{"id":116974,"date":"2015-02-16T17:15:12","date_gmt":"2015-02-16T17:15:12","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/02\/quelles-impulsions-pour-le-tourisme-suisse\/"},"modified":"2023-08-23T23:15:36","modified_gmt":"2023-08-23T21:15:36","slug":"welche-impulse-braucht-der-schweizer-tourismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/02\/welche-impulse-braucht-der-schweizer-tourismus\/","title":{"rendered":"Welche Impulse braucht der Schweizer Tourismus?"},"content":{"rendered":"<p>Die Schweiz ist traditionell ein Ferienland. Die Tourismusbranche erlebte ihren Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg, als es sich neu breite Bev\u00f6lkerungskreise leisten konnten, Ferien zu machen. W\u00e4hrend die G\u00e4ste anf\u00e4nglich prim\u00e4r im Sommer in die Berge kamen, um der Hitze zu entfliehen, erlangte ab den 1970er-Jahren auch der Wintertourismus eine zunehmend gr\u00f6ssere Bedeutung. Ab den 1990er-Jahren gerieten die Schweizer Ferienorte jedoch zunehmend unter preislichen Wettbewerbsdruck. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind der Ausbau des europ\u00e4ischen Strassen- und Schienennetzes, die Liberalisierung des Flugverkehrs, der technische Fortschritt im Bereich der Beschneiung, welche einen massiven Ausbau der Skigebiete in Tirol und S\u00fcdtirol erm\u00f6glichte, sowie in j\u00fcngster Zeit auch die durch das Internet geschaffene Preistransparenz.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nHeute stehen die Schweizer Tourismusorte vor grossen Herausforderungen. Die Nachfrage nach Sommerferien in den Alpen ist tendenziell sinkend. Andere Weltregionen bieten den Europ\u00e4ern \u00e4hnliche Produkte (Wandern, Biken u. \u00e4.) mit h\u00f6herer Wettersicherheit, zu deutlich tieferen Preisen und mit mehr Exotik. F\u00fcr viele aussereurop\u00e4ische G\u00e4ste sind die Alpen als Ferienregion unerschwinglich. Im Gegensatz dazu hat sich die Nachfrage nach Winterferien in den Alpen in den letzten Jahren positiv entwickelt. Die Schweizer Wintersportdestinationen konnten von diesem Wachstum aber nicht profitieren, da sie aufgrund des starken Frankens preislich nicht wettbewerbsf\u00e4hig waren.&#13;<\/p>\n<h2><b>Kompensation der Verluste im Feriengesch\u00e4ft nur bedingt m\u00f6glich<\/b><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm dem Nachfrager\u00fcckgang bei den Ferieng\u00e4sten zu begegnen, haben die Schweizer Tourismusorte in den letzten Jahren an einer Diversifikation in andere Gesch\u00e4ftsfelder gearbeitet. Die Kompensation der Logiern\u00e4chte der verlorenen Ferieng\u00e4ste gestaltet sich jedoch aus folgenden Gr\u00fcnden als schwierig:&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGesch\u00e4ftstourismus: Im Gegensatz zum traditionellen Feriengesch\u00e4ft konzentriert sich der Gesch\u00e4ftstourismus auf die grossen St\u00e4dte (Z\u00fcrich, Genf, Basel, Bern).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nReisende: Die Nachfrage der Touring-G\u00e4ste insbesondere aus Asien konzentriert sich auf wenige Anziehungspunkte mit internationaler Ausstrahlung (Jungfraujoch\/Interlaken, Titlis\/Luzern, Zermatt). Sowohl marketingtechnisch als auch in Bezug auf den Aufwand im Betrieb ist das Gesch\u00e4ft mit Reisenden zudem deutlich aufwendiger als das Feriengesch\u00e4ft. Da pro Ankunft eines Reisenden in der Schweiz nur wenige Logiern\u00e4chte generiert werden, m\u00fcssen zur Generierung gleich vieler Logiern\u00e4chte fast f\u00fcnfmal mehr G\u00e4ste gewonnen und bedient werden. W\u00e4hrend der Stammg\u00e4steanteil bei den Ferieng\u00e4sten hoch liegt, gibt es nur wenige wiederkehrende Reisende.