{"id":116033,"date":"2015-06-24T16:42:22","date_gmt":"2015-06-24T16:42:22","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/06\/automatisch-gespeicherter-entwurf\/"},"modified":"2023-08-23T23:13:18","modified_gmt":"2023-08-23T21:13:18","slug":"morlok-einfluss-von-rav-interventionen-auf-das-bewerbungsverhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/06\/morlok-einfluss-von-rav-interventionen-auf-das-bewerbungsverhalten\/","title":{"rendered":"RAV-Zuweisungen verk\u00fcrzen Stellensuche"},"content":{"rendered":"<p>Die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) nutzen eine Vielzahl von Prozessen und Instrumenten, die Stellensuchende dabei unterst\u00fctzen, m\u00f6glichst rasch und nachhaltig in den Arbeitsmarkt zur\u00fcckzukehren. In der vorliegenden Studie wurden drei solcher \u00abBeraterinterventionen\u00bb auf ihre Nutzung und Wirkung hin untersucht: Zuweisungen (obligatorische Bewerbungsaufforderungen), Sanktionen (K\u00fcrzung der Arbeitslosenentsch\u00e4digung) und Beraterwechsel.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Interventionen werden in der Praxis kontrovers diskutiert. W\u00e4hrend viele Berater Zuweisungen als n\u00fctzliche Vermittlungs- und Aktivierungsinstrumente auffassen, gibt es auch Stimmen, die sie als kontraproduktive Schikane wahrnehmen. Beim Beraterwechsel unterscheiden sich die Meinungen dar\u00fcber, ob neue Impulse oder Wechselkosten (Informations- und Vertrauensverlust) dominieren. Sanktionen werden weniger grundlegend infrage gestellt; die Unterschiede in der Nutzung sind aber nicht minder gross.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nStudien, welche die Wirkung von Interventionen untersuchen, stehen vor einer Herausforderung: Es kann nicht direkt beobachtet werden, wie lange eine Person ohne Beraterintervention arbeitslos gewesen w\u00e4re. Ein direkter Vergleich zwischen den Arbeitsmarktchancen von Betroffenen und Nichtbetroffenen ist nicht zul\u00e4ssig, da die beiden Gruppen sich systematisch voneinander unterscheiden (Selektionsproblem). Um die methodischen Fallgruben beim Vergleich zwischen unterschiedlichen Personen zu umgehen, wird die Situation vor und nach der Beraterintervention bei der gleichen Person verglichen (siehe <em>Kasten<\/em>). Dazu wurden drei Indikatoren verwendet, die mehrmals gemessen werden k\u00f6nnen und das Bewerbungsverhalten abbilden:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>die Wahrscheinlichkeit, dass eine Bewerbung zu einem Vorstellungsgespr\u00e4ch f\u00fchrt;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>die Zahl der Bewerbungen pro Monat;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>die Zahl der Vorstellungsgespr\u00e4che pro Monat.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Zuweisungen erh\u00f6hen Chancen auf ein Vorstellungsgespr\u00e4ch<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nVon den drei Beraterinterventionen treten Zuweisungen am h\u00e4ufigsten auf: Rund ein Viertel der Stellensuchenden (26%) wird mindestens einmal zugewiesen. Dieser Anteil unterscheidet sich stark zwischen den Kantonen: So werden Zuweisungen im Kanton Bern nur selten genutzt, im Kanton Waadt hingegen h\u00e4ufig (siehe <em>Abbildung 1<\/em>). Allerdings ist die Nutzung bei verschiedenen Gruppen von Stellensuchenden \u00e4hnlich: So erhalten Frauen und M\u00e4nner, Schweizer und Ausl\u00e4nder, \u00e4ltere und j\u00fcngere Stellensuchende fast gleich viele Zuweisungen.