{"id":116124,"date":"2015-06-24T16:42:17","date_gmt":"2015-06-24T16:42:17","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/06\/2015-07\/"},"modified":"2023-08-23T23:13:32","modified_gmt":"2023-08-23T21:13:32","slug":"2015-07-jaeggi-bochud","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/06\/2015-07-jaeggi-bochud\/","title":{"rendered":"Differenzierte Schwellenwerte sind sinnvoll"},"content":{"rendered":"<p>Wie in vielen anderen L\u00e4ndern hat sich die Beschaffungspolitik auch in der Schweiz in den 1990er-Jahren grundlegend ver\u00e4ndert. Als 1996 das plurilaterale \u00dcbereinkommen \u00fcber das \u00f6ffentliche Beschaffungswesen (GPA) der Welthandelsorganisation (WTO) in Kraft trat, war dies eine wichtige Etappe im Hinblick auf das Ziel, gewisse Wirtschaftsbereiche einer internationalen Ausschreibungspflicht zu unterstellen. Das bilaterale Abkommen zu verschiedenen Aspekten des Beschaffungswesens zwischen der Schweiz und der Europ\u00e4ischen Union, das 1999 geschlossen wurde und 2002 in Kraft trat, \u00f6ffnete ebenfalls bestimmte M\u00e4rkte einem Wettbewerb \u00fcber die Landesgrenzen hinaus.&#13;<\/p>\n<h2><strong>\u00d6ffentliche Beschaffungen im Umfang von 40 Milliarden Franken<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Beschaffungsrecht regelt einen wichtigen Bereich der Volkswirtschaft. Die Ausgaben der Schweiz im Zusammenhang mit \u00f6ffentlichen Beschaffungen auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene belaufen sich gem\u00e4ss Sch\u00e4tzungen auf \u00fcber 40\u00a0Milliarden Franken pro Jahr.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Dies entspricht mehr als 6\u00a0Prozent des Bruttoinlandprodukts und einem F\u00fcnftel der gesamten Ausgaben der \u00f6ffentlichen Hand.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Jahr 2013 beschaffte die Bundesverwaltung G\u00fcter und Dienstleistungen im Wert von 5,3\u00a0Milliarden Franken. F\u00fcr 2012 und 2013 geht aus den Statistiken des Bundesamts f\u00fcr Bauten und Logistik hervor, dass 90% der Auftr\u00e4ge f\u00fcr Beschaffungen der Bundesverwaltung an einheimische Leistungserbringer gingen, was rund 4,8\u00a0Milliarden Franken j\u00e4hrlich entspricht. Das \u00f6ffentliche Beschaffungswesen ist somit sowohl f\u00fcr die Unternehmen als auch f\u00fcr den Staat, der seine Mittel haush\u00e4lterisch einsetzen muss, wirtschaftlich von grosser Bedeutung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine genau bezifferte Bilanz zu den Auswirkungen der \u00d6ffnung des Beschaffungswesens zu erstellen, ist schwierig.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Evaluationen zeigen: \u00d6ffnung und Transparenz st\u00e4rken den Wettbewerb, denn \u00f6ffentliche Gemeinwesen k\u00f6nnen aufgrund tieferer Preise sparen.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Effiziente Verwendung der Steuergelder als wichtige Vorgabe<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNur schon aufgrund des grossen Volumens stellt sich die Frage nach der \u00f6konomisch optimalen Ausgestaltung eines Beschaffungssystems. Oft entspringt die Erbringung einer bestimmten staatlichen Leistung, etwa der Bau einer Turnhalle oder die Anschaffung einer neuen Buchhaltungssoftware, dem politischen Prozess oder ergibt sich aus einem entsprechenden Auftrag. Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist es von Bedeutung, wie der Staat diese Leistungen einkauft.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin Ansatzpunkt f\u00fcr die Analyse bietet die Frage: Welche Ziele m\u00f6chte der Staat mit seinem Handeln verfolgen? Wenn die Erbringung einer bestimmten Leistung \u2013 einer Turnhalle f\u00fcr eine Gemeinde \u2013 als einziges Ziel definiert wird, ist die Art und Weise der Auftragsvergabe aus Sicht der Gemeindeverwaltung unwichtig. Die Gemeinde wird in diesem Fall wom\u00f6glich den Auftrag ohne Ausschreibung an ein lokales Unternehmen mit guten Beziehungen zum Gemeinderat vergeben, welches danach ohne Konkurrenzdruck einen zu hohen Preis f\u00fcr die Erstellung der Turnhalle verlangen wird. Dadurch wird aus den gegebenen Steuermitteln nicht das Optimum an Leistung erzielt. Aus \u00f6konomischer Sicht f\u00fchrt dieses ineffiziente Verhalten zu unn\u00f6tigen