{"id":116457,"date":"2015-05-22T17:05:27","date_gmt":"2015-05-22T17:05:27","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/05\/a-elles-seules-les-taxes-dincitation-ne-suffisent-pas\/"},"modified":"2023-08-23T23:13:51","modified_gmt":"2023-08-23T21:13:51","slug":"lenkungsabgaben-alleine-genuegen-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/05\/lenkungsabgaben-alleine-genuegen-nicht\/","title":{"rendered":"Lenkungsabgaben alleine gen\u00fcgen nicht"},"content":{"rendered":"<p>Der moderne Staat verf\u00fcgt \u00fcber eine ganze Palette von Steuerungsinstrumenten, um politisch gesetzte Ziele zu erreichen. Bildhaft wird dabei zwischen Zuckerbrot, Peitsche und Predigt (\u201eCarrots, Sticks and Sermons\u201c)<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>unterschieden. Die Herausforderung besteht darin, diese Instrumente \u201erichtig\u201c zu kombinieren. Die Auffassungen dar\u00fcber, was richtig ist, h\u00e4ngt von den Beurteilungskriterien ab: In der Regel sollen staatliche Steuerungsinstrumente wirksam, effizient und ohne unerw\u00fcnschte Nebenwirkungen sein.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Beurteilung von Steuerungsinstrumenten stand immer im Zusammenhang mit \u201epolitischen Konjunkturen\u201c.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> So dominierten im 19. Jahrhundert Gebote und Verbote. Unter anderem Erkenntnisse zu den Grenzen solcher <em>regulativer Steuerungsinstrumente<\/em> f\u00fchrten zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum vermehrten Einsatz von <em>finanziellen Anreizen<\/em>, sei dies in Form von Subventionen oder von spezifischen steuerlichen Be- und Entlastungen. Seit Mitte des letzten Jahrhunderts versucht der Staat zunehmend, durch Information und Beratung (<em>persuasive Instrumente<\/em>) Einfluss auf das Verhalten von Gruppen und Individuen zu nehmen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSchliesslich wurde die Top-down-Sichtweise in neuerer Zeit durch eine Bottom-up-Perspektive erg\u00e4nzt. Kooperative gesellschaftliche Akteure werden in die Entwicklung und die Implementation von Politik einbezogen.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Der Staat greift auf die Zusammensetzung von Netzwerken ein, beeinflusst die Entscheidungsmodalit\u00e4ten und gibt Zeithorizonte vor. Auf diese Weise versucht er, in Verhandlungssystemen die gew\u00fcnschten Ergebnisse zu erreichen (<em>prozedurale Steuerung<\/em>).<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWill der Bundesrat die Ziele der Energiestrategie 2050 wirksam, effizient und ohne Nebenwirkungen erreichen, so steht auch er vor der \u201eQual der Wahl\u201c der geeigneten Steuerungsinstrumente. Nun hat er sich entschieden, in einer ersten Etappe die Potenziale des bestehenden, in erster Linie auf die finanzielle F\u00f6rderung konzentrierten energiepolitischen Systems auszusch\u00f6pfen. In einer zweiten Etappe ab 2020 soll dann sukzessive eine Lenkungsabgabe auf Strom sowie Brenn- und Treibstoffen die Produktion und den Verbrauch von Energie in die richtige Richtung lenken.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Das aktuelle Steuerungssystem ist komplex<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der Schweizer Energiepolitik kommt gegenw\u00e4rtig eine Vielzahl von regulativen, finanziellen, persuasiven und prozeduralen Instrumenten zum Einsatz.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn <em>Tabelle 1<\/em> wird ersichtlich, wie komplex die heutige Steuerung in der Energiepolitik ist. Regulative Instrumente, wie Vorschriften im Geb\u00e4udebereich, werden durch Informations- und Beratungsangebote erg\u00e4nzt. Der Aufbau von Agenturen, wie der Energieagentur der Wirtschaft oder der Agentur f\u00fcr Energieeffizienz, wurde gef\u00f6rdert, um die Energieeffizienz der Wirtschaft zu optimieren oder die rationelle und sparsame Nutzung von Energie gezielt voranzutreiben. In verschiedenen Bereichen wurden Zielvereinbarungen geschlossen, um die Reduktion von CO<sub>2<\/sub> und Energie verbindlich abzumachen. Schliesslich setzen Bund, Kantone sowie teilweise Gemeinden und Private gleichzeitig mehrere (finanzielle) Steuerungsinstrumente ein, um erneuerbare Energien zu f\u00f6rdern oder die effiziente Energienutzung bei Geb\u00e4uden zu unterst\u00fctzen.