{"id":116071,"date":"2015-06-24T16:42:21","date_gmt":"2015-06-24T16:42:21","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/06\/2015-07-vogt-franzoesisch\/"},"modified":"2024-04-10T17:03:41","modified_gmt":"2024-04-10T15:03:41","slug":"2015-07-vogt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/06\/2015-07-vogt\/","title":{"rendered":"\u00ab\u00c4ltere Arbeitnehmende sollten f\u00fcr Ver\u00e4nderungen offen sein\u00bb"},"content":{"rendered":"<h3>Kennen Sie pers\u00f6nlich \u00e4ltere Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt M\u00fche bekunden?<\/h3>\n<p>Ich bin zurzeit selbst mit f\u00fcnf Personen in Kontakt, welche mich um Unterst\u00fctzung gebeten haben. Rund zehn Personen konnte ich in den letzten zw\u00f6lf Monaten im Rahmen solcher Bem\u00fchungen bereits selber erfolgreich vermitteln. Ich kenne daher aus diesen Kontakten die Situation dieser Altersgruppe sehr gut.<\/p>\n<h3>Wie sch\u00e4tzen Sie \/ der Arbeitgeberverband die aktuelle Situation f\u00fcr die \u00e4lteren Personen auf dem Arbeitsmarkt ein?<\/h3>\n<p>Der Schweizerische Arbeitgeberverband teilt die Einsch\u00e4tzungen des Seco und der Kantone, welche an der Nationalen Konferenz zum Thema \u00ab\u00c4ltere Arbeitnehmende\u00bb vorgenommen wurde:<br \/>\nDie Erwerbsquote von 74% bei den 55- bis 64-J\u00e4hrigen z\u00e4hlt im internationalen Vergleich zu den h\u00f6chsten. Die Arbeitslosenquote der \u00fcber 50-J\u00e4hrigen lag im Jahr 2014 bei 2,8 Prozent. Das sind 0,4 Prozentpunkte weniger als der schweizerische Durchschnitt. Werden \u00e4ltere Personen aber arbeitslos, brauchen sie l\u00e4nger als andere, um wieder eine Stelle zu finden. Zudem gibt es aufgrund des Geschlechts, des Bildungsstandes, der Branchen und der Regionen deutliche Unterschiede.<\/p>\n<h3>Wo liegen Ihres Erachtens die Hauptprobleme?<\/h3>\n<p>Das Hauptproblem liegt in der Heterogenit\u00e4t dieser Arbeitnehmerkategorie: Jeder Fall ist anders. Dies erschwert die Problemanalyse und die L\u00f6sungsfindung gleichermassen. Eine Rolle spielen sicherlich die hohen Lohnerwartungen (Thema der \u00abSeniorit\u00e4tsentlohnung\u00bb) sowie nicht mit den Stellenprofilen \u00fcbereinstimmende Qualifikationen (\u00abMismatch\u00bb). Zudem m\u00fcssen die im Verlauf des Berufslebens erworbenen F\u00e4higkeiten stets dem gesellschaftlichen Wandel und der technischen Entwicklung angepasst werden.<\/p>\n<h3>Welche L\u00f6sungen sehen Sie?<\/h3>\n<p>F\u00fcr eine gezielte Problembehandlung braucht es eine gute Datengrundlage. Darum k\u00f6nnte eine bessere Datenerfassung weiterhelfen. Auf dieser Basis k\u00f6nnten zielf\u00fchrendere Massnahmen erarbeitet werden, um die Situation der \u00e4lteren Arbeitskr\u00e4fte zu verbessern. Wichtig ist aber in jedem Fall, dass das \u00abMatching\u00bb zwischen offenen Arbeitsstellen und Stellensuchenden ab 50+ weiter verbessert werden kann.<\/p>\n<h3>Was ist der konkrete Beitrag des Arbeitgeberverbands bzw. der Arbeitgeber, damit die Situation sich \u00e4ndert?<\/h3>\n<p>Die Arbeitgeber anerkennen den wichtigen Beitrag, den die \u00e4lteren Arbeitnehmenden f\u00fcr die Wirtschaft leisten, und sind im Rahmen des Fachkr\u00e4ftemangels und auch der sich abzeichnenden Zuwanderungsbegrenzung auf sie angewiesen. Gleichzeitig sollen Arbeitnehmende f\u00fcr Ver\u00e4nderungen offen sein: Es liegt auch an ihnen, ihre fachlichen und pers\u00f6nlichen Qualifikationen eigenverantwortlich weiterzuentwickeln und damit ihre Arbeitsmarktf\u00e4higkeit zu erhalten. Im Gegenzug unterst\u00fctzen Arbeitgeber und \u00f6ffentliche Hand \u00e4ltere Arbeitskr\u00e4fte im Rahmen der betrieblichen M\u00f6glichkeiten bei der Aus- und Weiterbildung. Ein anderer Ansatz ist die betriebsinterne \u00abStandortbestimmung\u00bb. Als weitere Massnahme setzen wir uns daf\u00fcr ein, bei Stelleninseraten \u00fcberall dort auf die Erw\u00e4hnung des Lebensalters als Kriterium zu verzichten, wo dieses sachlich f\u00fcr die Stelle nicht notwendig ist.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">&#8211;<\/span><\/p>\n<p>Die Fragen wurden schriftlich beantwortet.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kennen Sie pers\u00f6nlich \u00e4ltere Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt M\u00fche bekunden? Ich bin zurzeit selbst mit f\u00fcnf Personen in Kontakt, welche mich um Unterst\u00fctzung gebeten haben. Rund zehn Personen konnte ich in den letzten zw\u00f6lf Monaten im Rahmen solcher Bem\u00fchungen bereits selber erfolgreich vermitteln. 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