{"id":117725,"date":"2014-07-01T12:00:00","date_gmt":"2014-07-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2014\/07\/kunz-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:17:37","modified_gmt":"2023-08-23T21:17:37","slug":"kunz-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2014\/07\/kunz-3\/","title":{"rendered":"Braucht es eine neue Architektur des Finanzmarktrechts f\u00fcr die Schweiz?"},"content":{"rendered":"<p>Das schweizerische Finanzmarktrecht macht einen Kernbereich des Wirtschaftsrechts aus. Zum Finanzmarktrecht geh\u00f6ren beispielsweise das B\u00f6rsenrecht, das Bankrecht, das Versicherungsrecht oder das Kollektivanlagenrecht. Es handelt sich nicht allein f\u00fcr Juristen um eine \u00abK\u00f6nigsdisziplin\u00bb. Angesichts der Bedeutung der Finanzbranche f\u00fcr die Volkswirtschaft stellt dieses wirtschaftsrechtliche Teilgebiet einen zentralen Wettbewerbsfaktor f\u00fcr die Schweiz dar. Momentan strebt die Bundesverwaltung eine neue Architektur des Finanzmarktrechts an, die eine grundlegende Umgestaltung des Finanzmarktrechts bedeuten w\u00fcrde.&#13;<\/p>\n<h2>Ein gewisser Revisionsbedarf ist unbestritten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas aktuelle Finanzmarktrecht basiert auf einem S\u00e4ulenmodell. Die verschiedenen Teilbereiche der Finanzindustrie \u2013 also insbesondere Effektenh\u00e4ndler, Banken, Versicherungen sowie kollektive Kapitalanlagen\u00a0\u2013 werden in separaten Spezialgesetzen auf Bundesebene geregelt.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Deren Ausgestaltung als Rahmengesetze verschiebt die wesentlichen finanzmarktrechtlichen Regelungsinhalte auf Verordnungsebene und damit in die Kompetenzbereiche etwa des Bundesrats oder der Finanzmarktaufsichtsbeh\u00f6rde (Finma).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEinige Finanzmarktgesetze erweisen sich heutzutage \u2013 mehr formell als materiell \u2013 als \u00fcberholt sowie selbst f\u00fcr Spezialisten als un\u00fcbersichtlich. Dies trifft in besonderem Ausmass auf das Bankengesetz aus dem Jahr 1934 zu.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> J\u00fcngere finanzmarktrechtliche Erlasse erscheinen hingegen zumindest \u00fcberzeugend strukturiert und formuliert. Nichtsdestotrotz d\u00fcrfte ein legislativer \u00abAufr\u00e4umbedarf\u00bb kaum bestreitbar sein. Im Jahr 2009 trat das Finanzmarktaufsichtsgesetz (Finmag) sozusagen als \u00abDachgesetz\u00bb der wesentlichsten Finanzmarktgesetze in Kraft und schuf die Finma als integrierte Aufsichtsbeh\u00f6rde.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Internationale Entwicklungen\u2026<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWas die Organisationsstruktur der Finanzmarktaufsichtsbeh\u00f6rden betrifft, ist auf internationaler Ebene kein eindeutiger Trend zu erkennen. Teils wird die Aufsicht in einer Beh\u00f6rde integriert (etwa in der Schweiz); teils besteht eine Vielzahl von Finanzmarktaufsichtsbeh\u00f6rden (z. B. in den USA). Hinsichtlich der Formalien bzw. der Architektur des Finanzmarktrechts gibt es bis anhin ebenfalls keine Vorgaben. Anders bei materiellen Aspekten: Dies trifft zum Beispiel auf die <i>European Market Infrastructure Regulation (Emir)<\/i> aus dem Jahr 2012 zu, die unter anderem systematische Risiken im europ\u00e4ischen Derivatmarkt eind\u00e4mmen soll.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn inhaltlicher Hinsicht ist zudem die Richtlinie <i>Markets in Financial Instruments Directive II (Mifid II)<\/i> beachtlich, selbst f\u00fcr die Schweiz als Nichtmitgliedstaat der EU. Diese bezieht sich beispielsweise auf das privatrechtliche Gesch\u00e4ftsverh\u00e4ltnis von Finanzintermedi\u00e4ren auf der einen Seite und ihren Kunden auf der anderen Seite. Obwohl prim\u00e4r Finanzinstitute betroffen sind, die in der EU grenz\u00fcberschreitend aktiv sind, kommen schweizerische Rechtssetzungen um eine rechtspolitische (und rechtsvergleichende) Kenntnisnahme kaum herum: Finanzmarktrecht stellt seit Jahrzehnten l\u00e4ngst internationales Recht dar.