.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Problematische Vielfalt bei den Vergabeplattformen in der EU <\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der Europ\u00e4ischen Union werden derzeit rund 10% aller Beschaffungen sogenannt vollelektronisch abgewickelt \u2013 das heisst, nebst den Angeboten werden auch die Offerten \u00fcber eine digitale Plattform abgewickelt. Erschwerend wirkt, dass die einzelnen in der EU vorhandenen elektronischen Vergabeplattformen untereinander nicht kompatibel sind. Die Anbieter sind deshalb gezwungen, mit unterschiedlichen Systemen zu arbeiten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nW\u00e4hrend allein in Deutschland gesch\u00e4tzte 40 Systeme im Einsatz sind, geht die EU-Kommission von europaweit \u00fcber 300 Systemen aus. Aufgrund der nicht vorhandenen Standardisierung und der Notwendigkeit f\u00fcr Unternehmen, verschiedenste L\u00f6sungen zu erlernen, entstehen f\u00fcr alle Beteiligten hohe Prozesskosten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMit den neuen Richtlinien<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> will die EU die elektronische Vergabe in Zukunft st\u00e4rker f\u00f6rdern. Daraus erhofft man sich niedrige Kosten f\u00fcr Vergabeverfahren. Laut den Richtlinien sollen die \u00dcbermittlung von Bekanntmachungen in elektronischer Form, die elektronische Verf\u00fcgbarkeit der Auftragsunterlagen sowie eine ausschliessliche elektronische Kommunikation in allen Verfahrensstufen, einschliesslich der \u00dcbermittlung von Teilnahmeantr\u00e4gen und insbesondere der \u00dcbermittlung der Angebote, verbindlich vorgeschrieben werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie elektronische Verarbeitung sowie die Pr\u00fcfung und Wertung (Evaluation) sind von den Vorschriften jedoch ausgenommen.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Die elektronische Vergabe wird in der EU bis im Fr\u00fchjahr 2016 obligatorisch <\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAb dem Fr\u00fchjahr 2016 sind alle \u00f6ffentlichen Auftraggeber der EU verpflichtet, die Richtlinien umzusetzen.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> Ausnahmeregelungen sind bis sp\u00e4testens Herbst 2018 vorgesehen.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a>Die f\u00fcr die elektronische Vergabe zu verwendenden Instrumente und Vorrichtungen sowie ihre technischen Merkmale m\u00fcssen dabei nicht diskriminierend und allgemein verf\u00fcgbar sein. Ein \u00f6ffentlicher Auftraggeber darf die Beteiligung von Unternehmen an einem Vergabeverfahren nicht beschr\u00e4nken, indem er etwa verlangt, dass diese sich f\u00fcr die Einreichung der Angebote ein bestimmtes, nicht allgemein verf\u00fcgbares Computerprogramm anschaffen. Idealerweise werden daf\u00fcr \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche Webplattformen eingesetzt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nF\u00fcr die \u00dcbermittlung der Angebote ist die M\u00f6glichkeit des Einsatzes von elektronischen Signaturen vorgesehen. Die neuen Richtlinien stellen die Nutzung elektronischer Signaturen ins Ermessen der EU-Mitgliedstaaten. Damit Beschaffungsstellen in anderen EU-Mitgliedstaaten ausgestellte elektronische Signaturen leichter validieren k\u00f6nnen, sehen die neuen Richtlinien die obligatorische gegenseitige Anerkennung der auf einer Vertrauensliste registrierten Zertifikate vor. Die Validierungsm\u00f6glichkeiten m\u00fcssen es den \u00f6ffentlichen Auftraggebern erlauben, erhaltene elektronische Signaturen online, kostenlos und in einer verst\u00e4ndlichen Weise zu validieren.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Gatt- und WTO-Abkommen sowie das bilaterale Abkommen mit der EU.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">\u00d6ffentlich-rechtliche und privatrechtliche Organisationen, die in der Schweiz T\u00e4tigkeiten in den Bereichen der Wasser-, der Energie- und der Verkehrsversorgung sowie der Telekommunikation aus\u00fcben.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">B\u00f6B, V\u00f6B und IV\u00f6B.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Richtlinien 2014\/24\/EU und 2014\/25\/EU, am 28. 3. 2014 im EU-Amtsblatt ver\u00f6ffentlicht.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Stichdatum ist der 18. 4. 2016.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">EU-Mitgliedstaaten, die diese Richtlinien bis am 18. 4. 2016 in ihr jeweiliges Rechtssystem umsetzen m\u00fcssen, k\u00f6nnen die Verpflichtung zur ausschliesslichen elektronischen Kommunikation mit Teilnehmern und Anbietern einschliesslich der elektronischen \u00dcbermittlung von Teilnahmeantr\u00e4gen und Angeboten f\u00fcr zentrale Beschaffungsstellen bis zu ein Jahr (18. 4. 2017) und f\u00fcr alle \u00fcbrigen Beschaffungsstellen bis zu weitere 18 Monate (18. 10. 2018) hinausschieben.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der prim\u00e4re Anspruch eines Unternehmens ist es, zu wissen, wo m\u00f6gliche Abnehmer respektive K\u00e4ufer f\u00fcr die angebotenen Produkte oder Dienstleistungen zu finden sind. 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Die Schweiz wurde Mitte Mai von der EU-Kommission eingeladen, sich ebenfalls zu beteiligen. Europ\u00e4ische Unternehmen, die bei einer Ausschreibung im Ausland ein Angebot einreichen m\u00f6chten, oder \u00f6ffentliche Auftraggeber, die ein ausl\u00e4ndisches Angebot pr\u00fcfen m\u00fcssen, k\u00f6nnen mithilfe von E-Certis besser nachvollziehen, welche Informationen im jeweiligen Ausland verlangt werden. Zudem ist durch E-Certis eine leichtere Vergleichbarkeit von Bescheinigungen und Nachweisen zwischen den Mitgliedstaaten m\u00f6glich. 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Mit den neuen EU-Richtlinien gilt es auch f\u00fcr die Schweiz, sich den Gegebenheiten unserer wichtigsten Handelspartner anzupassen, damit ein grenz\u00fcberschreitendes Beschaffungswesen nicht durch technische Hemmnisse erschwert oder sogar verunm\u00f6glicht wird. Simap.ch ist momentan mit den Vorgaben in der EU kompatibel. Dennoch sollte in n\u00e4chster Zeit der letzte noch zu realisierende Prozessschritt \u2013 die elektronische Angebotseinreichung \u2013 in Angriff genommen werden. 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