{"id":116880,"date":"2015-03-02T16:38:27","date_gmt":"2015-03-02T16:38:27","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/03\/comment-dynamiser-linnovation-en-suisse\/"},"modified":"2023-08-23T23:14:53","modified_gmt":"2023-08-23T21:14:53","slug":"wie-innovationsfaehigkeit-und-kraft-gestaerkt-werden-sollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/03\/wie-innovationsfaehigkeit-und-kraft-gestaerkt-werden-sollen\/","title":{"rendered":"Wie Innovationsf\u00e4higkeit und -kraft gest\u00e4rkt werden sollen"},"content":{"rendered":"<p>Der Wirtschaftsstandort Schweiz lebt von vielen flexiblen und innovativen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Sie stellen mit 99,7% die grosse Mehrheit der marktwirtschaftlichen Betriebe und sind eine wichtige Basis f\u00fcr die stabile und leistungsf\u00e4hige Schweizer Wirtschaft.&#13;<br \/>\nDie KMU-Politik zielt darauf, die Rahmenbedingungen f\u00fcr diese Unternehmen stets zu optimieren. Zu den Hauptaufgaben der KMU-Politik geh\u00f6ren die Erleichterung der Unternehmensfinanzierung und der Abbau von administrativen H\u00fcrden einschliesslich E-Government. Mit dem Ziel, Unternehmen administrativ zu entlasten, betreibt das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) Online-Angebote wie das KMU-Portal (www.kmu.admin.ch) oder die Gr\u00fcnderplattform StartBiz (www.startbiz.ch). Damit leistet die KMU-Politik einen wesentlichen Beitrag dazu, dass sich Unternehmerinnen und Unternehmer entfalten und innovative Ideen realisieren k\u00f6nnen.&#13;<\/p>\n<h2>Innovation im Tourismus<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Schweizer Tourismus leidet unter Preis- und Kostennachteilen, die sich mit dem starken Franken noch akzentuiert haben. Hohe Preise k\u00f6nnen am Markt nur durchgesetzt werden, wenn die Qualit\u00e4t der touristischen Produkte entsprechend hoch oder das Angebot m\u00f6glichst einzigartig ist. Somit ben\u00f6tigt der Schweizer Tourismus kontinuierlich Innovation und einen Qualit\u00e4tsfokus.&#13;<br \/>\nDie Innovationsf\u00f6rderung stellt die wichtigste Stossrichtung von Innotour dar, einem Instrument der Tourismuspolitik. Ziel ist es, das Innovationsklima in Destinationen zu verbessern, Innovationen auszul\u00f6sen und damit die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Destinationen zu st\u00e4rken. Die Innovationsf\u00f6rderung soll dort ansetzen, wo die bedeutendsten Schw\u00e4chen des touristischen Angebots liegen. Im Vordergrund stehen die Schaffung neuer Gesch\u00e4ftsm\u00f6glichkeiten sowie die Verbesserung bestehender Dienstleistungen.&#13;<br \/>\nDas tourismuspolitische Impulsprogramm f\u00fcr die Jahre 2016 bis 2019 st\u00e4rkt die Innovationsf\u00f6rderung im Tourismus zus\u00e4tzlich. So setzt das Programm beispielsweise verst\u00e4rkte Anreize zur Produkt- und Qualit\u00e4tsentwicklung. Durch Wissensdiffusion sollen in den Regionen Anschluss- oder Nachahmerprojekte initiiert werden, welche \u00fcber die Neue Regionalpolitik (NRP) gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnen. Zudem strebt das Impulsprogramm eine fortlaufende Optimierung der Destinationsstrukturen an.&#13;<\/p>\n<h2>Regionale Wettbewerbsf\u00e4higkeit durch Innovation<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nRegionen spielen in der Innovationsf\u00f6rderung eine immer bedeutendere Rolle.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Die F\u00f6rderung von Innovation hat deshalb in der Neuen Regionalpolitik (NRP) seit 2008 an Bedeutung gewonnen. Ab 2016 soll sie im Rahmen von Regionalen Innovationssystemen (RIS) erfolgen.