&#13;<\/p>\n<h2>\u2026\u2009und Reaktionsversuche in der Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Eidgen\u00f6ssische Finanzdepartement (EFD) ist bestrebt, diese und \u00e4hnliche Entwicklungen auf internationaler Ebene legislativ aufzunehmen. Eine fr\u00fchzeitige Mitber\u00fccksichtigung internationaler Regulierungsbestrebungen soll in erster Linie einen k\u00fcnftigen zwangsweisen Nachvollzug solcher Normen verhindern, was eine vorausschauende Rechtssetzung erkennen l\u00e4sst. Das EFD scheint indes nicht allein materielle, sondern auch formelle Neuerungen regulieren zu wollen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine neue Architektur des schweizerischen Finanzmarktrechts, die nunmehr vom EFD vorgeschlagen wird, wird allerdings durch keine internationalen Regulierungen vorgegeben. Im Bereich der Ordnungen der nationalen Finanzmarktrechte besteht eine Modellvielfalt. Das bisherige und in der Praxis durchaus funktionierende S\u00e4ulenmodell in der Schweiz soll in Zukunft durch ein Horizontalkonzept ersetzt werden.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> In Spezialgesetzen sollen also nicht mehr Finanzsektoren (z. B. Banken oder Versicherungen), sondern Querschnittsthemen (etwa Bewilligungsvoraussetzungen) reguliert werden.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Horizontalkonzept und Kleeblatt-Reform<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMedien und einige Rechtspolitiker sprechen metaphorisch von einer \u00abKleeblatt-Reform\u00bb im Finanzmarktrecht. Dabei erscheint unklar, ob mit dieser Terminologie prim\u00e4r die geplante Anzahl der Bundesgesetze gemeint ist oder allenfalls die Notwendigkeit politischen Gl\u00fccks f\u00fcr das Gelingen dieses legislativen Grossprojekts. Jedenfalls sollen in Zukunft vier Bundesgesetze die finanzmarktrechtliche Landschaft der Schweiz bestimmen:<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a>&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Das <i>Finmag<\/i> ist bereits seit einigen Jahren anwendbar und hat sich ohne Zweifel bew\u00e4hrt. Im Vordergrund stehen die Organisation sowie die Kompetenzen der Finanzmarktaufsicht in der Schweiz.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a> Weiter umschrieben werden beispielsweise Regulierungsgrunds\u00e4tze (Art. 7) sowie generelle Aufsichtsinstrumente bzw. das Finanzmarktenforcement (Art.\u00a024 ff.). Im Grossen und Ganzen d\u00fcrfte die Reform das Finmag nicht ver\u00e4ndern.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Bereits seit einiger Zeit wird \u2013 teils heftig\u00a0\u2013 \u00fcber ein <i>Finanzdienstleistungsgesetz (Fidleg)<\/i> debattiert, das unter anderem die privatrechtlichen Beziehungen zwischen Finanzintermedi\u00e4r und Kunden betrifft.<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a> Im Fidleg sollen Themen rund um Produkte wie etwa deren Segmentierung, Folgepublizit\u00e4t und Vertrieb (z. B. Verhaltensregeln) umschrieben werden. Zur Diskussion steht ausserdem eine umfassendere Regulierung und Beaufsichtigung der bis anhin bloss am Rande beaufsichtigten externen oder unabh\u00e4ngigen Verm\u00f6gensverwalter.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Mit einem <i>Finanzmarktinfrastrukturgesetz (Finfrag)<\/i> sollen Regeln f\u00fcr Marktteilnehmer aufgestellt werden, um die Funktionsf\u00e4higkeit des Finanzmarktes sicherzustellen.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a> M\u00e4ngel bestehen etwa bei der Transparenz von ausserb\u00f6rslich gehandelten Derivaten. Der Vorentwurf f\u00fcr ein Finfrag umfasst knapp 150 Artikel (Stichworte zum vorgeschlagenen Regulierungsinhalt: systemisch bedeutsame Finanzmarktinfrastrukturen, Handelspl\u00e4tze, zentrale Gegenparteien sowie Zahlungssysteme).