{"id":117169,"date":"2014-12-17T11:13:36","date_gmt":"2014-12-17T11:13:36","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2014\/12\/schweri-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:15:24","modified_gmt":"2023-08-23T21:15:24","slug":"schweri-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2014\/12\/schweri-3\/","title":{"rendered":"Die neue Finanzierung in der h\u00f6heren Berufsbildung und ihre Auswirkungen"},"content":{"rendered":"<p>Absolvierende von eidgen\u00f6ssischen Berufspr\u00fcfungen (BP) und von h\u00f6heren Fachpr\u00fcfungen (HFP) sind als Fachkr\u00e4fte mit Terti\u00e4rbildung auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Die Vorbereitungskurse f\u00fcr diese Pr\u00fcfungen werden zurzeit haupts\u00e4chlich von den Teilnehmenden sowie \u2013 auf freiwilliger Basis \u2013 teilweise von deren Arbeitgebern finanziert. Manche Kantone unterst\u00fctzen zudem einen Teil der Kurse. Der Bund war dagegen bisher an der Finanzierung der Vorbereitungskurse nicht direkt, sondern lediglich via Pauschalbeitr\u00e4ge an die Kantone beteiligt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie geplante neue Bundesfinanzierung bringt drei grunds\u00e4tzliche Neuerungen. Erstens wird der Bund neu Subventionen f\u00fcr die Vorbereitungskurse bereitstellen mit dem Ziel, die Kursteilnehmenden bei der Finanzierung zu entlasten.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Zweitens werden im Gegenzug die bisherigen kantonalen Subventionen, die in der Summe deutlich geringer ausfielen, weitgehend wegfallen. Drittens werden die Beitr\u00e4ge nicht \u2013 wie im Bildungssystem sonst \u00fcblich \u2013 an die Kursanbieter, sondern direkt an die Kursteilnehmenden ausbezahlt (\u00absubjektorientiert\u00bb).&#13;<\/p>\n<h2>Prognosen auf der Grundlage beschr\u00e4nkter Informationen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Eidgen\u00f6ssische Hochschulinstitut f\u00fcr Berufsbildung (EHB) erhielt Anfang 2014 vom Staatssekretariat f\u00fcr Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) den Auftrag, die Auswirkungen der neuen Finanzierung auf den Markt der Vorbereitungskurse abzusch\u00e4tzen.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> und ein Konzept f\u00fcr ein k\u00fcnftiges datengest\u00fctztes Monitoring der Entwicklungen in der h\u00f6heren Berufsbildung zu erarbeiten.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Die Ex-ante-Evaluation von geplanten Politikmassnahmen ist an sich schon eine grosse Herausforderung. Eine zus\u00e4tzliche Schwierigkeit stellt im vorliegenden Fall der Umstand dar, dass nur wenige Informationen zum Markt der Vorbereitungskurse vorliegen. Gerade weil sich der Bund bisher nicht an den Kosten beteiligte, fehlen viele Daten, wie beispielsweise die Zahl der Teilnehmenden an Vorbereitungskursen oder die Anzahl Kursanbieter in der Schweiz. Aus diesem Grund wurden Absch\u00e4tzungen und Empfehlungen aus der \u00f6konomischen Fachliteratur und den wenigen bestehenden Studien zur h\u00f6heren Berufsbildung abgeleitet. Erg\u00e4nzend zur Literaturanalyse wurden eigene Daten erhoben, um die theoretischen \u00dcberlegungen mit aktuellen Daten aus dem Vorbereitungskursmarkt zu untermauern.&#13;<\/p>\n<h2>Stark segmentierter Markt f\u00fcr Vorbereitungskurse<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der Datenerhebung wurden die Kursanbieter, die Kursdauern und die Kurspreise f\u00fcr die je 20 gr\u00f6ssten eidgen\u00f6ssischen Berufs- und h\u00f6heren Fachpr\u00fcfungen erfasst und zus\u00e4tzlich f\u00fcr je 5 zuf\u00e4llig ausgew\u00e4hlte, kleinere Pr\u00fcfungen. F\u00fcr diese 50 ausgew\u00e4hlten eidgen\u00f6ssischen Pr\u00fcfungen konnten wir im Internet \u2013 ausgehend von den Listen der Pr\u00fcfungstr\u00e4gerschaften\u2013 insgesamt 355 Anbieter von Vorbereitungskursen f\u00fcr Berufspr\u00fcfungen sowie 74 f\u00fcr h\u00f6here Fachpr\u00fcfungen ausfindig