{"id":117796,"date":"2014-06-01T16:45:51","date_gmt":"2014-06-01T16:45:51","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2014\/06\/laesst-man-sie-nicht-oder-wollen-sie-nicht\/"},"modified":"2023-08-23T23:18:12","modified_gmt":"2023-08-23T21:18:12","slug":"laesst-man-sie-nicht-oder-wollen-sie-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2014\/06\/laesst-man-sie-nicht-oder-wollen-sie-nicht\/","title":{"rendered":"L\u00e4sst man sie nicht, oder wollen sie nicht?"},"content":{"rendered":"<div><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div class=\"titleSection\"><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div class=\"body\">&#13;<\/p>\n<div class=\"LD\"><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Die Chefetagen grosser und globaler Firmen sind eine M\u00e4nnerdom\u00e4ne geblieben. Auf den ersten Blick scheint die Statistik dies zu widerlegen. Gem\u00e4ss der Schweizerischen Arbeitskr\u00e4fteerhebung lag der Frauenanteil in Unternehmensleitungen 2013 bei 30%. Oder anders ausgedr\u00fcckt: 4,2% der Arbeitnehmerinnen waren in f\u00fchrender Position; bei den M\u00e4nnern betrug dieser Anteil 8,4%. Allerdings d\u00fcrften diese Zahlen die Situation verzerrt darstellen. Sie enthalten n\u00e4mlich auch Angestellte im Direktionsrang, die nicht der Unternehmensleitung angeh\u00f6ren, und werden von KMU dominiert. Andere Quellen berichten denn auch von Frauenanteilen im Management gr\u00f6sserer Firmen von unter 10%. Grunds\u00e4tzlich gilt: je h\u00f6her die Hierarchiestufe, desto tiefer der Frauenanteil. Dies ist erstaunlich, da die Frauen die M\u00e4nner in der Bildung l\u00e4ngst \u00fcberholt haben, zumindest was die formalen Abschl\u00fcsse betrifft. So sind mittlerweile fast 60% der Maturanden weiblich; es treten deutlich mehr Frauen in die Universit\u00e4ten und Fachhochschulen ein, und auch in der h\u00f6heren Berufsbildung holen die Frauen auf. Trotzdem sind sie auf Chefetagen noch immer rar.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h3 class=\"ZT\">Offene Benachteiligung von Frauen ist Vergangenheit<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Die direkte Diskriminierung von Frauen bei der Anstellung und auf firmeninternen Arbeitsm\u00e4rkten d\u00fcrfte kaum mehr an der Tagesordnung sein, im Gegenteil: Gerade grosse Firmen suchen seit Langem und intensiv nach mehr weiblichem F\u00fchrungspersonal. Frauenprogramme erbrachten bisher eher magere Resultate. Das lenkt den Blick auf die sprichw\u00f6rtliche \u00abgl\u00e4serne Decke\u00bb. Damit meint <span class=\"recomDescriptiveWord\">man<\/span> die Tatsache, dass Frauen den Aufstieg aus dem unteren oder mittleren Kader selten schaffen. Dahinter stehen gem\u00e4ss diesem Ansatz subtile Stereotype und Vorurteile gegen\u00fcber der Eignung von Frauen als F\u00fchrungskr\u00e4fte, aber auch andere Nachteile wie fehlende Vernetzung oder eine auf M\u00e4nner zugeschnittene Firmenkultur. Zur Firmenkultur geh\u00f6ren die Selektionsmechanismen in die oberste F\u00fchrungsriege. Tats\u00e4chlich gibt es Evidenz, dass Frauen eine Abneigung gegen die Auswahl \u00fcber \u00abTurniere\u00bb haben, also den direkten Wettbewerb unter aufstiegswilligen Kontrahenten. Die These bleibt aber die Erkl\u00e4rung schuldig, warum der Wettbewerb um knappe Talente und der Konkurrenzdruck auf den G\u00fcterm\u00e4rkten solche Strukturen nicht beseitigen oder zumindest aufweichen. Unternehmen k\u00f6nnten sich in diesem Umfeld n\u00e4mlich einen Kostenvorteil verschaffen, wenn sie auf geeignete Managerinnen setzten. Auch daf\u00fcr gibt es Evidenz: Der nicht erkl\u00e4rte Teil des Lohnunterschieds zwischen den Geschlechtern ist in wettbewerbsintensiven L\u00e4ndern kleiner.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h3 class=\"ZT\">Liegt es an der Studienwahl?