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 1: Anteil der Stellensuchenden mit mindestens einer Zuweisung<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<div class=\"chart chart--normal\" id=\"marlok_de\"><\/div>\n<script>\nvar chart;\n$(function () {\n\n    $('#marlok_de').highcharts({\n      \n        title: {\n            text: ''\n        },\n        xAxis: {\n            categories: ['Insgesamt', 'Bern (2012)', 'St. Gallen', 'Waadt', 'Zug', 'Z\u00fcrich']\n        },\n        yAxis: {\n            title: '',\nlabels: {\n                format: '{value}%'\n            }\n\n        },\n        tooltip: {\n            shared: true\n        },\n      \n \n        series: [\n{\n                 color: 'black',\n                 marker:{\n                     enabled:false\n                     },\n            name: 'Bandbreite der RAV',\n            type: 'line',\n            data: [null]\n             },\n\n\n{\n            name: 'Durchschnitt',\n            type: 'column',\n            data: [23.8, 14.8, 20.6, 38.9, 18.9, 25.4],\ntooltip:{ pointFormat:'{series.name}: {point.y:.1f}% <br\/>'  }\n                    \n        }, \n{\n            name: 'Bandbreite',\n            type: 'errorbar',\n            data: [[12.5, 46.2], [12.5, 17.3], [14.8, 32.2], [21.7 ,46.2], [null, null], [17.8, 35.6]],\n            tooltip: {\n                pointFormat: 'Bandbreite der RAV: {point.low}-{point.high}%'\n            },\n            stemWidth: 2,\n            whiskerLength: 28\n         \n        }]\n    });\n});\n<\/script>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: <span style=\"color: #000000;\">Morlok et al. (2015) <\/span>\/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Abgebildet sind die Zuweisungen auf Stellen, welche den RAV gemeldet wurden. Bern verwendet seit Anfang 2013 keine Zuweisungen mehr. In Zug gibt es nur ein RAV, entsprechend entf\u00e4llt die Bandbreite.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBei der Analyse der Wirkung zeigt sich: Zuweisungen auf Stellen, welche den RAV gemeldet wurden,<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> f\u00fchren dazu, dass sich Stellensuchende zwar etwas weniger h\u00e4ufig bewerben (\u20131%). Daf\u00fcr steigen die Chancen deutlich, zu einem Vorstellungsgespr\u00e4ch eingeladen zu werden (+12%). Dies f\u00fchrt insgesamt zu einer h\u00f6heren Zahl Vorstellungsgespr\u00e4che (+10%). Alle drei Effekte sind statistisch signifikant. Ein Grossteil des Effekts entsteht dadurch, dass Bewerbungen auf zugewiesene Stellen im Vergleich zu den \u00fcbrigen Bewerbungen eine deutlich h\u00f6here Wahrscheinlichkeit eines Vorstellungsgespr\u00e4chs aufweisen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie aufgef\u00fchrten Kennzahlen sind Durchschnittszahlen \u00fcber alle Zuweisungen. Differenziert man die Wirkung weiter, so zeigt sich beispielsweise: Zuweisungen zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt der Arbeitslosigkeit sowie Zuweisungen bei Stellensuchenden mit Kaderhintergrund und bei Fachkr\u00e4ften erzielen \u00fcberdurchschnittlich grosse Effekte. Auch bei anderen Gruppen sind Unterschiede festzustellen. Diese sind aber h\u00e4ufig statistisch nicht signifikant.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Fast die H\u00e4lfte der Sanktionen betrifft die K\u00fcndigungsphase<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSanktionen werden erteilt, wenn ein pflichtwidriges Verhalten des Stellensuchenden beobachtet wird. In der Untersuchungsperiode wurde rund ein F\u00fcnftel der Stellensuchenden sanktioniert. Zwei Drittel aller Sanktionen wurden aufgrund ungen\u00fcgender Arbeitsbem\u00fchungen ausgesprochen. Die Mehrheit dieser Sanktionen betraf die Phase vor der Anmeldung beim RAV und somit das Bewerbungsverhalten w\u00e4hrend der K\u00fcndigungszeit. Die meisten anderen Sanktionen beziehen sich auf das unentschuldigte Fernbleiben von einem Beratungsgespr\u00e4ch.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBei der Untersuchung der Nutzung zeigen sich erneut substanzielle Differenzen zwischen den Kantonen (siehe <em>Abbildung 2<\/em>): Zug beispielsweise sanktioniert \u00fcberdurchschnittlich h\u00e4ufig, daf\u00fcr weniger hart als andere Kantone. Umgekehrt verh\u00e4lt es sich beispielsweise in Z\u00fcrich: Hier wird weniger h\u00e4ufig sanktioniert, daf\u00fcr etwas h\u00e4rter als im Durchschnitt \u00fcber die f\u00fcnf untersuchten Kantone.