{"id":117379,"date":"2014-11-01T23:33:10","date_gmt":"2014-11-01T23:33:10","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2014\/11\/linternalisation-des-flux-de-biens-et-de-services-internationaux-dans-les-multinationales-suisses\/"},"modified":"2023-08-23T23:16:50","modified_gmt":"2023-08-23T21:16:50","slug":"internalisierung_von_leistungsfluessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2014\/11\/internalisierung_von_leistungsfluessen\/","title":{"rendered":"Die Internalisierung von internationalen Leistungsfl\u00fcssen bei schweizerischen multinationalen Unternehmen"},"content":{"rendered":"<div>Internationale Unternehmensaktivit\u00e4ten, das sogenannte Offshoring, lassen sich einteilen in internationales Outsourcing und internationales Insourcing. W\u00e4hrend beim internationalen Outsourcing Arbeiten an <i>externe<\/i> Unternehmen im Ausland vergeben werden, geschieht dies im Fall des internationalen Insourcing <i>innerhalb<\/i> der Konzernstruktur in Form von direkten Auslandsinvestitionen. Im letzteren Fall sprechen wir von<i>internationaler Internalisierung<\/i> von Aktivit\u00e4ten seitens der Unternehmen.<\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div>Literatur\u00fcbersichten \u2013 wie zum Beispiel <i>Morschett et al. (2010)<\/i> und <i>Engel und Procher (2013)<\/i> \u2013 zeigen, dass eine Vielzahl von Studien zu Auslandsaktivit\u00e4ten und -investitionen existiert. Allerdings fokussieren die meisten dieser Studien auf die Untersuchung der Bestimmungsfaktoren von Auslandsaktivit\u00e4ten bzw. der Auswirkungen auf die Inlandsaktivit\u00e4ten des Mutterhauses oder auf das Unternehmensumfeld im Zielland der Auslandsaktivit\u00e4ten. Es gibt nur wenige Studien generell zur Internalisierung von Auslandsaktivit\u00e4ten oder zur Intensit\u00e4t der Internalisierung und keine diesbez\u00fcgliche Studie f\u00fcr die Schweiz. Um diese L\u00fccke zu schliessen, untersucht die vorliegende Studie die Bestimmungsfaktoren und Auswirkungen der Internalisierung von <i>Leistungsfl\u00fcssen<\/i> auf die Aktivit\u00e4ten der Muttergesellschaft in der Schweiz.<a id=\"footenote_1_link\" class=\"footnoteAnchor\" name=\"footenote_1_link\"><\/a>1 Basis der Untersuchung bilden Daten aus einer Befragung von schweizerischen multinationalen Unternehmen.<a id=\"footenote_2_link\" class=\"footnoteAnchor\" name=\"footenote_2_link\"><\/a>2 Als Mass f\u00fcr den Internalisierungsgrad der Leistungsfl\u00fcsse verwenden wir den Anteil von intrabetrieblichen Leistungsfl\u00fcssen an den gesamten Leistungsfl\u00fcssen aus dem Ausland. Der Indikator misst also die Bedeutung der Leistungsfl\u00fcsse aus internationaler Internalisierung an den Leistungsfl\u00fcssen aus dem Ausland insgesamt.<\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<h2 class=\"article-subtitle\">Charakterisierung der internen Leistungsfl\u00fcsse<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<div>Die Daten zeigen, dass f\u00fcr schweizerische multinationale Unternehmen die Internalisierung von Leistungsbez\u00fcgen aus dem Ausland weniger bedeutend ist als die Internalisierung von Leistungslieferungen. Die Unternehmen beziehen von ihren ausl\u00e4ndischen Tochterfirmen haupts\u00e4chlich Vor- und Fertigprodukte und viel weniger IT-Dienstleistungen und Know-how (siehe <i><a class=\"graphic-link\" title=\"Leistungsverflechtung nach Art der Waren\/Dienstleistungen\">Grafik 1).<\/a><\/i> An die ausl\u00e4ndischen Tochterfirmen liefern sie einerseits Fertigprodukte, anderseits Know-how und IT-Dienstleistungen. Daher ist die Wissensintensit\u00e4t der Bez\u00fcge merklich niedriger als diejenige der Lieferungen. Dieses Muster reflektiert die relativen Standortvorteile der Schweiz, die in erster Linie auf Humankapital und technologischem Wissen (Patente, Produktkonzepte, Engineering-Know-how) beruhen.<\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div>Zudem zeigen sich substanzielle Unterschiede zwischen den beiden Sektoren Industrie und Dienstleistungen. Im Industriebereich ist das Ausmass der Internalisierung der Bez\u00fcge \u00e4hnlich hoch wie im Dienstleistungssektor. Allerdings weisen die wissensintensiven Bereiche beider Sektoren \u2013 also Hightech-Industrieunternehmen und wissensintensive Dienstleistungsunternehmen \u2013 h\u00f6here Internalisierungsintensit\u00e4ten aus als die traditionellen, weniger wissensintensiven Bereiche. Hingegen ist die Internalisierung der Lieferungen f\u00fcr Industrieunternehmen deutlich h\u00f6her als diejenige der Dienstleistungsunternehmen. Hier zeigen sich aber keine substanziellen Unterschiede zwischen wissensintensiven und weniger wissensintensiven Wirtschaftszweigen.