{"id":116839,"date":"2015-03-09T15:39:35","date_gmt":"2015-03-09T15:39:35","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/03\/die-zehn-gebote-der-standortfoerderung-aus-sicht-von-avenir-suisse\/"},"modified":"2023-08-23T23:14:43","modified_gmt":"2023-08-23T21:14:43","slug":"die-zehn-gebote-der-standortfoerderung-aus-sicht-von-avenir-suisse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/03\/die-zehn-gebote-der-standortfoerderung-aus-sicht-von-avenir-suisse\/","title":{"rendered":"Die zehn Gebote der Standortf\u00f6rderung aus Sicht von Avenir Suisse"},"content":{"rendered":"<p>Der liberale Thinkthank Avenir Suisse hat sich in den letzten Jahren wiederholt kritisch zur Standortf\u00f6rderung ge\u00e4ussert und dabei sowohl aus volkswirtschaftlicher wie auch aus ordnungspolitischer Sicht argumentiert. Da dies in der \u00f6ffentlichen Debatte oft verk\u00fcrzt als Grundsatzkritik an der Standortf\u00f6rderung interpretiert wurde, sollen die Einw\u00e4nde im Folgenden differenziert dargelegt werden.&#13;<\/p>\n<p class=\"body\">Zun\u00e4chst eine Begriffskl\u00e4rung: Standortpromotion dient der Bewerbung des Standorts \u2013 beispielsweise durch Imagekampagnen, Messeauftritte oder die Kontaktpflege mit potenziellen Investoren. Standortf\u00f6rderung dient der Firmenansiedlung \u2013 etwa durch Anreize und Subventionen. In der Schweiz gibt es zahlreiche Institutionen, die sich mit Fragen der Standortpromotion und -f\u00f6rderung besch\u00e4ftigen (siehe Grafik 1 und Kasten 1). Eine umfassende \u00dcbersicht \u00fcber diese Akteure und ihre Instrumente oder koh\u00e4rente Statistiken \u00fcber ihren Personalbestand oder ihre Budgets gibt es nicht.Nicht nur die Organisationsform, sondern auch das Aufgabenspektrum all dieser Institutionen variiert erheblich. Im vorliegenden Beitrag stehen jedoch nur die Standortpromotion und die Standortf\u00f6rderung im engeren Sinne zur Diskussion \u2013 nicht aber Instrumente der Standortpflege wie die Schaffung wirtschaftsfreundlicher Rahmenbedingungen oder die Erbringung staatlicher Dienstleistungen f\u00fcr Bestandsunternehmen. Ausgenommen sind auch Tourismusmarketing und -f\u00f6rderung.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h3 class=\"ZT\">Schweiz gut aufgestellt<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nWelche Art der Promotion und F\u00f6rderung ist f\u00fcr die Schweiz angemessen? Daf\u00fcr lohnt zun\u00e4chst ein Blick auf die Ausgangslage: Im internationalen Standortwettbewerb ist die Schweiz gut aufgestellt. In den meisten Standortrankings liegt sie hinsichtlich Wettbewerbsf\u00e4higkeit, Innovationskraft und wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen auf einem der vorderen Pl\u00e4tze.&#13;<br \/>\nVgl. World Competitiveness Yearbook, The Global Competitiveness Report, Doing Business Indikator, Paying Taxes &#8211; The Global Picture, Quality of Living Survey, Country Brand Index, Quality of Life Index, Global Innovation Index, Index of Economic Freedom.Firmen sch\u00e4tzen insbesondere die niedrigen Steuern, den flexiblen Arbeitsmarkt, das Reservoir qualifizierter Arbeitskr\u00e4fte, die gute Infrastruktur, die dynamische Innovationslandschaft und das vorhandene Branchencluster. Qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte wiederum locken die \u00fcberdurchschnittliche Lebensqualit\u00e4t, das Arbeitsangebot, die hohen L\u00f6hne und das stabile Rentensystem. Investoren sch\u00e4tzen schliesslich die politische Stabilit\u00e4t, die gesunden Staatsfinanzen sowie den Franken als sicheren Hafen. \u00dcber all dem prangt eine starke Marke: \u00abSwissness\u00bb steht weltweit f\u00fcr Schweizer Tugenden und Standortqualit\u00e4ten.Als kleines mehrsprachiges Land im Herzen