{"id":117573,"date":"2014-09-01T12:00:00","date_gmt":"2014-09-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2014\/09\/fluegel-14\/"},"modified":"2023-08-23T23:17:38","modified_gmt":"2023-08-23T21:17:38","slug":"fluegel-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2014\/09\/fluegel-13\/","title":{"rendered":"Lehrlingsl\u00fccke zwingt Berufsbildung auf neue Wege"},"content":{"rendered":"<p>Die Berufsbildung ist der wichtigste nachobligatorische Bildungsweg der Schweiz. Rund 60% aller Jugendlichen in der Schweiz w\u00e4hlen diesen Weg als ersten Ausbildungsgang. Die Zahl der Lehrverh\u00e4ltnisse ist stabil. Aber auch bei den Unternehmen ist die Berufsbildung gut verankert. Die Zahl der Lehrstellen ist in den letzten zehn Jahren gestiegen. Dank der wichtigen Rolle der Branchenverb\u00e4nde bei der Festlegung der Bildungsinhalte ist die Innovationskraft der Berufsbildung hoch, und deren Abschl\u00fcsse sind stark auf den Arbeitsmarkt ausgerichtet.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTrotzdem steht die Berufsbildung mit der Lehrlingsl\u00fccke vor einer grossen, neuen Herausforderung. Bereits heute gibt es mehr Lehrstellen als Bewerberinnen und Bewerber. Dazu kommt, dass die demografische Entwicklung zu einem R\u00fcckgang der Anzahl von Jugendlichen f\u00fchrt, die \u00fcberhaupt den Weg der Berufsbildung einschlagen k\u00f6nnen. Ausserdem erscheint heute das Gymnasium etlichen Jugendlichen attraktiver als die Berufsbildung.&#13;<\/p>\n<h2>Berufsbildung muss attraktiver werden<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDaraus folgt, dass die Berufsbildung ihre Attraktivit\u00e4t steigern und weitere Anstrengungen unternehmen muss, um in Zukunft zu bestehen. F\u00fcr Travail.Suisse sind dabei drei Schienen zentral:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li><i>Allgemeinbildung und Sprachkenntnisse:<\/i> Sowohl auf dem Arbeitsmarkt als auch bei Eltern und Jugendlichen steigen die Anforderungen und Bed\u00fcrfnisse im Bereich Allgemeinbildung und Sprachkenntnisse. Wenn die Berufsbildung weiterhin auch schulstarke Jugendliche mit bildungsnahen Eltern gewinnen will, m\u00fcssen Wege gefunden werden, die Allgemeinbildung und den Erwerb von Sprachkenntnissen zu st\u00e4rken. Mehr w\u00f6chentliche Schulstunden f\u00fcr alle sind aber nicht die richtige L\u00f6sung, weil darunter die Offenheit der Berufsbildung und die N\u00e4he zum Ausbildungsbetrieb leiden w\u00fcrden. Vielmehr m\u00fcssen innovative Modelle wie Blockkurse oder Sprachaufenthalte erarbeitet werden, die gezielt den interessierten Jugendlichen offen stehen.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li><i>St\u00e4rkung der h\u00f6heren Berufsbildung:<\/i> Die h\u00f6here Berufsbildung ist der zentrale Karriereweg f\u00fcr Berufsleute mit Eidgen\u00f6ssischem F\u00e4higkeitszeugnis. Die St\u00e4rke der h\u00f6heren Berufsbildung bestimmt also wesentlich die Attraktivit\u00e4t der ganzen Berufsbildung. Zur besseren Vergleichbarkeit mit andern terti\u00e4ren Abschl\u00fcssen ist deshalb eine rasche Einordnung in den nationalen Qualifikationsrahmen n\u00f6tig. Es braucht einen Diplomzusatz, der die terti\u00e4re Einstufung und die beruflichen Qualifikationen klar zum Ausdruck bringt. Zudem m\u00fcssen die Absolventinnen und Absolventen der h\u00f6heren Berufsbildung mit subjektorientierten und vom Bund finanzierten Beitr\u00e4gen an die Pr\u00fcfungsvorbereitung auch finanziell in eine mit Studierenden an Universit\u00e4ten oder Fachhochschulen vergleichbare Situation gebracht werden. In der BFI-Botschaft 2017\u20132020 ist dies so zu regeln, dass die berufliche Grundbildung finanziell nicht geschw\u00e4cht wird.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li><i>Mehr Berufsbildung f\u00fcr Erwachsene:<\/i> Ein grosses Potenzial zur Deckung der Lehrlingsl\u00fccke besteht in der Rekrutierung von erwachsenen Arbeitnehmenden ohne Berufsabschluss. Sch\u00e4tzungsweise 50&nbsp;000 bis 100&nbsp;000 Arbeitnehmende bringen gute Voraussetzungen mit, um einen Berufsabschluss nachzuholen. Damit dieses Potenzial ausgesch\u00f6pft werden kann, muss die Berufsbildung aber neue Wege gehen. Erstens braucht es ein Commitment von Bund, Kantonen und Sozialpartnern, die Nachholbildung gezielt zu f\u00f6rdern. Zweitens m\u00fcssen sich die Verbundpartner ein z\u00e4hlbares Ziel setzen und sich auch daran messen lassen. Drittens haben viele potenzielle, erwachsene Lehrlinge eine Familie und sind auf ein anst\u00e4ndiges Einkommen angewiesen. Notwendig sind also existenzsichernde Lehrlingsl\u00f6hne und\/oder Stipendien f\u00fcr Erwachsene in der Berufsbildung.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Hinblick auf die Herausforderung, das inl\u00e4ndische Arbeitskr\u00e4ftereservoir besser auszusch\u00f6pfen und mehr Arbeitnehmenden neue Perspektiven zu er\u00f6ffnen, hat die Berufsbildung grosses Potenzial. Neue Wege machen nicht nur die Berufsbildung fit f\u00fcr die Zukunft. Sie tragen wesentlich zu einem hohen Wohlstand f\u00fcr breite Bev\u00f6lkerungsschichten bei und k\u00f6nnen somit die Schweiz wirtschaftlich und gesellschaftlich st\u00e4rken.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Berufsbildung ist der wichtigste nachobligatorische Bildungsweg der Schweiz. Rund 60% aller Jugendlichen in der Schweiz w\u00e4hlen diesen Weg als ersten Ausbildungsgang. Die Zahl der Lehrverh\u00e4ltnisse ist stabil. Aber auch bei den Unternehmen ist die Berufsbildung gut verankert. Die Zahl der Lehrstellen ist in den letzten zehn Jahren gestiegen. 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Wenn dies gelingt, ist die Berufsbildung fit f\u00fcr die Zukunft und kann einen grossen Beitrag leisten zu einer prosperierenden Schweiz.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":117576,"main_focus":[156663,157276],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"3041","post_abstract":"","magazine_issue":"20140901","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/548966f71f7ca"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117573"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3453"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=117573"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117573\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127024,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117573\/revisions\/127024"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157276"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156663"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3453"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=117573"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=117573"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=117573"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=117573"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=117573"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=117573"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}