{"id":117563,"date":"2014-09-01T12:00:00","date_gmt":"2014-09-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2014\/09\/bigler-14\/"},"modified":"2023-08-23T23:17:28","modified_gmt":"2023-08-23T21:17:28","slug":"bigler-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2014\/09\/bigler-13\/","title":{"rendered":"Bei der St\u00e4rkung der Berufsbildung endlich Z\u00e4hlbares auf den Boden bringen!"},"content":{"rendered":"<p>Immer wieder musste der SGV in den letzten 20 Jahren die Berufsbildung auf die politische Agenda hieven, damit dort mit dem Berufsbildungsgesetz, dem Verfassungsartikel \u00fcber die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung oder der Entwicklung eines flexiblen und durchl\u00e4ssigen Berufsbildungssystems das heutige Erfolgsmodell Schritt f\u00fcr Schritt entwickelt werden konnte. \u00dcber die Jahre wurde so aus dem damals noch verkannten Rohdiamanten der Berufsbildung der heutige Edelstein. Dass dessen Wert sich durchgesetzt hat, ist sp\u00e4testens seit dem 1. August klar, als SGV-Pr\u00e4sident Nationalrat Jean-Fran\u00e7ois Rime auf dem R\u00fctli alsEs ist unbestritten, dass die duale Berufsbildung ein entscheidender Pfeiler des Erfolgsmodells Schweiz ist. Sie tr\u00e4gt massgeblich dazu bei, dass wir in unserem Land heute von Vollbesch\u00e4ftigung und einer rekordtiefen Jugendarbeitslosigkeit profitieren. Insbesondere wird die Rolle der h\u00f6heren Berufsbildung als entscheidender Karriereschl\u00fcssel gerade auch f\u00fcr weibliche Arbeits- und F\u00fchrungskr\u00e4fte zunehmend erkannt. Dabei hatte die Berufsbildung lange nicht diesen verdienten hohen Status. Es brauchte 1994 zuerst eine Resolution des Schweizerische Gewerbeverbandes und einen \u00fcber zwei Jahrzehnte dauernden Kraftakt, damit heute der Wert der Berufsbildung f\u00fcr unsere Gesellschaft und Wirtschaft mit einem offiziellen Jahr gew\u00fcrdigt wird. erster Vertreter eines Dachverbandes der Schweizer Wirtschaft \u00fcberhaupt sprechen und ein flammendes Pl\u00e4doyer f\u00fcr die Berufsbildung halten durfte.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Weg zur heute erfolgreichen Berufsbildung war beschwerlich. Und es muss weiter mit Widerstand und Verz\u00f6gerungen gerechnet werden, wenn sich Vertreter anderer Bildungswege durch das offensichtliche Potenzial und die Erfolge der Berufsbildung (zu Unrecht) bedr\u00e4ngt f\u00fchlen. In einem falschen Reflex treten sie auf die Bremse, wenn es um die St\u00e4rkung der Berufsbildung geht. Das f\u00fchrt dazu, dass wir seit der Erarbeitung und der Inkraftsetzung des Berufsbildungsgesetzes 2002 bzw. 2004 bereits seit Jahren dieselben Themen vor uns herschieben, ohne den f\u00fcr die Zukunft so dringenden Durchbruch zu schaffen.&#13;<\/p>\n<h2>Gute Ans\u00e4tze m\u00fcssen in konkrete Massnahmen m\u00fcnden<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Fachkr\u00e4ftemangel in der Schweiz wird sich schon alleine wegen der demografischen Entwicklung versch\u00e4rfen. Auch stellt die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative zus\u00e4tzliche Herausforderungen, die mit einer St\u00e4rkung der Berufsbildung angepackt werden m\u00fcssen. H\u00e4ufig wird in diesem Zusammenhang die Fachkr\u00e4fteinitiative des Bundesrates als L\u00f6sung genannt. Dieser wohl gut gemeinte Ansatz hilft aber nicht weiter, wenn die Fachkr\u00e4fteinitiative exakt dann zum toten Buchstaben erstarrt, wenn mit konkreten Vorschl\u00e4gen zur St\u00e4rkung der h\u00f6heren Berufsbildung N\u00e4gel mit K\u00f6pfen gemacht werden sollen. Dies ist erst k\u00fcrzlich wieder geschehen, als Bundesrat und SBFI sich, ohne eine konkrete Alternative vorzuschlagen, vehement dagegen wehrten, die Titel der h\u00f6heren Berufsbildung mit englischen \u00dcbersetzungen und verst\u00e4ndlichen Diploma-Supplements wie \u00abProfessional Bachelor\u00bb und \u00abProfessional Master\u00bb zu erg\u00e4nzen, damit sie am Arbeitsmarkt besser positioniert sind. Nur dank grossem Engagement des SGV wurde schliesslich eine entsprechende Motion im Nationalrat gutgeheissen. Es ist nun am St\u00e4nderat, in dieser Frage ein starkes Signal auszusenden und Bundesrat und Bildungsverwaltung ebenfalls zum Handeln zu verpflichten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nViel Energie ist auch beim Lehrplan 21 n\u00f6tig, der die Berufswahlvorbereitung als obligatorisches Fach f\u00fcr alle im Stundenplan verankern soll. Nur mit einer gut strukturierten Berufswahlvorbereitung wird es uns gelingen, leistungsstarke Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler f\u00fcr die Berufslehre zu begeistern und auch Eltern und Lehrpersonen von den Qualit\u00e4ten einer beruflichen Grundbildung zu \u00fcberzeugen. Damit kann zus\u00e4tzlich auch die Zahl der Lehrabbr\u00fcche reduziert werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie von der Verfassung vorgeschriebene Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung muss endlich umgesetzt werden. Dies beispielsweise auch dann, wenn wir einen angehenden Schreinermeister bei der Finanzierung der h\u00f6heren Berufsbildung finanziell ebenso unterst\u00fctzen, wie dies bei akademischen Ausbildungen schon lange gelebt wird. Wir d\u00fcrfen diese jungen Berufsleute nicht mehrere 10&nbsp;000 Franken Ausbildungskosten einfach selber tragen lassen, w\u00e4hrend angehende Akademiker grossz\u00fcgig Gelder erhalten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEs sind dies Themen, bei denen es jetzt ein entschlossenes Vorgehen und klare Entscheidungen zugunsten des dualen Berufsbildungssystems braucht. Denn die Berufsbildung ist dann fit f\u00fcr die Zukunft, wenn wir die Handbremse l\u00f6sen und in den \u00fcberf\u00e4lligen Projekten endlich Z\u00e4hlbares auf den Boden bringen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer wieder musste der SGV in den letzten 20 Jahren die Berufsbildung auf die politische Agenda hieven, damit dort mit dem Berufsbildungsgesetz, dem Verfassungsartikel \u00fcber die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung oder der Entwicklung eines flexiblen und durchl\u00e4ssigen Berufsbildungssystems das heutige Erfolgsmodell Schritt f\u00fcr Schritt entwickelt werden konnte. \u00dcber die Jahre wurde so aus [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3134,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[],"post_content_subject":[122],"acf":{"seco_author":3134,"seco_co_author":null,"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Direktor Schweizerischer Gewerbeverband, Bern","seco_author_post_occupation_fr":"Directeur de l\u2019Union suisse des arts et m\u00e9tiers (Usam), Berne","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"","post_lead":"Es ist unbestritten, dass die duale Berufsbildung ein entscheidender Pfeiler des Erfolgsmodells Schweiz ist. 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