Europas kann die Schweiz ihre Standortvorteile besonders wirksam ausspielen, denn sie sch\u00f6pft als Nischenplayer aus einem grossen Pool. So leben in den Nachbarl\u00e4ndern 145 Mio. Menschen im erwerbsf\u00e4higen Alter, die eine Landessprache sprechen.Der Zuzug von mobilen Produktionsfaktoren und Wirtschaftsaktivit\u00e4ten waren lange wichtige Wachstumstreiber. Alleine zwischen 1980 und 2010 nahm die Bev\u00f6lkerung der Schweiz um 1,5 Millionen Menschen zu. Seit der Jahrtausendwende stieg die Zahl der Erwerbst\u00e4tigen zudem um mehr als 1 Prozent j\u00e4hrlich. Zwar war die Zahl der neu angesiedelten Firmen in den letzten Jahren r\u00fcckl\u00e4ufig, aber insgesamt hat die Schweiz seit der Jahrtausendwende ein starkes Breitenwachstum erlebt, d. h. ein BIP-Wachstum, das mehr durch Zuzug als durch Produktivit\u00e4tswachstum gekennzeichnet war.Dies brachte nebst positiven wirtschaftlichen Effekten auch negative Begleiterscheinungen wie steigende Wohnkosten, Verkehrsengp\u00e4sse, Landschaftsverschleiss oder Statussorgen des heimischen Mittelstands. In der Bev\u00f6lkerung hat sich eine zunehmende Wachstumsskepsis breitgemacht, die in der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative im Februar 2014 kulminierte. Die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Schweiz geraten politisch unter Druck. Auch angesichts dieser Ausgangslage stellt sich die Frage, welche Art der Standortf\u00f6rderung in der Schweiz sinnvoll ist.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<\/p>\n<div class=\"body\"><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div class=\"body\">&#13;<\/p>\n<h3 class=\"ZT\"><span class=\"recomDescriptiveWord\">Zehn<\/span> Grunds\u00e4tze f\u00fcr die Promotion und die F\u00f6rderung<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Sinne einer Standortpflege m\u00fcssen die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erhalten und weiterentwickelt werden. Denn dies sind die Grundvoraussetzungen f\u00fcr einen produktiven und wettbewerbsf\u00e4higen Standort. Dar\u00fcber hinausgehende Standortpromotion und -f\u00f6rderung sollte mit Bedacht eingesetzt werden. Im Folgenden werden <span class=\"recomDescriptiveWord\">zehn<\/span> Handlungsgrunds\u00e4tze zur Promotion und F\u00f6rderung aus der Sicht von Avenir Suisse dargelegt. Diese Grunds\u00e4tze leiten sich ab aus volkswirtschaftlichen und \u2013 vor allem \u2013 aus ordnungspolitischen Erw\u00e4gungen.&#13;<\/p>\n<ol>&#13;<\/p>\n<li class=\"P\">Wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen sind die beste Standortpolitik. Standortf\u00f6rderung sollte diese nicht ersetzen. Massnahmen der Standortf\u00f6rderung sollten nicht als Ersatz f\u00fcr die Standortpflege eingesetzt werden \u2013 etwa wenn ein Hochsteuerkanton neue Firmen nicht durch eine generelle Steuersenkung anzieht, sondern mit individuell ausgehandelten Steuerprivilegien. Ein restriktiver Umgang mit Instrumenten der Wirtschaftsf\u00f6rderung kann den Druck auf Gemeinden und Kantone erh\u00f6hen, sich ihre Attraktivit\u00e4t durch verbesserte Rahmenbedingungen zu erarbeiten.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li class=\"P\">Firmenspezifische Privilegien sollten nur in gut begr\u00fcndeten Ausnahmef\u00e4llen gew\u00e4hrt werden. H\u00e4ufig werden im Rahmen von Ansiedlungsprojekten firmenspezifische Privilegien wie Subventionen, Steuerdeals oder verg\u00fcnstigte Grundst\u00fccke gew\u00e4hrt. Eine solche Bevorzugung neu zuziehender Unternehmen gegen\u00fcber den Bestandsfirmen ist jedoch ordnungspolitisch problematisch, denn sie verzerrt den Wettbewerb. Zudem birgt sie die Gefahr von Mitnahmeeffekten, indem Firmen davon profitieren, die ohnehin an den Standort gekommen w\u00e4ren. Dar\u00fcber hinaus gibt es Firmen, die nach Ablauf ihrer \u00abTax Holidays\u00bb wieder wegziehen.