<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Trotz weiblichem Bildungsvormarsch unterliegt die Studienwahl noch immer typischen Geschlechtsmustern. An den Universit\u00e4ten und Fachhochschulen sind Frauen in den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie in den Gesundheitsberufen stark \u00fcbervertreten. An den p\u00e4dagogischen Hochschulen dominieren sie klar. Dies alles sind F\u00e4cher, die eher in Fachkarrieren, aber nicht ins Management f\u00fchren. Frauen erwerben also m\u00f6glicherweise ungeeignete Qualifikationen, um in F\u00fchrungspositionen zu gelangen. Im Widerspruch zu dieser These steht allerdings die Frauenmehrheit in der Rechtswissenschaft, die als Karrieresprungbrett gilt.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h3 class=\"ZT\">Wollen sie am Ende nicht?<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Mancherorts ist diese Frage zur politischen Unkorrektheit erkl\u00e4rt worden, was einer offenen Diskussion nicht zutr\u00e4glich ist. Unterschiedliche Pr\u00e4ferenzen und Lebensentw\u00fcrfe sind durchaus denkbar. Vielleicht sind viele f\u00e4hige Frauen nicht bereit, einen Grossteil ihrer Zeit und Energie einer Karriere zu widmen. Zu bedenken ist allerdings, dass solche Unterschiede nicht nur zwischen, sondern auch innerhalb der Geschlechter vorkommen. Und letztlich sind geschlechtsspezifische Pr\u00e4ferenzen nicht von den gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen zu trennen, die sie hervorbringen.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\"><span class=\"AU\"> Patrik Schellenbauer Projektleiter, Avenir Suisse, Z\u00fcrich <\/span><\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;\n<\/p><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#13; &#13; &#13; &#13; Die Chefetagen grosser und globaler Firmen sind eine M\u00e4nnerdom\u00e4ne geblieben. Auf den ersten Blick scheint die Statistik dies zu widerlegen. Gem\u00e4ss der Schweizerischen Arbeitskr\u00e4fteerhebung lag der Frauenanteil in Unternehmensleitungen 2013 bei 30%. Oder anders ausgedr\u00fcckt: 4,2% der Arbeitnehmerinnen waren in f\u00fchrender Position; bei den M\u00e4nnern betrug dieser Anteil 8,4%. 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Punkto Erwerbsbeteiligung werden die Frauen \u00fcber kurz oder lang mit den M\u00e4nnern gleichziehen. In einigen Berufsfeldern \u2013 allen voran dem Bildungswesen \u2013 dominieren sie heute klar. Auch in Kunst und Kultur sowie in den Medien nehmen sie heute ganz selbstverst\u00e4ndlich prominente Positionen ein. In Unternehmensleitungen bleiben sie aber rar. Schl\u00fcssige und eindeutige Erkl\u00e4rungen f\u00fcr den Frauenmangel in F\u00fchrungspositionen fehlen. Zugespitzt formuliert, bewegen sich die Argumente zwischen zwei Extremen: L\u00e4sst man die Frauen nicht, oder wollen sie nicht?","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":117799,"main_focus":[156669,157278],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"25351","post_abstract":"","magazine_issue":"20140601","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55881f9f626a7"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117796"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3961"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=117796"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117796\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127055,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117796\/revisions\/127055"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157278"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156669"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3961"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=117796"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=117796"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=117796"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=117796"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=117796"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=117796"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}