{"id":117205,"date":"2014-12-16T12:43:16","date_gmt":"2014-12-16T12:43:16","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2014\/12\/neue-erkenntnisse-zur-stellung-der-schweiz-in-den-globalen-wertschoepfungsketten\/"},"modified":"2023-08-23T23:16:27","modified_gmt":"2023-08-23T21:16:27","slug":"neue-erkenntnisse-zur-stellung-der-schweiz-in-den-globalen-wertschoepfungsketten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2014\/12\/neue-erkenntnisse-zur-stellung-der-schweiz-in-den-globalen-wertschoepfungsketten\/","title":{"rendered":"Neue Erkenntnisse zur Stellung der Schweiz in den globalen Wertsch\u00f6pfungsketten"},"content":{"rendered":"<p>Die Globalisierung und Ausdifferenzierung der Wertsch\u00f6pfungsketten hat dazu gef\u00fchrt, dass klassische Aussenhandelsstatistiken immer weniger in der Lage sind, anzuzeigen, wo die mit dem Aussenhandel verbundene Wertsch\u00f6pfung tats\u00e4chlich anf\u00e4llt. Damit sind sie auch immer weniger geeignet, die wirtschaftlichen Abh\u00e4ngigkeiten zwischen L\u00e4ndern angemessen zu erfassen. Aus diesem Grund wurden in den letzten Jahren auf internationaler Ebene Datengrundlagen in Form von multinationalen Input-Output-Tabellen sowie Indikatoren f\u00fcr eine bessere Erfassung der globalen Wertsch\u00f6pfungsketten erarbeitet. Die Schweiz war jedoch in diesen Datengrundlagen gar nicht oder nur unzureichend einbezogen. In einem Forschungsprojekt f\u00fcr das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) wurden daher \u00aberweiterte\u00bb Input-Output-Tabellen f\u00fcr die Schweiz und die Jahre 2001 und 2008 gesch\u00e4tzt und mit den bestehenden internationalen Datenbest\u00e4nden verkn\u00fcpft (siehe Kasten 1). Mit der neuen Datenbasis wurde die Integration der Schweiz in die globalen Wertsch\u00f6pfungsketten untersucht.&#13;<\/p>\n<h2>Schweizer Exporte: Wie viel Wertsch\u00f6pfung entsteht in der Schweiz?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Integration eines Landes in globale Wertsch\u00f6pfungsketten dr\u00fcckt sich unter anderem darin aus, dass seine Exportg\u00fcter zu einem wesentlichen Anteil unter Einbezug importierter Vorleistungen erzeugt werden; ein Teil der exportinduzierten Wertsch\u00f6pfung erfolgt somit im Ausland. Zerlegt man den Exportwert der Schweiz in seine Wertsch\u00f6pfungskomponenten, so ergibt sich f\u00fcr das Jahr 2008 ein inl\u00e4ndischer Wertsch\u00f6pfungsanteil von 72%. Dieser Anteil ist f\u00fcr Dienstleistungsexporte mit rund 86% deutlich h\u00f6her als f\u00fcr Warenexporte (64%). Zwischen den einzelnen G\u00fctergruppen bestehen dabei bedeutende Unterschiede (siehe Grafik 1).&#13;<br \/>\nEine zunehmende Integration in die globalen Wertsch\u00f6pfungsketten w\u00fcrde sich in einem abnehmenden Anteil inl\u00e4ndischer Wertsch\u00f6pfung bemerkbar machen. F\u00fcr die Schweiz l\u00e4sst sich eine leichte Abnahme um gut 1 Prozentpunkt seit 2001 beobachten. Bei den Warenexporten ist er um mehr als 2 Prozentpunkte gesunken. Dies zeigt, dass der zunehmende Anteil von Dienstleistungsexporten zu einer Stabilisierung des inl\u00e4ndischen Wertsch\u00f6pfungsgehalts der Bruttoexporte beigetragen hat.