machen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Analysen<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> zeigen, dass der Markt f\u00fcr Vorbereitungskurse stark nach Regionen und Berufen\/Pr\u00fcfungen segmentiert ist. Dies \u00e4ussert sich in einer insgesamt hohen Zahl von Anbietern, die sich jedoch auf relativ wenige Pr\u00fcfungen konzentrieren. Viele Anbieter bieten zudem nur f\u00fcr eine oder wenige Pr\u00fcfungen Kurse an, was darauf hindeutet, dass wenig Synergien beim Anbieten von Kursen f\u00fcr unterschiedliche Pr\u00fcfungen bestehen. Dabei verteilen sich die Anbieter innerhalb einer Pr\u00fcfung auf verschiedene Regionen. Erst bei Pr\u00fcfungen mit sehr vielen Abschl\u00fcssen sind mehrere Kursanbieter in einer Region die Regel. Diese Segmentierung nach Pr\u00fcfungen und nach Regionen legt nahe, dass zwischen den Kursanbietern in den meisten F\u00e4llen nur ein eingeschr\u00e4nkter Wettbewerb stattfindet. Rechnet man die Zahl der Kursanbieter aus den vorliegenden, unvollst\u00e4ndigen Angaben grob hoch, kommt man f\u00fcr die Schweiz auf rund 500 Kursanbieter f\u00fcr rund 900 verschiedene Vorbereitungskurse zu eidgen\u00f6ssischen Pr\u00fcfungen.&#13;<\/p>\n<h2>Kurspreise, Umsatz und bisherige Subventionierung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie durchschnittlichen Preise, die auf Angaben der Kursanbieter beruhen, sind in <i>Tabelle 1<\/i> dargestellt. Deren Analyse hat zun\u00e4chst gezeigt, dass die Kurskosten im Schnitt mit der Kursdauer ansteigen. F\u00fcr den Vergleich der Kurskosten m\u00fcssen diese daher pro Lektion ausgewiesen werden. Analysiert man diese Kosten weiter, so zeigt sich, dass die Preise pro Lektion von Kursen f\u00fcr gleiche Pr\u00fcfungen n\u00e4her beieinanderliegen als die Preise von Kursen f\u00fcr unterschiedliche Pr\u00fcfungen. \u00c4hnlichere Kosten von Kursen f\u00fcr gleiche Pr\u00fcfungen sind an sich nicht \u00fcberraschend; jedoch hatten fr\u00fchere Studien kein solches Muster aufzeigen k\u00f6nnen. Der Befund best\u00e4tigt die festgestellte Segmentierung nach Pr\u00fcfungen auch bez\u00fcglich der Kostenstruktur.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2014\/09\/schweri_tab1_de1.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3521\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2014\/09\/schweri_tab1_de1-300x167.png\" alt=\"schweri_tab1_de[1]\" width=\"300\" height=\"167\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAnhand der Angaben zu Kurspreisen, zur Anzahl der Pr\u00fcfungsabschl\u00fcsse im Jahr 2012<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> sowie zur Quote der Pr\u00fcfungsteilnehmenden mit Kursbesuch<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> ist es m\u00f6glich, den Gesamtumsatz auf dem Markt f\u00fcr Vorbereitungskurse grob zu sch\u00e4tzen. Ohne Ber\u00fccksichtigung von Subventionen ergibt sich ein Gesamtumsatz von rund 236\u00a0Mio. Franken, inklusive bisherige Subventionen rund 289\u00a0Mio. Franken. Diese Zahlen sind allerdings angesichts der unvollst\u00e4ndigen Datenlage nur als Gr\u00f6ssenordnungen zu verstehen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie bisher weitgehend kantonale Subventionierung ist selektiv auf bestimmte Anbieter ausgerichtet. Sie wird neu durch Bundessubventionen an alle Kursteilnehmenden ersetzt. Das f\u00fchrt zur Gleichbehandlung aller Kursanbieter und ist vor allem f\u00fcr jene vorteilhaft, die bisher nicht subventioniert worden sind. Unsere Analysen zeigen weiter auf, dass die heutige Subventionierung sehr wahrscheinlich \u00fcberdurchschnittlich Kursen f\u00fcr kleinere Pr\u00fcfungen zugutekommt. Wenn die Bundessubventionen neu beispielsweise einen bestimmten Prozentsatz der anfallenden Kosten pro Teilnehmenden ausmachen, w\u00fcrde ein betr\u00e4chtlicher Teil der Mittel den abschlussst\u00e4rksten Pr\u00fcfungen zufallen. Die neue Bundesfinanzierung d\u00fcrfte daher zu einer Verlagerung von Mitteln von kleineren zu gr\u00f6sseren Anbietern f\u00fchren.