{"id":117156,"date":"2014-12-31T12:00:00","date_gmt":"2014-12-31T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2014\/12\/osterloh-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:16:38","modified_gmt":"2023-08-23T21:16:38","slug":"osterloh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2014\/12\/osterloh\/","title":{"rendered":"Warum es ohne Quoten nicht geht \u2013 die Sicht der Verhaltens\u00f6konomik"},"content":{"rendered":"<p>Frauen sind so gut ausgebildet wie noch nie zuvor. Sie machen beispielsweise an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich 58,5&nbsp;% aller Studienabschl\u00fcsse und 53,2&nbsp;% aller Doktorate aus.\u00a0<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>Hingegen betr\u00e4gt der Frauenanteil in den 100 gr\u00f6ssten Schweizer Unternehmen bei Verwaltungsr\u00e4ten 12\u200a%, in den Gesch\u00e4ftsleitungen 6\u200a%, bei den CEO 3\u200a% und bei den Verwaltungsratspr\u00e4sidenten gerade einmal 1\u200a%.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Diese Zahlen lassen sich wegen der Alters&shy;unterschiede nicht unmittelbar miteinander vergleichen. Sie zeigen aber, wie gross die vor uns liegende Wegstrecke ist. Wird sie ohne Frauenquote zu bew\u00e4ltigen sein? Sind Frauenquoten gar eine \u00abDegradierung\u00bb<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> oder eine \u00abBeleidigung\u00bb<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> f\u00e4higer Frauen?&#13;<\/p>\n<h2>Erg\u00e4nzung der herk\u00f6mmlichen \u00d6konomik<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAus der Sicht der Verhaltens\u00f6konomik<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> l\u00e4sst sich eine Degradierung oder Beleidigung von Frauen durch die Quote nicht herleiten. Die Verhaltens\u00f6konomik ist ein neuer und sehr erfolgreicher Zweig der \u00d6konomik, welcher Aussagen \u00fcber das menschliche Verhalten auf der Grundlage empirischer, psychologisch begr\u00fcndeter Befunde machen will. Im Unterschied zur herk\u00f6mmlichen \u00d6konomik werden zur Erkl\u00e4rung des Verhaltens auch unterschiedliche Wahrnehmungen der Realit\u00e4t oder unterschiedliche Pr\u00e4ferenzen herangezogen. Hingegen interpretiert beispielsweise die herk\u00f6mmliche Familien\u00f6konomik Verhaltensunterschiede zwischen Frauen und M\u00e4nnern ausschliesslich als Ergebnis unterschiedlicher relativer Produktivit\u00e4ten. Diese entstehen aus je verschiedenen Situationen, in denen sich Frauen und M\u00e4nner befinden. So wird die Vorliebe der Frauen f\u00fcr den Beruf der Coiffeuse, der Krankenschwester oder der Lehrerin damit erkl\u00e4rt, dass das in diese Berufe investierte Humankapital weniger schnell veraltet sei als in technischen Berufen und in F\u00fchrungspositionen. Deshalb w\u00fcrden sich \u00abweibliche\u00bb Berufe f\u00fcr famili\u00e4r bedingte Berufsunterbrechungen besonders gut eignen.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> Die Verhaltens\u00f6konomik erg\u00e4nzt die Befunde der Familien\u00f6konomik um Ergebnisse in Bezug auf Risikoneigung, Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung, Wettbewerbsverhalten und soziale Identit\u00e4ten.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Befunde zur Risikoneigung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nFrauen haben eine gr\u00f6ssere Abneigung gegen Risiko als M\u00e4nner. Das zeigt sich in Laborexperimenten, in Felduntersuchungen und in Befragungen und gilt f\u00fcr viele Lebensbereiche: zum Beispiel bei finanziellen Entscheidungen, beim Autofahren, beim Sport und beim Gesundheitsverhalten. Die Unterschiede in Bezug auf finanzielle Risiken werden allerdings kleiner, wenn man die professionelle Erfahrung mit einbezieht. In diesem Fall reduzieren sich die Unterschiede zwischen Frauen und M\u00e4nnern betr\u00e4chtlich.