&#13;<br \/>\nIm internationalen Vergleich sind zwei Besonderheiten zu erw\u00e4hnen. Der Anteil der inl\u00e4ndischen Wertsch\u00f6pfung an den Bruttoexporten ist relativ hoch, und er hat seit 2001 nur leicht abgenommen. Mit gut 72% inl\u00e4ndischem Wertsch\u00f6pfungsanteil liegt die Schweiz 2008 in der Spitzengruppe der OECD-L\u00e4nder und deutlich vor den anderen kleinen westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern wie z. B. \u00d6sterreich, Belgien oder D\u00e4nemark. In letzteren betr\u00e4gt der Anteil zwischen 47% und 60% und hat seit 2001 zwischen 5 und 8 Prozentpunkte abgenommen. Auch wenn die Schweiz also intensiv Aussenhandel betreibt, kann sie sich dennoch eine relativ hohe Wertsch\u00f6pfungstiefe sichern.&#13;<\/p>\n<h2>Welcher Anteil der inl\u00e4ndischen Wertsch\u00f6pfung wird exportiert?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Konzept des Handels auf Wertsch\u00f6pfungsbasis (Trade in Value Added, TiVA) versteht unter dem Begriff \u00abWertsch\u00f6pfungsexport\u00bb von Land A nach Land B die gesamte Bruttowertsch\u00f6pfung in Land A, die durch die Endnachfrage in Land B ausgel\u00f6st wird, und zwar sowohl direkt als auch indirekt \u00fcber den Handel via Drittl\u00e4nder. Dieses Konzept erlaubt in einer globalisierten Wirtschaft eine bessere Abbildung der wirtschaftlichen Abh\u00e4ngigkeit zwischen zwei L\u00e4ndern, als es die Bruttoimporte und -exporte in den Aussenhandelsstatistiken verm\u00f6gen. F\u00fcr die Betrachtung auf Branchenebene ist nicht nur die exportierende Branche entscheidend, sondern alle Aktivit\u00e4ten einer Branche in den exportinduzierten Wertsch\u00f6pfungsketten eines Landes (Forward Linkage). Dadurch werden auch die Branchen sichtbar, die weniger direkt exportieren, deren Wertsch\u00f6pfung aber in den Exporten anderer Branchen enthalten ist.&#13;<br \/>\nAuf einer \u00fcbergeordneten Ebene l\u00e4sst sich zun\u00e4chst untersuchen, wo die Wertsch\u00f6pfung der Schweiz nachgefragt wird. In 2008 wurde die Wertsch\u00f6pfung der Schweiz zu 62% durch die inl\u00e4ndische Endnachfrage und zu 38% durch die ausl\u00e4ndische Endnachfrage ausgel\u00f6st. Interessant ist dabei, dass die inl\u00e4ndische Endnachfrage nach Waren nur 6% der gesamten Wertsch\u00f6pfung verursacht, diejenige nach Dienstleistungen jedoch 56%. Bei der ausl\u00e4ndischen Endnachfrage sind die Waren mit 20% der gesamten Wertsch\u00f6pfung etwas bedeutender als die Dienstleistungen (18%). Die Bedeutung der ausl\u00e4ndischen Endnachfrage f\u00fcr die Schweizer Wertsch\u00f6pfung ist seit 2001 deutlich von 31% auf 38% gestiegen.&#13;<br \/>\nAuf Branchenebene ist ein Vergleich der Wertsch\u00f6pfungsexporte mit den Bruttoexporten der Schweiz interessant: Konzentrieren sich die Bruttoexporte \u00fcberwiegend auf wenige Branchen wie die Chemie- und Pharmaindustrie, den Maschinenbau, die Elektrotechnik und die Uhrenindustrie, so zeigt die Wertsch\u00f6pfungsperspektive eine gr\u00f6ssere Vielfalt von Branchen, die an den Wertsch\u00f6pfungsketten f\u00fcr die Herstellung von Exportg\u00fctern beteiligt sind. Dies gilt insbesondere f\u00fcr Dienstleistungsbranchen, bei denen die Wertsch\u00f6pfungsexporte sogar die Bruttoexporte \u00fcbersteigen. Der Grund hierf\u00fcr ist, dass Dienstleistungen in grossem Umfang auch in den Wertsch\u00f6pfungsketten der Warenproduktion ben\u00f6tigt werden.