{"id":117006,"date":"2015-02-10T13:02:55","date_gmt":"2015-02-10T13:02:55","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2015\/02\/wie-die-zuwanderung-die-einstellungen-gegenueber-immigration-in-der-schweizer-stimmbevoelkerung-beeinflusst\/"},"modified":"2023-08-23T23:15:41","modified_gmt":"2023-08-23T21:15:41","slug":"wie-die-zuwanderung-die-einstellungen-gegenueber-immigration-in-der-schweizer-stimmbevoelkerung-beeinflusst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2015\/02\/wie-die-zuwanderung-die-einstellungen-gegenueber-immigration-in-der-schweizer-stimmbevoelkerung-beeinflusst\/","title":{"rendered":"Wie die Zuwanderung die Einstellungen gegen\u00fcber Immigration in der Schweizer Stimmbev\u00f6lkerung beeinflusst"},"content":{"rendered":"<p>Ausl\u00e4nder- und Asylfragen nehmen seit Jahren in der Problemwahrnehmung der Schweizer Stimmberechtigten eine priorit\u00e4re Position ein.&#13;<br \/>\nVgl. dazu das vom Forschungsinstitut GfS im Auftrag der Credit Suisse seit 2003 regelm\u00e4ssig durchgef\u00fchrte \u00abSorgenbarometer\u00bb.&#13;<br \/>\nDies deutet klar auf ein weitverbreitetes Unbehagen bez\u00fcglich <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> hin. Gleichzeitig bleibt offen, ob bzw. in welchem Ausmass verschiedene Abstimmungsergebnisse der j\u00fcngsten Vergangenheit allenfalls direkt durch die <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> beeinflusst oder gar entschieden worden sind. Diese Frage ist jedoch f\u00fcr die momentane wie auch die zuk\u00fcnftige Ausgestaltung der Arbeitsmarkt- und Migrationspolitik in der Schweiz von gr\u00f6sster Bedeutung.&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">In einer empirischen Untersuchung fokussieren wir deshalb auf den unmittelbaren Effekt der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> auf die <span class=\"recomDescriptiveWord\">Einstellungen<\/span> gegen\u00fcber Immigration in der Schweiz.&#13;<br \/>\nVgl. Brunner und Kuhn (2014). Die vollst\u00e4ndige Studie ist online unter ftp.iza.org\/dp8409.pdf zug\u00e4nglich.&#13;<br \/>\nWir finden einen negativen und substanziellen direkten Effekt der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> auf die <span class=\"recomDescriptiveWord\">Einstellungen<\/span> gegen\u00fcber Immigration. Unsere Analyse liefert \u00fcberdies Hinweise auf die zugrunde liegenden Mechanismen und Motivationen. Ausserdem zeigt sie erstmals auf, dass durch die <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> auch die Mobilit\u00e4t innerhalb der Schweiz (mit)beeinflusst wird \u2013 ein Ergebnis, welches nicht nur f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis von Abstimmungsergebnissen, sondern auch aus politischer und planerischer Sicht von Bedeutung ist.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h3 class=\"ZT\">Abstimmungsergebnisse als direktes Mass f\u00fcr <span class=\"recomDescriptiveWord\">Einstellungen<\/span><\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"body\">Eine erste H\u00fcrde einer solchen Analyse besteht darin, die <span class=\"recomDescriptiveWord\">Einstellungen<\/span> gegen\u00fcber sensiblen und\/oder tabuisierten Themen, wie es die Immigration darstellt, \u00fcberhaupt korrekt messen zu k\u00f6nnen. Im Kontext unserer Studie d\u00fcrfte vor allem das Problem von Bedeutung sein, dass bei solchen \u00abheiklen\u00bb Themen die soziale Erw\u00fcnschtheit bestimmter <span class=\"recomDescriptiveWord\">Einstellungen<\/span> das Antwortverhalten in Umfragen mitunter stark beeinflussen kann.&#13;<br \/>\nVgl. Bertrand und Mullainathan (2001). Dieses Ph\u00e4nomen k\u00f6nnte gerade auch im Kontext von Abstimmungsprognosen (wie beispielsweise im Vorfeld der Masseneinwanderungsinitiative) eine relevante Rolle spielen.