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li class=\"P\">Standortf\u00f6rderung sollte keine Industriepolitik betreiben. Standortf\u00f6rderer in Politik und Verwaltung betreiben h\u00e4ufig Industriepolitik, indem sie bestimmte \u00abModebranchen\u00bb selektiv f\u00f6rdern \u2013 von Nanotechnologie \u00fcber erneuerbare Energien bis hin zu Cleantech. Industriepolitik ist grunds\u00e4tzlich problematisch, da sie zu Wettbewerbsverzerrungen, zur Fehlallokation von Ressourcen und zur Verschwendung von Steuergeldern f\u00fchrt. Der Markt ist ein erfolgreicheres Entdeckungsverfahren als der Staat. Dieser sollte sich ein besseres Wissen um \u00abZukunftsbranchen\u00bb nicht anmassen.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li class=\"P\">Standortf\u00f6rderung sollte den Strukturwandel nicht behindern. Vor allem auf kommunaler und kantonaler Ebene neigen Politik und Verwaltung dazu, \u00abunliebsamen\u00bb F\u00e4llen von Strukturwandel mit Mitteln der Standortf\u00f6rderung entgegenzuwirken. Gerade bei drohenden Firmenpleiten oder Werksschliessungen werden oft eilig geschn\u00fcrte Hilfspakete lanciert, um den \u00abVerlust von Arbeitspl\u00e4tzen\u00bb zu vermeiden. Als beispielsweise Novartis 2011 sein Werk in Nyon schliessen wollte, gew\u00e4hrte der Kanton Waadt dem Konzern besondere Steuererleichterungen und eine lukrative Umzonung eines Industrieareals in eine Wohnzone mit Blick auf den Genfersee. Dabei geht vergessen: Strukturwandel ist eine Voraussetzung f\u00fcr Produktivit\u00e4tswachstum, Wohlstandswachstum und Wettbewerbsf\u00e4higkeit.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li class=\"P\">Standortpromotion und -f\u00f6rderung sollten nicht gegen Prinzipien des Fair Plays verstossen. Zu viel Schlaumeierei schadet der Legitimit\u00e4t des Standortwettbewerbs, wie zwei Beispiele zeigen. Ein Rundschreiben der Greater Zurich Area (GZA) an die Europazentralen von US-Konzernen in Belgien mit dem Vorschlag, einen Umzug in die stabile Schweiz zu erw\u00e4gen, hat die Schweiz mitten in der Eurokrise 2012 politischen Goodwill gekostet. Allerdings zog die GZA daraus ihre Lehren und verabschiedete einen Verhaltenskodex. Auch die exzessive Nutzung der Steuerprivilegien unter den Bonny-Beschl\u00fcssen2 der Kantone Waadt und Genf hat die Akzeptanz des f\u00f6deralen Steuerwettbewerbs besch\u00e4digt. Solche negativen (politischen) Externalit\u00e4ten gilt es zu vermeiden.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li class=\"P\">Staatliche Subventionen f\u00fcr die Standortpromotion sollten sparsam eingesetzt werden. Die Schweiz ist ein attraktiver Standort, und dies ist international bekannt. So gesehen gibt es hierzulande einen vergleichsweise geringen Bedarf f\u00fcr subventioniertes Standortmarketing. F\u00fcr eine massvolle staatlich gef\u00f6rderte Standortpromotion gibt es dennoch Argumente. Erstens gibt es f\u00fcr die staatlichen Aufwendungen einen \u00abReturn on Investment\u00bb in Form k\u00fcnftiger Steuereinnahmen. Zweitens werben andere Staaten und Regionen oft massiv um Ansiedlungen, und die Schweiz muss bei diesem \u00abPromotionswettbewerb\u00bb eine gewisse Pr\u00e4senz zeigen. Drittens werden auch f\u00fcr den Standort Schweiz wieder einmal schlechtere Zeiten kommen (z. B. durch die Frankenaufwertung), und daher gilt es auch in guten Zeiten eine gewisse \u00abBasiskapazit\u00e4t\u00bb aufrechtzuerhalten. F\u00fcr eine wirkungsvolle Standortpromotion bedarf es institutionellen Wissens, Netzwerkkontakten und einer Standortmarke. Wenn solche Strukturen einmal verloren sind, ist es teuer, sie neu aufzubauen.