<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Ein Finanzinstitutsgesetz (Finig) d\u00fcrfte in erster Linie m\u00f6gliche Bewilligungsformen f\u00fcr Finanzintermedi\u00e4re sowie Bewilligungsanforderungen regeln.<a href=\"#footnote_10\" id=\"footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor\">[10]<\/a> In dessen Anwendungsbereich soll zudem die Entlassung aus der Aufsicht fallen. Liquidation sowie Sanierung von Finanzintermedi\u00e4ren geh\u00f6ren ebenfalls zum Regelungsinhalt. Ein Finig w\u00fcrde erhebliche Eingriffe in andere Finanzmarktgesetze mit sich bringen. Bisher wurde indes (noch) kein Vorentwurf publiziert.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nLegislative Grossprojekte haben in der Schweiz eine lange Tradition des politischen Scheiterns. Dies trifft meist dann zu, wenn gegen\u00fcber einem Status quo keine massgeblichen Verbesserungen belegt sind, aber nicht zu untersch\u00e4tzende Verschlechterungen drohen. W\u00e4hrend auf Verbandsebene bereits zahlreiche rechtspolitische Stellungnahmen vorliegen, haben sich die meisten Bundespolitiker mit der Kleeblatt-Reform wohl noch kaum besch\u00e4ftigt.<a href=\"#footnote_11\" id=\"footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor\">[11]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Von der gr\u00fcnen Wiese \u2026<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDass unter inhaltlichen Aspekten internationale Entwicklungen im schweizerischen Rechtssetzungsprozess ber\u00fccksichtigt werden, d\u00fcrfte kaum zu politischen Streitigkeiten f\u00fchren. Mit der neuen Architektur des Finanzmarktrechts wird allerdings ein zus\u00e4tzlicher Schritt gemacht, der international so nicht gefordert wird. Als Begr\u00fcndung f\u00fchrt das EFD bis anhin die angebliche Verbesserung eines <i>Level Playing Field<\/i> an, ohne dies n\u00e4her auszuf\u00fchren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Kleeblatt-Reform zum schweizerischen Finanzmarktrecht muss das Herz eines dogmatischen und theorieorientierten Professors erfreuen, wenn er dieses Teilrechtsgebiet sozusagen auf einer \u00abgr\u00fcnen Wiese\u00bb starten kann (oder k\u00f6nnte). Das Horizontalkonzept \u00fcberzeugt ohne Weiteres, werden doch f\u00fcr s\u00e4mtliche Finanzintermedi\u00e4re \u00fcbergreifende Ansatzpunkte\u00a0\u2013 wie etwa Schutzbed\u00fcrftigkeit der Kunden oder Komplexit\u00e4t der Produkte \u2013 als Regulierungsorientierungspunkte gew\u00e4hlt. Eine solche neue Architektur des Finanzmarktrechts stellt eine Art allgemeinen Teil des schweizerischen Finanzmarktrechts dar.&#13;<\/p>\n<h2>\u2026 zur Wirtschaftsrealit\u00e4t<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZunehmende Regulierungen bedeuten automatisch zunehmende Kosten, was sich im Bereich der Finanzbranche seit einigen Jahren besonders deutlich offenbart. Dies spricht indes nicht zwangsl\u00e4ufig gegen die Kleeblatt-Reform, selbst wenn durchaus Verst\u00e4ndnis f\u00fcr entsprechende (\u00f6konomische) Vorbehalte bestehen. Es liegt an der Politik, einen sachlich begr\u00fcndeten Entscheid zu f\u00e4llen, der von der Finanzindustrie zu tragen sein wird. Die materiellen Vorschl\u00e4ge des EFD verlassen die in der Schweiz bekannten Gefilde nicht.<a href=\"#footnote_12\" id=\"footnote-anchor_12\" class=\"inline-footnote__anchor\">[12]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMit Erstaunen muss allerdings die \u00abArchitekturthematik\u00bb zur Kenntnis genommen werden, die international so nicht vorgegeben wird und deren Vorz\u00fcge nicht wirklich erkennbar sind. Es ist zuzugeben, dass einige Finanzmarktgesetze strukturell und formell Unsch\u00f6nheiten aufweisen. Doch Finma, Gerichte sowie Finanzbranche haben sich seit langer Zeit daran gew\u00f6hnt, und es besteht Rechtssicherheit. Der Hauptnachteil einer neuen Architektur des Finanzmarktrechts besteht meines Erachtens darin, dass sie \u2013 ohne Not \u2013 eine eingelebte Praxis infrage stellt und damit eine Unzahl von Rechtsunsicherheiten schafft.