{"id":116483,"date":"2015-05-22T17:04:50","date_gmt":"2015-05-22T17:04:50","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/05\/un-systeme-dincitation-efficace-vaut-mieux-que-des-subventions-tous-azimuts\/"},"modified":"2024-05-14T17:23:20","modified_gmt":"2024-05-14T15:23:20","slug":"effiziente-lenkung-bringt-mehr-als-die-subventionsgiesskanne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/05\/effiziente-lenkung-bringt-mehr-als-die-subventionsgiesskanne\/","title":{"rendered":"Effiziente Lenkung bringt mehr als die Subventionsgiesskanne"},"content":{"rendered":"<p>Der Bundesrat hat 2011 seine Vorstellungen f\u00fcr die Energiestrategie bis 2050 pr\u00e4sentiert. Die ehrgeizig formulierten Ziele sollen in zwei Etappen erreicht werden: Bis 2020 setzt die Regierung auf F\u00f6rderung, danach m\u00f6chte sie auf ein Lenkungssystem umschwenken. Dieses Vorgehen begr\u00fcndet der Bundesrat damit, dass das erste Massnahmenpaket zwar bereits kurzfristig Wirkung erzielt, die energie- und klimapolitischen Ziele jedoch mit einem Lenkungssystem zu deutlich geringeren volkswirtschaftlichen Kosten erreichbar sind. In dem am 13. M\u00e4rz 2015 in die Vernehmlassung gegebenen Vorschlag f\u00fcr einen neuen Verfassungsartikel hat der Bundesrat aufgezeigt, wie in Zukunft die Treibhausgasemissionen vermindert und die Energie sparsamer genutzt werden soll.<\/p>\n<p>Die Wirtschaft unterst\u00fctzt im Grundsatz den \u00dcbergang vom F\u00f6rder- zum Lenkungssystem. Die Energie- und Klimaziele k\u00f6nnen so wesentlich effizienter erreicht werden als mit zeitlich unbegrenzten Subventionen. Gem\u00e4ss der Vernehmlassungsvorlage w\u00fcrde jedoch die Stromabgabe zur Finanzierung der Kostendeckenden Einspeiseverg\u00fctung (KEV) \u00fcber eine Dauer von rund 25 Jahren parallel zum Lenkungssystem weitergef\u00fchrt. Aus Sicht der Wirtschaft sollte der Ausstieg aus den F\u00f6rdermassnahmen konsequent erfolgen und gegen\u00fcber dem Vorschlag des Bundesrates deutlich beschleunigt werden.<\/p>\n<p>Insgesamt sind aus Sicht der Wirtschaft verschiedene Rahmenbedingungen einzuhalten, damit ein Lenkungssystem effizient funktionieren kann:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Der <em>\u00dcbergang<\/em> vom F\u00f6rder- zum Lenkungssystem muss m\u00f6glichst <em>rasch<\/em> erfolgen. Die Subventionen m\u00fcssen vollst\u00e4ndig abgebaut werden. Die Teilzweckbindung der CO<sub>2<\/sub>-Abgabe und die KEV m\u00fcssen gleichzeitig mit der Einf\u00fchrung des Lenkungssystems ausser Kraft gesetzt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Ein Alleingang w\u00fcrde den Standort Schweiz stark benachteiligen. Die Ausgestaltung eines Klima- und Energielenkungssystems muss in <em>Abstimmung<\/em> <em>mit der internationalen Entwicklung <\/em>erfolgen. Eine \u00fcberm\u00e4ssige Belastung des Werkplatzes f\u00fchrt zu einer Verlagerung der Produktion ins Ausland. Die von verschiedener Seite beschworene Vorreiterrolle mit hohen Abgaben h\u00e4tte vor allem sch\u00e4dliche Auswirkungen f\u00fcr die Schweizer Volkswirtschaft wie auch f\u00fcr das globale Klima zur Folge.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Entscheidend sind auch der <em>Einbezug der Unternehmen<\/em> und deren M\u00f6glichkeiten, mit wirtschaftlich rentablen Investitionen ihre Effizienz zu verbessern. Alle Unternehmen sollen sich mit Zielvereinbarungen gem\u00e4ss dem erfolgreichen Modell der Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) mit freiwilligen und wirtschaftlichen Massnahmen von der Abgabe befreien k\u00f6nnen. Die k\u00fcnstliche Eingrenzung auf wenige wirtschaftliche T\u00e4tigkeiten wie auch Vorschriften \u00fcber eine Mindestgr\u00f6sse der Unternehmen verkleinern lediglich das Potenzial der CO<sub>2<\/sub>-Reduktion. Ein unb\u00fcrokratischer Zugang zum Zielvereinbarungsmodell bringt nachweislich mehr als nur die Verteuerung der Energien \u00fcber Abgaben.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Bei den <em>Treibstoffen <\/em>muss die bestehende fiskalische Belastung ber\u00fccksichtigt werden. Schon heute wird auf Treibstoffen eine verbrauchsabh\u00e4ngige Abgabe erhoben. Zudem hat der Schwerverkehr die LSVA zu entrichten. Der Spielraum f\u00fcr eine Lenkungsabgabe auf Treibstoffen ist daher gering.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Die Lenkungsabgabe darf nicht zu einer Werkplatzsteuer werden. Sie soll gezielt <em>nach Wirtschaftssektoren zur\u00fcckverteilt<\/em> werden. Das heisst, dass die Abgaben einer bestimmten Branche auch wieder an die Unternehmen dieser Branche zur\u00fcckverteilt werden. Ein klima- oder energiepolitisch motivierter Strukturwandel von einer produzierenden Industrie hin zu einer reinen Dienstleistungs\u00f6konomie ist unerw\u00fcnscht. Selbstverst\u00e4ndlich sollen G\u00fcter auch weiterhin m\u00f6glichst energieeffizient und klimaschonend nach den bekannten schweizerischen Massst\u00e4ben produziert werden.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesrat hat 2011 seine Vorstellungen f\u00fcr die Energiestrategie bis 2050 pr\u00e4sentiert. Die ehrgeizig formulierten Ziele sollen in zwei Etappen erreicht werden: Bis 2020 setzt die Regierung auf F\u00f6rderung, danach m\u00f6chte sie auf ein Lenkungssystem umschwenken. 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