{"id":117830,"date":"2014-06-01T12:00:00","date_gmt":"2014-06-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2014\/06\/leibundgut-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:18:17","modified_gmt":"2023-08-23T21:18:17","slug":"leibundgut-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2014\/06\/leibundgut-3\/","title":{"rendered":"Kapazit\u00e4tsentwicklung in der Entwicklungszusammenarbeit: Institutionen vor Ort umfassend bef\u00e4higen"},"content":{"rendered":"<p>Entstanden ist das Konzept der Kapazit\u00e4tsentwicklung in den 1990er-Jahren, als eine Priorit\u00e4tenverschiebung von technischer Hilfe hin zu ganzheitlichen Programmans\u00e4tzen einsetzte. Der Grund f\u00fcr diese Ver\u00e4nderung lag in der wachsenden Erkenntnis, dass die traditionellen Entwicklungsans\u00e4tze oft ineffizient blieben. Lokale Institutionen waren nach Projektende oft nicht in der Lage, ihre Aufgaben selbstst\u00e4ndig wahrzunehmen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEntwicklungszusammenarbeit ist seither nicht mehr nur technische Hilfe und Wissenstransfer, sondern setzt sich umfassendere, gemeinsam erarbeitete Ziele. Sie unterst\u00fctzt Reformen, die gesellschaftspolitische Ver\u00e4nderungen hervorbringen sollen. Begriffe wie Eigenverantwortung, Partizipation und Politikdialog werden Teil des partnerschaftlichen Entwicklungsdiskurses. Die einzelnen Interventionen sind darauf ausgerichtet, betroffene Institutionen zu bef\u00e4higen, ihre Funktion so auszu\u00fcben, dass sie ihre Entwicklungsziele aus eigenem Antrieb erreichen k\u00f6nnen.&#13;<\/p>\n<h2>Gr\u00f6sserer Erfolgsdruck \u2013 bessere Resultate<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Ansatz der Kapazit\u00e4tsentwicklung hat die Entwicklungszusammenarbeit unter einen gr\u00f6sseren Erfolgsdruck gestellt, was sich positiv auf die Resultate auswirkt. Es reicht nicht mehr aus, Ger\u00e4tschaften zu liefern und sicherzustellen, dass sie vor Ort auch in Betrieb genommen werden. Der Kapazit\u00e4tsentwicklungsansatz der heutigen Entwicklungsprojekte soll die verantwortliche lokale Institution umfassend bef\u00e4higen: Ein optimales Ressourcenmanagement sichert den langfristigen Betrieb und erm\u00f6glicht die Entwicklung und die Optimierung \u00fcbergeordneter Rahmenbedingungen. Strategieentwicklung und -umsetzung, Aufbau und Pflege von Partnerschaften sowie das \u00dcberpr\u00fcfen der eigenen Fortschritte geh\u00f6ren zur angestrebten Entwicklung von Schl\u00fcsselkapazit\u00e4ten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKapazit\u00e4tsentwicklung hat den klassischen Top-down-Ansatz der Entwicklungszusammenarbeit zwar erfolgreich abgel\u00f6st und den Fokus verst\u00e4rkt auf die Erreichung nachhaltiger Resultate gelegt. Nach wie vor bleiben aber die praktische Umsetzung und der konkrete Erfolgsnachweis eine Herausforderung.&#13;<\/p>\n<h2>Drei Beispiele aus der Praxis<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie nachfolgenden Artikel geben einen \u00dcberblick \u00fcber Projekte mit Schwerpunkt Kapazit\u00e4tsentwicklung, wie sie von der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit unterst\u00fctzt werden. Sie sind auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen Bereichen angesiedelt. Im Fall von Peru zielt die Unterst\u00fctzung auf die Ebene des Zentralstaates, gefolgt von Regionen und Gemeinden. Sie f\u00f6rdert und erm\u00f6glicht die transparente und nachhaltige Bewirtschaftung der Staatsfinanzen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Unterst\u00fctzung bei Reformen des Steuersystems zielt auf eine optimale Mobilisierung finanzieller Ressourcen und dementsprechend auf einen finanziell nachhaltigen Staatshaushalt. Ein Steuerdialog mit den die Steuerlast tragenden B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern soll den Staat f\u00fcr deren Bed\u00fcrfnisse sensibilisieren und einen Beitrag zu einer b\u00fcrgernahen Staatsf\u00fchrung leisten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nCorporate-Governance setzt auf Firmenebene an und bef\u00e4higt Unternehmen in der Professionalisierung ihrer Gouvernanzstrukturen. Die Einhaltung von Corporate-Governance-Standards d\u00e4mmt finanzielle Risiken ein und st\u00e4rkt die soziale und \u00f6kologische Nachhaltigkeit der Wirtschaft.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Entstanden ist das Konzept der Kapazit\u00e4tsentwicklung in den 1990er-Jahren, als eine Priorit\u00e4tenverschiebung von technischer Hilfe hin zu ganzheitlichen Programmans\u00e4tzen einsetzte. Der Grund f\u00fcr diese Ver\u00e4nderung lag in der wachsenden Erkenntnis, dass die traditionellen Entwicklungsans\u00e4tze oft ineffizient blieben. 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