{"id":116857,"date":"2015-03-03T11:47:58","date_gmt":"2015-03-03T11:47:58","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/03\/les-grandes-lignes-dune-strategie-de-la-confederation-pour-les-regions-de-montagne-et-les-espaces-ruraux\/"},"modified":"2023-08-23T23:14:57","modified_gmt":"2023-08-23T21:14:57","slug":"grundzuege-einer-strategie-des-bundes-fuer-berggebiete-und-laendliche-raeume","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/03\/grundzuege-einer-strategie-des-bundes-fuer-berggebiete-und-laendliche-raeume\/","title":{"rendered":"Grundz\u00fcge einer Strategie des Bundes f\u00fcr Berggebiete und l\u00e4ndliche R\u00e4ume"},"content":{"rendered":"<p>Seit den 1990er-Jahren wohnen mehr als doppelt so viele Personen in St\u00e4dten und Agglomerationen als im l\u00e4ndlichen Raum der Schweiz.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Entsprechend hat sich die Raumentwicklungspolitik in den vergangenen Jahrzehnten verst\u00e4rkt auf die Agglomerationen und die st\u00e4dtischen Zentren als Motoren wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklung konzentriert. So unterst\u00fctzt zum Beispiel die Raumentwicklungspolitik des Bundes die Ballungszentren und ihr Umland bei der verbesserten Abstimmung zwischen Siedlungs- und Verkehrsentwicklung, oder sie st\u00e4rkt die Zusammenarbeit aller Staatsebenen in den Agglomerationsr\u00e4umen im Rahmen einer tripartiten Konferenz von Bund, Kantonen und den Agglomerationsst\u00e4dten und -gemeinden (TAK).&#13;<br \/>\nDie Berggebiete und die l\u00e4ndlichen R\u00e4ume sind aber trotz weniger Beachtung durch die Politik kein vernachl\u00e4ssigbarer \u00abRestraum\u00bb oder gar eine \u00abstille Zone\u00bb geworden.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> So liegt beispielsweise die Besch\u00e4ftigung im produzierenden Sektor im l\u00e4ndlichen Raum \u00fcber demjenigen des st\u00e4dtischen Raums, und gerade der periurbane (also stadtnahe) l\u00e4ndliche Raum z\u00e4hlt zu den Raumtypen mit dynamischem Bev\u00f6lkerungszuwachs.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>&#13;<br \/>\nDennoch stehen die Berggebiete und die l\u00e4ndlichen R\u00e4ume vor grossen Herausforderungen. Diese sind zum einen globalen Ursprungs, wie etwa die Folgen des Klimawandels oder die Devisenkursentwicklung, welche beide den Tourismus als wichtigen Wirtschaftszweig im Berggebiet und im l\u00e4ndlichen Raum unter Druck setzen. Zum anderen haben nationale Urneng\u00e4nge wie die Zweitwohnungsinitiative (2012) oder die Initiative zur Abschaffung der Pauschalbesteuerung (2014) einen deutlichen Graben zwischen Stadt und Land aufgezeigt.&#13;<br \/>\nVor diesem Hintergrund hat das Parlament den Bundesrat beauftragt, eine \u00abStrategie des Bundes f\u00fcr die Berggebiete und die l\u00e4ndlichen R\u00e4ume\u00bb zu entwickeln.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Das Staatsekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) liess daraufhin einen Expertenbericht erstellen, der die Grundz\u00fcge der geforderten Strategie aufzeigen und m\u00f6gliche Handlungsans\u00e4tze f\u00fcr deren Umsetzung umreissen sollte.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Kernelemente der k\u00fcnftigen Strategie f\u00fcr Berggebiete und l\u00e4ndliche R\u00e4ume<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Herausforderungen f\u00fcr l\u00e4ndliche R\u00e4ume und Berggebiete in der Schweiz sind vergleichbar mit denjenigen im angrenzenden Ausland.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> Bei der Erarbeitung einer koh\u00e4renten Strategie des Bundes f\u00fcr Berggebiete und l\u00e4ndliche R\u00e4ume stellen sich jedoch drei spezifische Herausforderungen:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>R\u00e4umliche Heterogenit\u00e4t: Die Berggebiete und die l\u00e4ndlichen R\u00e4ume der Schweiz sind keine homogenen R\u00e4ume. Allein das Berggebiet ist gepr\u00e4gt von einem r\u00e4umlichen Nebeneinander (klein)st\u00e4dtischer Zentren, deren periurbaner Umlandgemeinden in den Talb\u00f6den, international ausgerichteter touristischer Zentren und peripherer, abgelegener Gebiete.