&#13;<br \/>\nDer Aussenhandel in der Wertsch\u00f6pfungsperspektive gibt auch Aufschluss \u00fcber die Bedeutung der Handelspartner f\u00fcr die Wertsch\u00f6pfung der Schweiz. Grafik 2 vergleicht die Anteile ausgew\u00e4hlter L\u00e4nder und Weltregionen an den Wertsch\u00f6pfungsexporten mit ihren Anteilen an den Bruttoexporten. Es wird deutlich, dass vor allem Deutschland und die anderen L\u00e4nder der EU-15 eine geringere Bedeutung haben als bei den Bruttoexporten (zur Abgrenzung der L\u00e4ndergruppen siehe Kasten 1). Daf\u00fcr haben die USA, die BRIIC-L\u00e4nder und der Rest der Welt einen gr\u00f6sseren Anteil an den Wertsch\u00f6pfungsexporten. Die Schweiz ist also wirtschaftlich st\u00e4rker von den aussereurop\u00e4ischen Regionen abh\u00e4ngig, als es gem\u00e4ss Aussenhandelsstatistik den Anschein hat. Die Analyse der Kan\u00e4le, \u00fcber die die Schweiz mit ihren Handelspartnern verbunden ist, ergibt, dass diese Weltregionen die Schweizer Wertsch\u00f6pfung zu einem bedeutenden Teil \u00fcber die EU-15 absorbieren.&#13;<\/p>\n<h2>Besch\u00e4ftigung und Qualifikation in den globalen Wertsch\u00f6pfungsketten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAnalog zum Wertsch\u00f6pfungsgehalt l\u00e4sst sich der \u00abBesch\u00e4ftigungsgehalt\u00bb der Schweizer Exporte bestimmen. In den Wertsch\u00f6pfungsketten zur Herstellung der Schweizer Exportprodukte sind ausl\u00e4ndische Besch\u00e4ftigte in substanziellem Umfang t\u00e4tig. Global werden rund 2,5 Mio. Besch\u00e4ftigte<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> ben\u00f6tigt, um die Exportg\u00fcter der Schweiz herzustellen. Knapp die H\u00e4lfte von ihnen ist in der Schweiz besch\u00e4ftigt, die andere H\u00e4lfte im Ausland. Die EU tr\u00e4gt 15% zur exportinduzierten Besch\u00e4ftigung bei, die OECD inklusive Taiwan 4%, die BRIIC-L\u00e4nder (insbesondere China und Indien) 23% und der Rest der Welt 9%. Da die Schweiz im internationalen Vergleich eine sehr hohe Arbeitsproduktivit\u00e4t aufweist, ist der inl\u00e4ndische Besch\u00e4ftigungsgehalt der Exporte deutlich kleiner als der inl\u00e4ndische Wertsch\u00f6pfungsgehalt. Daf\u00fcr ist insbesondere der Besch\u00e4ftigungsgehalt in den BRIIC-Staaten und im Rest der Welt h\u00f6her, dies wegen der dort erheblich niedrigeren Arbeitsproduktivit\u00e4t.&#13;<br \/>\nGehen wir nun einen Schritt weiter zu Besch\u00e4ftigung und Qualifikationsstrukturen, die mit dem Wertsch\u00f6pfungshandel verbunden sind: In der Schweiz arbeiten rund 1,2 Mio. Besch\u00e4ftigte in den globalen Wertsch\u00f6pfungsketten zur Herstellung von Endnachfrageg\u00fctern f\u00fcr das Ausland. Andererseits sind gut 3,1 Mio. Besch\u00e4ftigte im Ausland an der Produktion von Endnachfrageg\u00fctern f\u00fcr die Schweiz beteiligt, davon rund 2,1 Mio. Besch\u00e4ftigte in den BRIIC-Staaten und im Rest der Welt. Netto betrachtet sind also 1,9 Mio. mehr Besch\u00e4ftigte im Ausland f\u00fcr die Schweizer Endnachfrage t\u00e4tig als Schweizer Besch\u00e4ftigte f\u00fcr die ausl\u00e4ndische Endnachfrage. Von den in der Schweiz Besch\u00e4ftigten haben 25% eine hohe Qualifikation, 56% eine mittlere und 19% eine geringe Qualifikation (siehe Grafik 3). Dies entspricht ungef\u00e4hr der durchschnittlichen Qualifikationsstruktur der Erwerbst\u00e4tigen in der Schweiz. Die Qualifikationsstruktur der ausl\u00e4ndischen Besch\u00e4ftigten verteilt sich im Durchschnitt zu 12% auf eine hohe, zu 42% auf eine mittlere und zu 46% auf eine geringe Qualifikation. Die Schweizer Wertsch\u00f6pfungsexporte werden also mit einer deutlich h\u00f6heren Qualifikation erzeugt als die Schweizer Wertsch\u00f6pfungsimporte. Grafik 3 zeigt auch die Qualifikationsstruktur der ausl\u00e4ndischen Besch\u00e4ftigten in den einzelnen Weltregionen. In den EU-15 und den OECD-L\u00e4ndern ist der Anteil der hoch qualifizierten Besch\u00e4ftigten vergleichbar mit der Schweiz, w\u00e4hrend derjenige der gering qualifizierten gr\u00f6sser ist. Die EU-12 weisen vor allem einen geringeren Anteil an hoch qualifizierten Besch\u00e4ftigten und einen h\u00f6heren Anteil an mittel qualifizierten auf. Wertsch\u00f6pfungsimporte aus den BRIIC-Staaten und dem Rest der Welt sind hingegen mit deutlich mehr gering qualifizierten Besch\u00e4ftigten sowie weniger mittel und hoch qualifizierten verbunden.