{"id":116569,"date":"2015-04-22T11:43:24","date_gmt":"2015-04-22T11:43:24","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/04\/tendences-conjucturelles\/"},"modified":"2023-08-23T23:14:12","modified_gmt":"2023-08-23T21:14:12","slug":"konjunkturtendenzen-fruehling-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/04\/konjunkturtendenzen-fruehling-2015\/","title":{"rendered":"Konjunkturtendenzen Fr\u00fchling 2015"},"content":{"rendered":"<h2>Konjunkturtendenzen in K\u00fcrze<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Weltkonjunktur<\/strong><\/h3>\n<p>Das weltwirtschaftliche Konjunkturumfeld stellt sich grunds\u00e4tzlich freundlich aber sehr heterogen dar. Gute Nachrichten kommen aus den USA, wo der Aufschwung gefestigt scheint. Im Euroraum gewann die wirtschaftliche Erholung in der zweiten Jahresh\u00e4lfte 2014 ebenfalls etwas an Fahrt. Deutschland konnte eine tempor\u00e4re Schw\u00e4chephase \u00fcberwinden und d\u00fcrfte in den kommenden Quartalen dank dem tiefen Aussenwert des Euro von einer Belebung des Exportgesch\u00e4fts profitieren. In den Schwellenl\u00e4ndern entwickelt sich die Konjunktur uneinheitlich, bei insgesamt eher m\u00e4ssiger Wachstumsdynamik. China und Indien erweisen sich als konjunkturell relativ robust, Russland rutscht hingegen in eine starke Rezession. Die tiefen Erd\u00f6lpreise d\u00fcrften der Konjunktur in vielen \u00f6limportierenden L\u00e4ndern willkommene Impulse geben. Allerdings k\u00f6nnte der damit einhergehende Teuerungsr\u00fcckgang auch die latenten Deflationsrisiken im Euroraum verst\u00e4rken.<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Schweizer Wirtschaft<\/strong><\/h3>\n<p>Nach einem schw\u00e4cheren 2. Quartal 2014 konnte sich die Dynamik der Schweizer Wirtschaft im zweiten Halbjahr wieder verst\u00e4rken. F\u00fcr das Gesamtjahr 2014 wurde ein BIP-Wachstum von 2,0% erreicht, womit die Schweiz im europ\u00e4ischen Quervergleich abermals gut abschneidet. Allerdings geht vom Wechselkursschock (Aufhebung der Untergrenze zum Euro) eine massive Unsicherheit aus, was sich zum Jahresbeginn 2015 in den Konjunkturumfragen bei Unternehmen und privaten Haushalten widerspiegelte.<br \/>\nUnter der Voraussetzung, dass der Euroraum seine Erholung fortsetzt und der Franken keine weiteren, starken Aufwertungssch\u00fcbe erf\u00e4hrt, sch\u00e4tzt die Expertengruppe die schweizerischen Konjunkturperspektiven 2015\/16 als nur noch verhalten positiv ein. Es wird keine Exporterholung eintreffen, wie noch bei der letzten Prognose erwartet. Von der inl\u00e4ndischen Nachfrage, die in den letzten Jahren die wesentliche Konjunkturst\u00fctze gebildet hatte, gehen aber weiterhin positive Impulse aus. Kurzfristig k\u00f6nnte der private Konsum durch die Frankenaufwertung zus\u00e4tzlich an Dynamik gewinnen, da Konsumg\u00fcter durch gesunkene Importpreise tendenziell erschwinglicher werden. Die Bauinvestitionen haben ihren Zenit hingegen \u00fcberschritten. Die Ausr\u00fcstungsinvestitionen d\u00fcrften durch die insgesamt gesunkene preisliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Schweiz ebenfalls gebremst werden.<br \/>\nInsgesamt prognostiziert die Expertengruppe eine Abschw\u00e4chung des BIP-Wachstums von 2,0% im vergangenen Jahr auf 0,9% im Jahr 2015 und 1,8% im Jahr 2016. Der Franken-Schock d\u00fcrfte sich nach und nach auch auf den Arbeitsmarkt \u00fcbertragen und die Arbeitslosenquote von 3,2% im Jahresdurchschnitt 2014 auf 3,3% im Jahr 2015 und 3,4% im Jahr 2016 erh\u00f6hen.<\/p>\n<h3 class=\"text__graphic-title\"><strong>Risiken<\/strong><\/h3>\n<p>Der Konjunkturausblick bleibt mit erheblichen Risiken behaftet, die sowohl vom Ausland als auch vom Inland und neu auch von der Wechselkursfront herr\u00fchren. Die Abschw\u00e4chung der schweizerischen Wirtschaft k\u00f6nnte durch konjunkturelle R\u00fcckschl\u00e4ge im Euroraum verst\u00e4rkt werden. Aber auch die Entwicklung in den Schwellenl\u00e4ndern, die in den vergangenen Jahren eine immer wichtigere Rolle f\u00fcr die Schweizer Exporteure gespielt haben, beeinflusst die Schweizer Konjunktur. Zudem h\u00e4tte es \u2013 vor allem f\u00fcr Teile der Exportindustrie und der Tourismuswirtschaft \u2013 schwerwiegende Folgen, wenn der Schweizer Franken neuerliche Aufwertungssch\u00fcbe auf deutlich unter die Parit\u00e4t erfahren w\u00fcrde. Diese Faktoren k\u00f6nnten sich aber auch positiver als erwartet entwickeln. So k\u00f6nnte etwa eine deutlich schwungvollere Erholung der Eurozone die negativen Effekte des Frankens auf die Wirtschaft teilweise kompensieren.<br \/>\nDie unsicheren politischen Rahmenbedingungen (v.a. bez\u00fcglich Verh\u00e4ltnis zur EU) bleiben ebenfalls ein wesentlicher Risikopol f\u00fcr die Schweizer Wirtschaft. Am Immobilienmarkt haben sich die Beruhigungstendenzen immerhin fortgesetzt. Entwarnung in Bezug auf m\u00f6gliche \u00dcberhitzungsgefahren kann aber noch keine gegeben werden.<br \/>\nDie Aufhebung des Euro-Mindestkurses ging mit einem R\u00fcckgang des Dreimonats-Libor auf -0,75% einher. Dieser Entscheid hatte Auswirkungen auf die gesamte Zinskurve; die meisten Zinss\u00e4tze, die bereits einen historischen Tiefststand erreicht hatten, n\u00e4herten sich dem Null-Zins an oder fielen (zumindest zeitweise) unter null. Diese ver\u00e4nderten monet\u00e4ren Bedingungen stellen ein neues Umfeld dar, dessen Folgen vorerst schwierig abzusch\u00e4tzen sind.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konjunkturtendenzen in K\u00fcrze &nbsp; Weltkonjunktur Das weltwirtschaftliche Konjunkturumfeld stellt sich grunds\u00e4tzlich freundlich aber sehr heterogen dar. Gute Nachrichten kommen aus den USA, wo der Aufschwung gefestigt scheint. Im Euroraum gewann die wirtschaftliche Erholung in der zweiten Jahresh\u00e4lfte 2014 ebenfalls etwas an Fahrt. 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