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Tabelle 1: Wichtige Instrumente der Energiepolitik in der Schweiz<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table width=\"765\">&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"95\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"167\"><strong>Regulative Steuerung (Gebote und Verbote)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"167\"><strong>Finanzielle Steuerung (Subvention, Steuern usw.)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"167\"><strong>Persuasive Steuerung (Information, Beratung usw.)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"167\"><strong>Prozedurale Steuerung (Netzwerke, freiwillige Vereinbarungen usw.)<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"95\">Geb\u00e4ude<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"167\"><span style=\"color: #3366ff;\">Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich<\/span><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"167\">Geb\u00e4udeprogramm;&#13;<br \/>\nsteuerliche Anreize;&#13;<br \/>\nCO<sub>2<\/sub>-Abgabe;&#13;<br \/>\n<span style=\"color: #3366ff;\">kantonale F\u00f6rderprogramme<\/span><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"167\">EnergieSchweiz (Kom&shy;petenzzentrum f\u00fcr Energieeffizienz in Geb\u00e4uden, Minergie)&#13;<br \/>\n<span style=\"color: #3366ff;\">Geb\u00e4udeenergieausweis der Kantone<\/span><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"167\"><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"95\">Erneuerbare Energien (Strom und W\u00e4rme)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"167\">Vorschriften f\u00fcr Anlagen und Ger\u00e4te;&#13;<br \/>\nStrommarktregulierung<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"167\">Kostendeckende Einspeiseverg\u00fctung (KEV);&#13;<br \/>\n<span style=\"color: #3366ff;\">kantonale F\u00f6rderprogramme<\/span><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"167\">EnergieSchweiz (Agentur f\u00fcr erneuerbare Energien; Netzwerke; Infrastruktur&shy;anlagen)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"167\">EnergieSchweiz (Agentur f\u00fcr erneuerbare Energien; Netzwerke; Infrastruktur&shy;anlagen)<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"95\">Industrie und Dienstleistung<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"167\">&#8211;<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"167\">Wettbewerbliche Ausschreibungen;&#13;<br \/>\nCO<sub>2<\/sub>-Abgabe (Befreiung)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"167\">EnergieSchweiz (energieeffiziente Ger\u00e4te und Grossger\u00e4te)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"167\">EnergieSchweiz (Zielvereinbarung Energie&shy;agentur der Wirtschaft)<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"95\">Mobilit\u00e4t<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"167\">CO<sub>2<\/sub>-Emissionsvorschriften<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"167\">EnergieSchweiz (EcoCar)<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"167\">EnergieSchweiz (Quality Alliance Eco-Drive); Energieetikette<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 95px; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"167\">EnergieSchweiz (Zielvereinbarung Auto-Schweiz)<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Hammer et al. 2013.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Anmerkung:<span style=\"color: #3366ff;\"> Blau = vorwiegend kantonale Instrumente<\/span>. EnergieSchweiz ist eine Plattform f\u00fcr Fragen zu Energieeffizienz und erneuerbaren Energien. Sie wird vom Bundesamt f\u00fcr Energie geleitet und soll auch bei der Umsetzung der Energiestrategie 2050 eine zentrale Rolle spielen. EnergieSchweiz finanziert und begleitet Projekte von Partnern aus dem \u00f6ffentlichen Sektor und der Privatwirtschaft.