{"id":116844,"date":"2015-03-04T14:17:00","date_gmt":"2015-03-04T14:17:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/03\/halte-a-la-speculation-debridee-sur-les-denrees-alimentaires\/"},"modified":"2023-08-23T23:14:39","modified_gmt":"2023-08-23T21:14:39","slug":"keine-fahrlaessige-spekulation-mit-nahrungsmitteln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/03\/keine-fahrlaessige-spekulation-mit-nahrungsmitteln\/","title":{"rendered":"Keine fahrl\u00e4ssige Spekulation mit Nahrungsmitteln"},"content":{"rendered":"<p>In den Jahren 2007\/2008 sind die Preise f\u00fcr wichtige Agrarrohstoffe steil angestiegen und erreichten Spitzenwerte, die um das Doppelte und mehr \u00fcber den Durchschnittspreisen von 2002 bis 2004 lagen. Darauf folgte eine Entspannung, bevor die Preise 2010\/2011 wieder in die H\u00f6he schnellten und die Werte der Vorperiode teilweise noch \u00fcbertrafen. Seither geht der Trend wieder nach unten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nParallel zu dieser ungew\u00f6hnlichen Preisvolatilit\u00e4t lassen sich zwei Entwicklungen beobachten: Einerseits nahm der Handel mit Kontrakten auf den Terminm\u00e4rkten f\u00fcr Agrarrohstoffe massiv zu, und andererseits erschienen auf diesen M\u00e4rkten neue Akteure wie Banken, Hedgefonds und institutionelle Anleger. Damit dr\u00e4ngt sich die Frage auf, ob und allenfalls welcher Zusammenhang zwischen der Preisentwicklung und dem Auftreten dieser Finanzinvestoren besteht.&#13;<\/p>\n<h2><b>Spekulation ist nicht gleich Spekulation<\/b><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBevor dieser Kernfrage nachgegangen wird, bedarf es folgender vier Klarstellungen:&#13;<\/p>\n<ol>&#13;<\/p>\n<li><i>\u00a0N\u00fctzliche und sch\u00e4dliche Spekulation&#13;<br \/>\n<\/i>Mit den auf den Terminm\u00e4rkten gehandelten Kontrakten k\u00f6nnen sich Produzenten, Handelsfirmen und Verarbeitungsbetriebe gegen Preisschwankungen absichern (sogenanntes Hedging). Daf\u00fcr braucht es auch Derivateh\u00e4ndler, die bereit sind, f\u00fcr eine Pr\u00e4mie das Preisrisiko zu \u00fcbernehmen und damit dem Markt die notwendige Liquidit\u00e4t zuzuf\u00fchren. Diese Funktion spielt eine wichtige Rolle bei der Preisbildung und darf als <i>n\u00fctzliche Spekulation<\/i> bezeichnet werden. Im Gegensatz dazu wird bei der exzessiven Finanzspekulation die Preisbildung \u2013 aufgrund der grossen Volumina \u2013 von nicht kommerziellen Interessen bestimmt, bei denen das legitime Absicherungsgesch\u00e4ft nicht im Zentrum steht.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a><sup>\u00a0<\/sup>In diesem Fall spricht man zu Recht von <i>sch\u00e4dlicher Spekulation,<\/i> da der resultierende Preis nicht auf der Basis fundamentaler Angebots- und Nachfragefaktoren des betreffenden Agrarrohstoffs gebildet wird.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li><i>Urs\u00e4chliche und beitragende Faktoren&#13;<br \/>\n<\/i>Niemand, der sich ernsthaft mit dem Thema Nahrungsmittelpreisspekulation befasst hat, behauptet, dass Spekulation<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a><sup>\u00a0<\/sup>die Ursache f\u00fcr die gestiegenen Preise und die verst\u00e4rkte Volatilit\u00e4t ist. Vielmehr stellt sich die Frage, ob und allenfalls wie viel spekulative Aktivit\u00e4ten zu kurzfristigen und starken Preisausschl\u00e4gen beigetragen haben.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li><i>\u00a0Kurzfristig und langfristig&#13;<br \/>\n<\/i>Wie erw\u00e4hnt, geht es hier um die kurzfristigen Preisausschl\u00e4ge. W\u00e4hrend Einigkeit dar\u00fcber besteht, dass die Preise f\u00fcr Agrarrohstoffe l\u00e4ngerfristig durch die sogenannten Fundamentals (Nachfrage- und Angebotsfaktoren) bestimmt werden, bleibt umstritten, ob diese auch als Erkl\u00e4rungsvariablen f\u00fcr kurzfristige Preisschwankungen ausreichen.