&#13;<\/p>\n<h2>Auswirkungen des Bundesbeitrags: Wer profitiert?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBetrachtet man die erwarteten Auswirkungen der Finanzierungsumstellung, stellt sich zun\u00e4chst die Frage nach der Inzidenz: W\u00e4hrend die nominelle Inzidenz einer Subvention beschreibt, wem die Subvention vordergr\u00fcndig \u2013 d. h. per Gesetz oder Verordnung \u2013 zuf\u00e4llt, beschreibt die reale Inzidenz, wem die Subvention faktisch zukommt. Nominell wird die subjektorientierte Bundespauschale vollst\u00e4ndig den Kursteilnehmenden ausbezahlt. Aus zwei Gr\u00fcnden wird jedoch nur ein Teil der Mittel \u2013 im Vergleich zur Situation heute \u2013 bei ihnen verbleiben:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Die Arbeitgeber werden ihre bisher hohe Unterst\u00fctzung von Kursteilnehmenden vermutlich reduzieren. Heute \u00fcbernehmen sie bei rund einem Viertel der Pr\u00fcfungsteilnehmenden alle Kosten.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a> Es ist nicht anzunehmen, dass sie ihre Unterst\u00fctzung in diesen F\u00e4llen unver\u00e4ndert fortf\u00fchren, sodass die Pr\u00fcfungsteilnehmenden dank dem Bundesbeitrag einen Nettogewinn erzielen w\u00fcrden. Wahrscheinlicher ist, dass die Arbeitgeber in diesen F\u00e4llen ihre Unterst\u00fctzung um den Bundesbeitrag reduzieren werden.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Auch die Preise der Vorbereitungskurse d\u00fcrften im Schnitt steigen. Ein Grund daf\u00fcr ist, dass bisherige kantonale Anbietersubventionen zugunsten des Bundesbeitrags wegfallen. Zudem wird die Zahlungsbereitschaft der Kursteilnehmenden dank dem neuen Bundesbeitrag steigen, sodass die Kursanbieter einen Teil der zus\u00e4tzlichen Mittel durch Preiserh\u00f6hungen absch\u00f6pfen k\u00f6nnen.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nF\u00fcr die reale Inzidenz des Bundesbeitrags l\u00e4sst sich somit erwarten, dass zwar ein Teil der Bundesmittel die Kosten der Kursteilnehmenden reduziert, ein anderer Teil der Mittel jedoch den Arbeitgebern und den Kursanbietern zugutekommt.&#13;<\/p>\n<h2>Die Nachfrage d\u00fcrfte nur geringf\u00fcgig wachsen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDa der Bundesbeitrag die Kaufkraft der Teilnehmenden auf dem Vorbereitungskursmarkt erh\u00f6ht, ist grunds\u00e4tzlich mit einer h\u00f6heren Nachfrage nach Kursen zu rechnen. Allerdings wird ein grosser Teil der Bundesmittel an Kursteilnehmende gehen, die ihren Kurs auch unter dem bisherigen Finanzierungsregime und damit ohne den Bundesbeitrag besucht h\u00e4tten. In diesen F\u00e4llen spricht man von einem Mitnahmeeffekt, da der Bundesbeitrag keine Verhaltens\u00e4nderungen \u2013 d. h. zus\u00e4tzliche Kursteilnahmen \u2013 bewirkt, sondern nur die bisher von Privaten (Kursteilnehmenden und Arbeitgebern) getragenen Kurskosten ersetzt. Der Nachfragezuwachs d\u00fcrfte daher begrenzt sein. Zu ber\u00fccksichtigen ist weiter, dass sich die Situation bei den verschiedenen Pr\u00fcfungen und Kursen sehr unterschiedlich pr\u00e4sentiert. Bei kleinen Pr\u00fcfungen, deren Kurse bisher erheblich von kantonalen Subventionen profitiert haben, kann die Nachfrage angesichts der steigenden Marktpreise zur Kompensation der wegfallenden kantonalen Subventionen sogar sinken.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSchliesslich kann sich auch die Zusammensetzung der Kursteilnehmenden \u00e4ndern: Im neuen Finanzierungsregime d\u00fcrften sich vermehrt Personen mit weniger Arbeitgeberunterst\u00fctzung und weniger Berufserfahrung f\u00fcr eine Kursteilnahme entscheiden.&#13;<\/p>\n<h2>Wird die Bildungsrendite geschm\u00e4lert?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie h\u00f6here Berufsbildung erm\u00f6glicht den Absolventinnen und Absolventen bislang eine substanzielle private Bildungsrendite.