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 2: Anteil der Stellensuchenden mit mindestens einer Sanktion<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<pre><div class=\"chart chart--normal\" id=\"marlok_de2\"><\/div>\n<script>\nvar chart;\n$(function () {\n\n    $('#marlok_de2').highcharts({\n      \n        title: {\n            text: ''\n        },\n        xAxis: {\n            categories: ['Insgesamt', 'Bern', 'St. Gallen', 'Waadt', 'Zug', 'Z\u00fcrich']\n        },\n        yAxis: {\n            title: '',\nlabels: {\n                format: '{value}%'\n            }\n\n        },\n        tooltip: {\n            shared: true\n        },\n      \n \n        series: [\n{\n                 color: 'black',\n                 marker:{\n                     enabled:false\n                     },\n            name: 'Bandbreite der RAV',\n            type: 'line',\n            data: [null]\n             },\n\n\n{\n            name: 'Durchschnitt',\n            type: 'column',\n            data: [19, 21.1, 16.3, 22.1, 26.1, 16.6],\ntooltip:{ pointFormat:'{series.name}: {point.y:.1f}% <br\/>'  }\n                    \n        }, \n{\n            name: 'Bandbreite',\n            type: 'errorbar',\n            data: [[11.8, 27.4], [13.7, 27.4], [11.8, 22.5], [19.9, 24.4], [null, null], [11.8, 18.9]],\n            tooltip: {\n                pointFormat: 'Bandbreite der RAV: {point.low}-{point.high}%'\n            },\n            stemWidth: 2,\n            whiskerLength: 28\n         \n        }]\n    });\n});\n<\/script>\n&#13;\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: <span style=\"color: #000000;\">Morlok et al. (2015)<\/span> \/ Die Volkswirtschaft<\/span><\/pre>\n<p>&#13;<br \/>\nZwischen den Personengruppen sind bei der Sanktionsh\u00e4ufigkeit deutliche Unterschiede zu beobachten. \u00c4ltere Stellensuchende beispielsweise werden deutlich seltener sanktioniert als junge. Ebenfalls unterdurchschnittlich h\u00e4ufig sanktioniert werden Frauen und Personen mit einem Kaderhintergrund.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSanktionen wirken sich positiv auf das Bewerbungsverhalten und den Bewerbungserfolg aus. Allerdings ist der Effekt eher gering: So steigern Sanktionen die Wahrscheinlichkeit eines Vorstellungsgespr\u00e4chs um 1%, die Zahl der Bewerbungen um 1% und die Zahl der Vorstellungsgespr\u00e4che um 3%. Statistisch signifikant ist dabei allerdings nur der Effekt auf die Zahl der Bewerbungen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Wirkung der Massnahme unterscheidet sich je nach Sanktionsgrund stark: Sanktionen, die aufgrund ungen\u00fcgender Arbeitsbem\u00fchungen vor der Anmeldung beim RAV ausgel\u00f6st werden, wirken sich stark negativ auf die weitere Suchintensit\u00e4t und den weiteren Sucherfolg aus. Bezieht sich die Sanktion auf ungen\u00fcgende Arbeitsbem\u00fchungen nach der Anmeldung, erh\u00f6ht sich hingegen wie gew\u00fcnscht die Anzahl der Bewerbungen. Dieser letzte Effekt ist \u2013 im Gegensatz zum vorhergehenden \u2013 statistisch signifikant.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Weniger Vorstellungsgespr\u00e4che bei Beraterwechseln<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBeraterwechsel sind grunds\u00e4tzlich in allen Kantonen ein seltenes Ereignis: Nur 6% aller Stellensuchenden wechseln ihren Personalberater. Auch hier gibt es allerdings grosse Unterschiede zwischen den Personen. So weist der Kanton Zug, der bei l\u00e4ngerer Arbeitslosigkeit der Stellensuchenden systematisch einen Wechsel durchf\u00fchrt, eine fast achtmal h\u00f6here Quote an Beraterwechseln auf als der Kanton Bern (siehe <em>Abbildung 3<\/em>). Eine vergleichsweise hohe Zahl Beraterwechsel ist bei Personen mit ehemaliger Kaderfunktion und \u00e4lteren Stellensuchenden zu beobachten. Stellensuchende dieser beiden Gruppen sind typischerweise l\u00e4nger beim RAV gemeldet. Daher ergeben sich \u00fcber die Dauer der Arbeitslosigkeit mehr M\u00f6glichkeiten oder Gr\u00fcnde f\u00fcr einen Wechsel.