&#13;<\/p>\n<h2>Starke weltweite Verflechtung der Schweizer Exportwirtschaft<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Ergebnisse unserer Untersuchung zeigen, dass die Schweizer Exporte im internationalen Vergleich mit einem relativ hohen Anteil inl\u00e4ndischer Wertsch\u00f6pfung hergestellt werden. Ausl\u00e4ndische Besch\u00e4ftigte sind jedoch in erheblichem Umfang an der Herstellung der Schweizer Exportg\u00fcter beteiligt. Die Analyse des Aussenhandels aus der Wertsch\u00f6pfungsperspektive ergibt, dass die Schweiz direkt stark mit der EU verbunden ist, ein Teil der in den Exporten enthaltenen Wertsch\u00f6pfung jedoch \u00fcber die EU in andere Weltregionen fliesst. Die Schweizer Volkswirtschaft ist also st\u00e4rker von den aussereurop\u00e4ischen Abnehmerm\u00e4rkten abh\u00e4ngig, als es gem\u00e4ss Aussenhandelsstatistik den Anschein hat. Die Herstellung der Schweizer Wertsch\u00f6pfungsexporte erfordert zudem im Mittel eine deutlich h\u00f6here Qualifikation als die Herstellung der Wertsch\u00f6pfungsimporte im Ausland. In Bezug auf zeitliche Trends ist derzeit nur ein Vergleich der Jahre 2001 und 2008 durchf\u00fchrbar. L\u00e4ngerfristige Aussagen werden mit dem Vorliegen aktueller Input-Output-Tabellen in der Schweiz m\u00f6glich sein.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Die Angaben zur Zahl der Besch\u00e4ftigten im In- und Ausland wurden aus Arbeitsstunden umgerechnet in Schweizer Vollzeit\u00e4quivalente mit 1930 Arbeitsstunden pro Vollzeitbesch\u00e4ftigung im Jahr 2008 (Quelle: BFS, Arbeitsvolumenstatistik).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Globalisierung und Ausdifferenzierung der Wertsch\u00f6pfungsketten hat dazu gef\u00fchrt, dass klassische Aussenhandelsstatistiken immer weniger in der Lage sind, anzuzeigen, wo die mit dem Aussenhandel verbundene Wertsch\u00f6pfung tats\u00e4chlich anf\u00e4llt. Damit sind sie auch immer weniger geeignet, die wirtschaftlichen Abh\u00e4ngigkeiten zwischen L\u00e4ndern angemessen zu erfassen. Aus diesem Grund wurden in den letzten Jahren auf internationaler Ebene Datengrundlagen [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":4123,"featured_media":34017,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[69,66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[],"post_content_subject":[230],"acf":{"seco_author":4123,"seco_co_author":[4124,0],"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Dr. rer. pol., Mitglied der Gesch\u00e4ftsleitung, R\u00fctter Soceco, R\u00fcschlikon","seco_author_post_occupation_fr":"Membre de la direction, R\u00fctter Soceco, R\u00fcschlikon","seco_co_authors_post_ocupation":[{"seco_co_author":4124,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"Wissenschaftlicher Mitarbeiter, R\u00fctter Soceco, R\u00fcschlikon","seco_co_author_post_occupation_fr":"Collaborateur scientifique, R\u00fctter Soceco, R\u00fcschlikon"}],"short_title":"","post_lead":"Die zunehmende Bedeutung der globalen Wertsch\u00f6pfungsketten hatte zur Folge, dass auf