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a> Eine Strategie des Bundes muss dieser Heterogenit\u00e4t Rechnung tragen und spezifische, auf regionalen St\u00e4rken aufbauende Entwicklungsinitiativen erm\u00f6glichen.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Evolutive Entwicklung der Politik auf Bundesebene: Die Politik des Bundes f\u00fcr Berggebiete und l\u00e4ndliche R\u00e4ume ist keine explizite Bundespolitik, sondern hat sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte dynamisch entwickelt und in unterschiedliche Sachpolitiken Eingang gefunden.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a> Die heute auf Gesetzesebene festgelegten Zielsetzungen des Bundes mit r\u00e4umlicher Wirkung in den Berggebieten und den l\u00e4ndlichen R\u00e4umen sind auf verschiedene Sektoralpolitiken wie die Landwirtschaftspolitik, die Verkehrspolitik oder die Umweltpolitik verteilt und stehen teilweise im Widerspruch zueinander.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a> Eine Strategie des Bundes muss in der Lage sein, diese unterschiedlichen gesetzlichen Grundlagen so umzusetzen, dass sie auf eine klare Vision f\u00fcr die Entwicklung der Berggebiete und der l\u00e4ndlichen R\u00e4ume ausgerichtet sind.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Institutionelle Komplexit\u00e4t der Schweiz: Der f\u00f6deralistische Staatsaufbau der Schweiz f\u00fchrt dazu, dass alle drei Staatsebenen (Bund, Kantone, Gemeinden) die r\u00e4umliche Entwicklung der Berggebiete und der l\u00e4ndlichen R\u00e4ume pr\u00e4gen. Die Entwicklungsziele dieser drei Staatsebenen sind nicht immer deckungsgleich. Eine Strategie des Bundes muss in der Lage sein, unterschiedliche Entwicklungsvorstellungen von Bund, Kantonen und Gemeinden im Sinne einer koh\u00e4renten Raumentwicklungspolitik aufeinander abzustimmen.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Expertenbericht schl\u00e4gt vor, die Strategie des Bundes f\u00fcr Berggebiete und l\u00e4ndliche R\u00e4ume auf eine langfristige Vision auszurichten. Diese Vision beschreibt die Berggebiete und die l\u00e4ndlichen R\u00e4ume als wirtschaftlich wettbewerbsf\u00e4hige, gesellschaftlich vielf\u00e4ltige und \u00f6kologisch wichtige Teilr\u00e4ume einer polyzentral gegliederten und funktional integrierten Schweiz. Zudem geht sie davon aus, dass die Berggebiete und die l\u00e4ndlichen R\u00e4ume der Schweiz in ihrer Vielfalt mit ihren spezifischen Potenzialen einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Schweiz leisten. Sie stellt fest, dass die Berggebiete und die l\u00e4ndlichen R\u00e4ume gemeinsam mit den Agglomerationen die Identit\u00e4t dieses Landes pr\u00e4gen.&#13;<\/p>\n<h2>Vorschl\u00e4ge f\u00fcr konkrete Massnahmen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAls zentrales Element zur Verwirklichung dieser Vision schl\u00e4gt der Expertenbericht vor, die Koordination bestehender Instrumente (Governance) zu verst\u00e4rken und regionale, auf r\u00e4umlich spezifische Entwicklungspotenziale abgestimmte Entwicklungsinitiativen st\u00e4rker und gezielter zu f\u00f6rdern. Konkret schl\u00e4gt der Bericht folgende Massnahmen vor:&#13;<br \/>\nSt\u00e4rkung des Bundesnetzwerks L\u00e4ndlicher Raum: Auf Ebene des Bundes soll das bereits existierende Bundesnetzwerk L\u00e4ndlicher Raum, welches 2002 von der Raumordnungskonferenz des Bundes (ROK) geschaffen wurde, gest\u00e4rkt werden. Mit dieser St\u00e4rkung soll die Koh\u00e4renz des staatlichen Handelns auf Ebene des Bundes (Top-down) kontinuierlich verbessert und langfristig gesichert werden.