&#13;<br \/>\nAus diesem Grund haben wir uns entschlossen, anstelle von Umfragedaten auf offizielle Abstimmungsergebnisse auf der Gemeindeebene als direktes Mass f\u00fcr die <span class=\"recomDescriptiveWord\">Einstellungen<\/span> gegen\u00fcber der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> zur\u00fcckzugreifen. Die Verwendung von Abstimmungsdaten hat den kritischen Vorteil, dass aufgrund der Anonymit\u00e4t im Abstimmungsprozess keine Probleme der erw\u00e4hnten Art zu erwarten sind. Dar\u00fcber hinaus besteht f\u00fcr die abstimmenden Personen ein sehr hoher Anreiz, ihre tats\u00e4chlichen Pr\u00e4ferenzen zu offenbaren, da mit dem Abstimmungsergebnis reale \u2013 und m\u00f6glicherweise einschneidende \u2013 Politik\u00e4nderungen verbunden sein k\u00f6nnen.Im Zeitraum zwischen 1970 und 2010 fanden auf nationaler Ebene insgesamt 27 Abstimmungen zum Themenkomplex der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> statt, welche in unserer Analyse ber\u00fccksichtigt wurden. Um die Ergebnisse zwischen den verschiedenen Vorlagen untereinander vergleichbar zu machen, messen wir f\u00fcr alle Abstimmungen jeweils den Anteil an Stimmen, welche eine restriktivere <span class=\"recomDescriptiveWord\">Einstellung<\/span> bez\u00fcglich Ausl\u00e4nder- oder Asylfragen zum Ausdruck bringen.Die Tabelle 1 zeigt, dass der beobachtete Anteil an restriktiven Stimmen im gesamtschweizerischen Durchschnitt \u00fcber die Zeit markant zugenommen hat, von 40,4% in den 1970er-Jahren auf 52,5% in den 2010er-Jahren.&#13;<br \/>\nOffensichtlich beziehen sich diese Angaben \u2013 und damit auch alle darauf basierenden Auswertungen \u2013 nur auf diejenigen Personen, welche auch tats\u00e4chlich an den entsprechenden Abstimmungen teilgenommen haben. Eine eingehende Diskussion von damit einhergehenden Problemen findet sich in der vollst\u00e4ndigen Version der Studie.&#13;<br \/>\n\u00dcber denselben Zeitraum hat sich der Anteil an Immigranten und Immigrantinnen in der Schweiz (d. h. der Anteil an Personen ohne Schweizer Staatsb\u00fcrgerschaft) um 5,2 Prozentpunkte von 17,2% (1970) auf 22,5% (2010) erh\u00f6ht.Unsere \u00f6konometrische Analyse beruht im Wesentlichen auf der Idee, beobachtete Ver\u00e4nderungen in der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> auf der Gemeindeebene mit Ver\u00e4nderungen in den <span class=\"recomDescriptiveWord\">Einstellungen<\/span> \u2013 gemessen \u00fcber beobachtete Ver\u00e4nderungen in den regionalen Abstimmungsergebnissen \u2013 miteinander in Beziehung zu setzen, um den Effekt der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> auf die <span class=\"recomDescriptiveWord\">Einstellungen<\/span> statistisch isolieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<\/p>\n<h3>Schwieriger Nachweis eines urs\u00e4chlichen Zusammenhangs<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nNeben der Messung von <span class=\"recomDescriptiveWord\">Einstellungen<\/span> stellt uns der Nachweis eines urs\u00e4chlichen Effektes der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> auf die <span class=\"recomDescriptiveWord\">Einstellungen<\/span> gegen\u00fcber Immigration vor zus\u00e4tzliche methodologische Probleme.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine erste Schwierigkeit besteht darin, mit den zur Verf\u00fcgung stehenden Daten alle relevanten alternativen Erkl\u00e4rungsfaktoren \u2013 neben den Ver\u00e4nderungen im regionalen Ausl\u00e4nderanteil \u2013 zu erfassen. Hier kommt uns der Umstand zugute, dass wir die Gemeinden \u00fcber die Zeit verfolgen und damit zu mehreren Zeitpunkten beobachten k\u00f6nnen (siehe Kasten 1). Ein zweites Problem besteht darin, dass vermutlich auch die Wahl des Wohnortes durch die <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> beeinflusst wird.&#13;<br \/>\nVgl. Dustmann und Preston (2001).