Wohlstandseinbussen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDaher gibt man der \u00f6ffentlichen Hand ein weiteres Ziel auf den Weg: die m\u00f6glichst effiziente Verwendung der Steuergelder. Dazu schreibt der Staat gr\u00f6ssere Beschaffungen \u00f6ffentlich aus, kommuniziert die Kriterien f\u00fcr den Zuschlag transparent und entscheidet sich f\u00fcr das beste Angebot. Durch diese Form der Ausschreibung schafft der Staat einerseits automatisch Transparenz \u00fcber die Verwendung der Mittel, andererseits f\u00f6rdert er den Wettbewerb zwischen den verschiedenen Anbietern und sorgt damit daf\u00fcr, dass die Steuergelder zielgerichtet und m\u00f6glichst effizient eingesetzt werden.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Schwacher Wettbewerb und Korruption hemmen Wirtschaft<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEin funktionierender Wettbewerb auf den verschiedenen M\u00e4rkten ist ein wichtiger Motor f\u00fcr den Wohlstand und die Arbeitsplatzsicherheit in der Schweiz.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Er sorgt f\u00fcr effiziente M\u00e4rkte, kann aber nur richtig spielen, wenn ein freier Zugang zu diesen besteht. Dies gilt f\u00fcr Unternehmen, die nur im Inland t\u00e4tig sind, ebenso wie f\u00fcr exportorientierte. Damit sie weltweit konkurrenzf\u00e4hig sind, braucht es f\u00fcr exportorientierte Firmen auch einen stimulierenden Wettbewerb im Heimmarkt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin zu schwacher Wettbewerb kann die gesamte Wirtschaft l\u00e4hmen \u2013 nicht nur die nationale, sondern vor allem auch die lokale. So kann ein nicht wettbewerbsorientiertes \u00f6ffentliches Beschaffungswesen zur Folge haben, dass die Finanzmittel einer Region ineffizient eingesetzt werden, die Steuern steigen oder die Versorgung mit \u00f6ffentlichen G\u00fctern weniger gut ist, als es das Steueraufkommen erlauben w\u00fcrde.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> Ein mangelnder Wettbewerb liefert ausserdem keinerlei Innovationsanreize und bestraft damit die lokalen Kunden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin weiterer positiver Effekt einer transparenten Ausschreibung ist die Reduktion von Korruption und Willk\u00fcr. Sp\u00e4testens seit dem Bestseller des US-t\u00fcrkischen \u00d6konomen Daron Acemo\u011flu<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> \u00fcber das Scheitern von Nationen ist klar: Gut funktionierende staatliche Institutionen sind \u00f6konomisch wertvoll. Ein ideales \u00f6ffentliches Beschaffungswesen sollte deshalb daf\u00fcr sorgen, dass Korruption nicht beg\u00fcnstigt wird.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nFraglich ist hingegen, wie die Kriterien f\u00fcr den Zuschlag gestaltet werden sollen. Dies f\u00fchrt regelm\u00e4ssig zu politischen Kontroversen. Umstritten ist insbesondere, ob die Vergabe an bestimmte Eigenschaften der Bieter gekn\u00fcpft werden sollte: etwa, ob es sich um ein regionales Unternehmen handelt oder ob gewisse Umweltstandards erf\u00fcllt werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nErfahrungsgem\u00e4ss ist es eine schlechte Idee, mehrere Ziele des Staates mit demselben Instrument zu verfolgen \u2013 in diesem Falle die effiziente Verwendung von Steuergeldern, die F\u00f6rderung der regionalen Wirtschaft oder den Schutz der Umwelt. In der Regel f\u00fchren solche Ausschreibungen zu Zielkonflikten zulasten einer effizienten Vergabe. Folglich empfiehlt es sich, die Vergabepraxis prim\u00e4r an der wirtschaftlichen Verwendung der staatlichen Mittel auszurichten.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Differenzierte Schwellenwerte sind zu bevorzugen<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUmstritten ist auch die H\u00f6he des Schwellenwertes f\u00fcr \u00f6ffentliche Ausschreibungen. Die zugrunde liegende Idee ist hier: Aus einer volkswirtschaftlichen Optik k\u00f6nnen \u00f6ffentliche Ausschreibungen nicht nur Nutzen, sondern auch Kosten kreieren. Diese entstehen aufgrund des Aufwandes einer Ausschreibung sowohl bei der beschaffenden Beh\u00f6rde als auch bei den Bietern (etwa Transaktions- und Bearbeitungskosten). So l\u00e4sst sich annehmen, dass die Kosten beispielsweise von der Komplexit\u00e4t eines Projekts abh\u00e4ngen