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nF\u00fcr die gr\u00f6ssere Risikoabneigung von Frauen werden zwei Erkl\u00e4rungen diskutiert:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li><i>Unterschiedliche Emotionen:<\/i> Frauen sind bei der Antizipation negativer Ereignisse nerv\u00f6ser als M\u00e4nner. M\u00e4nner sp\u00fcren eher \u00c4rger, und in der Folge nehmen sie Risiken als geringer wahr.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a><\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li><i>Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung bzw. -untersch\u00e4tzung:<\/i> Wenn man sich selber \u00fcbersch\u00e4tzt (untersch\u00e4tzt), dann steigt (sinkt) die Bereitschaft, Risiken zu \u00fcbernehmen.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<\/p>\n<h2>Befunde zur Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nM\u00e4nner \u00fcbersch\u00e4tzen sich deutlich mehr als Frauen, etwa was ihre F\u00e4higkeit zum L\u00f6sen von mathematischen Aufgaben oder zum Handeln auf Aktienm\u00e4rkten betrifft.<a href=\"#footnote_10\" id=\"footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor\">[10]<\/a> Auswertungen der Daten einer grossen Maklerfirma haben gezeigt, dass M\u00e4nner 45&nbsp;% mehr kaufen und verkaufen als Frauen \u2013 mit negativen Ergebnissen f\u00fcr ihr verwaltetes Portfolio.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie unterschiedliche Selbsteinsch\u00e4tzung ist eine Folge negativer Selbst-Stereotypisierung. In Experimenten hat sich gezeigt, dass College-Studierende mit gleichem Ausbildungshintergrund keine Unterschiede in Mathematiktests aufweisen, wenn man ihnen vorher gesagt hat, dass im Durchschnitt Frauen und M\u00e4nner gleich gut sind. Bei Frauen, denen vorg\u00e4ngig erz\u00e4hlt wurde, dass Frauen in Mathematik schlechter seien als M\u00e4nner, sind auch die Ergebnisse schlechter. In die gleiche Richtung weisen vergleichende Befunde zu kognitiven F\u00e4higkeiten in patrilinearen und matrilinearen Gesellschaften. In matrilinearen Gesellschaften sind M\u00e4dchen weniger negativ (selbst-)stereotypisiert. Die Unterschiede zwischen M\u00e4dchen und Jungen im r\u00e4umlichen Denken \u2013 die f\u00fcr die F\u00e4higkeiten in Ingenieurberufen zentral sind \u2013 verschwinden in der matrilinearen Gesellschaft.<a href=\"#footnote_11\" id=\"footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor\">[11]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Befunde zum Wettbewerbsverhalten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nFrauen haben eine geringere Neigung zu Wettbewerbsverhalten als M\u00e4nner.<a href=\"#footnote_12\" id=\"footnote-anchor_12\" class=\"inline-footnote__anchor\">[12]<\/a> Sie schneiden in Wettbewerben schlechter ab, wenn sie gegen M\u00e4nner antreten. Auch hier ist die Erkl\u00e4rung, dass die Selbsteinsch\u00e4tzung und -stereotypisierung von M\u00e4nnern und Frauen unterschiedlich ist. Dies erkl\u00e4rt die unterschiedliche Neigung, an gemischtgeschlechtlichen Wettbewerben teilzunehmen. Dazu passt erstens, dass die Unterschiede in der Wettbewerbsneigung zwischen Knaben und M\u00e4dchen verschwinden, wenn sich die M\u00e4dchen in M\u00e4dchengruppen befinden.<a href=\"#footnote_13\" id=\"footnote-anchor_13\" class=\"inline-footnote__anchor\">[13]<\/a> Zweitens zeigen Feld&shy;experimente, dass Studentinnen bessere Leistungen in Mathematik und in naturwissenschaftlichen F\u00e4chern erbringen und dass sie h\u00e4ufiger solche F\u00e4cher als Hauptfach w\u00e4hlen, wenn sie einer Professorin zugeordnet werden. Bei Studenten zeigt sich dieser Effekt nicht.<a href=\"#footnote_14\" id=\"footnote-anchor_14\" class=\"inline-footnote__anchor\">[14]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Befunde zu sozialen Identit\u00e4ten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNeuerdings hat die \u00d6konomik eine Debatte aufgenommen, die in der Soziologie schon lange gef\u00fchrt wird: die Rolle von unterschiedlichen Geschlechteridentit\u00e4ten. Die \u00abIdentit\u00e4ts\u00f6konomik\u00bb argumentiert, dass es psychische Kosten verursacht, wenn man soziale Normen verletzt. Deshalb erbringen M\u00e4dchen in gemischten Klassen schlechtere Mathematikleistungen als in reinen M\u00e4dchenklassen. Die Mathematikleistungen von M\u00e4dchen sind ab der Adoleszenz \u2013 wenn sie sich ihrer Frauenrolle bewusst werden \u2013 generell schlechter als diejenigen der Knaben.