&#13;<br \/>\nSo l\u00e4sst sich etwa vermuten, dass Personen mit ausgepr\u00e4gten negativen <span class=\"recomDescriptiveWord\">Einstellungen<\/span> gegen\u00fcber Immigranten bei zunehmender <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> in ihren urspr\u00fcnglichen Wohnort in eine andere Gemeinde mit einem tieferen Ausl\u00e4nderanteil umziehen. Dies h\u00e4tte f\u00fcr die Analyse zur Folge, dass der tats\u00e4chliche Effekt der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> auf die <span class=\"recomDescriptiveWord\">Einstellungen<\/span> durch den Wegzug von Personen mit negativen <span class=\"recomDescriptiveWord\">Einstellungen<\/span> gegen\u00fcber Immigranten in Regionen mit einem tieferen Ausl\u00e4nderanteil \u00abverwischt\u00bb wird (siehe ebenfalls Kasten 1).&#13;<\/p>\n<h3>Substanzieller negativer Effekt nachweisbar<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDas zentrale, wenn auch letztlich nicht besonders erstaunliche Ergebnis unserer empirischen Analyse ist der klare Nachweis, dass regionale Ver\u00e4nderungen in der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> zu restriktiveren <span class=\"recomDescriptiveWord\">Einstellungen<\/span> in der Schweizer Stimmbev\u00f6lkerung bez\u00fcglich Immigrationsfragen f\u00fchren.&#13;<br \/>\nDieser Befund deckt sich mit Studien zu anderen L\u00e4ndern, welche die Effekte der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> auf die Stimmenanteile von rechtskonservativen Parteien untersucht haben (z. B. Halla et al. 2012 oder Otto und Steinhardt 2014). Entsprechende Ergebnisse f\u00fcr die Schweiz (auf die Stimmenanteile der SVP bei nationalen Wahlen) finden sich ebenfalls in der vollst\u00e4ndigen Version unserer Studie.&#13;<br \/>\nErstaunlicher d\u00fcrfte die Erkenntnis sein, welche quantitativen Implikationen mit unseren Ergebnissen einhergehen. Dies l\u00e4sst sich am einfachsten \u00fcber eine einfache Simulation illustrieren: Die Zahlen der Spalte \u00abVorausgesagt\u00bb in Tabelle 1 stellen hypothetische Anteile an restriktiven Stimmen dar, welche unter einer fiktiven (d. h. statistischen) Konstanthaltung der regionalen Ausl\u00e4nderanteile auf dem Niveau der 1970er-Jahre zu erwarten gewesen w\u00e4ren. Wie der Vergleich zwischen den so prognostizierten und den tats\u00e4chlichen Anteilen zeigt, hat die Zunahme in der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> seit den 1970er-Jahren zu einem Anstieg im Anteil an restriktiven Stimmen von einigen Prozentpunkten gef\u00fchrt. Dies bedeutet, dass mit grosser Wahrscheinlichkeit bestimmte restriktive Vorlagen erst aufgrund der intensivierten <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> der letzten Jahrzehnte eine Mehrheit in der Stimmbev\u00f6lkerung gefunden haben.&#13;<br \/>\nSolche Prognosen sind mit substanzieller Unsicherheit behaftet und sollten deshalb mit der entsprechenden Vorsicht interpretiert werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDar\u00fcber hinaus zeigt unsere Analyse, dass auch die interregionale Mobilit\u00e4t in der Schweiz durch die <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> beeinflusst wird. So l\u00e4sst sich etwa mutmassen, dass die verschiedentlich zu beobachtende h\u00f6here Zustimmung zu restriktiveren Vorlagen in den Agglomerationsgemeinden durch selektive Migration aus den Zentren zustande kommt.&#13;<\/p>\n<h3>Wie kommt der negative Effekt auf die <span class=\"recomDescriptiveWord\">Einstellungen<\/span> zustande?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie letzte Spalte in Tabelle 1 zeigt, dass der Anteil an Personen aus kulturell unterschiedlich gepr\u00e4gten Herkunftsl\u00e4ndern innerhalb des betrachteten Zeitraumes st\u00e4rker zugenommen hat als der Ausl\u00e4nderanteil insgesamt.&#13;<br \/>\nWir orientieren uns bei der Kategorisierung der kulturellen Unterschiedlichkeit an bestehenden Befunden zu L\u00e4nderunterschieden in Wertefragen aus der soziologischen Forschung (Inglehart und Baker 2000). Unsere Befunde sind robust gegen\u00fcber der Verwendung von alternativen Kategorisierungen (basierend auf Sprache oder Religion).