{"id":117485,"date":"2005-10-01T12:00:00","date_gmt":"2005-10-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2014\/10\/editorial-8\/"},"modified":"2023-08-23T23:16:59","modified_gmt":"2023-08-23T21:16:59","slug":"impr-edito-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2005\/10\/impr-edito-2\/","title":{"rendered":"Editorial"},"content":{"rendered":"<h2>Der Trend ist zu brechen<\/h2>\n<p>Noch hat die Schweiz im internationalen Vergleich einen unterdurchschnittlichen Bestand an Bez\u00fcgern von Renten der Invalidenversicherung (IV) zu verzeichnen. Die Zahl der neu zugesprochenen Renten ist jedoch seit Anfang der Neunzigerjahre rasant angestiegen. Besorgniserregend ist vor allem die starke Zunahme von Rentenzusprachen bei jungen Versicherten. Der Anstieg der Neuverrentungen ist mit erheblichen finanziellen Konsequenzen verbunden: W\u00e4hrend die IV zu Beginn der Neunzigerjahre noch ausgeglichene Rechnungsabschl\u00fcsse pr\u00e4sentieren konnte, war sie Ende 2004 mit \u00fcber 6 Mrd. Franken beim AHV-Fonds verschuldet &#8211; mit massiv steigender Tendenz. Kann der Ausgabentrend der IV nicht gebrochen werden, ist die Liquidit\u00e4t des AHV-Fonds ernsthaft gef\u00e4hrdet. In den IV-Kosten nicht eingerechnet ist zudem, dass der Zuspruch einer Rente oft betr\u00e4chtliche Zahlungen aus der beruflichen Vorsorge (2. S\u00e4ule) nach sich zieht. Die Rechnung der IV widerspiegelt folglich die tats\u00e4chlichen Kosten f\u00fcr die Versicherten und die Steuerzahlenden nur unvollst\u00e4ndig. &nbsp;Der Bundesrat legt nun mit der 5. IVG-Revision ein ausgewogenes Paket an Massnahmen vor, die mittelbis l\u00e4ngerfristig geeignet sind, die Dynamik bei den Neuverrentungen und den Kosten zu brechen. Das Spektrum reicht von einer Straffung und Reorganisation des Vollzuges, bis hin zu Massnahmen, welche dem Grundsatz \u00abEingliederung vor Rente\u00bb mittels einer Optimierung der Anreizstrukturen sowie einer Intensivierung der Integrations- und Pr\u00e4ventionsbem\u00fchungen Nachdruck verschaffen soll. Realistischerweise muss man sich dabei der Einsicht beugen, dass die Einnahmen aufgrund der gestiegenen Anzahl an IV-Rentenbez\u00fcgern zur Finanzierung der laufenden Kosten und zur finanziellen Sanierung der IV nicht ausreichen werden. Zus\u00e4tzliche Einnahmen \u00fcber eine Erh\u00f6hung der Mehrwertsteuer sind daher unvermeidlich. &nbsp;Mit der laufenden Revision muss letztlich klar signalisiert werden, dass IV-Rentenzusprachen zur L\u00f6sung von Arbeitsmarktproblemen nicht das richtige Instrument sind. Einerseits bedeutet die Verf\u00fcgung einer IV-Rente f\u00fcr die Betroffenen oft die endg\u00fcltige Aussperrung vom Arbeitsmarkt. Andererseits verliert die Wirtschaft dadurch wertvolle Ressourcen. Gerade angesichts der zu erwartenden demografischen Entwicklung kann die \u00abAbschiebung\u00bb in die IV zu einer Kumulierung der Rentenf\u00e4lle f\u00fchren, die sich zwangsl\u00e4ufig negativ auf die Wirtschaftskraft der Schweiz auswirken wird.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Trend ist zu brechen Noch hat die Schweiz im internationalen Vergleich einen unterdurchschnittlichen Bestand an Bez\u00fcgern von Renten der Invalidenversicherung (IV) zu verzeichnen. Die Zahl der neu zugesprochenen Renten ist jedoch seit Anfang der Neunzigerjahre rasant angestiegen. Besorgniserregend ist vor allem die starke Zunahme von Rentenzusprachen bei jungen Versicherten. 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