<a href=\"#footnote_15\" id=\"footnote-anchor_15\" class=\"inline-footnote__anchor\">[15]<\/a>\u00a0Die Kosten der Rollenabweichung werden erh\u00f6ht durch die negativen (Selbst-)Stereotypisierungen. Sie verst\u00e4rken ihrerseits die Unterschiede in der Risikoaversion und im Wettbewerbsverhalten. So erwarten M\u00e4nner von Frauen eine gr\u00f6ssere Risikoaversion, als diese tats\u00e4chlich haben.<a href=\"#footnote_16\" id=\"footnote-anchor_16\" class=\"inline-footnote__anchor\">[16]<\/a> Zahlreich sind die Befunde, dass Frauen, deren Verhalten maskulinen Stereotypen entspricht, als sozial inkompetent betrachtet werden.<a href=\"#footnote_17\" id=\"footnote-anchor_17\" class=\"inline-footnote__anchor\">[17]<\/a> \u00a0Das hat deutliche Auswirkungen auf die Einkommen von Frauen und erkl\u00e4rt, weshalb Frauen davor zur\u00fcckschrecken, Lohnverhandlungen zu initiieren und mehr Lohn zu verlangen. Im Experiment zeigt sich, dass M\u00e4nner lieber mit Frauen zusammenarbeiten, welche nicht um ihren Lohn verhandeln. Frauen untereinander zeigen diese Neigung nicht. Feldstudien best\u00e4tigen diese Ergebnisse: Mehr als 50&nbsp;% m\u00e4nnlicher Kandidaten versuchen, ihr erstes Job-Angebot nach dem Studium durch Verhandeln zu verbessern; bei den Frauen sind es weniger als 10&nbsp;%. Vor allem in Bereichen, in denen eine geringe Lohntransparenz herrscht und die Verhandlungsspielr\u00e4ume gross sind, fallen Frauen deutlich ab. Wollen Frauen ihre herk\u00f6mmliche soziale Identit\u00e4t nicht infrage stellen, kostet sie das nach diesen Befunden nicht nur viel Geld, sondern sie verst\u00e4rken damit auch noch die negative (Selbst-)Stereotypisierung.&#13;<\/p>\n<h2>Argumente f\u00fcr Frauenquoten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nM\u00e4nner und Frauen sind verschieden, aber die Unterschiede sind graduell.<a href=\"#footnote_18\" id=\"footnote-anchor_18\" class=\"inline-footnote__anchor\">[18]<\/a>\u00a0Es gibt keinen unaufl\u00f6sbaren Gegensatz in der Art: \u00abM\u00e4nner kommen vom Mars und Frauen von der Venus.\u00bb Entscheidend ist, dass Unterschiede in der Risikoneigung, im Wettbewerbsverhalten, in mathematischen F\u00e4higkeiten und sogar im r\u00e4umlichen Vorstellungsverm\u00f6gen eine gemeinsame Ursache haben, n\u00e4mlich (Selbst-)Stereotypisierung. Diese bewirkt, dass die Frauen hohe psychische Kosten der Verletzung der weiblichen Rolle oder hohe finanzielle Kosten tragen m\u00fcssen, wenn sie sich gegen weibliche Rollenstereotype entscheiden \u2013 manchmal beides zugleich. Die Unterschiede zwischen Frauen und M\u00e4nnern verschwinden weitgehend, wenn die Stereotypisierung abgeschw\u00e4cht wird. In der Ausbildung kann man das erreichen, indem man wieder verst\u00e4rkt geschlechtersegregierte Ausbildungselemente vorsieht.<a href=\"#footnote_19\" id=\"footnote-anchor_19\" class=\"inline-footnote__anchor\">[19]<\/a> \u00a0Im Berufsleben ist dies nicht m\u00f6glich.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nHier setzt die Argumentation f\u00fcr die Frauenquote an: Dort, wo der Frauenanteil\u00a0\u2013 wie in Gesch\u00e4ftsleitungen und Verwaltungsr\u00e4ten \u2013 gering ist, muss der Stereotypisierung durch flexible Quoten entgegengewirkt werden. Das heisst beispielsweise eine schrittweise Erh\u00f6hung des Frauenanteils um 30&nbsp;% bis 40&nbsp;% in bestimmten Zeitabschnitten bis zur Parit\u00e4t. Flexible Quoten haben den Vorteil, dass sie Erfahrungen f\u00fcr und mit den weiblichen Vorst\u00e4nden und Verwaltungsr\u00e4ten erm\u00f6glichen und gleichzeitig die (Selbst-)Stereotypisierung abbauen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWie wichtig dies ist, zeigt das Beispiel Norwegens. Die Einf\u00fchrung der Frauenquote von 40&nbsp;% im Jahre 2004 hatte in einigen betroffenen Unternehmen negative Folgen f\u00fcr den Unternehmenswert.