{"id":116222,"date":"2015-06-24T16:00:20","date_gmt":"2015-06-24T16:00:20","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/06\/2015-07-pletscher-franz\/"},"modified":"2024-05-14T17:21:24","modified_gmt":"2024-05-14T15:21:24","slug":"wettbewerbsfreundliche-modernisierung-noetig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/06\/wettbewerbsfreundliche-modernisierung-noetig\/","title":{"rendered":"Wettbewerbsfreundliche Modernisierung n\u00f6tig"},"content":{"rendered":"<p>Mehr Wettbewerb senkt nicht nur die Kosten f\u00fcr \u00f6ffentliche Beschaffungen, sondern f\u00fchrt auch zu mehr Effizienz in den Unternehmen. Transparente Verfahren sind ferner wirksame Hilfsmittel gegen Korruption. Damit werden die Rahmenbedingungen f\u00fcr Unternehmen verbessert. In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist dies besonders wichtig.<\/p>\n<p>Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse bewertet das Beschaffungswesen an vier Grunds\u00e4tzen: Transparenz, Wettbewerb, Gleichbehandlung und Effizienz. Die Revision ist konsequent auf diese Ziele auszurichten. Die Harmonisierung soll in diesem Sinne m\u00f6glichst weit gehen. Nach dem Scheitern einer einheitlichen Regelung auf Bundesebene ist das parallele Vorgehen von Kantonen und Bund ein pragmatischer Weg, sofern sich alle Kantone diesem Bestreben anschliessen und auf Sonderz\u00fcge verzichtet wird.<\/p>\n<h2><strong>Im Zweifel f\u00fcr die Wirtschaftsfreiheit<\/strong><\/h2>\n<p>Eine liberale Regelung liegt im eigenen Interesse der Schweiz und ist wohl formal, nicht aber in der Sache durch internationale Vorgaben bedingt. Daher muss immer gepr\u00fcft werden, inwieweit aus Gr\u00fcnden der Wirtschaftsfreiheit weiter gehende Liberalisierungen geboten sind. Economiesuisse bedauert, dass in der vorbereitenden Arbeitsgruppe zur Gesetzesrevision Stimmen des Wettbewerbes wie das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) oder die Wettbewerbskommission (Weko) ebenso gefehlt haben wie direkt betroffene Unternehmen.<\/p>\n<p>Bereits bei fr\u00fcheren Gelegenheiten hat Economiesuisse auf zentrale Punkte hingewiesen:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Bei den Teilnahmebedingungen ist klarzustellen: Es geht nur um die Erf\u00fcllung bestehender gesetzlicher Verpflichtungen. Teilnahmebedingungen der Auftraggeber d\u00fcrfen nicht einseitig zulasten der Anbieter ausgestaltet werden.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Bei Kriterien besteht ein enormer Spielraum, den Wettbewerb durch zus\u00e4tzliche Vorgaben und Einschr\u00e4nkungen zu unterlaufen. Bei der Ausgestaltung sollen nur solche Zielsetzungen und Kriterien ausschlaggebend sein, welche wettbewerbsf\u00f6rdernd sind. Die Kriterien d\u00fcrfen KMU nicht diskriminieren \u2013 etwa durch die Gestaltung von Losgr\u00f6ssen. Andere staatliche Ziele als wettbewerbliche (beispielsweise die Nachhaltigkeit) sind wichtig, doch nicht im Beschaffungswesen zu regeln.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Ein angemessener Rechtsschutz ist unabh\u00e4ngig von den Schwellenwerten wichtig. Er muss auch f\u00fcr kleinere Beschaffungen oder bei einem Einladungsverfahren gelten. Denn er wirkt nicht nur in Gerichtsf\u00e4llen, sondern hat auch eine disziplinierende Vorwirkung. Zum Rechtsschutz geh\u00f6ren auch die Bestimmungen des Binnenmarktgesetzes. Diese sollen unver\u00e4ndert weiter gelten. Entsprechend ist das Beschwerderecht der Weko sowohl auf Bundesebene wie in den Kantonen wichtig.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Einseitige Ausschreibekriterien k\u00f6nnen einzelne Akteure mit gravierenden Folgen vom Wettbewerb ausschliessen. Damit wird der Grundsatz der Wirtschaftsfreiheit verletzt, und der Staat kann nicht von Offerten profitieren, welche in einer Gesamtbeurteilung wirtschaftlich g\u00fcnstiger w\u00e4ren. Beispiele f\u00fcr solche verfehlten Kriterien waren etwa Nachhaltigkeitskriterien der verwaltungsnahen Interessengemeinschaft \u00d6kologische Beschaffung Schweiz (Ig\u00f6b) f\u00fcr Reinigungsmittel, welche von europ\u00e4ischen Standards abweichen und Handelshemmnisse schaffen. Auch der Beschluss des Bundesrates im Zusammenhang mit der Beschaffung kritischer ICT-Infrastruktur, wonach nur noch Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligung in der Schweiz ber\u00fccksichtigt werden sollten, spiegelt eine Voreingenommenheit.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Bei den Zuschlagskriterien darf der Preis nicht einseitig gewertet werden. Der Preis kann gar nicht unabh\u00e4ngig von den anderen genannten Kriterien beurteilt werden, ausser allenfalls bei standardisierten Massenprodukten. Dies gilt insbesondere f\u00fcr komplexe Projekte und in besonderem Masse f\u00fcr intellektuelle Dienstleistungen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr Wettbewerb senkt nicht nur die Kosten f\u00fcr \u00f6ffentliche Beschaffungen, sondern f\u00fchrt auch zu mehr Effizienz in den Unternehmen. Transparente Verfahren sind ferner wirksame Hilfsmittel gegen Korruption. 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