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWas auf der gr\u00fcnen Wiese sinnvoll erscheint, wird den Praxistest kaum bestehen, zumindest nicht in den ersten Jahren. Wenn beispielsweise Bestimmungen aus einem Gesetz \u2013 etwa zu den Bewilligungsvoraussetzungen \u2013 in ein neues transferiert werden, wird sich eher fr\u00fcher als sp\u00e4ter die Frage stellen, ob diese Regelung weiterhin gelten soll oder nicht mehr oder in ge\u00e4nderter Form. Die Fantasien der Juristen sollten nicht untersch\u00e4tzt werden. Die neue Architektur des Finanzmarktrechts d\u00fcrfte prim\u00e4r eine neue Einnahmequelle von Rechtsanw\u00e4lten, Beratern und Gutachtern werden, ohne dass insbesondere der Kundenschutz verbessert wird.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEs w\u00e4re schade, wenn das legislative Grossprojekt allein daran scheitert, dass die Bundesverwaltung das \u00abFuder \u00fcberladen\u00bb hat. Dass die Bundespolitiker diese komplexe Materie ohne Weiteres durchwinken werden, ist weder zu erwarten noch zu erhoffen. Jede Rechtssetzung muss den Status quo verbessern. Eine neue Architektur des Finanzmarktrechts w\u00fcrde kurz- und mittelfristig erhebliche Rechtsunsicherheiten f\u00fcr alle Betroffenen mit sich bringen. Es bleibt zu hoffen, dass zumindest ein gestaffeltes Vorgehen gew\u00e4hlt wird.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Externe Verm\u00f6gensverwalter (EVV) bzw. Unabh\u00e4ngige Verm\u00f6gensverwalter (UVV) werden hingegen nicht umfassend in einem Spezialgesetz reguliert.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Ersichtlich wird dies etwa bei der Vielzahl von Einschaltartikeln (z. B. Art. 3a ff. BankG).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">W\u00e4hrend das Finmag also die anderen Finanzmarktgesetze \u00ab\u00fcberdacht\u00bb, kann das Geldw\u00e4schereigesetz (GwG) als \u00abKellergesetz\u00bb \u2013 und damit als Basis f\u00fcr s\u00e4mtliche Finanzintermedi\u00e4re \u2013 bezeichnet werden.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Es handelt sich nicht um ein Detail, sondern um einen eigentlichen Paradigmenwechsel.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Vorl\u00e4ufer dieses Konzepts ist das Finmag, das ausgew\u00e4hlte und \u00fcbergreifende Themen (etwa zum Enforcement) vereinheitlicht hat. Nichtsdestotrotz sind spezifische Regelungen in den einzelnen Finanzmarktgesetzen nach wie vor zul\u00e4ssig: Art. 2 Abs. 1 Finmag.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Die Gesetzgebungsarbeiten werden enorm sein; nebst drei neuen Bundesgesetzen werden vermutlich das BankG sowie das BEHG aufgehoben und die meisten anderen Finanzmarktgesetze in weiten Teilen angepasst; noch viel umfangreicher werden die Regulierungen auf Verordnungsstufe ausfallen.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Auf Ebene der Finanzmarktstabilit\u00e4t (Stichwort \"Too big to fail\") wir das Finmag durch das Nationalbankgesetz erg\u00e4nzt.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Der Vorentwurf zum Fidleg wurde am 27. Juni 2014 in die Vernehmlassung geschickt; im Anschluss werden Entwurf und Botschaft des Bundesrats folgen.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Bereits durch die Vernehmlassung (bis Ende M\u00e4rz 2014) gegangen ist der Vorentwurf zum Finfrag; Entwurf sowie Botschaft des Bundesrats k\u00f6nnen im Sommer 2014 erwartet werden.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_10\" class=\"footnote--item\">Der Vorentwurf zum Finig wurde am 27. Juni 2014 in die Vernehmlassung geschickt, also parallel zum Fidleg; im Anschluss werden Entwurf und Botschaft des Bundesrats folgen.