&#13;<br \/>\nAufbau eines tripartiten Gremiums zur strategischen Weiterentwicklung der Politik f\u00fcr Berggebiete und l\u00e4ndliche R\u00e4ume: In diesem Gremium sollen die wichtigsten staatlichen und privaten Akteure der Berggebiete und der l\u00e4ndlichen R\u00e4ume in geeigneter Form eingebunden werden. Damit soll die vertikale Koordination, d. h. die laufende Abstimmung und die strategische Weiterentwicklung der Komponenten Top-down (d. h. der Koordination der Bundespolitiken) und der Komponenten Bottom-up (d. h. der regionalen Entwicklungsinitiativen) der Strategie gest\u00e4rkt werden.&#13;<br \/>\nSt\u00e4rkung der regionalen \u2013 also gemeinde\u00fcbergreifenden \u2013 Ebene: Mit einer zielgerichteten F\u00f6rderung regionaler Akteursgruppen sollen Ansprechpartner gest\u00e4rkt werden, welche eine auf Bundesebene koh\u00e4rente Politik auf lokaler und regionaler Ebene an vorhandene St\u00e4rken adaptieren und umsetzen k\u00f6nnen (Bottom-up). Regionale Akteursgruppen sollten prim\u00e4r aus bestehenden regionalen Organisationen weiterentwickelt oder allenfalls mit gezielten Anreizen neu geschaffen werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMit diesen drei neuen oder verst\u00e4rkten Kooperations- und Entwicklungselementen sollen die Effektivit\u00e4t und die Effizienz der Instrumente des Bundes zur Entwicklung der Berggebiete und der l\u00e4ndlichen R\u00e4ume verst\u00e4rkt werden. Alle Instrumente verstehen sich aber letztlich als subsidi\u00e4r: Sie sollen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung und die Wirtschaft vor Ort m\u00f6glichst g\u00fcnstige Voraussetzungen schaffen, sodass in den Berggebieten und den l\u00e4ndlichen R\u00e4umen weiterhin Wertsch\u00f6pfung generiert und Arbeitspl\u00e4tze geschaffen werden.&#13;<\/p>\n<h2>F\u00fcr eine \u00abPolitik der kleinen Schritte\u00bb<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie im Expertenbericht skizzierten Grundz\u00fcge einer m\u00f6glichen Strategie des Bundes f\u00fcr die Berggebiete und die l\u00e4ndlichen R\u00e4ume bleiben in Bezug auf eine m\u00f6gliche politische Umsetzung bewusst abstrakt. Die verst\u00e4rkte Koordination von Instrumenten auf Bundesebene und die St\u00e4rkung regionaler Entwicklungsinitiativen sind denn auch Stossrichtungen, welche schon vielfach diskutiert wurden.<a href=\"#footnote_10\" id=\"footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor\">[10]<\/a>&#13;<br \/>\nDie im Expertenbericht vorgeschlagenen Grundz\u00fcge verfolgen demnach eine \u00abPolitik der kleinen Schritte\u00bb anstelle der Forderung eines vollkommen neuen Politikmodells f\u00fcr die Berggebiete und die l\u00e4ndlichen R\u00e4ume. Dennoch birgt eine Umsetzung der vorgeschlagenen Neuerungen bereits grosse Herausforderungen:&#13;<br \/>\nAuf Ebene des Bundes d\u00fcrfte die Weiterentwicklung des Bundesnetzwerks L\u00e4ndlicher Raum zu einem steuernden und koordinierenden Organ innerhalb der Bundesverwaltung nicht einfach umsetzbar sein. Ohne substanzielle Ausdehnung der direktiven oder budgettechnischen Kompetenzen dieses Organs d\u00fcrfte die koordinative Wirkung weitgehend ausbleiben. Ob die rechtlichen und politischen Voraussetzungen f\u00fcr eine Kompetenzerweiterung des besagten Organs gegeben sind, ist offen.&#13;<br \/>\nBei der vertikalen Zusammenarbeit im Rahmen eines tripartit angelegten Gremiums wird sich die Frage nach den Schnittstellen zwischen der Raumentwicklungspolitik f\u00fcr l\u00e4ndliche und urbane R\u00e4ume stellen. Viele raumrelevante Problemstellungen halten sich an keine Abgrenzung zwischen Stadt und Land und m\u00fcssten daher von Agglomerationsr\u00e4umen und l\u00e4ndlichen R\u00e4umen gemeinsam bearbeitet werden. Eine solche gemeinsame Bearbeitung f\u00fchrt jedoch unausweichlich zu Abgrenzungsfragen gegen\u00fcber bestehenden Gremien, insbesondere zur Tripartiten Agglomerationskonferenz (TAK).&#13;<br \/>\nBei der gezielten F\u00f6rderung der regionalen Ebene stellt sich die Frage nach der politischen Legitimation von regionalen Initiativen bzw. Akteursgruppen und deren institutioneller Einbettung ins f\u00f6derale System.