<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend text__quelle--ground\">\u00a0<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Zusammenhang mit der Konzeption des \u00dcbergangs von einem F\u00f6rder- zu einem Lenkungssystem wurde auf der Basis vorhandener Evaluationen und weiterer Grundlagen eine qualitative Bewertung der Effektivit\u00e4t und der Effizienz der wichtigsten energiepolitischen Instrumente vorgenommen: Die Unterschiede zwischen den einzelnen Instrumenten sind gross (siehe <em>Tabelle 2)<\/em>.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> F\u00fcr eine abschliessende Beurteilung des heutigen Steuerungssystems fehlt aber eine fundierte Analyse des Gesamtsystems, welche auch der Verzahnung der Wirkungsketten der einzelnen Instrumente auf den Grund geht.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\">Tabelle 2: Beurteilung einiger wichtiger energiepolitischer Instrumente in der Schweiz<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table width=\"98%\">&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"38%\">Instrumente<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"23%\"><strong>Effektivit\u00e4t<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"18%\"><strong>Effizienz<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"18%\"><strong>Unerw\u00fcnschte Nebeneffekte<\/strong><\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"38%\"><em>CO<sub>2<\/sub>-Abgabe<\/em><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"23%\">mittel<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"18%\">hoch<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"18%\">hoch<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"38%\"><em>Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich<\/em><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"23%\">mittel<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"18%\">mittel<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"18%\">gering<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"38%\"><em>EnergieSchweiz<\/em><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"23%\">mittel<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"18%\">mittel<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"18%\">gering<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"38%\"><em>Geb\u00e4udeenergieausweis der Kantone<\/em><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"23%\">gering<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"18%\">mittel<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"18%\">gering<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"38%\"><em>Kostendeckende Einspeiseverg\u00fctung (KEV)<\/em><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"23%\">hoch<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"18%\">mittel<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"18%\">hoch<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"38%\"><em>Wettbewerbliche Ausschreibungen<\/em><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"23%\">gering<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"18%\">mittel<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"18%\">gering<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"38%\"><em>Geb\u00e4udeprogramm<\/em><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"23%\">hoch<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"18%\">gering<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"18%\">mittel<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"38%\"><em>Kantonale F\u00f6rderprogramme<\/em><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"23%\">hoch<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"18%\">mittel bis gering<sup>a<\/sup><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"18%\">hoch<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"38%\"><em>Steuerliche Anreize<\/em><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"23%\">sehr gering<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"18%\">sehr gering<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td style=\"width: 38%; text-align: left; vertical-align: top;\" width=\"18%\">sehr hoch<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"text__quelle--ground\">Quelle: Hammer et al. (2013), Erg\u00e4nzungen Balthasar und Walker.