{"id":116834,"date":"2015-03-10T10:01:03","date_gmt":"2015-03-10T10:01:03","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/03\/die-botschaft-hoer-ich-wohl\/"},"modified":"2023-08-23T23:14:36","modified_gmt":"2023-08-23T21:14:36","slug":"die-botschaft-hoer-ich-wohl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/03\/die-botschaft-hoer-ich-wohl\/","title":{"rendered":"Die Botschaft h\u00f6r ich wohl \u2026"},"content":{"rendered":"<h3>Ein Problem von Ressourcen und Kompetenzen<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<div><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div class=\"body\">&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Der Tourismus stagniert seit den 1970er-Jahren trotz hohem Potenzial. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind die Globalisierung, zersplitterte Destinationsstrukturen, kleingewerbliche Betriebsstrukturen, die Kosten und Preise sowie die W\u00e4hrungsproblematik. Die vorgeschlagene Modernisierung der Beherbergung mittels Kooperation und Schaffung von Synergien antwortet auf einen Teil des Problems auf der Angebotsseite, die Optimierung von Destinationsstrukturen und Management auf einen anderen Teil. Das Problem besteht im Bereich der Verst\u00e4rkung der Qualit\u00e4ts- und Produktentwicklung und der Umsetzung der Stossrichtung \u00abWissensaufbau und -diffusion\u00bb. Um die Nachfragebed\u00fcrfnisse wie vorgeschlagen st\u00e4rker als bis anhin bei der Produktentwicklung zu ber\u00fccksichtigen, m\u00fcsste die geografisch und zielgruppenm\u00e4ssig sehr allgemeine Orientierung von Schweiz Tourismus in eine Destinationsstrategie umgesetzt werden. Eine solche Strategie sollte das spezifische Tourismuserlebnis unter Ber\u00fccksichtigung der vorhandenen M\u00f6glichkeiten und der Beteiligung der Touristen an der Erlebnisproduktion definieren. Dazu sind umfangreiche und detaillierte Kenntnisse des spezifischen Marktsegments sowie seiner Tourismuskompetenz, seiner Zeitallokation, seiner Budgetm\u00f6glichkeiten usw. notwendig. Dies gegeben, gilt es alle Stakeholder in eine entsprechende Angebotsstrategie einzubinden, und zwar f\u00fcr unterschiedliche Produkte auf verschiedenen M\u00e4rkten. Das aber \u00fcbersteigt die Kompetenz der vorhandenen Humanressourcen in den meisten F\u00e4llen.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Die mangelnde Kompetenz hat eine individuelle und eine systemische Seite. Die individuelle Seite betrifft die Ausbildung und Erfahrung, welche zu sehr dem traditionellen Kanon der Berufs- und Fachbildung \u2013 und damit der Anwendung von Rezepten und Standardl\u00f6sungen \u2013 folgt. Ohne einen gewissen Grad an akademischem Analysieren und Verstehen k\u00f6nnen aber die komplexen Aufgaben nicht gel\u00f6st werden. Die systemische Seite der mangelnden Kompetenz hat damit zu tun, dass in Tourismus und Regionalpolitik angenommen wird, dass \u00abBeamte\u00bb bzw. Sekret\u00e4re mit fixen Funktionen f\u00fcr die Realisierung der verschiedensten Projekte in komplexen lokalen und globalen Zusammenh\u00e4ngen kompetent sind.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h3 class=\"ZT\">Zwei Elemente sind zu erg\u00e4nzen<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Tourismus- und Regionalpolitik teilen aber noch ein weiteres \u00abhistorisches\u00bb Problem, welches in der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Botschaft<\/span> nicht angesprochen wird: Sie spielen im institutionellen Leerraum zwischen der Kantons- und der Gemeindeebene. Dies f\u00f6rderte zwar das Regionalbewusstsein, aber kaum die Wirtschaftsentwicklung und half vor allem der Karriere von Subventionsverteilern in der Regionalpolitik und von Destinationsverk\u00e4ufern ohne messbaren Einfluss in der Tourismuspolitik. Die Situation ist heute mit der Neuen Regionalpolitik und den Bem\u00fchungen um neue Ans\u00e4tze im Destinationsmanagement zwar mancherorts etwas besser, das Grundproblem bleibt jedoch bestehen. Die Umsetzung der neuen Ans\u00e4tze in der Politik beruht auf Projekten, welche ein Generalist im mehr oder weniger \u00f6ffentlichen Dienst realisieren soll.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Die Standortpolitik sollte aufgrund des Gesagten dringend institutionell um zwei Elemente erweitert werden: eine Humankapitalstrategie zwischen Ausbildung und kontinuierlicher Weiterentwicklung im High-Skills-Bereich einerseits und den Ersatz s\u00e4mtlicher Institutionen zwischen Kantonen und Gemeinden durch kantonale Pools von Projektmanagern andererseits.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\"><span class=\"AU\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;\n<\/p><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Problem von Ressourcen und Kompetenzen &#13; &#13; &#13; Der Tourismus stagniert seit den 1970er-Jahren trotz hohem Potenzial. 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Die Botschaft des Bundesrates zur Standortf\u00f6rderung geht in diese Richtung, bleibt aber leider bei der Governance fast g\u00e4nzlich beim Alten. Die nachfolgenden kritischen Bemerkungen beschr\u00e4nken sich auf die Themen Tourismus und Regionalpolitik.&#13;\n&#13;\n&#13;\nDas Urteil zur Botschaft des Bundesrates f\u00e4llt grunds\u00e4tzlich positiv aus, was die allgemeine Orientierung und einzelne Massnahmen angeht, aber kritisch bez\u00fcglich institutioneller Umsetzung und Humanressourcen. Die problematische Annahme hinter der Botschaft ist, dass die gegenw\u00e4rtig vorhandenen Strukturen, Kompetenzen und Prozesse f\u00fcr die erfolgreiche Umsetzung der Standortpolitik mit geringf\u00fcgigen Modernisierungen im Bereich der Destinationen gen\u00fcgen. Dies ist aber meiner Ansicht nach weder im Tourismus noch bei der Regionalpolitik der Fall.&#13;","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":116837,"main_focus":[156644,157267],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"24257","post_abstract":"","magazine_issue":"20150301","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/5577eebf979b4"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/116834"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3165"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=116834"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/116834\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126925,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/116834\/revisions\/126925"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157267"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156644"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3165"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=116834"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=116834"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=116834"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=116834"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=116834"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=116834"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}