<a href=\"#footnote_11\" id=\"footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor\">[11]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie vom Bundesrat verabschiedete Politik f\u00fcr die l\u00e4ndlichen R\u00e4ume und die Berggebiete geht diese Herausforderungen an und steckt mit einer \u00abPolitik der kleinen Schritte\u00bb einen flexiblen Steuerungsrahmen zur Abstimmung der Instrumente des Bundes mit lokalen und regionalen Entwicklungsinitiativen.<a href=\"#footnote_12\" id=\"footnote-anchor_12\" class=\"inline-footnote__anchor\">[12]<\/a> Mittelfristig unterst\u00fctzt ein solcher flexibler Steuerungsrahmen nicht nur die nachhaltige Entwicklung der Berggebiete und der l\u00e4ndlichen R\u00e4ume, sondern st\u00e4rkt auch den Zusammenhalt zwischen den Berggebieten und dem Mittelland.&#13;<\/p>\n<h2>Kennzahlen des l\u00e4ndlichen Raums der Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<table>&#13;<\/p>\n<thead>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<th width=\"90\"><\/th>\n<p>&#13;<\/p>\n<th width=\"90\">Anzahl\u00a0Gemeinden<\/th>\n<p>&#13;<\/p>\n<th width=\"90\">\u00a0Wohnbev\u00f6lkerung<\/th>\n<p>&#13;<\/p>\n<th width=\"90\">\u00a0Anzahl Arbeitspl\u00e4tze<\/th>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;\n<\/thead>\n<p>&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<th>Gesamte Schweiz (100%)<\/th>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>2550<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>7\u2009856\u2009000<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>3\u2009398\u2009000<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<th>Periurbaner l\u00e4ndlicher Raum<\/th>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>52%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>22%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>14%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<th>Peripherer l\u00e4ndlicher Raum<\/th>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>11%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>3%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>3%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<th>Alpine Tourismuszentren<\/th>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>1%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>1%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>1%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<th>Urbaner Raum<\/th>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>36%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>74%<\/td>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>82%<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\nQuelle: Ecoplan (2012b) \/ Die Volkswirtschaft&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<\/p>\n<h2>Charakterisierung der Berggebiete und der l\u00e4ndlichen R\u00e4ume<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<table>&#13;<\/p>\n<thead>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<th>Raumtypen<\/th>\n<p>&#13;<\/p>\n<th>Charakteristiken<\/th>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;\n<\/thead>\n<p>&#13;<\/p>\n<tbody>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<th>Periurbaner l\u00e4ndlicher Raum<\/th>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Der periurbane l\u00e4ndliche Raum ist dadurch gekennzeichnet, dass das n\u00e4chste st\u00e4dtische Zentrum mit dem Auto in der Regel innert max. 20 Minuten erreicht werden kann. Der periurbane l\u00e4ndliche Raum liegt also unweit von Agglomerationen bzw. Einzelst\u00e4dten, haupts\u00e4chlich im Mittelland. Er weist eine hohe Gunst als Wohn- und teilweise Arbeitsort auf, zumeist auch eine vorz\u00fcgliche Eignung f\u00fcr die Landwirtschaft.<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<th>Peripherer l\u00e4ndlicher Raum<\/th>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Der periphere l\u00e4ndliche Raum liegt ausserhalb der MIV-Erreichbarkeiten des periurbanen l\u00e4ndlichen Raumes und ausserhalb des Mittellandes. Eine weitere Gliederung des peripheren l\u00e4ndlichen Raums wird nach der Besiedlungsdichte vorgenommen.