\u00a0<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\"><sup>a<\/sup>Sehr grosse Spannbreite, weil eine Vielzahl verschiedener Gegenst\u00e4nde gef\u00f6rdert werden.<\/span>&#13;<\/p>\n<h2><strong>Grunds\u00e4tze f\u00fcr ein Lenkungssystem<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAus politikwissenschaftlicher Perspektive ist ein Wechsel vom heutigen F\u00f6rder- zu einem k\u00fcnftigen Lenkungssystem zu begr\u00fcssen. Die Komplexit\u00e4t und der damit verbundene Ressourcenaufwand der energiepolitischen Steuerung kann reduziert werden. Gest\u00fctzt auf Theorie und empirische Evidenz aus dem Ausland, kann davon ausgegangen werden, dass mit einer Lenkungsabgabe Ineffizienzen im aktuellen System der energiepolitischen Steuerung behoben werden k\u00f6nnen. Damit der Bund aber die Lenkungsabgabe so gestaltet, dass sie effektiv und effizient wirkt und gleichzeitig m\u00f6glichst geringe negative Nebeneffekte hat, sollten aus politikwissenschaftlicher Perspektive folgende Grunds\u00e4tze beachtet werden<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a>:&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#8211; Zur Verhinderung von Substitutionseffekten zwischen einzelnen Energietr\u00e4gern sollte die Abgabe auf <em>m\u00f6glichst vielen Energietr\u00e4gern<\/em> erhoben werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#8211; Im Prinzip k\u00f6nnen Prim\u00e4renergie, wie Erd\u00f6l, Kohle, Kernbrennstoffe, Biomasse oder Sonne, und die von Haushalten und Wirtschaft tats\u00e4chlich verbrauchte Endenergie besteuert werden. Dabei ist es m\u00f6glich, sowohl den Energie- als auch den CO<sub>2<\/sub>-Gehalt zur Bemessung der Abgabenh\u00f6he zu verwenden. Mit einer selektiven <em>Besteuerung nach Prim\u00e4renergietr\u00e4gern<\/em> kann eine Differenzierung zugunsten politisch gew\u00fcnschter erneuerbarer Energietr\u00e4ger vorgenommen werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#8211; Der Endverbraucherpreis muss durch die Abgabe <em>deutlich erh\u00f6ht<\/em> werden, um eine Wirkung zu erzielen. Damit sich die besteuerten Subjekte an die Ver\u00e4nderung anpassen k\u00f6nnen, sollte die Abgabe aber <em>stufenweise<\/em> eingef\u00fchrt werden (Gew\u00e4hrleistung von Planungs- und Investitionssicherheit).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#8211; Von einer Abgabe <em>stark betroffene Subjekte<\/em> (z. B. energieintensive und\/oder im internationalen Wettbewerb stehende Unternehmen) k\u00f6nnen zur Entlastung durchaus von der Abgabe befreit werden. Damit wird in Kauf genommen, dass die Wirkung des Instruments geschm\u00e4lert wird. Daher sollten die von der Abgabe befreiten Unternehmen wie beim System der CO<sub>2<\/sub>-Abgabe \u00fcber Vereinbarungen zu einem Beitrag an die Zielerreichung verpflichtet werden.&#13;<\/p>\n<h2><strong>Gewisse Kombinationen verst\u00e4rken sich gegenseitig<\/strong><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Lenkungsabgabe wird bei diesen Grunds\u00e4tzen weitgehend isoliert von den \u00fcbrigen Massnahmen der Energiepolitik betrachtet. Politikevaluationen aus verschiedenen Bereichen weisen aber darauf hin, dass die Effektivit\u00e4t von Politik dann besonders hoch ist, wenn eine gute Kombination verschiedener Massnahmen eingesetzt wird.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a> Das Programm Energie 2000 der Neunzigerjahre war insbesondere als Kombination von Geboten und Verboten, finanziellen Anreizen, Motivationsaktivit\u00e4ten und Konfliktl\u00f6sungsgruppen erfolgreich.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGewisse Kombinationen von Instrumenten verst\u00e4rken sich zudem gegenseitig: F\u00f6rderprogramme sind dann besonders effektiv und effizient, wenn sie mit Information und Beratung unterst\u00fctzt werden. Das steigert die Effizienz (kleinerer Mitnahmeeffekt) und die Effektivit\u00e4t (z. B. h\u00f6here Qualit\u00e4t der baulichen Massnahmen). \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich, wenn regulative Massnahmen durch Information und Beratung erg\u00e4nzt werden: Standards werden besser eingehalten, und der Vollzugsaufwand sinkt.