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li><i>Preish\u00f6he und Volatilit\u00e4t&#13;<br \/>\n<\/i>Bei der Kontroverse um die Rolle der Spekulation geht es um zwei potenzielle Effekte: die Auswirkungen auf die <i>Steigerung<\/i> der Agrarpreise und auf deren <i>Volatilit\u00e4t<\/i>, d. h. auf die Schwankungen \u00fcber die Zeit. Dabei dreht sich die \u00f6ffentliche Diskussion haupts\u00e4chlich um die Konsequenzen erh\u00f6hter Nahrungsmittelpreise. Diese sind f\u00fcr arme Haushalte in Entwicklungsl\u00e4ndern, die oft \u00fcber die H\u00e4lfte des verf\u00fcgbaren Einkommens f\u00fcr die Ern\u00e4hrung ausgeben, zweifellos gravierend. Weit weniger Aufmerksamkeit erhalten jedoch die Konsequenzen einer verst\u00e4rkten Preisvolatilit\u00e4t. Dies zu Unrecht, wie <i>von Braun und Kalkuhl<\/i> darlegen.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>Denn hohe Volatilit\u00e4t kann bei armen Haushalten zu weniger Investitionen in die landwirtschaftliche Produktion, zum Verkauf von produktiven Anlagen bei Liquidit\u00e4tsengp\u00e4ssen und einer quantitativ wie qualitativ schlechteren Versorgung mit Nahrungsmitteln f\u00fchren.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ol>\n<p>&#13;<\/p>\n<h2><b>Zeit zum Handeln<\/b><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSeit den massiven Preissteigerungen von 2007\/2008 hat sich nebst der Politik auch die Wissenschaft intensiv mit den m\u00f6glichen Ursachen befasst. Dabei wird \u00fcber die Rolle der Spekulation heftig gestritten. Bis heute haben die Forscher keinen eindeutigen Befund vorgelegt, wie eine Studie der Universit\u00e4t Bremen res\u00fcmiert.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a>\u00a0Demnach gibt es zwar weiterhin erheblichen Forschungsbedarf, trotzdem kommen empirische Studien, die sich ausgefeilter Methoden bedienen, \u00abtendenziell eher zum Schluss, dass Finanzmarktspekulation einen negativen Einfluss auf die Weltmarktpreise f\u00fcr Nahrungsmittel haben kann\u00bb.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>\u00a0Eine k\u00fcrzlich im Fachjournal Food Policy publizierte Studie bekr\u00e4ftigt: Spekulation sei bei der Erkl\u00e4rung von extremen Preisspitzen ein wichtiger Faktor.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSolche sich verdichtenden Hinweise, dass Spekulation die Preisentwicklung beeinflusst, m\u00fcssen zur Anwendung des Vorsorgeprinzips f\u00fchren. Denn: Ein Mangel an vollst\u00e4ndiger wissenschaftlicher Gewissheit darf kein Grund f\u00fcr politische Unt\u00e4tigkeit sein, wenn gut begr\u00fcndete Anhaltspunkte f\u00fcr eine Gefahr mit potenziell schwerwiegenden Konsequenzen vorliegen. Nach dem Grundsatz \u00abbetter safe than sorry\u00bb sollte die exzessive Finanzspekulation daher schnellstm\u00f6glich unterbunden werden. Dies umso mehr, als \u00fcberzeugende Belege f\u00fcr den volkswirtschaftlichen Nutzen dieser Art von Spekulation fehlen.&#13;<\/p>\n<h2><b>Zweideutige Rolle der Agrarrohstoffh\u00e4ndler<\/b><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer <i>physische<\/i> Handel mit Agrarrohstoffen wird vom sogenannten ABCD-Club dominiert. Die Handelsh\u00e4user <i>Archer Daniels Midland, Bunge, Cargill<\/i> und <i>(Louis) Dreyfus<\/i> geh\u00f6ren zwar nicht zu den Hauptakteuren der Spekulation. Allerdings ist unklar, ob ihre eigenen \u00abCommodity Hedge Funds\u00bb lediglich Handelstransaktionen absichern oder auch in spekulative Aktivit\u00e4ten involviert sind. Ausserdem offerieren sie \u00fcber Tochterunternehmen Finanzdienstleistungen an Dritte, mit denen die Spekulation m\u00f6glicherweise angeheizt wird. Eine systematische \u00dcbersicht \u00fcber diese Aktivit\u00e4ten fehlt, es gibt aber immerhin einige Beispiele (siehe <i>Grafik 1<\/i>).