<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<th>Alpine Tourismuszentren<\/th>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Die alpinen Tourismuszentren sind gekennzeichnet durch ihre Lage im Alpenraum, hohe Logiern\u00e4chtezahlen sowie eine gute bis sehr gute Dienstleistungs- und Infrastrukturausstattung. Mit ihrer in der Vergangenheit gezeigten grossen Stabilit\u00e4t von Bev\u00f6lkerung und Arbeitspl\u00e4tzen sind sie im l\u00e4ndlichen Raum von besonderer Bedeutung. Im sonst eher d\u00fcnn besiedelten alpinen Raum nehmen sie mehr oder weniger grosse Zentrumsfunktionen wahr.<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<th>Klein- und\u00a0Mittelst\u00e4dtische Zentren<\/th>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>\u00a0Ein klein- und mittelst\u00e4dtisches Zentrum hat mindestens 10\u2009000 Einwohnerinnen und Einwohner oder ist ein Kantonshauptort. Klein- und mittelst\u00e4dtische Zentren spielen aus nationaler Sicht f\u00fcr das St\u00e4dtenetz innerhalb eines Handlungsraums eine wesentliche Rolle.<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<\/p>\n<tr>&#13;<\/p>\n<th>L\u00e4ndliche Zentren<\/th>\n<p>&#13;<\/p>\n<td>Ein l\u00e4ndliches Zentrum bezeichnet eine l\u00e4ndliche Gemeinde mit wichtigen zentral\u00f6rtlichen Funktionen f\u00fcr das Umland (Bildung, Gesundheitswesen, Verwaltung und Versorgung, aber auch Arbeitspl\u00e4tze). In der Regel z\u00e4hlt ein l\u00e4ndliches Zentrum mehr als 5000 Einwohner und Einwohnerinnen und ist mit dem motorisierten Individualverkehr\u00a0(Auto, Motorrad) mindestens 15 Minuten von einer Agglomeration oder Stadt entfernt.<\/td>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tr>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/tbody>\n<p>&#13;<br \/>\n<\/table>\n<p>&#13;<br \/>\nQuelle: Webseite ARE und Glossar des Raumkonzepts Schweiz (ARE 2012, 2014) \/ Die Volkswirtschaft<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Ecoplan (2012b).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Diener et al. (2005).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Ecoplan (2012b).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Im Wortlaut beauftragt Motion 11.3927 (Motion Maissen) den Bundesrat, \u00abzusammen mit den wichtigsten Vertretern der Berggebiete und l\u00e4ndlichen R\u00e4ume eine koh\u00e4rente Strategie des Bundes f\u00fcr die Berggebiete und l\u00e4ndlichen R\u00e4ume zu entwickeln. Diese Strategie muss generelle Grunds\u00e4tze und Leitlinien enthalten sowie konkrete Schritte zu deren Umsetzung aufzeigen. Dabei ist den Aspekten Bev\u00f6lkerung, Wirtschaft, nat\u00fcrliche Ressourcen und dezentrale Besiedelung sowie der vertikalen Zusammenarbeit der betroffenen Akteure aller Staatsebenen besondere Beachtung zu schenken.\u00bb&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Mayer et al. (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Mayer et al. (2013).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Eine Strategie f\u00fcr die alpin gepr\u00e4gten R\u00e4ume wurde 2014 von der Regierungskonferenz der Gebirgskantone erarbeitet (RKGK 2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Rudaz und Debarbieux (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Ecoplan (2012a).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_10\" class=\"footnote--item\">Vgl. z.B. Rorep (2006).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_11\" class=\"footnote--item\">Bl\u00f6chlinger (2004).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_12\" class=\"footnote--item\">Vgl. www.are.admin.ch > Aktuell > Publikationen > Politik des Bundes f\u00fcr die l\u00e4ndlichen R\u00e4ume und Berggebiete.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_12\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit den 1990er-Jahren wohnen mehr als doppelt so viele Personen in St\u00e4dten und Agglomerationen als im l\u00e4ndlichen Raum der Schweiz. 