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKurzaufenthalte: Sie beschr\u00e4nken sich auf die Sch\u00f6nwetterwochenenden und die Nachfrage aus der Schweiz, wodurch das Potenzial in diesem Gesch\u00e4ftsfeld begrenzt ist.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMit der massiven Aufwertung des Schweizer Frankens sowie mit der Annahme der Zweitwohnungsinitiative haben sich in den letzten Jahren die Rahmenbedingungen f\u00fcr die Schweizer Tourismusunternehmen deutlich verschlechtert. Innerhalb von f\u00fcnf Jahren hat sich das Angebot f\u00fcr die ausl\u00e4ndischen G\u00e4ste wechselkursbedingt um 50% verteuert. Gleichzeitig ist durch die Annahme der Zweitwohnungsinitiative die von vielen Beherbergungsbetrieben genutzte M\u00f6glichkeit weggefallen, nicht aus dem Betriebsertrag finanzierbare Investitionen durch Querfinanzierung \u00fcber das Zweitwohnungsgesch\u00e4ft zu decken (siehe <i>Kasten 1<\/i>).&#13;<\/p>\n<h2><b>Ein Impulsprogramm mit vier &shy;Stossrichtungen<\/b><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nVor diesem Hintergrund hat der Bundesrat im Juni 2013 ein Impulsprogramm beschlossen, welches die Branche im anstehenden Strukturwandel unterst\u00fctzen soll.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>\u00a0Das Programm enth\u00e4lt folgende vier Stossrichtungen:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Modernisierung der Beherbergungswirtschaft;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Qualit\u00e4ts- und Produktentwicklung;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>effizientere Strukturen auf Destinations- und Betriebsebene sowie verst\u00e4rkte Zusammenarbeit;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Schliessen von Wissensl\u00fccken.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nUm im Anpassungsprozess die richtigen Schwerpunkte zu setzen, ist es wichtig, den Ver\u00e4nderungsbedarf in der Branche zu ber\u00fccksichtigen. Die nachfolgenden kritischen \u00dcberlegungen zu Chancen und Herausforderungen in den einzelnen Stossrichtungen geben Hinweise, wie die Mittel des Impulsprogramms am besten einzusetzen w\u00e4ren:&#13;<\/p>\n<h3><b>1. Fokus auf Erh\u00f6hung der preislichen &shy;Wettbewerbsf\u00e4higkeit entscheidend<\/b><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Beherbergungswirtschaft ist ein zentraler Pfeiler der Tourismuswirtschaft. Um international wettbewerbsf\u00e4hig zu sein, ist es zentral, dass die Beherbergungsbetriebe laufend an den \u00abState of the Art\u00bb angepasst werden. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation waren die Investitionen vieler Schweizer Hoteliers in den letzten 15 Jahren unzureichend (siehe <i>Kasten 2 <\/i>und <i>Grafik 1<\/i>). Die Hotellerie bei der Modernisierung zu unterst\u00fctzen, ist deshalb grunds\u00e4tzlich richtig.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/03\/Grafik_Plaz_Schmid_1_DE.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-11781\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/03\/Grafik_Plaz_Schmid_1_DE-600x452.png\" alt=\"Grafik_Plaz_Schmid_1_DE\" width=\"600\" height=\"452\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDamit die Modernisierung der Beherbergungswirtschaft zur Erh\u00f6hung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit beitr\u00e4gt, ist es entscheidend, dass sie unter dem richtigen Fokus erfolgt. Dabei sehen wir folgende Ansatzpunkte:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li><i>Gehobene Hotellerie:<\/i> Im Vergleich mit \u00d6sterreich verf\u00fcgt die Schweiz in der gehobenen Hotellerie \u00fcber die gr\u00f6ssten Kostennachteile, da aufgrund der hohen Serviceintensit\u00e4t die Lohnunterschiede am st\u00e4rksten ins Gewicht fallen. Investitionen in Erneuerung oder Ausbau dieser Betriebe sind deshalb konsequent unter der Optik m\u00f6glicher Kostenoptimierungen zu beurteilen. Im Vordergrund stehen dabei die Automatisierung der Betriebsabl\u00e4ufe, das Erzielen von Skaleneffekten, das Outsourcing spezifischer Leistungen oder die \u00fcberbetriebliche Bereitstellung des Angebots (z. B. Wellness).