und mit der Gr\u00f6sse eines Auftrags steigen: Eine Offerte f\u00fcr den Bau einer Autobahnbr\u00fccke ist wesentlich teurer als eine Offerte f\u00fcr den standardisierten Reinigungsdienst in einem Verwaltungsgeb\u00e4ude. Deshalb kann es Sinn machen, die Schwellenwerte nach Art der Leistung zu differenzieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie <em>Abbildung<\/em> stellt \u2013 stark vereinfacht \u2013 die volkswirtschaftlichen Nutzen und Kosten von \u00f6ffentlichen Ausschreibungen dar. Studien<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a> zeigen, dass die Grenzkosten in der Regel mit dem gesch\u00e4tzten Auftragsvolumen abnehmen. Geht man also davon aus, dass die Grenznutzen des Wettbewerbs mit zunehmendem Auftragswert steigen oder zumindest konstant bleiben<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a>, schneiden sich die <em>Nutzen-A-Kurve<\/em> und die Kostenkurve im Schnittpunkt S<sub>1<\/sub>.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Schematische Kosten-Nutzen-\u00dcberlegungen bei \u00f6ffentlichen Beschaffungen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/06\/Jaeggi_Grafik.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-22975 size-medium\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/06\/Jaeggi_Grafik-600x415.jpg\" alt=\"Jaeggi_Grafik\" width=\"600\" height=\"415\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Seco \/ Die Volkswirtschaft<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung: Nutzen B = Ber\u00fccksichtigung von Vetternwirtschaft; S<sub>1<\/sub> und S<sub>2<\/sub>= Schwellenwerte.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBei gesch\u00e4tzten Auftragswerten von gr\u00f6sser als S<sub>1<\/sub> bringt die Ausschreibung einen h\u00f6heren Nutzen, als sie Kosten verursacht. Sie ist damit aus volkswirtschaftlicher Sicht sinnvoll und kann die gesamtwirtschaftliche Effizienz erh\u00f6hen. Ist das Auftragsvolumen geringer, entsteht durch die Ausschreibung ebenfalls positiver Nutzen. Da die Kosten in diesem Fall jedoch \u00fcberwiegen, ist die volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen Bilanz einer Ausschreibung negativ. Diese Betrachtung spricht f\u00fcr die Verwendung eines <em>Schwellenwertes (S<sub>1<\/sub>)<\/em>, ab welchem \u00f6ffentliche Beschaffungen ausgeschrieben werden m\u00fcssen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNun kann man entgegnen, dass die Absenz von Willk\u00fcr und Vetternwirtschaft bei einer \u00f6ffentlichen Ausschreibung ebenfalls einen positiven Nutzen f\u00fcr sich kreiert. Dies ist in der <em>Nutzen-B-Kurve<\/em> dargestellt. Ber\u00fccksichtigt man dies, so schneiden sich die Kosten- und die Nutzenkurve bei einem tieferen Wert <em>S<sub>2<\/sub><\/em>. Diese stilisierte Betrachtung spricht f\u00fcr einen tieferen Schwellenwert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAus praktischer Sicht k\u00f6nnte man die Annahme vertreten, dass die H\u00f6he des Nutzens der Absenz von Willk\u00fcr keine fixe Zahl ist, sondern wiederum von einer Reihe von Faktoren, wie etwa der Transparenz der Beschaffung, der demokratischen Kontrolle und der N\u00e4he der Beschaffungsstellen zu potenziellen Auftragnehmern, abh\u00e4ngt. Je gr\u00f6sser die Wahrscheinlichkeit einer Vetternwirtschaft ist, desto tiefer sollte der Schwellenwert f\u00fcr Ausschreibungen gew\u00e4hlt werden. Dieses Argument l\u00e4sst daran zweifeln, ob einheitliche Schwellenwerte f\u00fcr alle Beschaffungsstellen der \u00f6ffentlichen Hand aus einer volkswirtschaftlichen Sicht wirklich optimal sind.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">EFD (2015). Erl\u00e4uternder Bericht \u00c4nderung des Bundesgesetzes \u00fcber das \u00f6ffentliche Beschaffungswesen.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Parlamentarische Verwaltungskontrollstelle (2002). Die Liberalisierung des \u00f6ffentlichen Beschaffungswesens in der Schweiz in juristischer und \u00f6konomischer Hinsicht, Bern.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Ibid. sowie Europ\u00e4ische Kommission (2015). Economic Efficiency and Legal Effectiveness of Review and Remedies Procedures for Public Contracts; Europ\u00e4ische Kommission (2004), a Report on the Functioning of Public Procurement Markets in the EU: Benefits from the Application of EU Directives and Challenges for the Future.