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Abb. 3: Anteil der Stellensuchenden mit mindestens einem Beraterwechsel<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<pre><div class=\"chart chart--normal\" id=\"marlok_de3\"><\/div>\n<script>\nvar chart;\n$(function () {\n\n    $('#marlok_de3').highcharts({\n      \n        title: {\n            text: ''\n        },\n        xAxis: {\n            categories: ['Insgesamt', 'Bern (2012)', 'St. Gallen', 'Waadt', 'Zug', 'Z\u00fcrich']\n        },\n        yAxis: {\n            title: '',\nlabels: {\n                format: '{value}%'\n            }\n\n        },\n        tooltip: {\n            shared: true\n        },\n      \n \n        series: [\n{\n                 color: 'black',\n                 marker:{\n                     enabled:false\n                     },\n            name: 'Bandbreite der RAV',\n            type: 'line',\n            data: [null]\n             },\n\n\n{\n            name: 'Durchschnitt',\n            type: 'column',\n            data: [6.1 ,2.4, 7.1, 6.6, 14.9, 6.7],\ntooltip:{ pointFormat:'{series.name}: {point.y:.1f}% <br\/>'  }\n                    \n        }, \n{\n            name: 'Bandbreite',\n            type: 'errorbar',\n            data: [[0.5, 14.9], [0.5, 4.3], [5.6, 9.7], [3.2, 9.2], [null, null], [4.2, 10.4]],\n            tooltip: {\n                pointFormat: 'Bandbreite der RAV: {point.low}-{point.high}%'\n            },\n            stemWidth: 2,\n            whiskerLength: 28\n         \n        }]\n    });\n});\n<\/script>\n&#13;\n&#13;\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: <span style=\"color: #000000;\">Morlok et al. (2015) <\/span>\/ Die Volkswirtschaft<\/span><\/pre>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Berechnungen zur Wirkung dieser Massnahme zeigen: Beraterwechsel verringern die Anzahl Bewerbungen signifikant (\u20133%). Dies h\u00e4ngt m\u00f6glicherweise mit dem Verlust an Verbindlichkeit, der \u00fcber die Zeit zwischen Personalberater und Stellensuchenden aufgebaut wurde, zusammen. Dies mag unter anderem dazu f\u00fchren, dass bei einem Beraterwechsel vom neuen Berater eine geringere Minimalzahl von Bewerbungen pro Monat festgelegt wird.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Durchschnitt zeigt sich weiter ein positiver Effekt auf die Wahrscheinlichkeit eines Vorstellungsgespr\u00e4chs (+4%), aber eine Abnahme bei der Zahl der Vorstellungsgespr\u00e4che (\u20136%). Die beiden letztgenannten Effekte sind statistisch nicht signifikant.&#13;<\/p>\n<h2><strong>RAV-Interventionen beeinflussen sich gegenseitig<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie verschiedenen Interventionstypen h\u00e4ngen zusammen. Die st\u00e4rksten Effekte involvieren dabei den Beraterwechsel: Diese finden weitaus h\u00e4ufiger statt, nachdem Stellensuchende sanktioniert worden sind. Wenn der Personalberater hingegen \u00fcber das Beratungsgespr\u00e4ch hinausgehende Formen der Unterst\u00fctzung einleitet (Zuweisungen oder Verf\u00fcgungen von Arbeitsmarktlichen Massnahmen), nimmt die Wahrscheinlichkeit des Wechsels ab. Umgekehrt finden nach einem Beraterwechsel weniger Sanktionen statt, und es werden mehr Zuweisungen get\u00e4tigt sowie Arbeitsmarktliche Massnahmen verf\u00fcgt. Diese Zusammenh\u00e4nge m\u00f6gen unerw\u00fcnschte Anreize generieren und wenigstens ein Teil der Erkl\u00e4rung sein, warum die Wirkung der Wechsel bei zwei Indikatoren negativ ausfiel.