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/03\/Grafik_Braunschweig_1_DE.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-11262\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/03\/Grafik_Braunschweig_1_DE-521x600.png\" alt=\"Grafik_Braunschweig_1_DE\" width=\"521\" height=\"600\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBeim Alpha Funds von Louis Dreyfus handelt es sich um einen Hedgefonds, der vorwiegend auf Agrarrohstoffe setzt und per Juni 2013 ein Verm\u00f6gen von 1,7 Mrd. US-Dollar verwaltete. Dreyfus\u2019 Finanztochter Edesia Asset Management, die zum gleichen Zeitpunkt ein Verm\u00f6gen von 2,7 Mrd. Dollar besass, verf\u00fcgt ausserdem \u00fcber zwei weitere, bedeutend kleinere Rohstoff-Hedgefonds.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a>\u00a0Der <i>Black River Commodity Trading Fund<\/i> geh\u00f6rt Cargills Finanztochter Black River Asset Management, hat seinen Sitz in den USA und beteiligt sich an Agrar- und Energierohstoffen. Sein Verm\u00f6gen von 600 Mio. Dollar stammt zum Teil von Cargill selbst.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAlle Handelsh\u00e4user versichern: Ihre Finanzgesch\u00e4fte dienten einzig der Risikoabsicherung ihres physischen Gesch\u00e4fts. Zweifel sind aber erlaubt. Einerseits haben sie in den letzten Jahren ihre Finanzaktivit\u00e4ten ausgeweitet, andererseits stellen sie ihre Finanzdienstleistungen zunehmend Dritten zur Verf\u00fcgung. Entsprechend folgern Murphy et al.: \u00abIn Wirklichkeit sind sowohl Hedging- als auch Spekulationsgesch\u00e4fte wahrscheinlich.\u00bb<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2><b>Insiderwissen zahlt sich aus<\/b><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDies ist insofern brisant, als die Handelsh\u00e4user auf Insiderwissen zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen. Denn im Gegensatz zu den Aktienm\u00e4rkten gibt es auf den Rohstoffm\u00e4rkten diesbez\u00fcglich noch kaum Restriktionen. Dass die Agrarrohstoffh\u00e4ndler diese exklusiven Informationen zum eigenen Vorteil nutzen, geben sie freim\u00fctig zu. So schreibt die Rohstoffabteilung von Louis Dreyfus: \u00abDie Unternehmensgruppe versorgt den <i>LDIG Commodities Alpha Fund,<\/i> einen Hedgefonds mit diversifizierten Waren, mit Marktwissen.\u00bb<a href=\"#footnote_10\" id=\"footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor\">[10]<\/a>\u00a0Und Cargills Black River Asset Management erl\u00e4utert seine Investitionsstrategie folgendermassen: \u00abWir sch\u00f6pfen die Kapazit\u00e4ten unseres Unternehmens aus und nutzen insbesondere die Einblicke und das Wissen, die wir dank unserem internationalen Netzwerk und Cargills Ressourcen erhalten.\u00bb<a href=\"#footnote_11\" id=\"footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor\">[11]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDieses Insiderwissen scheint sich auszuzahlen: W\u00e4hrend die durchschnittliche Rendite der Rohstoff-Hedgefonds 2010 bei 10,65% lag, betrug sie beim Alpha Funds 17,3%.<a href=\"#footnote_12\" id=\"footnote-anchor_12\" class=\"inline-footnote__anchor\">[12]<\/a>\u00a0Kein Wunder, titelte die Nachrichtenagentur Reuters Ende 2012: \u00abRohstoffh\u00e4ndler-Hedgfonds \u00fcberlisten unabh\u00e4ngige Rivalen.\u00bb<a href=\"#footnote_13\" id=\"footnote-anchor_13\" class=\"inline-footnote__anchor\">[13]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMit ihrer dominanten Stellung auf den physischen M\u00e4rkten, ihrer betr\u00e4chtlichen Finanzkraft und den Verm\u00f6genswerten in Form von Hafenanlagen, Silos, Lagerhallen, Schiffen, Eisenbahnen und Verarbeitungsanlagen verf\u00fcgen die grossen Agrarrohstoffh\u00e4ndler auch \u00fcber das Potenzial, die Preisbildung auf den realen M\u00e4rkten zu beeinflussen (siehe <i>Tabelle 1<\/i>). Dies wird durch die relativ geringen Handelsvolumina von wenigen Dutzend Milliarden Dollar zus\u00e4tzlich erleichtert. Gem\u00e4ss einer Reuters-Analyse machen die Rohstoffh\u00e4ndler zumindest von ihren riesigen Lagerkapazit\u00e4ten strategischen Gebrauch: \u00abViele horten Rohstoffe w\u00e4hrend Perioden mit Angebotsknappheit in Lagerh\u00e4usern und auf Riesenschiffen.