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a> Dies bedeutet, dass die Kursteilnehmenden im Schnitt f\u00fcr ihre Auslagen durch einen deutlich erh\u00f6hten Lohn nach Absolvieren der eidgen\u00f6ssischen Pr\u00fcfung entsch\u00e4digt werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Auswirkungen der Finanzierungsumstellung auf die Bildungsrendite sind unklar. Einerseits senkt der Bundesbeitrag die Kurskosten, wodurch die Bildungsrendite steigt. Andererseits ist der h\u00f6here Lohn f\u00fcr Personen mit eidgen\u00f6ssischem Fachausweis beziehungsweise Diplom zurzeit auch darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass diese Ausweise einen Signalwert besitzen: Sie sind ein Signal daf\u00fcr, dass sich die betreffende Person durch eine \u00fcberdurchschnittliche Produktivit\u00e4t auszeichnet und darum in den meisten F\u00e4llen vom Arbeitgeber f\u00fcr unterst\u00fctzungsw\u00fcrdig befunden wurde. Wird die starke Koppelung des Kursbesuchs an Arbeitgeberunterst\u00fctzung und -selektion gelockert, wird dieses Produktivit\u00e4tssignal geschw\u00e4cht. Arbeitgeber k\u00f6nnen sich k\u00fcnftig weniger darauf verlassen, dass Personen mit Fachausweis oder Diplom von ihren fr\u00fcheren Arbeitgebern als besonders leistungsf\u00e4hig angesehen wurden. Der Lohnanstieg nach Erwerb eines Fachausweises oder eines Diploms w\u00fcrde damit kleiner ausfallen; die hohe Bildungsrendite w\u00e4re infrage gestellt. SKBF (2014). Zugunsten der Finanzierungsumstellung l\u00e4sst sich jedoch einwenden, dass es aus Gr\u00fcnden der Chancengerechtigkeit erw\u00fcnscht ist, dass Personen f\u00fcr den Besuch von Vorbereitungskursen k\u00fcnftig weniger auf die Unterst\u00fctzung durch ihre Arbeitgeber angewiesen sind. Sinkende durchschnittliche Bildungsrenditen w\u00e4ren dabei in Kauf zu nehmen.&#13;<\/p>\n<h2>Empfehlungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAngesichts der sp\u00e4rlichen Informationen, die f\u00fcr Analysen zur h\u00f6heren Berufsbildung zur Verf\u00fcgung stehen, sollte die Datenlage im Bereich der <i>h\u00f6heren Berufsbildung deutlich verbessert<\/i> werden. Dies w\u00fcrde bei k\u00fcnftigen Neuerungen im System erlauben, auf vollst\u00e4ndigere und aktuelle Analysegrundlagen zur\u00fcckgreifen zu k\u00f6nnen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuch f\u00fcr das Funktionieren subjektorientierter Finanzierungen ist ein <i>m\u00fcheloser Zugang zu Kursinformationen<\/i> f\u00fcr die Teilnehmenden eine Voraussetzung, da sie mit ihrer Wahl die Finanzstr\u00f6me bestimmen. Unsere Internetrecherche zeigte einen gewissen Verbesserungsbedarf auf. Angaben zu genauen Kursdauern in Lektionen und mit differenzierten Preisangaben zu verschiedenen Kursmodulen und Zusatzkosten waren oft nicht vollst\u00e4ndig vorhanden. Auch f\u00fcr die Beobachtung und Analyse des Marktes f\u00fcr Vorbereitungskurse aus Sicht von Politik und Verwaltung fehlen wichtige Kennziffern und Daten zu den Kursteilnehmenden und -anbietern. Diese sollten in Zukunft erhoben werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u00dcber den Bedarf an Informations- und Datengrundlagen hinaus stellt sich die Frage, wie das <i>optimale Funktionieren des Vorbereitungskursmarktes mit subjektorientierter Bundesfinanzierung<\/i> gesichert werden kann. Dabei ist zu kl\u00e4ren, unter welchen Bedingungen und in welcher Form zus\u00e4tzliche staatliche Unterst\u00fctzung f\u00fcr Pr\u00fcfungen mit geringer Nachfrage m\u00f6glich sein soll, falls diese Finanzierungsschwierigkeiten bekommen. Gewisse Pr\u00fcfungen k\u00f6nnten wegen zu geringen \u00f6ffentlichen Interesses \u2013 der Marktlogik entsprechend \u2013 keine Zukunft haben oder allenfalls mit verwandten Pr\u00fcfungen zusammengelegt werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWeiter ist zu kl\u00e4ren, wie der freie <i>Eintritt von neuen Anbietern in den Vorbereitungskursmarkt<\/i> gew\u00e4hrleistet werden kann. F\u00fcr