&#13;<br \/>\nTats\u00e4chlich zeigt unsere Analyse, dass der negative Effekt der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> auf die <span class=\"recomDescriptiveWord\">Einstellungen<\/span> gegen\u00fcber Immigration im Wesentlichen durch <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> aus solchen Regionen zustande kommt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWir interpretieren dieses Ergebnis dahin gehend, dass der Effekt der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> auf die <span class=\"recomDescriptiveWord\">Einstellungen<\/span> durch die Beeinflussung der sprachlich-kulturellen Zusammensetzung der Wohngemeinde bzw. der Zusammensetzung von lokal bereitgestellten G\u00fctern zustande kommt (kompositorische G\u00fcter). Dazu z\u00e4hlt insbesondere die sprachlich-kulturelle Zusammensetzung von Schulen und\/oder Schulklassen.&#13;<br \/>\nAuch dieser Befund deckt sich mit Ergebnissen aus anderen empirischen Studien (z. B. Cascio und Lewis 2012).&#13;<br \/>\nDiese Interpretation wird durch einen weiteren Befund unserer Analyse gest\u00fctzt: Der Effekt der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> auf den Anteil an restriktiven Stimmen ist n\u00e4mlich in denjenigen Gemeinden besonders stark ausgepr\u00e4gt, welche einen hohen Anteil an schulpflichtigen Kindern aufweisen.&#13;<br \/>\n1Dieses Ergebnis schliesst keinesfalls aus, dass auch noch andere Mechanismen f\u00fcr den Zusammenhang zwischen <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> und <span class=\"recomDescriptiveWord\">Einstellungen<\/span> gegen\u00fcber Immigration verantwortlich sind.&#13;<\/p>\n<h3>Wachsende Vorbehalte gegen\u00fcber der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span><\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Schweiz, aber auch f\u00fcr andere Immigrationsl\u00e4nder Europas zeichnet sich zunehmend ein Antagonismus ab: die sich rasant globalisierenden Teilarbeitsm\u00e4rkte auf der einen Seite und die sich versch\u00e4rfenden Vorbehalte gegen\u00fcber einer Zunahme der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> in breiten Teilen der stimmberechtigten Bev\u00f6lkerung auf der anderen Seite.&#13;<br \/>\n1Studien, welche mit vergleichbaren Umfragedaten aus verschiedenen L\u00e4ndern arbeiten, zeigen auf, dass die Schweiz diesbez\u00fcglich keineswegs einen Sonderfall darstellt (Card et al. 2012).&#13;<br \/>\nInsgesamt legen unsere Ergebnisse den Schluss nahe, dass der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> in die Schweiz eher polit\u00f6konomische denn arbeitsmarkt\u00f6konomische Grenzen gesetzt sind. Es erscheint auf der Basis unserer Ergebnisse denn auch wahrscheinlich, dass eine weitere Zunahme der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> in die Schweiz die Erfolgschancen von restriktiven Initiativen im Kontext der Ausl\u00e4nder- und Asylpolitik weiter erh\u00f6hen wird. Der politische wie auch der \u00f6konomische Umgang mit dieser schwierigen und herausfordernden Konstellation d\u00fcrfte die Schweiz in Zukunft noch intensiv besch\u00e4ftigen.&#13;<\/p>\n<h3 class=\"KA\">Unbeobachtete Erkl\u00e4rungsfaktoren und selektive interregionale Mobilit\u00e4t<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"KA\">Wir betrachten sowohl die Gemeinden als auch regionale Einheiten auf einer h\u00f6heren Aggregationsstufe (wie z. B. Kantone) zu verschiedenen Zeitpunkten. Dies erlaubt es uns, mithilfe von \u00f6konometrischen Methoden, welche mit sogenannten Fixed Effects operieren, auch nicht direkt beobachtbare Gr\u00f6ssen in der Analyse zu ber\u00fccksichtigen. In der empirischen Forschung ist allgemein anerkannt, dass solche Verfahren in vielen Anwendungen plausiblere Ergebnisse liefern als herk\u00f6mmliche Methoden, welche solche Faktoren ausser Acht lassen. Unter bestimmten Voraussetzungen l\u00e4sst sich zudem das Problem der selektiven, auf <span class=\"recomDescriptiveWord\">Einstellungen<\/span> gegen\u00fcber <span class=\"recomDescriptiveWord\">Zuwanderung<\/span> basierenden Mobilit\u00e4t angehen. Dazu wird eine Methode der