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">WBF (2015). Grundlagen f\u00fcr die Neue Wachstumspolitik.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Peter Balast\u00e8r (2010). Gr\u00fcnde f\u00fcr ein wettbewerbsorientiertes Vergabewesen, Die Volkswirtschaft, 3-2010.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Daron Acemo\u011flu (2012). Why Nations Fail: The Origins of Power, Prosperity, and Poverty.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">J\u00e4ger, H\u00f6ppli und Atzenweiler (2006). Volkswirtschaftliche Kosten bei \u00f6ffentlichen Ausschreibungen von Planerauftr\u00e4gen. Studie im Auftrag der Schweizerischen Vereinigung Beratender Ingenieurunternehmungen Usic.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Diese Folgerung trifft in zwei F\u00e4llen nicht zu. 1. Wenn die Fixkosten der Ausschreibung tiefer sind als der Nutzen der Absenz von Willk\u00fcr. In diesem Fall ist eine Ausschreibung immer sinnvoll. 2. Wenn 1) nicht zutrifft und der Grenznutzen stets unter den Grenzkosten liegt. In diesem Fall ist eine Ausschreibung nie sinnvoll.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie in vielen anderen L\u00e4ndern hat sich die Beschaffungspolitik auch in der Schweiz in den 1990er-Jahren grundlegend ver\u00e4ndert. 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Ein optimales Beschaffungswesen zu definieren, ist auch in der Theorie nicht einfach. W\u00e4hrend sich die meisten \u00d6konomen in den grossen Linien einig sind (etwa bei der Pflicht zur Ausschreibung sowie bei der Effizienz staatlicher Ausgaben als \u00fcbergeordnetem Ziel), gibt es im Detail (etwa bei der H\u00f6he und der Definition der Schwellenwerte) kontroverse Diskussionen. Generell lassen sich aus den theoretischen \u00dcberlegungen einige Empfehlungen f\u00fcr die Praxis ableiten, welche das Kosten-Nutzen-Verh\u00e4ltnis bei \u00f6ffentlichen Beschaffungen positiv beeinflussen k\u00f6nnen. Erstens: Ausschreibungen sind nicht immer automatisch zu empfehlen. Insbesondere bei hohen Kosten einer Ausschreibung und bei geringen Auftragswerten kann der Nutzen unterhalb der Kosten liegen. Zweitens: Je gr\u00f6sser die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr Vetternwirtschaft, desto tiefer sollte der Schwellenwert f\u00fcr Ausschreibungen gew\u00e4hlt werden. Und drittens: Bei Vorschriften f\u00fcr Ausschreibungen ist darauf zu achten, dass die administrativen Kosten f\u00fcr die Unternehmen und Beschaffungsstellen so tief wie m\u00f6glich gehalten werden. Je tiefer die Kosten f\u00fcr die Unternehmer und Beschaffer bei der Ausschreibung sind, desto tiefer kann der Schwellenwert angesetzt werden.","magazine_issue":"20150701","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":[4127,0],"korrektor":4139,"planned_publication_date":"20150624","original_files":[{"file":116139}],"external_release_for_author":"20150602","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/555b4de4ecfb4"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/116124"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3072"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=116124"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/116124\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126845,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/116124\/revisions\/126845"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4139"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4127"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3716"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3072"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157247"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156616"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/32822"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=116124"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=116124"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=116124"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=116124"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=116124"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=116124"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}