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Studie fokussiert auf rasche Reintegration<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Intuition, dass Vorstellungsgespr\u00e4che die Dauer der Stellensuche verk\u00fcrzen und die Chance auf eine Abmeldung mit Stelle erh\u00f6hen, wird klar best\u00e4tigt. Dies zeigen weiterf\u00fchrende Auswertungen der Resultate zum Zusammenhang zwischen den Interventionen und der Dauer der Arbeitslosigkeit. W\u00e4hrend Zuweisungen und Sanktionen eine Abmeldung vom RAV beg\u00fcnstigten, verl\u00e4ngern Beraterwechsel die Dauer der Stellensuche.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZu ber\u00fccksichtigen ist schliesslich: Da die Auswertungen auf die rasche Reintegration der Stellensuchenden fokussieren, wird der mittel- und langfristige Erfolg auf dem Arbeitsmarkt ausgeklammert. Das betrifft etwa die Qualit\u00e4t und den Lohn der neuen Arbeitsstelle oder das Risiko wiederholter Arbeitslosigkeit. Insbesondere bei Sanktionen ist dies von Bedeutung, denn diese k\u00f6nnten zum unerw\u00fcnschten Resultat f\u00fchren, dass sich Stellensuchende ohne Stelle abmelden.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Diese machen die grosse Mehrheit aus; sogenannte Schnellzuweisungen auf \u00f6ffentlich ausgeschriebene Stellen sind eher selten.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Das h\u00e4ngt unter anderem damit zusammen, dass die Effekte stark streuen (es gibt Personen, die von einer Zuweisungen profitieren, bei anderen ist hingegen kein oder gar ein negativer Effekt zu beobachten).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) nutzen eine Vielzahl von Prozessen und Instrumenten, die Stellensuchende dabei unterst\u00fctzen, m\u00f6glichst rasch und nachhaltig in den Arbeitsmarkt zur\u00fcckzukehren. In der vorliegenden Studie wurden drei solcher \u00abBeraterinterventionen\u00bb auf ihre Nutzung und Wirkung hin untersucht: Zuweisungen (obligatorische Bewerbungsaufforderungen), Sanktionen (K\u00fcrzung der Arbeitslosenentsch\u00e4digung) und Beraterwechsel.&#13; &#13; Die Interventionen werden in der Praxis kontrovers [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3679,"featured_media":32735,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[76],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":3679,"seco_co_author":[3993,4054,2882,3896,0],"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Dr. oec. publ., Projektleiter, B,S,S. Volkswirtschaftliche Beratung, Basel","seco_author_post_occupation_fr":"Chef de projet chez BSS Volkswirtschaftliche Beratung, B\u00e2le","seco_co_authors_post_ocupation":[{"seco_co_author":3993,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"\u00d6konom, Senior Berater, BSS Volkswirtschaftliche Beratung, Basel ","seco_co_author_post_occupation_fr":"\u00c9conomiste et conseiller principal, BSS Volkswirtschaftliche Beratung, B\u00e2le "},{"seco_co_author":4054,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"Professorin f\u00fcr Volkswirtschaftslehre, Universit\u00e4t Hohenheim","seco_co_author_post_occupation_fr":"Professeure d\u2019\u00e9conomie \u00e0 l\u2019universit\u00e9 de Hohenheim (Allemagne)"},{"seco_co_author":2882,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"Professor f\u00fcr Volkswirtschaftslehre, Universit\u00e4t Z\u00fcrich","seco_co_author_post_occupation_fr":"Professeur d\u2019\u00e9conomie politique, Universit\u00e9 de Zurich"},{"seco_co_author":3896,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"Professor f\u00fcr Arbeitsmarkt\u00f6konomie und technologische Transformation, Universit\u00e4t Lausanne","seco_co_author_post_occupation_fr":"Professeur d\u2019\u00e9conomie du march\u00e9 du travail et de transformation technologique, Universit\u00e9 de Lausanne"}],"short_title":"RAV-Zuweisungen verk\u00fcrzen Stellensuche","post_lead":"Eine Studie zeigt: Beratungsinterventionen der Arbeitsvermittlungszentren k\u00f6nnen die Stellensuche verk\u00fcrzen. Besonders vielversprechend sind obligatorische Bewerbungsaufforderungen.","post_hero_image_description":"Beraterwechsel verl\u00e4ngern die Dauer der Stellensuche. Dies zeigt eine Studie zu den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV).","post_hero_image_description_copyright_de":"iStock","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":[{"kasten_title":"\u00dcber eine Million Bewerbungen aus f\u00fcnf Kantonen erfasst","kasten_box":"F\u00fcr die Untersuchung konnte ein Datensatz zum Bewerbungsverhalten genutzt werden, welcher im Rahmen einer vom gleichen Forschungsteam durchgef\u00fchrten Evaluation der Arbeitsmarktlichen Massnahmen (AMM) erstellt wurde.