<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li><i>Low-Service-Hotellerie:<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a><\/i>\u00a0Der Kostennachteil der Schweiz ist in der Low-Service-Beherbergung am geringsten. Bei Wintersportlern und Familien erfreuen sich diese Angebote einer grossen Beliebtheit. Der Neubau von Feriend\u00f6rfern ist deshalb gemeinsam mit international etablierten Playern voranzutreiben. Die Zusammenarbeit mit etablierten Partnern ist sowohl bei der Konzipierung des Ausbaustandards (Vermeidung von \u00dcberinvestitionen) als auch in der Vermarktung (Nutzung von Skaleneffekten) erfolgsentscheidend.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nErg\u00e4nzend sind Wege zu schaffen, dass die nicht mehr wettbewerbsf\u00e4higen Betriebe aus dem Markt ausscheiden k\u00f6nnen.&#13;<\/p>\n<h3><b>2. Bed\u00fcrfnisse der internationalen G\u00e4ste\u00a0im Zentrum\u00a0<\/b><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Qualit\u00e4t und die Einzigartigkeit der Produkte sind f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Schweizer Tourismus entscheidend. Sie sind der einzige Weg, sich gegen\u00fcber austauschbaren und deshalb h\u00f6chst preissensitiven Angeboten zu differenzieren. In den letzten Jahren wurde unter dem Titel der Produktentwicklung prim\u00e4r in die Modernisierung und Positionierung der bestehenden Produkte sowie in die Abrundung des Angebots in den Tourismusorten investiert. Diese Verbesserungen erh\u00f6hten die Attraktivit\u00e4t der Tourismusorte f\u00fcr die Zweitwohnungseigent\u00fcmer und die Schweizer Stammkundschaft. Sie trugen aber nur begrenzt zur Differenzierung im internationalen Wettbewerb bei. Zur besseren Erschliessung der internationalen Nachfrage w\u00e4re der Fokus der Produktentwicklung vermehrt auf folgende Punkte zu legen.&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li><i>Winter:<\/i> Zur R\u00fcckgewinnung der Ferieng\u00e4ste im Winter gilt es, das Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis f\u00fcr Schneesportferien zu verbessern. Eine Leistungssteigerung kann entweder durch Modernisierung der Anlagen am Berg oder durch Steigerung des G\u00e4stekomforts erfolgen. Da weitere Investitionen am Berg in der Regel nicht aus dem Betrieb finanziert werden k\u00f6nnen, m\u00fcssten dazu neue Finanzierungsmodelle gefunden werden.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a><sup>\u00a0<\/sup>Zur Steigerung des G\u00e4stekomforts ist die Produktentwicklung k\u00fcnftig konsequent von den Bed\u00fcrfnissen des Gastes und nicht von den Angeboten der bestehenden Betriebe her zu denken.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li><i>Sommer:<\/i> Um die Nachfrage im Sommer massgeblich zu steigern, muss es den Schweizer Tourismusorten gelingen, mehr ausl\u00e4ndische G\u00e4ste anzuziehen. Aufgrund der schwierigen Wettbewerbssituation im Feriengesch\u00e4ft d\u00fcrfte es insbesondere interessant sein, die Wahrnehmung der Schweiz als attraktive Touring- und Kurzreisedestination f\u00fcr Europ\u00e4er zu st\u00e4rken. Konkrete Ansatzpunkte dazu sehen wir in der B\u00fcndelung bestehender Angebote \u00fcber Unternehmen und Regionen hinweg, in der gezielten Positionierung dieser Angebote bei den etablierten Reiseveranstaltern in den Zielm\u00e4rkten sowie in der besseren Anbindung der Ferienregionen an die internationalen Flugh\u00e4fen.