\u00bb<a href=\"#footnote_14\" id=\"footnote-anchor_14\" class=\"inline-footnote__anchor\">[14]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2><\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<h3><b>Verm\u00f6genswerte des ABCD-Clubs<\/b><\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<table style=\"height: 394px;\" width=\"667\">&#13;<\/p>\n<thead>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td width=\"65\"><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"65\">Eigent\u00fcmer<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td width=\"65\">Land<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td colspan=\"2\" width=\"130\">Gesamtverm\u00f6gen\u00a0(in Mrd. US-Dollar)<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;\n<\/thead>\n<p>&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<td><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td><\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>2003<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>2011<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<th>1. Cargill<\/th>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Privat<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>USA<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u2013<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>72.29<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<th>2. Archer Daniels Midland<\/th>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00d6ffentlich<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>USA<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>17.18<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>42.19<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<th>3. Bunge<\/th>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00d6ffentlich<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>USA<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>9.8<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>23.28<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<th>4. Louis-Dreyfus<\/th>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Privat<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Frankreich<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u2013<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>22.75<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\n(a) Valiante, V. and C. Egenhofer. 2013. Price Formation in Commodities Markets: Financialisation and Beyond. Report of an ECMI\/CEPS Task Force. Brussels: Centre for European Policy Studies. \u00a0Quelle: Valiante und Egenhofer, 2013<sup>a <\/sup>\/ Die Volkswirtschaft&#13;<\/p>\n<h2><b>Niederlassungen am Genfersee<\/b><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie M\u00f6glichkeit, die Preisbildung auf den physischen M\u00e4rkten zu beeinflussen, verschafft den grossen Agrarrohstoffh\u00e4ndlern einen zus\u00e4tzlichen Hebel \u2013 und damit einen Anreiz \u2013 f\u00fcr die Finanzspekulation mit rohstoffbasierten Wertpapieren. Aufgrund ihrer Intransparenz (zwei der vier ABCD-Firmen sind nicht b\u00f6rsenkotiert) und ihrer komplexen Konzernstruktur (Louis Dreyfus z. B. verf\u00fcgt \u00fcber weit mehr als 100 Tochterfirmen) bleibt ihre diesbez\u00fcgliche Rolle allerdings weitgehend im Dunkeln.