{"id":116249,"date":"2015-06-08T17:02:48","date_gmt":"2015-06-08T17:02:48","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/06\/le-partage-stimule-la-concurrence\/"},"modified":"2023-08-23T23:13:40","modified_gmt":"2023-08-23T21:13:40","slug":"teilen-treibt-den-wettbewerb-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/06\/teilen-treibt-den-wettbewerb-an\/","title":{"rendered":"Teilen treibt den Wettbewerb an"},"content":{"rendered":"<p>Teilen geh\u00f6rt nicht nur zu den moralischen Grundlagen der christlichen Welt, sondern hat auch eine \u00f6konomische Dimension: Durch gemeinsame Nutzung wird das Potenzial einer Ressource besser ausgesch\u00f6pft. Nun entwickelt sich das Teilen auch zum Impulsgeber von Innovation und Wettbewerb. Dank IT-gest\u00fctzten Plattformen werden traditionelle Regelungen von Nutzungsrechten \u2013 wie das Mieten von Autos und Wohnraum oder das Leasen von Maschinen \u2013 zu neuen Wettbewerbsparametern.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn der Welt der sogenannten Sharing Economy vereinfachen Apps und das Internet die kurzzeitige und spontane Partizipation an Ressourcen: das Teilen des Privatautos mit fremden Fahrg\u00e4sten zwischen Bern und Z\u00fcrich, das Vermieten der Privatwohnung an Touristen \u00fcber das Wochenende oder die vor\u00fcbergehende gemeinsame Nutzung von wenig genutzten, teuren Haushaltger\u00e4ten mit unbekannten Stadtbewohnern. Entgeltliche Tauschaktivit\u00e4ten lassen damit auch Privatpersonen zu Gesch\u00e4ftsleuten werden. Die Zurverf\u00fcgungstellung brachliegender Kapazit\u00e4t wird zum kommerziellen Gesch\u00e4ft und erh\u00f6ht die Ressourceneffizienz.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Sharing Economy liegt im Trend, wie eine im Juni ver\u00f6ffentlichte Konsumentenbefragung des Wirtschaftspr\u00fcfers Deloitte in der Schweiz und in den USA zeigt. Laut der repr\u00e4sentativen Umfrage will in den n\u00e4chsten 12 Monaten \u00fcber die H\u00e4lfte der Befragten Leistungen \u00fcber Onlineplattformen mieten oder vermieten. Bekannt sind hierzulande vor allem zwei US-Firmen, welche traditionelle M\u00e4rkte \u00fcber digitale Plattformen aufr\u00fctteln: Der Fahrdienst Uber sorgt mit der neuartigen Form von Taxi-Dienstleistungen f\u00fcr Proteste im Taxigewerbe, und das Vermittlungsportal Airbnb l\u00f6st mit der Vermittlung von privaten \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten in der Beherbergungsindustrie Abwehrreflexe aus. Beide weltweit erfolgreichen Unternehmen nutzen typischerweise die neue Schlagkraft der IT-gest\u00fctzten \u00d6konomie des Teilens: Durch Internetapplikationen werden die Suchkosten der Konsumenten massiv verringert. Zudem schaffen glaubw\u00fcrdige Bewertungssysteme das n\u00f6tige Vertrauen in unbekannte Anbieter und Nutzer. \u00d6konomisch gesprochen fallen damit fr\u00fchere Informationsasymmetrien weg, welche der Rechtfertigung f\u00fcr Regulierungen dienten.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Staat soll sich bei Uber und Airbnb zur\u00fcckhalten<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWie so oft l\u00f6sen radikale Innovationen bei den etablierten Anbietern reflexartig den Ruf nach politischen Eingriffen aus. Beklagt werden \u00abungleich lange Spiesse\u00bb und unstatthafter Preisdruck. Zudem k\u00f6nnen erfolgreiche Technologieplattformen aufgrund ihrer hohen Leistungsf\u00e4higkeit eine marktm\u00e4chtige Stellung erarbeiten: je gr\u00f6sser die Fangemeinde der Plattform, desto attraktiver die Leistungen und desto erfolgreicher das Unternehmen, was die Fangemeinde noch weiter wachsen und die Firma noch erfolgreicher werden l\u00e4sst.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTats\u00e4chlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass neue Anbieter nach Marktmacht streben; dieser Verlockung unterliegen alle ambiti\u00f6sen Unternehmen. Aber solange die hervorragende Marktstellung Ergebnis eines Markterfolges ist und diese nicht missbraucht wird, um den Wettbewerb auszuschalten, gibt es keinen Grund, neue, rasch wachsenden Wettbewerbern a priori mit staatlicher Skepsis zu begegnen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUnd ja: Die neuen App-gest\u00fctzten Technologien haben \u00abdisruptiven\u00bb Charakter. Aber es geh\u00f6rt zum Wesen schubartiger Innovation, dass bestehende Strukturen und Rahmenbedingungen aufgebrochen werden (m\u00fcssen), um Innovation, h\u00f6herer Produktivit\u00e4t und damit Wachstumspotenzial Platz zu machen. Die Klagen \u00fcber die hohen Taxipreise bei m\u00e4ssiger Qualit\u00e4t sind jahrzehntealt \u2013 warum sollen neue Formen der Taxi-Dienstleistungen nicht zu einer besseren Marktversorgung f\u00fchren k\u00f6nnen? Und sind neuartige g\u00fcnstige Beherbergungsformen nicht eine vielversprechende Alternative zum oftmals beklagten misslichen Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis in der einfachen Hotellerie?<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teilen geh\u00f6rt nicht nur zu den moralischen Grundlagen der christlichen Welt, sondern hat auch eine \u00f6konomische Dimension: Durch gemeinsame Nutzung wird das Potenzial einer Ressource besser ausgesch\u00f6pft. Nun entwickelt sich das Teilen auch zum Impulsgeber von Innovation und Wettbewerb. 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