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li class=\"P\">Massnahmen zur Standortpromotion und -f\u00f6rderung sollten nicht auf Breitenwachstum zielen. Zu lange stand das reine \u00abSchaffen von Arbeitspl\u00e4tzen\u00bb im Fokus regionaler und nationaler Standortf\u00f6rderer. In der Schweiz, mit ihrer hohen Erwerbsquote und weitgehender Vollbesch\u00e4ftigung, war dies ein Treiber der Zuwanderung. Das damit verbundene Breitenwachstum f\u00fchrte teilweise zu negativen Externalit\u00e4ten (z. B. Infrastrukturkosten), die nicht hinreichend ber\u00fccksichtigt wurden. Vor allem aber unterminiert es zusehends die politische Akzeptanz volkswirtschaftlich bedeutender Standortfaktoren wie der Personenfreiz\u00fcgigkeit mit der EU oder des Steuerwettbewerbs zwischen den Kantonen. In einer solchen politischen Grosswetterlage sind Standortpromotoren daher gefordert, weniger auf die F\u00f6rderung von Breitenwachstum zu setzen. Es macht wenig Sinn, die Zuwanderung einzuschr\u00e4nken und gleichzeitig durch Standortf\u00f6rderung anzuheizen. Nach der starken Frankenaufwertung d\u00fcrften allerdings die Zeiten starken Breitenwachstums ohnehin erst einmal vorbei sein.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li class=\"P\">\u00abOne-Stop-Shops\u00bb f\u00fcr Investoren sind ordnungspolitisch sinnvoll. Solche zentralen Anlaufstellen k\u00f6nnen in der Verwaltung oder bei Standortf\u00f6rdergesellschaften angesiedelt sein. Sie reduzieren den administrativen Aufwand und erh\u00f6hen die Transparenz f\u00fcr Firmen auf der Suche nach einem Standort.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li class=\"P\">Bei der regionalen Standortpromotion sollten die Kr\u00e4fte geb\u00fcndelt werden. Zu viel Kleinstaaterei in der regionalen Standortpromotion ist ineffektiv und ineffizient. Insbesondere die Zusammenarbeit der Kantone ist sinnvoll. Sie schafft kritische Masse beim Branding und erm\u00f6glicht einen h\u00f6heren Grad an Professionalit\u00e4t. Selbst grosse Standortmarketing-Organisationen wie die Greater Zurich Area sind im internationalen Massstab noch relativ klein.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li class=\"P\">Standortf\u00f6rderung sollte in Boomregionen zur\u00fcckhaltender sein als in strukturschwachen Gebieten. Steuersubstrat und Wirtschaftskraft sind in der Schweiz ungleich verteilt. In den vier grossen Metropolitanregionen konzentrieren sich auf einem Zehntel der Landesfl\u00e4che fast 60 Prozent der nationalen Wertsch\u00f6pfung, \u00fcber die H\u00e4lfte der Arbeitspl\u00e4tze und mehr als drei Viertel der 150 gr\u00f6ssten Unternehmen. W\u00e4hrend deshalb in den Boomregionen Zur\u00fcckhaltung ge\u00fcbt werden sollte, k\u00f6nnen F\u00f6rderinstrumente in strukturschwachen Gebieten dazu beitragen, vorhandene Standortnachteile \u2013 wie Topografie oder periphere Lage \u2013 auszugleichen. Zudem k\u00f6nnen sie die Wirtschaftskraft dieser Regionen derart st\u00e4rken, dass sie langfristig unabh\u00e4ngiger von f\u00f6deralen Transfers werden.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ol>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Im Hinblick auf die Respektierung dieser Prinzipien haben Standortf\u00f6rderer in der Schweiz in den vergangenen Jahren wichtige Hausaufgaben gemacht (siehe Kasten 2). Dazu beigetragen haben wohl auch kritische Debatten \u00fcber ordnungspolitisch fragw\u00fcrdige Praktiken und die wachsende Skepsis in der Bev\u00f6lkerung gegen\u00fcber einem starken Breitenwachstum. Standortpromotion und Standortf\u00f6rderung mit Augenmass werden auch k\u00fcnftig eine Rolle im f\u00f6deralen und im internationalen Standortwettbewerb spielen. Diese sollten sich jedoch innerhalb ordnungspolitischer Leitplanken bewegen, wie sie in den <span class=\"recomDescriptiveWord\">zehn<\/span> Handlungsgrunds\u00e4tzen skizziert wurden.