die Kursanbieter sind im subjektorientierten Finanzierungssystem keine neuen Auflagen vorgesehen. Die Qualit\u00e4t soll durch die Wahlfreiheit der Kursteilnehmenden sichergestellt werden, da sie ein Interesse haben, m\u00f6glichst gut auf die Pr\u00fcfung vorbereitet zu werden. Allerdings ist der Kursmarkt in eine Vielzahl von regionalen und berufsspezifischen Segmenten unterteilt, sodass die Auswahl an verschiedenen Kursen zur gleichen Pr\u00fcfung in vielen F\u00e4llen beschr\u00e4nkt sein d\u00fcrfte. Wenn der Eintritt von neuen Kursanbietern prinzipiell leicht m\u00f6glich ist, stehen die Anbieter unter dem Druck, sich den Bed\u00fcrfnissen der Kursteilnehmenden anzupassen, weil sonst neue Anbieter diese Bed\u00fcrfnisse besser erf\u00fcllen. Bestehen dagegen Marktzutrittsschranken, ist die disziplinierende Wirkung des Wettbewerbs eingeschr\u00e4nkt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBei der Genehmigung der Pr\u00fcfungsordnungen durch den Bund ist deswegen darauf zu achten, jene Elemente m\u00f6glichst zu vermeiden, die zu Marktzutrittsschranken f\u00fchren. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise detaillierte Vorschriften zu Zulassungsvoraussetzungen f\u00fcr die Teilnehmenden, die bestehende Kursanbieter bevorzugen. Schliesslich ist daf\u00fcr zu sorgen, dass die Rollen der Pr\u00fcfungstr\u00e4gerschaft und der Kursanbieter, die heute oft von denselben Organisationen der Arbeitswelt eingenommen werden, sauber gekl\u00e4rt und voneinander getrennt sind, damit keine Interessenkonflikte entstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Gem\u00e4ss Sch\u00e4tzungen aufgrund des Gesamtumsatzes im Markt wird sich der Bundesbeitrag in der Gr\u00f6ssenordnung von 60 bis 100 Mio. Franken pro Jahr bewegen. Dabei gilt es auch, die parlamentarischen Beschl\u00fcsse im Rahmen der BFI-Botschaft 2017\u20132020 abzuwarten.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Kuhn, Schweri (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Kriesi, Trede (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Im Detail nachzulesen in Kuhn, Schweri (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Bildungsstatistik des Bundesamts f\u00fcr Statistik.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Econcept (2011).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Econcept (2011).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Cattaneo, Wolter (2011).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Absolvierende von eidgen\u00f6ssischen Berufspr\u00fcfungen (BP) und von h\u00f6heren Fachpr\u00fcfungen (HFP) sind als Fachkr\u00e4fte mit Terti\u00e4rbildung auf dem Arbeitsmarkt gefragt. 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Die Auszahlungen sollen dabei direkt an die Kursteilnehmenden gehen. Welche Auswirkungen sind von dieser neuen Finanzierung zu erwarten? Einerseits w\u00fcrden die Kursteilnehmenden finanziell entlastet. Andererseits profitierten auch Arbeitgeber und Kursanbieter indirekt von einem Teil der Mittel. Die Nachfrage nach Kursen d\u00fcrfte im Durchschnitt etwas steigen, wobei erhebliche Unterschiede zwischen verschiedenen Berufen zu erwarten sind.","post_hero_image_description":"Die Pr\u00fcfungsvorbereitungen werden zurzeit haupts\u00e4chlich von den Teilnehmenden und teilweise von deren Arbeitgebern finanziert. Die Beitr\u00e4ge des Bundes werden direkt den Teilnehmenden zugutekommen.","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"<ul>&#13;\n\t<li>Cattaneo, Maria A., Wolter, Stefan C. (2011): Der individuelle Ertrag einer h\u00f6heren Berufsbildung. Die Volkswirtschaft, 12-2011, 63\u201366.<\/li>&#13;\n\t<li>Econcept (2011): Befragung der Kandidatinnen und Kandidaten der eidgen\u00f6ssischen Pr\u00fcfungen im Bereich der h\u00f6heren Berufsbildung. Schlussbericht zuhanden des Bundesamtes f\u00fcr Berufsbildung und Technologie (BBT).