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_11\" class=\"footnote--item\">Gr\u00fcnde daf\u00fcr d\u00fcrften sein, dass die Thematik \u00e4usserst komplex ist und dass \u2013 gerade angesichts der unbestreitbaren Trockenheit der Materie \u2013 kaum mediale Meriten damit zu erlangen sind.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_11\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_12\" class=\"footnote--item\">Beispielsweise bleibt die Selbstregulierung nach wie vor ein zentraler Bestandteil der Regulierungsordnung; hierzu etwa Art. 26 VE-Finfrag (sc. Selbstregulierung f\u00fcr Handelspl\u00e4tze).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_12\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das schweizerische Finanzmarktrecht macht einen Kernbereich des Wirtschaftsrechts aus. Zum Finanzmarktrecht geh\u00f6ren beispielsweise das B\u00f6rsenrecht, das Bankrecht, das Versicherungsrecht oder das Kollektivanlagenrecht. Es handelt sich nicht allein f\u00fcr Juristen um eine \u00abK\u00f6nigsdisziplin\u00bb. Angesichts der Bedeutung der Finanzbranche f\u00fcr die Volkswirtschaft stellt dieses wirtschaftsrechtliche Teilgebiet einen zentralen Wettbewerbsfaktor f\u00fcr die Schweiz dar. 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Obwohl das juristische Konzept der neuen Architektur des Finanzmarktrechts durchaus \u00fcberzeugt, erscheinen die politischen Realisierungschancen im besten Fall als zweifelhaft","post_hero_image_description":"Medien und einige Rechtspolitiker bezeichnen die neue Architektur des Finanzmarktrechts auch als \u00abKleeblatt-Reform\u00bb.","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":[{"kasten_title":"Das bisherige Finanzmarktrecht der Schweiz","kasten_box":"Das Finanzmarktrecht in der Schweiz basiert im Wesentlichen auf folgenden Bundesgesetzen: Finanzmarktaufsichtsgesetz (Finmag): SR 956.1, Geldw\u00e4schereigesetz (GwG): SR 955.0, B\u00f6rsengesetz (BEHG): SR 954.1, Bankengesetz (BankG): SR 952.0, Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG): SR 961.01, Versicherungsvertragsgesetz (VVG): SR 221.229.1 sowie Kollektivanlagengesetz (KAG): SR 951.31. 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Vorgeschlagen wird ein eigentlicher Paradigmenwechsel vom bisherigen S\u00e4ulenmodell zu einem Horizontalkonzept.&#13;\n<ul>&#13;\n\t<li>das Finanzmarktaufsichtsgesetz (Finmag: bisher);<\/li>&#13;\n\t<li>das Finanzdienstleistungsgesetz (Fidleg: neu);<\/li>&#13;\n\t<li>das Finanzinfrastrukturgesetz (Finfrag: neu);<\/li>&#13;\n\t<li>das Finanzinstitutsgesetz (Finig: neu).<\/li>&#13;\n<\/ul>"}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":117728,"main_focus":[156666,157277],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"3015","post_abstract":"","magazine_issue":"20140708","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/548ed7e81da37"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117725"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3294"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=117725"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117725\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127044,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117725\/revisions\/127044"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157277"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156666"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3294"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/34543"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=117725"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=117725"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=117725"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=117725"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=117725"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=117725"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}