{"id":116493,"date":"2015-05-22T17:02:42","date_gmt":"2015-05-22T17:02:42","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/05\/la-consommation-denergie-doit-etre-transparente-pour-les-locataires\/"},"modified":"2024-04-10T18:57:47","modified_gmt":"2024-04-10T16:57:47","slug":"energieverbrauch-muss-fuer-mieter-transparent-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/05\/energieverbrauch-muss-fuer-mieter-transparent-sein\/","title":{"rendered":"Energieverbrauch muss f\u00fcr Mieter transparent sein"},"content":{"rendered":"<p>Heute haben es jene energiepolitischen Massnahmen einfacher, die dem Gewerbe Vorteile verschaffen und gleichzeitig m\u00f6glichst wenig in pers\u00f6nliche Entscheidungen eingreifen. So werden eher Geb\u00e4ude isoliert als das Mobilit\u00e4tsverhalten gesteuert \u2013 das Wohnen in Minergieh\u00e4usern wird st\u00e4rker gef\u00f6rdert als ein Zusammenr\u00fccken auf der gleichen Wohnfl\u00e4che.<\/p>\n<p>Nicht immer ist diese Stossrichtung, die stark auf F\u00f6rdergelder setzt, f\u00fcr Mietende von Vorteil. Zwar profitieren sie, wenn bei Sanierungen F\u00f6rdergelder ausgesch\u00fcttet werden und die Mietzinsaufschl\u00e4ge deshalb weniger hoch ausfallen. Durch eine h\u00f6here Sanierungsrate und vor allem durch Leerk\u00fcndigungen bei Sanierungen haben sie aber h\u00e4ufig das Nachsehen. Und dies notabene \u201edank\u201c F\u00f6rdergeldern, die sie via CO<sub>2<\/sub>-Abgabe mitfinanzierten.<\/p>\n<p>Aufgrund der durchzogenen Bilanz ist der Mieterinnen- und Mieterverband (MV) offen f\u00fcr eine neue Energiepolitik. Eine wirkliche Lenkungsabgabe kann eine sinnvolle Alternative zum heutigen System sein. Wird verst\u00e4rkt \u00fcber das Portemonnaie gelenkt, so k\u00f6nnen h\u00f6here Einsparungen erzielt werden, und die Menschen werden zu Akteuren. Untersuchungen zeigen, dass je nach Sparsamkeit oder Unachtsamkeit der Energieverbrauch f\u00fcr Heizen und Warmwasser um ein Mehrfaches in vergleichbaren Wohnungen schwanken kann.<\/p>\n<h2><strong>Energiekonsum pro Wohnung abrechnen<\/strong><\/h2>\n<p>Um die Mieter zu Akteuren zu machen, m\u00fcssen aber die Voraussetzungen stimmen: Allzu oft sind die Mietenden nicht in der Lage, ihren Energiekonsum zu steuern, oder sie k\u00f6nnen von ihren Einsparungen nicht profitieren. Soll ein Lenkungssystem im Wohnbereich erfolgreich sein, so muss der Energieverbrauch pro Wohnung abgerechnet werden. Dazu geh\u00f6rt eine verbrauchsabh\u00e4ngige Heiz- und Warmwasserabrechnung.<\/p>\n<p>Ohne diese ist der Sparanreiz nicht vorhanden, und h\u00f6here Abgaben sorgen nur f\u00fcr \u00c4rger: Der eine spart und zahlt trotzdem f\u00fcr den Nachbarn mit, der den ganzen Winter das Fenster gekippt hat \u2013 was weder f\u00fcr das Energieziel noch f\u00fcr das gute Zusammenleben in einem Haus f\u00f6rderlich ist.<\/p>\n<p>Ebenso sind die Vermieter in der Pflicht \u2013 denn beim Stromverbrauch ist wesentlich, welche Ger\u00e4te in der Wohnung installiert sind. Selbstverst\u00e4ndlich gilt dies auch beim Heizungstyp und beim Alter der Anlage. Vor der Einf\u00fchrung einer Lenkungsabgabe muss gekl\u00e4rt werden, ob Mietende energiesparendere Ger\u00e4te einfordern k\u00f6nnen, wer sie bezahlt und wer in die Verantwortung genommen wird. Geschieht dies nicht, so verkommt ein Systemwechsel zu einer Alibi\u00fcbung.<\/p>\n<h2><strong>Pro-Kopf-R\u00fcckverg\u00fctungen sind zentral<\/strong><\/h2>\n<p>Unverst\u00e4ndlich ist aus Mietersicht, dass die verschiedenen Modelle, die jetzt diskutiert werden, f\u00fcr die Mobilit\u00e4t keine oder nur eine geringe Lenkungsabgabe vorsehen. Der Energieverbrauch f\u00fcrs Heizen hat in den letzten Jahren im Gegensatz zum Verkehr abgenommen. Weshalb will man im Geb\u00e4udebereich die Schraube weiter anziehen und gleichzeitig die Mobilit\u00e4t nicht verteuern? Opfersymmetrie sieht anders aus.<\/p>\n<p>Und was geschieht mit den Einnahmen aus der Lenkungsabgabe? F\u00fcr den MV ist klar: Das Geld soll pro Kopf r\u00fcckerstattet werden. Nur so geht die Abgabe nicht auf Kosten der einkommensschw\u00e4chsten Bev\u00f6lkerungsschichten. Diese wohnen oft in schlecht isolierten Liegenschaften und haben deshalb hohe Heizkosten. Sie profitieren aber von einer R\u00fcckverteilung mit Pro-Kopf-Beitr\u00e4gen.<\/p>\n<p>Werden die Gelder dagegen pro Haushalt oder via Steuererleichterungen r\u00fcckverteilt, so wird die Energieabgabe zus\u00e4tzlich zu einer Umverteilungs\u00fcbung von unten nach oben. Das darf nicht sein und war auch ein Kritikpunkt gegen\u00fcber der gr\u00fcnliberalen Energieinitiative. Machen wir nicht noch einmal die gleichen Fehler.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute haben es jene energiepolitischen Massnahmen einfacher, die dem Gewerbe Vorteile verschaffen und gleichzeitig m\u00f6glichst wenig in pers\u00f6nliche Entscheidungen eingreifen. So werden eher Geb\u00e4ude isoliert als das Mobilit\u00e4tsverhalten gesteuert \u2013 das Wohnen in Minergieh\u00e4usern wird st\u00e4rker gef\u00f6rdert als ein Zusammenr\u00fccken auf der gleichen Wohnfl\u00e4che. 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