<a href=\"#footnote_20\" id=\"footnote-anchor_20\" class=\"inline-footnote__anchor\">[20]<\/a>\u00a0Als Grund daf\u00fcr f\u00fchren die Autoren an, dass die Frauen, welche neu in die Aufsichtsr\u00e4te kamen, zwar formal besser ausgebildet, aber deutlich j\u00fcnger und weniger erfahren waren als die M\u00e4nner. Hinzu kommt: Es braucht Zeit, um Stereotype abzubauen. Dies zeigt ein eindrucksvolles Feldexperiment aus Indien, einem Land, in dem Frauen besonders stark benachteiligt sind.<a href=\"#footnote_21\" id=\"footnote-anchor_21\" class=\"inline-footnote__anchor\">[21]<\/a>Bei der Wahl von Gemeinder\u00e4ten in indischen D\u00f6rfern musste ab 1993 ein Drittel aller D\u00f6rfer eine Frau zum Oberhaupt w\u00e4hlen. Dabei wurde diese Vorschrift ab 1998 in Westbengalen in einigen D\u00f6rfern f\u00fcr eine Wahlperiode angewandt, in anderen f\u00fcr zwei aufeinanderfolgende Wahlperioden. Es erwies sich, dass die M\u00e4nner nach zwei Wahlperioden die weiblichen Gemeinder\u00e4te als gleich gut wie die m\u00e4nnlichen Gemeinder\u00e4te einsch\u00e4tzten. Dar\u00fcber hinaus ergaben sich auch erst nach zwei Wahlperioden weitere wichtige \u00c4nderungen: Der <i>Gender Gap<\/i> in den Bildungsaspirationen sowie die Haushaltspflichten der M\u00e4dchen nahmen ab \u2013 die Bildungserfolge der M\u00e4dchen \u00fcberstiegen sogar diejenigen der Knaben.&#13;<\/p>\n<h2>Quoten bringen mehr Frauen in den Wettbewerb<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBewirken Quoten eine negative Selektion, weil Quotenfrauen einem eingeschr\u00e4nkten Wettbewerb unterworfen sind? Quotenfrauen werden zu Unrecht negativ (selbst-)stereotypisiert. Quoten helfen, die Abneigung der Frauen gegen Wettbewerb so stark abzubauen, dass sich im Ergebnis mehr leistungsf\u00e4hige Frauen am Wettbewerb beteiligen und kein negativer Selektionseffekt auftritt.<a href=\"#footnote_22\" id=\"footnote-anchor_22\" class=\"inline-footnote__anchor\">[22]<\/a>\u00a0Das Argument, wonach Frauen doch gar nicht am Wettbewerb teilnehmen wollten, verliert damit an \u00dcberzeugungskraft. Es besteht also kein Grund zur Sorge, dass sich Frauen durch Quoten degradiert oder beleidigt f\u00fchlen m\u00fcssen.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Jahresbericht 2013 der Universit\u00e4t Z\u00fcrich.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Schillingreport 2013.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Interview mit Peter Brabeck-Lemathe im Schilling\u00adreport 2013, S.17.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Interview mit Rolf D\u00f6rig im Schillingreport 2013, S. 23.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Der Begriff \u00abVerhaltens\u00f6konomik\u00bb ist genau genommen irref\u00fchrend. Die \u00d6konomik hat sich schon immer mit Verhalten besch\u00e4ftigt. Richtiger w\u00e4re deshalb die Bezeichnung \u00abPsychologische \u00d6konomik\u00bb.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Weck-Hannemann (2000).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Einen ausgezeichneten \u00dcberblick gibt Bertrand (2010); vgl. ferner Croson und Gneezy (2009) sowie Bauernschuster und Fichtl (2013). Die folgende Darstellung ist eine gek\u00fcrzte Fassung von Osterloh (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Dwyer, Gilkeson und List (2002).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Lerner et al. (2003).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_10\" class=\"footnote--item\">Niederle und Vesterlund (2007).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_11\" class=\"footnote--item\">Hoffmann et al. (2010). In die gleiche Richtung weisen Berichte \u00fcber das matrilineare chinesische Bergvolk der Moso, Vgl. Namu und Mathieu (2010).