internationaler Ebene spezifische Datenbanken und Indikatoren \u00adentwickelt wurden, um dieses Ph\u00e4nomen angemessen zu analysieren. Aufgrund von Daten\u00adl\u00fccken konnte die Schweiz in diesen Datenbanken nur unzureichend abgebildet werden. In einem Forschungsprojekt f\u00fcr das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft wurden neue Datengrundlagen erarbeitet, um die Integration der Schweiz in die globalen Wertsch\u00f6pfungsketten besser untersuchen zu k\u00f6nnen. Die neuen \u00adErgebnisse beleuchten deren Bedeutung f\u00fcr Wertsch\u00f6pfung und Besch\u00e4ftigung in der Schweiz.","post_hero_image_description":"Bez\u00fcglich des inl\u00e4ndischen Wertsch\u00f6pfungsanteils liegt die Schweiz in der Spitzengruppe der OECD-L\u00e4nder. \u00adBesonders hoch ist dieser Anteil im Dienstleistungssektor.","post_hero_image_description_copyright_de":"Keystone","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"<ul>&#13;\n\t<li>OECD (2012): Mapping global value chains. Paris.<\/li>&#13;\n\t<li>Dietzenbacher, E. et al. (2013): The construction of world input-output tables in the WIOD project. Economic Systems Research, 1, 2013, S. 71\u201398.<\/li>&#13;\n\t<li>Timmer M. et al. (2014): Slicing Up Global Value Chains. In: Journal of Economic Perspectives, 2, 2014, S.\u00a099\u2013118.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Datenbasis und Methode","kasten_box":"Zur Durchf\u00fchrung der hier vorgestellten Analysen wurden die Schweizer Input-Output-Tabellen (IOT) 2001 und 2008 in ein multinationales Input-Output-Modell integriert. Dazu waren umfangreiche Anpassungen und Erg\u00e4nzungen der bestehenden Schweizer IOT erforderlich: Die IOT wurden auf die zu Beginn des Projekts aktuellen Eckdaten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) \u2013 d.\u2009h. vor der Revision 2014 \u2013 angepasst. Im n\u00e4chsten Schritt wurden importierte und inl\u00e4ndische G\u00fcter in der IOT getrennt. F\u00fcr die Warenimporte war die OECD-Datenbank Bilateral Trade Database by Industry and End Use Category (BTDIxE) die wesentliche Grundlage. Die Fremdenverkehrs- und Dienstleistungsimporte wurden aufgrund fehlender Daten proportional zugeordnet. Anschliessend wurde die Schweizer IOT in die World Input-Output Database (Wiod) integriert. Diese verkn\u00fcpft die Input-Output-Tabellen von 40 L\u00e4ndern auf Branchenebene (35 Branchen) miteinander, um l\u00e4nder\u00fcbergreifende wirtschaftliche Verflechtungen \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum abzubilden. Die Importe und Exporte der Schweiz wurden mithilfe der BTDIxE-Daten und weiterer Quellen branchenspezifisch auf Herkunfts- und Bestimmungsl\u00e4nder aufgeteilt. Die Schweizer IOT wurde ausserdem analog zur Wiod mit branchenspezifischen Daten zur Zahl und Qualifikationsstruktur der Besch\u00e4ftigten erg\u00e4nzt. Die wesentlichen Datenquellen waren hier die Lohnstrukturerhebung und die Schweizer Arbeitskr\u00e4fteerhebung des BFS. Bei der Interpretation der Ergebnisse ist zu beachten, dass die IOT der Schweiz wegen einiger fehlender Basisstatistiken durch gr\u00f6s\u00adsere Unsicherheiten gekennzeichnet ist als die der meisten anderen OECD-L\u00e4nder. Zudem sind die Daten zum Dienstleistungshandel mit gr\u00f6sseren Unsicherheiten verbunden. Die hier pr\u00e4sentierten Ergebnisse sind daher indikativ zu verstehen. <strong>Abgrenzung der verwendeten Regionen<\/strong>&#13;\n<ul>&#13;\n\t<li>EU-15: westeurop\u00e4ische Mitgliedsl\u00e4nder der EU;<\/li>&#13;\n\t<li>EU-12: osteurop\u00e4ische Mitgliedsl\u00e4nder der EU (ohne Kroatien); OECD*: ausgew\u00e4hlte L\u00e4nder der OECD inkl. Taiwan, Australien, Japan, Kanada, Mexiko, S\u00fcdkorea, Taiwan, T\u00fcrkei, USA;<\/li>&#13;\n\t<li>BRIIC: Brasilien, Russland, Indien, Indonesien, China;<\/li>&#13;\n\t<li>Rest der Welt.