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<\/p>\n<h3><b>3. Zusammenarbeit als Mittel f\u00fcr Kosten&shy;einsparungen<\/b><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIm internationalen Vergleich ist die Schweizer Tourismusbranche sehr klein strukturiert. Dies f\u00fchrt tendenziell zu einer Verteuerung des Angebots und zu einem h\u00f6heren Organisations- und Informationsaufwand der G\u00e4ste. In den letzten Jahren gab es sowohl auf Betriebs- als auch auf Destinationsebene vielerorts Bem\u00fchungen, die Strukturen zu optimieren. Die dabei gesammelten Erfahrungen zeigen, dass der Aufwand f\u00fcr Dinge wie die Aushandlung von Kontingenten und Rabatten, die Kl\u00e4rung von Schnittstellenfragen oder das Festlegen gemeinsamer Marktbearbeitungsstrategien in losen Kooperationen sehr hoch ist. Wenn die (oft anstrengenden) Diskussionen nicht zu Ende gef\u00fchrt werden, besteht zudem das Risiko, dass mediokre Produkte ohne klare Zust\u00e4ndigkeiten auf den Markt kommen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVieles deutet deshalb darauf hin, dass die Nutzung von Synergien im notwendigen Ausmass sowie die Bereitstellung eines in sich konsistenten und durch den Gast komfortabel buchbaren Gesamtangebots nur gelingen, wenn effizientere Zusammenarbeitsformen gefunden werden. Die Bestrebungen zur Optimierung der Strukturen bzw. zur Verst\u00e4rkung von Kooperationen sind deshalb konsequent daran zu messen, ob sie einen Beitrag zur Erreichung des \u00fcbergeordneten Ziels leisten, die Kosten zu senken und das Angebot f\u00fcr den Gast attraktiver zu gestalten.&#13;<\/p>\n<h3><b>4. Umsetzung von Wissen in Handlung f\u00f6rdern<\/b><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nNach dem Wegfall der M\u00f6glichkeit zur Querfinanzierung von Tourismusunternehmen \u00fcber den Zweitwohnungsbau sowie vor dem Hintergrund der wechselkursbedingt \u00e4usserst schwierigen Kostensituation ist die Entwicklung neuer Gesch\u00e4fts- und Finanzierungsmodelle f\u00fcr das Fortbestehen vieler Schweizer Tourismusorte zentral. Wo punktuelle Wissensl\u00fccken bestehen, ist es w\u00fcnschenswert, diese rasch zu schliessen. Zudem ist es wichtig, dass durch Verabschiedung des Zweitwohnungsgesetzes baldm\u00f6glichst Planungssicherheit hergestellt wird.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAus Sicht der Destinationsentwicklung besteht das Hauptproblem jedoch nicht in fehlendem Grundlagenwissen, sondern in der fehlenden Antwort auf die Frage, wie aus Wissen Handlung wird. Die Zahl der Tourismusunternehmen, welche einen Impuls aufnehmen k\u00f6nnen, hat in den letzten Jahren stark abgenommen. Den verbleibenden Unternehmen fehlt oft der Mut, neue Projekte umzusetzen, da sie in der Regel mit hohen Risiken verbunden sind. Um diesem Aspekt Rechnung zu tragen, w\u00e4re es deshalb w\u00fcnschenswert, wenn das Impulsprogramm \u2013 neben der Erarbeitung von Grundlagenwissen \u2013 auch Mittel vorsieht, um in einigen Pilotorten die Konkretisierung der vorhandenen Ideen im Bereich neue Finanzierungs- und Zusammenarbeitsmodelle bis zur Umsetzungsreife zu begleiten sowie mutige und innovative Unternehmer bei der Umsetzung ihrer Ideen grossz\u00fcgig zu unterst\u00fctzen. Nur durch die Umsetzung konkreter Projekte k\u00f6nnen die f\u00fcr eine Aufbruchsstimmung notwendigen Signale gesetzt werden.