Instrumentvariablensch\u00e4tzung verwendet. Im Kontext unserer Studie fokussieren wir auf eine praktische Umsetzungsvariante dieser Methode, welche sich an bereits publizierten Forschungsergebnissen orientiert (Dustmann und Preston 2001). Es zeigt sich aber, dass alternative Umsetzungen dieser Methode im Kontext unserer Studie zu quantitativ \u00e4hnlichen Ergebnissen f\u00fchren. Unsere empirische Analyse zeigt, dass beide Probleme in unserem Kontext von praktischer Relevanz sind, d. h., die Ergebnisse variieren in Abh\u00e4ngigkeit davon, ob die angesprochenen Probleme methodisch ber\u00fccksichtigt werden oder nicht.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<div class=\"KA\">&#13;<\/p>\n<h3 class=\"ZT\">Literatur<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nBertrand, Marianne und Sendhil Mullainathan (2001): Do People Mean What They Say? Implications for Subjective Survey Data. In: American Economic Review, 91(2), S. 67\u201372.&#13;<br \/>\nBrunner, Beatrice und Andreas Kuhn (2014): Immigration, Cultural Distance, and Natives\u2019 Attitudes Towards Immigrants: Evidence from Swiss Voting Results. IZA Discussion Paper Nr. 8409. Bonn: Institute for the Study of Labor (IZA).&#13;<br \/>\n\u00b7 Card, David, Christian Dustmann und Ian Preston (2012). Immigration, wages, and compositional amenities. Journal of the European Economic Association, 10(1), S. 78\u2013119.&#13;<br \/>\n\u00b7 Cascio, Elizabeth U. und Ethan G. Lewis (2012): Cracks in the Melting Pot: Immigration, School Choice, and Segregation. In: American Economic Journal: Economic Policy, 4(3), S. 91\u2013117.&#13;<br \/>\n\u00b7 Dustmann, Christian und Ian Preston (2001). Attitudes to Ethnic Minorities, Ethnic Context and Location Decisions. In: Economic Journal, 111(470), S. 353\u2013373.&#13;<br \/>\n\u00b7 Halla, Martin, Alexander Wagner und Josef Zweim\u00fcller (2012): Does Immigration into Their Neighborhoods Incline Voters Toward the Extreme Right? The Case of the Freedom Party in Austria. IZA Discussion Paper Nr. 6575. Bonn: Institute for the Study of Labor (IZA).&#13;<br \/>\n\u00b7 Inglehart, Ronald und Wayne E. Baker (2000): Modernization, Cultural Change, and the Persistence of Traditional Values. In: American Sociological Review, 65(1), S. 19\u201351.&#13;<br \/>\n\u00b7 Otto, Alkis Henri und Max Friedrich Steinhardt (2014): Immigration and Election Outcomes \u2013 Evidence From City Districts in Hamburg. In: Regional Science and Urban Economics, 45, S. 67\u201379.&#13;<br \/>\n&#13;\n<\/p><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\"><span class=\"AU\"> Dr. Beatrice Brunner \u00d6konomin, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Winterthurer Institut f\u00fcr Gesundheits\u00f6konomie, Z\u00fcrcher Hochschule f\u00fcr angewandte Wissenschaften ZHAW, Winterthur <\/span><\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\"><span class=\"AU\"> Dr. Andreas Kuhn \u00d6konom, Senior Researcher und Dozent am Eidgen\u00f6ssischen Hochschulinstitut f\u00fcr Berufsbildung EHB IFFP IUFFP, Zollikofen <\/span><\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<div class=\"LG\">&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Syrische Fl\u00fcchtlinge im Emmental: Die Vorbehalte gegen\u00fcber Ausl\u00e4ndern in der Schweiz haben sich in den letzten Jahren versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;\n<\/p><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"body\"><span class=\"UR\"> Foto: Keystone <\/span><\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausl\u00e4nder- und Asylfragen nehmen seit Jahren in der Problemwahrnehmung der Schweizer Stimmberechtigten eine priorit\u00e4re Position ein.&#13; Vgl. dazu das vom Forschungsinstitut GfS im Auftrag der Credit Suisse seit 2003 regelm\u00e4ssig durchgef\u00fchrte \u00abSorgenbarometer\u00bb.&#13; Dies deutet klar auf ein weitverbreitetes Unbehagen bez\u00fcglich Zuwanderung hin. 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