<\/li>&#13;\n<\/ul>"},{"kasten_title":"Vergleich mit den  TiVA-Indikatoren der OECD","kasten_box":"Die hier berechneten Indikatoren weichen zum Teil von den Indikatoren ab, welche die OECD im Rahmen ihrer Arbeiten zu Trade in Value Added (TiVA) f\u00fcr die Schweiz berechnet hat und die in der TiVA-Datenbank publiziert sind. Auf aggregierter Ebene sind die Unterschiede tendenziell klein. Die neuen Daten zeigen eine etwas schw\u00e4chere Integration in die GWK als die OECD-Daten. So ist der inl\u00e4ndische Wertsch\u00f6pfungsgehalt der Exporte gem\u00e4ss den neuen Ergebnissen etwas gr\u00f6sser als gem\u00e4ss OECD-Daten und das Niveau der Wertsch\u00f6pfungsimporte kleiner. Auf Branchen- oder L\u00e4nder\u00adebene sind die Unterschiede zum Teil gr\u00f6sser. Die Unterschiede sind im Wesentlichen auf drei Ursachen zur\u00fcckzuf\u00fchren. In der von der OECD verwendeten Schweizer IOT ist die Revision der Schweizer VGR von 2012 nicht ber\u00fccksichtigt. Ausserdem enthielt sie keine separate Importmatrix, die die Verwendung importierter G\u00fcter in der Schweiz abbildet. Diese wurde von der OECD weitgehend mit der sogenannten Proportionalit\u00e4tsannahme gesch\u00e4tzt, mit der sich die spezifische Einbindung der Schweiz in die globalen Wert\u00adsch\u00f6pfungs\u00adketten jedoch nur unzureichend abbilden l\u00e4sst. Zum Dritten wurde im vorliegenden Projekt die k\u00fcrzlich entwickelte World Input-Output-\u00adDatabase zur Erstellung der multinationalen Input-Output-Tabelle verwendet, w\u00e4hrend die OECD mit einer eigenen \u00adTabelle arbeitet, die jedoch \u00f6ffentlich nicht zug\u00e4nglich ist und keine Daten zu Besch\u00e4ftigung und Qualifikation enth\u00e4lt."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":117208,"main_focus":[156655,157272],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"3782","post_abstract":"","magazine_issue":"20141201","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"20141219","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/54903c1dbeb61"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117205"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4123"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=117205"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117205\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126967,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117205\/revisions\/126967"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157272"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156655"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4124"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4123"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/34017"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=117205"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=117205"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=117205"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=117205"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=117205"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=117205"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}