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_12\" class=\"footnote--item\">Niederle und Vesterlund (2007).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_12\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_13\" class=\"footnote--item\">Booth und Nolen (2009).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_13\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_14\" class=\"footnote--item\">Carrell et al. (2009).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_14\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_15\" class=\"footnote--item\">Hyde (2005).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_15\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_16\" class=\"footnote--item\">Eckel und Grossmann (2002).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_16\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_17\" class=\"footnote--item\">Z. B. Eagly et al. (1992); Osterloh und Weibel (2006).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_17\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_18\" class=\"footnote--item\">Carothers Reis (2013).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_18\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_19\" class=\"footnote--item\">Maccoby (1998).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_19\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_20\" class=\"footnote--item\">Ahern und Dittmar (2012).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_20\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_21\" class=\"footnote--item\">Beaman et al. (2009).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_21\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_22\" class=\"footnote--item\">Balafoutas und Sutter 2012; Niederle et al., (im Druck). Verglichen wurde die Vorliebe f\u00fcr Wettbewerbe in gemischtgeschlechtlichen Gruppen mit und ohne Quote. Im Fall der Quotenregelung war die beste Frau auf jeden Fall einer der beiden Sieger. Dies entspricht z. B. einer Quote in Parlamenten, in denen eine bestimmte Anzahl von Sitzen f\u00fcr Frauen reserviert ist. Es zeigte sich, dass unter diesen Bedingungen immer noch 60\u200a% der M\u00e4nner den Wettbewerb w\u00e4hlten, gegen\u00fcber 52\u200a% der Frauen. Unter diesen Frauen waren die leistungsst\u00e4rksten besonders stark vertreten: Ohne Quotenregelung w\u00e4hlten nur etwa 25\u200a% der leistungsst\u00e4rksten Frauen den Wettbewerb, mit Quotenregelung aber 80\u200a%.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_22\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frauen sind so gut ausgebildet wie noch nie zuvor. Sie machen beispielsweise an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich 58,5&nbsp;% aller Studienabschl\u00fcsse und 53,2&nbsp;% aller Doktorate aus.\u00a0Hingegen betr\u00e4gt der Frauenanteil in den 100 gr\u00f6ssten Schweizer Unternehmen bei Verwaltungsr\u00e4ten 12\u200a%, in den Gesch\u00e4ftsleitungen 6\u200a%, bei den CEO 3\u200a% und bei den Verwaltungsratspr\u00e4sidenten gerade einmal 1\u200a%. 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Sie alle haben eine gemeinsame Ursache: geschlechtsspezifische Stereotype, die nicht nur das Verhalten von M\u00e4nnern, sondern auch dasjenige von Frauen beeinflussen. Um mehr Frauen in F\u00fchrungspositionen zu bringen, gilt es, diese Verhaltensmuster zu durchbrechen. Flexible Quoten sind dazu ein probates Mittel.\u00a0","post_hero_image_description":"Frauen zeigen unter anderem eine geringere Neigung zu Wettbewerbsverhalten als M\u00e4nner. Sie schneiden in Wettbewerben schlechter ab, wenn sie gegen M\u00e4nner antreten \u2013 mit negativen Folgen f\u00fcr die Karrierechancen.","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"<ul>&#13;\n\t<li>\u00a0Ahern, Kenneth R. und Dittmar, Amy K. (2012): The Changing of the Boards: The Impact of Firm Valuation of Mandated Female Board Representaton. 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