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDies kann und darf der Politik in der Schweiz nicht gleichg\u00fcltig sein. Schliesslich haben alle vier Firmen des ABCD-Clubs Handelsabteilungen am Genfersee. Das gilt auch f\u00fcr weitere Schwergewichte im Agrarhandel wie <i>Olam, Noble<\/i> und <i>Wilmar International.<\/i> Zudem hat im Jahr 2013 auch das Schweizer Rohstoffunternehmen <i>Glencore<\/i>, urspr\u00fcnglich vor allem im Handel mit Energietr\u00e4gern und Metallen t\u00e4tig, mit der \u00dcbernahme von Kanadas gr\u00f6sstem Weizenh\u00e4ndler Viterra zum ABCD-Club aufgeschlossen.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Vgl. www.inefficientfrontiers.wordpress.com\/2009\/07\/14\/defining-excessive-speculation.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Mit dem Begriff \u00abSpekulation\u00bb ist im Folgenden die exzessive Finanzspekulation gemeint.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Von Braun, J. und M. Kalkuhl. 2012. Einfluss der Spekulationen auf den Finanz- und Kapitalm\u00e4rkten auf die Nahrungsmittelpreise und Vorschl\u00e4ge zu deren Eind\u00e4mmung unter Ber\u00fccksichtigung der aktuellen EU-Vorschl\u00e4ge. Bonn: Zentrum f\u00fcr Entwicklungsforschung.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Bass, H.-H. 2013. Finanzspekulation und Nahrungsmittelpreise: Anmerkungen zum Stand der Forschung. Materialien des Wissenschaftsschwerpunkts \u00abGlobalisierung  der Weltwirtschaft\u00bb, Band 42. Universit\u00e4t Bremen.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Bass, S. 19.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">\u00ab\u2026[S]peculation is an important factor in explaining and triggering extreme price spikes.\u00bb Tadesse, G. et al. 2014. Drivers and Triggers of International Food Price Spikes and Volatility, Food Policy 47. S.\u00a0127.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">The Hedge Fund Journal, Europe 50. 2013.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Financial Times, 6. 2. 2013: Commodity Hedge Funds Lose 20% of Assets.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">\u00abThe reality is likely that both hedging and speculation are involved\u00bb, Murphy, S. et al. 2012 Oxford, UK: Oxfam International. S. 29.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_10\" class=\"footnote--item\">\u00abThe Group also provides market intelligence to LDIG Commodities Alpha Fund, a hedge fund investing in diversified commodities\u00bb, Louis Dreyfus Commodities. 2012. S. 66.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_11\" class=\"footnote--item\">\u00abOur approach leverages the full capabilities of our firm and in particular, the insights and intelligence we are afforded from our international network and access to Cargill resources\u00bb, www.black-river.com\/strategies.html.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_12\" class=\"footnote--item\">Bloomberg, 22. 2. 2011: Louis Dreyfus Said to Close Commodity Fund to New Investors.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_12\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_13\" class=\"footnote--item\">Reuters, 19. 12. 2012: Commodity Trader Hedge Funds Outsmart Standalone Rivals.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_13\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_14\" class=\"footnote--item\">\u00abMany [\u2026] hoard commodities in warehouses and \u00adsuper-tankers during periods of tight supply\u00bb, www.reuters.com\/article\/2011\/10\/28\/us-\u00adcommodities-houses-idUSTRE79R4S320111028&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_14\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Jahren 2007\/2008 sind die Preise f\u00fcr wichtige Agrarrohstoffe steil angestiegen und erreichten Spitzenwerte, die um das Doppelte und mehr \u00fcber den Durchschnittspreisen von 2002 bis 2004 lagen. 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