{"id":116988,"date":"2015-02-11T14:20:12","date_gmt":"2015-02-11T14:20:12","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/02\/jeandupeux-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:14:51","modified_gmt":"2023-08-23T21:14:51","slug":"jeandupeux","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/02\/jeandupeux\/","title":{"rendered":"Die Berufsbildung der Post verj\u00fcngt das Unternehmen und h\u00e4lt es fit"},"content":{"rendered":"<p>Die Berufsbildung hat f\u00fcr die Schweizerische Post strategische Bedeutung. Die Frage, ob die Berufsbildung fit f\u00fcr die Zukunft sei, f\u00fchrt direkt zur Frage: Ist unser Unternehmen fit f\u00fcr die Zukunft? Ob dem so ist, l\u00e4sst sich unter anderem daran erkennen, ob das Unternehmen die Zeichen der Zeit verstanden hat. Deutliche Zeichen unserer Zeit sind Transformation und zunehmende Komplexit\u00e4t.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Schweizerische Post stellt ein eindr\u00fcckliches Beispiel f\u00fcr ein Unternehmen in der Transformation dar. Die Aufteilung der PTT in die zwei eigenst\u00e4ndigen Unternehmen Swisscom und Die Schweizerische Post von 1998 verursachte einen tiefgreifenden Wandel der Unternehmenskultur und im Selbstverst\u00e4ndnis der Mitarbeitenden. Der etwas tr\u00e4ge Riese musste sich einem Fitnessprogramm unterziehen und seine Strukturen so anpassen, dass die neue Organisation markt- und wettbewerbsf\u00e4hig funktionieren konnte. Denn auch die Rahmenbedingungen \u00e4nderten sich: Das Paketmonopol in der Schweiz wurde 2004 aufgehoben. Vom Briefmonopol bleibt der Post vorerst noch jenes f\u00fcr Briefe bis 50 Gramm.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer wichtigste Perspektivenwechsel in dieser Phase f\u00fcr die Mitarbeitenden war die Orientierung an ihren Kundinnen und Kunden und nicht mehr an \u00abBenutzern von postalischen Dienstleistungen\u00bb. Zugleich investierte die Post Milliardenbetr\u00e4ge in die Modernisierung ihrer Logistikzentren, damit sie eine hochstehende sowie eigenfinanzierte Grundversorgung sicherstellen konnte. Sie erweiterte ihr Produkteportfolio und entwickelte sich zum erfolgreichen Mischkonzern in den M\u00e4rkten Kommunikation, Logistik, Retailfinanz und \u00f6ffentlicher Personenverkehr unter Aufsicht einer komplexer werdenden Regulierung. Dieser Prozess innerhalb eines guten Jahrzehnts hat den Mitarbeitenden auf allen Stufen viel Ver\u00e4nderungsbereitschaft abverlangt.&#13;<\/p>\n<h2>Arbeitsmarktf\u00e4higkeit der Mitarbeitenden hergestellt<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Berufsbildung der Post hat diese Ver\u00e4nderungsprozesse nicht nur nachvollzogen, sondern antizipiert und aktiv mitgestaltet. Mit dem Projekt <i>ValiPoste<\/i> nutzte sie die M\u00f6glichkeit im neuen Berufsbildungsgesetz, die Kompetenzen von Mitarbeitenden mit einer sogenannten Monopolausbildung validieren zu lassen. Eine erg\u00e4nzende Nachholbildung f\u00fchrte dann zum Erwerb eines eidgen\u00f6ssischen F\u00e4higkeitszeugnisses. 1400 Mitarbeitende w\u00e4hlten diesen Weg und machten sich so fit f\u00fcr den Arbeitsmarkt. Inzwischen f\u00fchren alle Grundbildungen der Post selbstverst\u00e4ndlich zum Eidgen\u00f6ssischen F\u00e4higkeitszeugnis oder zu einem Eidgen\u00f6ssischen Berufsattest.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nHeute richten sich die Grundbildungen bei der Post in der Logistik und im Detailhandel permanent an der technologischen Entwicklung und den sich rasch \u00e4ndernden Kundenbed\u00fcrfnissen aus. In Lehrlingspoststellen k\u00f6nnen die Lernenden bereits die ganze Verantwortung zur F\u00fchrung einer Poststelle \u00fcbernehmen. Das f\u00f6rdert junge Talente und pr\u00e4destiniert sie f\u00fcr sp\u00e4tere F\u00fchrungsaufgaben. Dieses bew\u00e4hrte Konzept kommt demn\u00e4chst auch f\u00fcr Logistiklernende in der Zustellung zur Anwendung, die eine Distributionsstelle in Eigenregie f\u00fchren werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn den letzten Jahren hat sich zudem das Portfolio der Berufsbildung um Berufe wie Mediamatik oder Fachfrau\/Fachmann Kundendialog erweitert. F\u00fcr die Einf\u00fchrung dieser eidgen\u00f6ssisch anerkannten Grundbildungen hat die Post zusammen mit anderen Unternehmen eine schweizweite Pionierrolle eingenommen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine Pionierrolle spielt die Berufsbildung der Post auch mit ihrem Projekt <i>PostZone.