&#13;<\/p>\n<h2><b>Schwierige Reformen sind anzupacken<\/b><\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nInsgesamt zielt das Impulsprogramm 2016\u20132019 des Bundes in die richtige Richtung und setzt mit den vier Stossrichtungen in zentralen Themenbereichen ein Zeichen. Das Umfeld wird f\u00fcr die Schweizer Tourismusunternehmen auch mit dem Impulsprogramm schwierig bleiben. Es scheint deshalb wichtig, dass die Branche nun nicht in Aktionismus verf\u00e4llt, sondern beginnt, die anstehenden, einschneidenden Reformen vorzubereiten und gemeinsam anzupacken.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Siehe dazu den Artikel von Annette Sp\u00f6rri auf S. 8ff. in dieser Ausgabe.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Unter Low-Service-Beherbergung verstehen wir Feriend\u00f6rfer, Jugendherbergen und andere kommerzielle Beherbergungskonzepte, welche dem Gast das Zimmer ohne umfassende Serviceleistungen (wie t\u00e4gliche Reinigung, Gastronomie usw.) verkaufen.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Vgl. Stossrichtung 4.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweiz ist traditionell ein Ferienland. Die Tourismusbranche erlebte ihren Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg, als es sich neu breite Bev\u00f6lkerungskreise leisten konnten, Ferien zu machen. W\u00e4hrend die G\u00e4ste anf\u00e4nglich prim\u00e4r im Sommer in die Berge kamen, um der Hitze zu entfliehen, erlangte ab den 1970er-Jahren auch der Wintertourismus eine zunehmend gr\u00f6ssere Bedeutung. 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Dies ist darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass der Ertragswert eines Hotels im Schweizer Alpenraum auch bei optimistischen Annahmen zu erzielbaren Ertr\u00e4gen und Auslastungen beim aktuellen Marktumfeld deutlich unter dessen Anlagekosten liegt. Eine Untersuchung der in den letzten Jahren trotzdem umgesetzten Projekte zeigt, dass das Zweitwohnungsgesch\u00e4ft die Finanzierung oft massgeblich beeinflusste. Dabei kamen je nach Projekt unterschiedliche Spielformen zur Anwendung:<sup>a\u00a0<\/sup>&#13;\n<ul>&#13;\n\t<li>Der Hotelier verf\u00fcgt \u00fcber hohe Eigen\u00admittel aus vergangenem Wohnungs- oder Baulandverkauf.<\/li>&#13;\n\t<li>Die Investition ins Hotel wird mit dem Verkauf von Zweitwohnungen koordiniert; durch das Hotel k\u00f6nnen im Zweitwohnungsgesch\u00e4ft h\u00f6here Margen erzielt werden, welche beim Hotelprojekt als Eigenmittel eingesetzt werden k\u00f6nnen.<\/li>&#13;\n\t<li>Statt nur Hotelzimmer zu bauen,&#13;\nwerden auch Wohnungen gebaut, welche durch Langzeitvermietung eine Einnahmensicherheit bieten.<\/li>&#13;\n<\/ul>&#13;\na\u00a0 Vgl. dazu den Bericht \u00abTourismusfinanzierung&#13;\nohne Zweitwohnungen. Auswirkungen der Zweitwohnungsinitiative auf die Finanzierung von Beherbergungsbetrieben und Tourismusinfrastrukturen\u00bb BHP \u2013 Hanser und Partner, S. 47."},{"kasten_title":"Downgrading der Hotellerie im Schweizer Alpenraum","kasten_box":"In der Hotellerie des Schweizer \u00adAlpenraums fand in den letzten zehn Jahren ein Downgrading statt (siehe <i>Grafik 1<\/i>). Mangels Investitionen haben viele 3-Stern-Hotels ihre Klassifizierung verloren. Anstatt aus dem Markt auszuscheiden, wurden sie aber zu 0-bis-2-Stern-Betrieben. Aktuell stehen im Schweizer Alpenraum in der 0-bis-2-Stern-Hotellerie knapp doppelt so viele Betten zur Verf\u00fcgung wie in der gehobenen Hotellerie (4- und 5-Stern).&#13;\n&#13;\nIn Tirol verlief die Entwicklung gegenl\u00e4ufig. Die Zahl der Betten in der 1- und 2-Stern-Hotellerie ging in den letzten Jahren deutlich zur\u00fcck, w\u00e4hrend in der gehobenen Hotellerie viele neue Betriebe entstanden. 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