<\/li>&#13;\n\t<li>Kriesi, Irene, Trede, Ines (2014): Monitoring eidgen\u00f6ssischer Berufspr\u00fcfungen, h\u00f6herer Fachpr\u00fcfungen und ihrer Vorbereitungskurse. Zollikofen: Eidgen\u00f6ssisches Hochschulinstitut f\u00fcr Berufsbildung.<\/li>&#13;\n\t<li>Kuhn, Andreas, Schweri, J\u00fcrg (2014): Subjektorientierte Finanzierung der Vorbereitungskurse in der h\u00f6heren Berufsbildung. Eine \u00f6konomische Analyse zu Ausgangslage, Marktstruktur und Auswirkungen. Zollikofen: Eidgen\u00f6ssisches Hochschulinstitut f\u00fcr Berufsbildung.<\/li>&#13;\n\t<li>SKBF (2014): Bildungsbericht Schweiz 2014. Aarau: Schweizerische Koordinationsstelle f\u00fcr Bildungsforschung SKBF.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Die h\u00f6here Berufsbildung im Fokus","kasten_box":"Mit dem Ziel der Weiterentwicklung und St\u00e4rkung der h\u00f6heren Berufsbildung hat das Staatssekretariat f\u00fcr Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) seit 2013 in Abstimmung mit den Verbundpartnern ein strategisches Projekt lanciert. Im Zentrum stehen die zuk\u00fcnftige Finanzierung, die Positionierung und die Anerkennung der h\u00f6heren Berufsbildung. Das entsprechende Massnahmenpaket wurde dem Bundesrat nach der Sommerpause 2014 vorgelegt. Im Bereich Finanzierung wurden bereits Anfang 2013 die Bundesbeitr\u00e4ge an die Durchf\u00fchrung der eidgen\u00f6ssischen Berufs- und h\u00f6heren Fachpr\u00fcfungen von 25% auf 60% bis 80% erh\u00f6ht. Erg\u00e4nzend hat die Projektgruppe Pl\u00e4ne zur \u00f6ffentlichen Unterst\u00fctzung der Vorbereitungskurse von eidgen\u00f6ssischen Pr\u00fcfungen konkretisiert, die im vorliegenden Artikel diskutiert werden. Diese Kurse machen aus Sicht der Teilnehmenden den Grossteil der direkten Gesamtkosten aus. Bereits neu geregelt ist die Finanzierung bei den h\u00f6heren Fachschulen: Am 1. Januar 2014 ist die Interkantonale Vereinbarung \u00fcber Beitr\u00e4ge an die Bildungsg\u00e4nge der h\u00f6heren Fachschulen (HFSV) in Kraft getreten, der bisher 15 Kantone beigetreten sind. Die mit der HFSV anvisierte verbesserte Freiz\u00fcgigkeit f\u00fcr die Studierenden wird damit ab dem Studienjahr 2015\/2016 einsetzen. Ab dann wird auch diese Vereinbarung nach dem gleichen Prinzip wie die Finanzierungsvereinbarung f\u00fcr die universit\u00e4ren Hochschulen und jene f\u00fcr die Fachhochschulen funktionieren. Das bisher f\u00fcr die h\u00f6heren Fachschulen geltende \u00ab\u00c0-la-carte-Prinzip\u00bb (die Kantone w\u00e4hlen, f\u00fcr welche Studieng\u00e4nge sie Beitr\u00e4ge ausrichten) wird aufgehoben.&#13;\n&#13;\nAnmerkung: Text: SBFI. Weitere Informationen siehe www.sbfi.admin.ch\/hbb und www.edk.ch\/dyn\/21415.php"}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":117172,"main_focus":[156663,157276],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"3057","post_abstract":"","magazine_issue":"20140901","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/548951ed0c1b4"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117169"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4099"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=117169"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117169\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126963,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117169\/revisions\/126963"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157276"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156663"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3685"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4099"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=117169"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=117169"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=117169"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=117169"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=117169"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=117169"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}