<\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<h2 class=\"article-subtitle\">Bestimmungsfaktoren der Internalisierung<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<div>Der zweite Teil der Studie untersucht die Bestimmungsfaktoren der Internalisierung bzw. des Internalisierungsgrads der Unternehmen in Bezug auf beide Richtungen der Leistungsverflechtungen der international t\u00e4tigen Unternehmen. Die Ergebnisse der \u00f6konometrischen Analyse zeigen, dass Firmen, deren Aktivit\u00e4ten mit hohen Koordinationskosten bei der Abstimmung und Steuerung arbeitsteiliger Prozesse verbunden sind, eher Leistungen internalisieren. Dies kann dadurch begr\u00fcndet werden, dass Internalisierung die Effizienz der Kommunikation erh\u00f6ht und so die Koordinationskosten senkt. Ein weiteres Resultat ist, dass Mangel an Eigentumsschutz und Rechtssicherheit die Internalisierung von Leistungsbez\u00fcgen beg\u00fcnstigt, da dadurch der bessere Schutz von wertvollem firmenspezifischem Wissen gew\u00e4hrleistet wird.<\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div>Auswirkungen auf die Muttergesellschaft<\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div>Der dritte Teil der Studie analysiert \u00f6konometrisch den Einfluss der Internalisierung von ausl\u00e4ndischen Aktivit\u00e4ten auf verschiedene T\u00e4tigkeitsmasse der schweizerischen Unternehmen, insbesondere den Umsatz, die Produktivit\u00e4t, die Kapitalinvestitionen, die Besch\u00e4ftigung und die qualifikationsbezogene Besch\u00e4ftigungsstruktur. Dabei wird die Hypothese getestet, dass Internalisierung von Auslandsaktivit\u00e4ten die Flexibilit\u00e4t des Ressourceneinsatzes einer Firma erh\u00f6ht und zur Straffung der Aktivit\u00e4ten im Mutterhaus beitr\u00e4gt.<\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div>Diese Hypothese wird f\u00fcr den Internalisierungsgrad von Leistungsbez\u00fcgen best\u00e4tigt. Konkret erh\u00f6ht die Internalisierung von Bez\u00fcgen die Arbeitsproduktivit\u00e4t. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass die Internalisierung bez\u00fcglich der Leistungsbez\u00fcge die Investitionen und die Besch\u00e4ftigung senkt. Diese kurzfristigen Effekte k\u00f6nnen mittelfristig jedoch durch die realisierten Produktivit\u00e4tsgewinne kompensiert werden. Der Einfluss der Internalisierung bez\u00fcglich der Leistungsbez\u00fcge l\u00e4sst sich auch in der qualifikationsbezogenen Besch\u00e4ftigungsstruktur erkennen, welche sich zugunsten von Hochqualifizierten (Besch\u00e4ftigte mit terti\u00e4rer Ausbildung) verschiebt.<\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div>Die Untersuchung zeigt aber auch, dass die Internalisierung von Lieferaktivit\u00e4ten wenig Einfluss auf die T\u00e4tigkeiten der schweizerischen Unternehmung aus\u00fcbt. Dies k\u00f6nnte darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren sein, dass ausl\u00e4ndische Tochterfirmen, welche Lieferungen aus der Schweiz beziehen, in erster Linie Distributionsaktivit\u00e4ten wahrnehmen und weniger an der Produktion beteiligt sind.<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Internationale Unternehmensaktivit\u00e4ten, das sogenannte Offshoring, lassen sich einteilen in internationales Outsourcing und internationales Insourcing. 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Welche Faktoren bestimmen den Internalisierungsgrad der Unternehmen im Ausland? Und wie wirken sich diese Entscheidungen auf den Hauptsitz in der Schweiz aus? Die Studie zeigt, dass haupts\u00e4chlich die Leistungsbez\u00fcge aus den ausl\u00e4ndischen Tochtergesellschaften Auswirkungen auf Produktivit\u00e4t, Investitionen, Besch\u00e4ftigung und Besch\u00e4ftigungsstruktur der Muttergesellschaft haben.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":117382,"main_focus":[156655,157272],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"15756","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/5532cd798dece"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117379"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2727"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=117379"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117379\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126999,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117379\/revisions\/126999"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157272"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156655"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3397"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2727"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=117379"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=117379"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=117379"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=117379"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=117379"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=117379"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}