{"id":117404,"date":"2014-10-15T08:22:26","date_gmt":"2014-10-15T08:22:26","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2014\/10\/bigler-16\/"},"modified":"2023-08-23T23:16:47","modified_gmt":"2023-08-23T21:16:47","slug":"bigler-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2014\/10\/bigler-15\/","title":{"rendered":"Swissness-Gesetzgebung: Mehr R\u00fccksicht auf KMU ist zwingend"},"content":{"rendered":"<p>Die Zielsetzung der neuen Swissness-Gesetzgebung macht Sinn: Der Mehrwert des Labels \u00abSchweiz\u00bb soll nachhaltig gesichert werden. Die Vorlage soll damit die hier produzierenden Unternehmen st\u00e4rken. Denn wenn Produkte mit dem Schweizerkreuz vermarktet werden k\u00f6nnen, lassen sich h\u00f6here Verkaufspreise erzielen. Das gilt ganz besonders im Hochpreissegment. Keinesfalls aber soll die Vorlage die Schweizer Wirtschaft mit perfektionistischen und \u00fcbertriebenen Regeln schw\u00e4chen. Genau hier ist die Gesetzgebung aber zu weit gegangen.&#13;<\/p>\n<h2>Vor lauter Swissness der Schweiz geschadet<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Swissness-Vorlage bringt f\u00fcr die kleinen und mittleren Unternehmen grosse Nachteile. Besonders lange Schatten wirft die unn\u00f6tige und \u00fcbertriebene Erh\u00f6hung der Swissness-Mindestanforderungen. Diese definieren den Anteil eines Produktes, der aus der Schweiz stammen muss. Hier geht die Schweiz einmal mehr ohne Not weiter als das Ausland. International \u00fcblich sind 50% bei den industriellen und gewerblichen Produkten. Das Parlament hat diese auf 60% hochgeschraubt und setzt damit zahlreiche Schweizer KMU und deren Produkte unter Druck. Der Parlamentsentscheid ist zu akzeptieren. Bei der Umsetzung m\u00fcssen diese sch\u00e4dlichen Auswirkungen auf die heimischen KMU jedoch aufgefangen werden. Gelingt dies nicht, schadet die gut gemeinte Swissness-Vorlage am Ende vor allem den eignen Schweizer KMU.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas gilt insbesondere angesichts der drohenden administrativen Zusatzbelastung, die auf die KMU zukommt. Denn es kann sehr aufw\u00e4ndig sein, die Inlandanteile f\u00fcr industrielle Produkte neu zu berechnen. Dies trifft KMU besonders stark, da sie aufgrund ihrer Strukturen nicht \u00fcber grosse eigene Forschungsteams oder Abteilungen verf\u00fcgen, die diese Neuberechnungen durchf\u00fchren k\u00f6nnen. Darauf wurde im bisherigen Gesetzgebungsprozess viel zu wenig R\u00fccksicht genommen. Oder um den Schokolade-Produzenten Daniel Bloch zu zitieren: \u00abMir kommt es vor, als w\u00fcrden solche Gesetze in Frankreich konzipiert, in Deutschland formuliert und in der Schweiz umgesetzt.\u00bb&#13;<\/p>\n<h2>Umsetzung in der Praxis ist massgebend<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSchadet sich die Schweiz mit den Swissness-Bestimmungen selber, oder kann sie die Negativauswirkungen noch auffangen? Das h\u00e4ngt prim\u00e4r von der Umsetzung in der Praxis ab. Zentral sind f\u00fcr den sgv folgende Punkte:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Die Swissness darf bei Unternehmen nur im Rahmen eines konkreten Prozesses, d. h. im Klagefall, \u00fcberpr\u00fcft werden. Andernfalls m\u00fcssten zehntausende von Betrieben komplizierte und b\u00fcrokratische Berechnungen anstellen, um zu beweisen, dass sie die Minimalanforderungen des Markenschutzgesetzes erf\u00fcllen.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Es braucht angemessene \u00dcbergangsfristen, damit die Lagerbest\u00e4nde abgebaut werden k\u00f6nnen. Die im Entwurf zum Markenschutzgesetz vorgesehene Inkraftsetzung auf den 1. Januar 2017 ist das absolute Minimum. Namentlich die Landwirtschaft fordert, die Swissness-Vorlage fr\u00fcher in Kraft zu setzen. Das w\u00e4re ein Eigentor und wird vom sgv strikte abgelehnt.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Unternehmen m\u00fcssen unkompliziert aufzeigen k\u00f6nnen, wenn ein Rohstoff ungen\u00fcgend verf\u00fcgbar ist und ihr Produkt dadurch die Swissness zu verlieren droht. F\u00fcr die Branchen ist es unzumutbar, eine alle Unternehmen einschliessende, riesige Datensammlung zu schaffen und zu verwalten.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Die fr\u00fchzeitige Information ist von grosser Bedeutung. Den Unternehmen m\u00fcssen die Anforderungen an die Swissness einfach und verst\u00e4ndlich aufgezeigt werden. Dabei muss klar und nachvollziehbar sein, was sie konkret vorzukehren haben und wohin sie sich f\u00fcr erste Rechtsausk\u00fcnfte unentgeltlich werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Label \u00abSchweiz\u00bb nachhaltig sichern und hier produzierende Unternehmen st\u00e4rken! Das war und ist das Ziel der Swissness-Vorlage. Bei der Umsetzung muss dieses Ziel wieder st\u00e4rker in den Fokus ger\u00fcckt werden. Sie bietet eine zweite Chance, die Anliegen und Einw\u00e4nde der heimischen KMU ernst zu nehmen. Diese m\u00fcssen wir unbedingt packen. Denn ansonsten verfehlt die Vorlage ihr Ziel und die Schweiz schadet sich und ihrer Wirtschaft selbst. Mehr R\u00fccksicht auf die KMU ist deshalb zwingend.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zielsetzung der neuen Swissness-Gesetzgebung macht Sinn: Der Mehrwert des Labels \u00abSchweiz\u00bb soll nachhaltig gesichert werden. Die Vorlage soll damit die hier produzierenden Unternehmen st\u00e4rken. Denn wenn Produkte mit dem Schweizerkreuz vermarktet werden k\u00f6nnen, lassen sich h\u00f6here Verkaufspreise erzielen. Das gilt ganz besonders im Hochpreissegment. Keinesfalls aber soll die Vorlage die Schweizer Wirtschaft mit perfektionistischen [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3134,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[154],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":3134,"seco_co_author":null,"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Direktor Schweizerischer Gewerbeverband, Bern","seco_author_post_occupation_fr":"Directeur de l\u2019Union suisse des arts et m\u00e9tiers (Usam), Berne","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"","post_lead":"Die Beratung der Swissness-Vorlage im Parlament war ein Geknorze. Das sieht man auch am Resultat, das seit der letzten Sommersession vorliegt. Mit einem klassischen Swiss-Finish setzen wir einheimische KMU st\u00e4rker unter Druck als sinnvoll und gem\u00e4ss internationalen Standards n\u00f6tig w\u00e4re. Gleichzeitig belasten wir die KMU mit aufw\u00e4ndigen Neuberechnungen des Schweizeranteils in ihren Produkten. Umso wichtiger ist nun eine KMU-freundliche Umsetzung.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":117407,"main_focus":[156660,157275],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"3065","post_abstract":"","magazine_issue":"20141001","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/5481864c6c18b"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117404"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3134"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=117404"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117404\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127002,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117404\/revisions\/127002"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157275"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156660"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3134"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=117404"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=117404"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=117404"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=117404"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=117404"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=117404"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}