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> RIS im Sinne der NRP sind funktionale R\u00e4ume, die \u00fcber eine kritische Gr\u00f6sse f\u00fcr ein effektives und effizientes Leistungsangebot verf\u00fcgen und gleichzeitig gen\u00fcgend N\u00e4he zu den KMU aufweisen. Sie sind daher in der Regel \u00fcberkantonal und teilweise grenz\u00fcberschreitend ausgerichtet. Gesamtschweizerisch besteht aus Sicht des Bundes ein Potenzial f\u00fcr sechs bis sieben RIS. Mit dieser F\u00f6rderpriorit\u00e4t der NRP will der Bund:&#13;<br \/>\ndie Innovationsdynamik der Regionen erh\u00f6hen, indem die Zusammenarbeit der relevanten Akteure und die strategische Steuerung der regionalen Innovationssysteme intensiviert werden;&#13;<br \/>\ndie Innovationspotenziale der KMU in den Regionen durch massgeschneiderte Unterst\u00fctzungsangebote aussch\u00f6pfen sowie die Rolle der Regionen in der nationalen Innovationsf\u00f6rderung st\u00e4rken.&#13;<\/p>\n<h2>KMU: Ganzheitlicher Ansatz mit &shy;massgeschneiderten Angeboten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBei der regionalen Innovationsf\u00f6rderung setzt der Bund auf zwei Ebenen an. Auf der Ebene der KMU wird von der Tatsache ausgegangen, dass die H\u00fcrden und Potenziale f\u00fcr Innovation nicht \u00fcberall gleich sind und Unternehmerinnen und Unternehmer im Berggebiet und im l\u00e4ndlichen Raum entsprechend andere Unterst\u00fctzungsbed\u00fcrfnisse haben als in Zentren oder Grenzregionen. Diesbez\u00fcglich hat das Regionenmonitoring von Regiosuisse gezeigt, dass seit einigen Jahren der Anteil innovierender Unternehmen im periurbanen und im peripheren l\u00e4ndlichen Raum unterdurchschnittlich und abnehmend ist.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>&#13;<br \/>\nEin nur auf Technologie sowie Forschung und Entwicklung (F&amp;E) ausgerichtetes Innovationsverst\u00e4ndnis greift zu kurz, um die vielf\u00e4ltigen Innovationspotenziale und -engp\u00e4sse der KMU anzusprechen.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> Dies hat auch eine Befragung der KMU in der Westschweiz<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> gezeigt, wonach lediglich 5% der Ideen f\u00fcr kommerzialisierte Innovationen von Hochschulkooperationen ausgel\u00f6st wurden. H\u00e4ufig entstehen die Ideen in Kooperation mit Kunden, mit Zulieferern oder unternehmensintern. Vielfach ist auch f\u00fcr die Realisierung kein Hochschulpartner notwendig.&#13;<br \/>\nDeshalb liegt der NRP ein ganzheitliches Innovationsverst\u00e4ndnis zugrunde, welches Vorhaben in den Bereichen Produkte- und Dienstleistungsentwicklung, Organisations- und Prozessentwicklung sowie Distributions- und Kunden- resp. Marktentwicklung abdeckt und massgeschneiderte Unterst\u00fctzungsangebote erm\u00f6glicht. Dabei sind vorhandene Instrumente bestm\u00f6glich einzubinden. Dazu z\u00e4hlen die Instrumente der KTI (Wissens- und Technologietransfer- sowie Start-up-Support), das Enterprise Europe Network (EEN), aber auch der geplante Innovationspark sowie die Instrumente der Aussenwirtschaftsf\u00f6rderung (Exportf\u00f6rderung und Exportrisikoversicherung). F\u00fcr Unternehmen sollte das Prinzip \u00abno wrong door\u00bb gelten: Unabh\u00e4ngig von den Kontakten mit dem regionalen Innovationssystem sollten sie mit ihren spezifischen Bed\u00fcrfnissen an kompetente Netzwerkpartner gelangen.&#13;<\/p>\n<h2>Regionen: Zusammenarbeit und &shy;strategisches Controlling<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAuf der Ebene der Region sind die Interaktion der verschiedenen Akteure, die Lernkultur und die systematische Orientierung an den realen Bedingungen und Bed\u00fcrfnissen der Zielgruppen entscheidend f\u00fcr den l\u00e4ngerfristigen Erfolg der Regionalen Innovationssysteme. Dies bedingt ein strategisches Controlling in Bezug auf die Leistungen, die nutzniessenden Unternehmen und die beabsichtigte Wirkung. Auf dessen Grundlage k\u00f6nnen Massnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung eingeleitet werden. Voraussetzung daf\u00fcr ist wiederum ein Steuerungs- und Regelsystem der Tr\u00e4gerkantone f\u00fcr das RIS, also eine Governance.