<\/i> Dabei handelt es sich um eine interaktive Lernplattform, die von den Lernenden am Arbeitsplatz, unterwegs mit dem Smartphone oder zu Hause genutzt werden kann. Die Plattform erm\u00f6glicht zeit- und ortsunabh\u00e4ngiges Lernen und f\u00f6rdert die Eigenverantwortung sowie die Informatikkenntnisse der jungen Berufsleute.&#13;<\/p>\n<h2>Lernende aus 46 verschiedenen Nationen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNicht nur Inhalte und Berufsbilder \u00e4ndern sich. Die \u00fcber 2000 Lernenden der Post weisen eine eindr\u00fcckliche Vielfalt auf: Sie kommen aus 46 Nationen und sprechen fast ebenso viele verschiedene Muttersprachen. Diese Vielfalt korreliert mit der Entwicklung in der Schweizer Bev\u00f6lkerung und stellt einen nicht zu untersch\u00e4tzenden Vorteil im t\u00e4glichen Kundenkontakt sowie intern zur Entwicklung der Post zu einer vielf\u00e4ltigen, lernenden Organisation dar.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVer\u00e4ndert hat sich auch die Ansprache auf dem Arbeitsmarkt. Wir haben ein grosses Interesse daran, auch die Stellen in der Grundbildung mit den besten Kandidatinnen und Kandidaten zu besetzen. Unsere Berufsbildung ist deshalb auch online und multimedial pr\u00e4sent: Im <i>Jugendraum (www.post.ch\/lehrstellen)<\/i> finden interessierte Jugendliche alle Informationen zu den Grundbildungsberufen der Post in ihrer jeweiligen Region und in ihrer Sprache.&#13;<\/p>\n<h2>Schwerpunkt Informatikberufe<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEinen Schwerpunkt setzt die Berufsbildung der Post bei den IT-Berufen. Die Post besch\u00e4ftigt rund 1500 Mitarbeitende allein auf dem Gebiet der hauseigenen Informatik, die Applikationen baut, Angebote f\u00fcr Privat- und Gesch\u00e4ftskunden entwickelt und eine Vielzahl unserer betrieblichen Gesch\u00e4fts- und Arbeitsabl\u00e4ufe sicherstellt. In der Informatik erh\u00f6hen wir nun kontinuierlich die Anzahl Ausbildungspl\u00e4tze in der vierj\u00e4hrigen Grundbildung. Ab n\u00e4chstem Sommer werden wir auch die Basisausbildung, die wir bisher mit Partnern betrieben haben, selbst anbieten. Davon versprechen wir uns noch gr\u00f6ssere Praxisn\u00e4he und erh\u00f6hen unsere Attraktivit\u00e4t als Lehrbetrieb.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2014\/09\/jeandupueux_gra1_de1.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3531\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2014\/09\/jeandupueux_gra1_de1-300x223.png\" alt=\"jeandupueux_gra1_de[1]\" width=\"300\" height=\"223\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuch die Post sieht sich mit der Herausforderung konfrontiert, gerade f\u00fcr die anspruchsvolleren Grundbildungen gen\u00fcgend geeignete Jugendliche zu finden und ihren l\u00e4ngerfristigen Bedarf an Fachkr\u00e4ften sicherzustellen. Daher haben wir seit einiger Zeit die beschleunigte Ausbildung <i>Way up<\/i> eingef\u00fchrt, die talentierten Maturandinnen und Maturanden die M\u00f6glichkeit gibt, die Ausbildung in zwei statt vier Jahren zu absolvieren. Dieses Angebot wird erfreulich gut genutzt. Eine ganz neue Massnahme wird das praxisintegrierte Bachelorstudium (PiBS) in Informatik der Fernfachhochschule Schweiz sein, das sich ebenfalls an Absolventen des Gymnasiums richtet, die Berufspraxis und Studium kombinieren wollen. Auch hier geh\u00f6rt die Post zu den ersten Unternehmen, die entsprechende Ausbildungspl\u00e4tze anbieten werden; ab Herbst 2015 wird es so weit sein.&#13;<\/p>\n<h2>Von Erfahrungen und Ideen aller profitieren<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie bisher erfolgreiche Bew\u00e4ltigung des tiefgreifenden Wandels bei der Post liess sich nicht einfach von oben verordnen. Er musste von der Erfahrung und den Ideen aller, die von den Ver\u00e4nderungen betroffen sind, mitgestaltet werden. Nur wenn wir bereit sind, uns in Zeiten rascher Transformation immer wieder die fachlichen und sozialen Kompetenzen anzueignen, werden wir die zunehmende Komplexit\u00e4t f\u00fcr uns und f\u00fcr unsere Kundinnen und Kunden in den Griff bekommen. Dies gilt nicht nur f\u00fcr die Post \u2013 es ist die Herausforderung f\u00fcr den ganzen Wirtschaftsstandort. Der Berufsbildung kommt dabei eine Schl\u00fcsselrolle zu. Halten wir sie fit, damit sie uns fit h\u00e4lt!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Berufsbildung hat f\u00fcr die Schweizerische Post strategische Bedeutung. Die Frage, ob die Berufsbildung fit f\u00fcr die Zukunft sei, f\u00fchrt direkt zur Frage: Ist unser Unternehmen fit f\u00fcr die Zukunft? Ob dem so ist, l\u00e4sst sich unter anderem daran erkennen, ob das Unternehmen die Zeichen der Zeit verstanden hat. 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