<sup>a<\/sup> F\u00fcr die Analyse der Wirkung von Beraterinterventionen wurde der bestehende Datensatz mit den Daten von Stellensuchenden, welche keine AMM besuchten, erg\u00e4nzt. Insgesamt beinhaltet der Datensatz nun Daten zu mehr als einer Million Bewerbungen, die im Zeitraum April 2012 bis M\u00e4rz 2013 in den Kantonen Bern, St. Gallen, Waadt, Zug und Z\u00fcrich geschrieben wurden. Mit den Daten k\u00f6nnen verschiedene Ereignisse w\u00e4hrend der Arbeitslosigkeit auf ihre Auswirkung untersucht werden. Zudem kann aufgezeigt werden, ob der Effekt durch eine Steigerung (beziehungsweise Reduktion) der Suchintensit\u00e4t, des Sucherfolgs, oder beidem, zustande kommt.&#13;\n&#13;\n<sup>a<\/sup> Vgl. Morlok et al. (2014). Evaluation der Arbeitsmarktlichen Massnahmen. Seco, Arbeitsmarktpolitik No. 41."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":116036,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":116040,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"19581","post_abstract":"Eine neue Studie, die im Auftrag des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) durchgef\u00fchrt wurde, untersucht die Wirkung von Zuweisungen (obligatorische Bewerbungsaufforderungen), Sanktionen und Beraterwechseln bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV). Die Auswertung von einer Million Bewerbungen zeigt: Zwei dieser drei Beraterinterventionen entfalten eine positive Wirkung, wenn sie ad\u00e4quat eingesetzt werden. Eine besonders gute Wirkung zeigen die Zuweisungen; der Effekt bei den Sanktionen ist hingegen eher gering. Beim Beraterwechsel scheinen die Wechselkosten die positiven neuen Impulse zu \u00fcberschatten: Die Wirkung dieser Intervention ist in den meisten untersuchten Situationen negativ. Die Resultate erlauben neue Erkenntnisse zu wichtigen Instrumenten der RAV, die bisher noch wenig erforscht wurden. Auf Basis der neuen Informationen kann insbesondere dort, wo eine negative Wirkung festgestellt wurde, die Praxis weiter analysiert und optimiert werden.","magazine_issue":"20150701","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[4127,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20150625","original_files":[{"file":116048},{"file":116052}],"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/5543406dd3c64"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/116033"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3679"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=116033"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/116033\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126838,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/116033\/revisions\/126838"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3896"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2882"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4054"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3993"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3679"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/32735"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=116033"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=116033"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=116033"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=116033"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=116033"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=116033"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}