&#13;<br \/>\nIn den Regionen der Schweiz sind in Richtung RIS vielversprechende Entwicklungen im Gange, beispielhaft daf\u00fcr das RIS-Programm der Westschweiz.&#13;<\/p>\n<h2>Innovation \u2013 Faktor zur Vermarktung des Wirtschaftsstandortes<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nInnovation wird zunehmend zum Standortfaktor. Deshalb legt auch die nationale Standortpromotion k\u00fcnftig den Fokus noch st\u00e4rker auf wertsch\u00f6pfungsintensive sowie innovative Wirtschaftszweige und schenkt im Zuge der Erarbeitung ihrer k\u00fcnftigen Strategie dem Aspekt der Innovation und dem Erhalt der Innovationskraft der Schweiz noch mehr Beachtung.&#13;<br \/>\nDie Strategie ist auf ausgew\u00e4hlte Branchen mit hohem Innovationspotenzial ausgerichtet. Prim\u00e4r sind dies die Life-Sciences, die Informations- und Kommunikationstechnologien sowie die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie. Mit dieser Ausrichtung geht die Erschliessung von neuen Kooperationen mit Branchenverb\u00e4nden und weiteren massgebenden Akteuren und Instrumenten einher. Ziel sind der Aufbau von relevantem Know-how und das Erschliessen von internationalen Expertennetzwerken.&#13;<\/p>\n<h2>An der Spitze dank Qualit\u00e4t und Innovation<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDank Qualit\u00e4t und Innovation ist es der Schweiz gelungen, im globalen Wettbewerb eine Spitzenposition zu erlangen und zu halten. Mit ihrem Fokus auf diese beiden Werte begleitet und unterst\u00fctzt die Standortf\u00f6rderung KMU und Standorte auch bei der Bew\u00e4ltigung der aktuellen Herausforderungen.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">OECD (2006): Das neue Paradigma f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum; OECD (2011): Regions and Innovation Policy. OECD Reviews of Regional Innovation.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">SECO (2012): Konzeptpapier zur F\u00f6rderung von WTT und Innovation in den Regionen. www.seco.admin.ch\u00a0> Regional- und Raumordnungspolitik > Koordination Sektoralpolitiken > Innovation und Wissens- und Technologietransfer.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Regiosuisse (2014): Monitoringbericht 2013, im Auftrag des Seco.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">OECD (2011): OECD Territorialexamen Schweiz 2011.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Platinn (2008): Etude RIS-WS 2008. Analyse des besoins des entreprises de Suisse occidentale en mati\u00e8re d\u2019innovation; www.platinn.ch\/platinn\/Publications\/Innovation-d-affaires.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wirtschaftsstandort Schweiz lebt von vielen flexiblen und innovativen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Sie stellen mit 99,7% die grosse Mehrheit der marktwirtschaftlichen Betriebe und sind eine wichtige Basis f\u00fcr die stabile und leistungsf\u00e4hige Schweizer Wirtschaft.&#13; Die KMU-Politik zielt darauf, die Rahmenbedingungen f\u00fcr diese Unternehmen stets zu optimieren. 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Die WTT-Plattform Alliance vermittelt und f\u00f6rdert gemeinsame Projekte mit Hochschulen. Genilem zielt darauf, ausgew\u00e4hlte innovative Unternehmen bei der Gr\u00fcndung und in den ersten Gesch\u00e4ftsjahren zu unterst\u00fctzen. KMU und Start-ups haben dadurch Zugang zu weiteren Netzwerken, wodurch optimale Rahmenbedingungen f\u00fcr die Gr\u00fcndung und Entwicklung von Unternehmen geschaffen werden. 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