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Sie erf\u00fcllen auch wichtige Funktionen als Wirtschafts-, Regenerations- und Erholungsr\u00e4ume. Diese R\u00e4ume stehen vor vielf\u00e4ltigen Herausforderungen, denen mit einer koh\u00e4renten Bundesstrategie begegnet werden soll. Ein Expertenbericht skizziert die Grundz\u00fcge dieser Strategie und setzt dabei den Schwerpunkt auf die Etablierung und die St\u00e4rkung von Steuerungsstrukturen.","post_hero_image_description":"Eine Siedlung in H\u00f6fen, Kanton Bern. Gerade der stadtnahe l\u00e4ndliche Raum z\u00e4hlt zu den Raumtypen mit dynamischem Bev\u00f6lkerungszuwachs.","post_hero_image_description_copyright_de":"Heike Mayer","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"<ul>&#13;\n\t<li>Bl\u00f6chlinger, H. (2005): Baustelle F\u00f6deralismus. NZZ Libro: Z\u00fcrich.<\/li>&#13;\n\t<li>Diener, R., Herzog, J., Meili, M., De Meuron, P., Schmid, C. (2005). Die Schweiz: Ein st\u00e4dtebauliches Portrait.<\/li>&#13;\n\t<li>Birkh\u00e4user: Basel, Boston, Berlin.<\/li>&#13;\n\t<li>Ecoplan (2012a): Politikinstrumente f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum. Synergien, Widerspr\u00fcche und L\u00fccken. Im Auftrag des Bundesnetzwerks L\u00e4ndlicher Raum. Bundesamt f\u00fcr Raument\u00adwicklung (ARE): Bern.<\/li>&#13;\n\t<li>Ecoplan (2012b): Monitoring L\u00e4ndlicher Raum. Synthesebericht 2012. Bundesamt f\u00fcr Raumentwicklung (ARE): Bern.<\/li>&#13;\n\t<li>Mayer, H., Baumgartner, D., Messerli, P., Gl\u00f8ersen, E., Michelet, J. (2014): Expertenbericht zuhanden des SECO f\u00fcr eine Strategie des Bundes f\u00fcr die Berggebiete und l\u00e4ndlichen R\u00e4ume der Schweiz (S. 1\u201357). Geographisches Institut, Universit\u00e4t Bern &amp; Universit\u00e9 de Gen\u00e8ve, Departement de G\u00e9ographie et Environnement: Bern &amp; Genf.<\/li>&#13;\n\t<li>Mayer, H., Baumgartner, D., Gl\u00f8ersen, E. und Michelet, J. (2013): Mountain and Rural Economies Under Pressure: Identifying Global and National Challenges for Sustainable Economic Development in Mountain and Rural Areas in Switzerland. Geographisches Institut, Universit\u00e4t Bern &amp; Universit\u00e9 de Gen\u00e8ve, Departement de G\u00e9ographie et Environnement: Bern &amp; Genf.<\/li>&#13;\n\t<li>Schweizerische Studiengesellschaft f\u00fcr Raumordnung und Regionalpolitik (2006): Die L\u00e4ndlichen R\u00e4ume der Schweiz. ROREP: Bern.<\/li>&#13;\n\t<li>Regierungskonferenz der Gebirgskantone (Hrsg.) (2014). R\u00e4umliche Strategie der alpin gepr\u00e4gten R\u00e4ume der Schweiz. RKGK: Chur.<\/li>&#13;\n\t<li>Rudaz, G., Debarbieux, B. (2014): Die schweizerischen Berggebiete in der Politik. vdf: Z\u00fcrich.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":116860,"main_focus":[156644,157267],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":116864,"artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"11086","post_abstract":"","magazine_issue":"20150301","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/54f582c4bdca1"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/116857"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4145"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=116857"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/116857\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126928,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/116857\/revisions\/126928"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157267"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156644"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4146"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4145"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/33653"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=116857"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=116857"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=116857"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=116857"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=116857"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=116857"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}