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<div class=\"KA\">&#13;<\/p>\n<h3 class=\"ZT\">Vielschichtige F\u00f6rderlandschaft<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Auf Bundesebene ist Switzerland Global Enterprise mit 100 Mitarbeitern zust\u00e4ndig f\u00fcr Exportf\u00f6rderung und seit einigen Jahren auch f\u00fcr nationale Standortpromotion. Nationales Tourismusmarketing wird von Schweiz Tourismus mit 200 Mitarbeitern betrieben. Im Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) beaufsichtigt das Ressort Exportf\u00f6rderung und Standortpromotion diese externen Leistungserbringer und entwickelt strategische Grundlagen wie etwa zu KMU-Politik, Regionalpolitik, Tourismuspolitik und Exportf\u00f6rderung. Auch die Kantone verf\u00fcgen \u00fcber Abteilungen zur Standortf\u00f6rderung und Anlaufstellen f\u00fcr Investoren. Bei ihren internationalen Promotions- und Akquisitionsaktivit\u00e4ten spannen die meisten Kantone zusammen. Standortmarketing-Organisationen vertreten etwa die Greater Zurich Area, die Greater Geneva Berne Area, die St. Gallen Bodensee Area und die Basel Area. Sechs Kantone \u2013 darunter Aargau, Luzern und Tessin \u2013 sind nicht mit von der Parti siehe Grafik 1). \u00c4hnlich sieht es auf der untersten Staatsebene aus: In vielen St\u00e4dten und Gemeinden erf\u00fcllen die \u00c4mter f\u00fcr Wirtschaft Aufgaben der Standortpromotion und -f\u00f6rderung. Zudem bestehen auf regionaler Ebene eine Vielzahl von Standort- und Wirtschaftsf\u00f6rdergesellschaften. Einige davon sind \u00f6ffentlich-private Partnerschaften, die sich teilweise aus Mitgliederbeitr\u00e4gen finanzieren und auch der Vernetzung verschiedener Standortakteure dienen.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;\n<\/p><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div class=\"KA\">&#13;<\/p>\n<h3 class=\"ZT\">Standortf\u00f6rderer haben Hausaufgaben gemacht<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Viele der in den <span class=\"recomDescriptiveWord\">zehn<\/span> Handlungsgrunds\u00e4tzen skizzierten Prinzipien haben Eingang in die Strategien und Arbeitsweise von Schweizer Standortf\u00f6rderern und Standortpromotoren gefunden: Grunds\u00e4tzlich fliessen in der Schweiz weniger direkte Subventionen bei Ansiedlungen als in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. Auch die Budgets f\u00fcr Standortpromotion sind im internationalen Vergleich eher bescheiden. Mit dem \u00dcbergang von den Bonny-Beschl\u00fcssen zur Neuen Regionalpolitik wurden Steuerprivilegien f\u00fcr neu zuziehende Firmen auf die besonders strukturschwachen Gebiete des Landes konzentriert und Missbr\u00e4uchen durch einzelne Kantone der Riegel geschoben. Die Botschaft zur Standortf\u00f6rderung des Bundes 2016 bis 2019 sieht eine Verschiebung der Akzente weg vom Breiten- hin zu mehr Produktivit\u00e4tswachstum vor. Landesweit wurden strengere Mindeststandards f\u00fcr die Besteuerung nach Aufwand oder f\u00fcr Expat-Privilegien bei der Besteuerung eingef\u00fchrt; und die Gr\u00fcndung grosser regionaler Gesellschaften zur Standortpromotion sorgt f\u00fcr mehr Transparenz und Effizienz.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;\n<\/p><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;\n<\/p><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der liberale Thinkthank Avenir Suisse hat sich in den letzten Jahren wiederholt kritisch zur Standortf\u00f6rderung ge\u00e4ussert und dabei sowohl aus volkswirtschaftlicher wie auch aus ordnungspolitischer Sicht argumentiert. 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