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Erfahrungen zeigen: Auch Lenkungsabgaben sind nur erfolgreich, wenn sie mit geeigneten anderen Steuerungsinstrumenten kombiniert werden. Um relevanten Marktdefiziten entgegenzuwirken oder gewisse technologische Innovationen zu f\u00f6rdern, kann es durchaus opportun sein, \u00fcber eine bestimmte Zeit weiterhin mit finanziellen Anreizen zu steuern.<a href=\"#footnote_10\" id=\"footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor\">[10]<\/a> Zudem wird es notwendig sein, die Einf\u00fchrung der Lenkungsabgabe mit auf die Zielgruppen abgestimmten Informations- und Beratungsmassnahmen zu kombinieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWeiter ist es effizient, bestimmte Regulative (z. B. Vorschriften im Geb\u00e4udebereich) beizubehalten, um beispielsweise unerw\u00fcnschte Nebeneffekte zu verhindern. Die Steuerung der Energiepolitik bleibt dadurch allerdings komplex, was die systematische Evaluation einer Lenkungsabgabe unabdingbar machen wird.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAus politikwissenschaftlicher Sicht gibt es kein \u00fcberlegenes Steuerungsinstrument. Immer gilt es abzuw\u00e4gen, auf welche Weise die angestrebten Ziele effektiv, effizient und mit minimalen Nebenwirkungen erreicht werden k\u00f6nnen. Dies gilt auch f\u00fcr die Lenkungsabgabe. Sie hat zwar besondere Vorteile hinsichtlich Effizienz der Zielerreichung. Allerdings k\u00f6nnen Marktunvollkommenheiten die Wirkung der Lenkungsmassnahme reduzieren, oder die Massnahme kann unerw\u00fcnschte Nebeneffekte hervorrufen. Aus staatlicher Sicht gilt es, diese Effekte mittels geeigneter Massnahmen zu verhindern: Wirksame politische Steuerung ist selten einfach zu haben. Viel wahrscheinlicher ist es, dass ein wirksames und effizientes Policy-Design aus einer Kombination von \u201eCarrots, Sticks and Sermons\u201c bestehen wird.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Bemelmans-Videc, Rist und Vedung (1998).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Braun und Giraud (2003).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Mayntz (2001).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Braun und Giraud (2003): 69.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Vgl. Hammer et al. (2013): 72\u201393.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Vgl. Rieder und Walker (2009) sowie Hammer et al. (2013).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Vgl. Rieder und Walker (2009).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Balthasar (2000).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Rieder et al. (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_10\" class=\"footnote--item\">Vgl. Hammer et al. (2013).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der moderne Staat verf\u00fcgt \u00fcber eine ganze Palette von Steuerungsinstrumenten, um politisch gesetzte Ziele zu erreichen. Bildhaft wird dabei zwischen Zuckerbrot, Peitsche und Predigt (\u201eCarrots, Sticks and Sermons\u201c)unterschieden. Die Herausforderung besteht darin, diese Instrumente \u201erichtig\u201c zu kombinieren. 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INFRAS, B.S.S. volkswirtschaftliche Beratung, WZZ Universit\u00e4t Basel und Interface Politikstudien Forschung Beratung, Z\u00fcrich\/Basel\/Luzern.<\/li>&#13;\n\t<li>Mayntz, Renate (2001). Zur Selektivit\u00e4t der steuerungspolitischen Perspektive, in: Burth, Hans-Peter; G\u00f6rlitz, Alex: Politische Steuerung in Theorie und Praxis. Nomos Verlagsgesellschaft, 17\u201327.<\/li>&#13;\n\t<li>Rieder, Stefan; Balthasar; Andreas; Kissling-N\u00e4f, Ingrid (2014): Der Vollzug \u00f6ffentlicher Politiken, in: Knoepfel, Peter et al. (Hrsg.): Handbuch der Schweizer Politik. Z\u00fcrich: Verlag Neue Z\u00fcrcher Zeitung.<\/li>&#13;\n\t<li>Rieder, Stefan; Walker, David (2009). Wirksamkeit von Instrumenten zur Steigerung der Energieeffizienz und zur F\u00f6rderung erneuerbarer Energien. 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