{"id":117849,"date":"2014-06-01T12:00:00","date_gmt":"2014-06-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2014\/06\/stern-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:18:45","modified_gmt":"2023-08-23T21:18:45","slug":"stern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2014\/06\/stern\/","title":{"rendered":"Was bringt die familienerg\u00e4nzende Kinderbetreuung f\u00fcr die Karrierechancen von M\u00fcttern?"},"content":{"rendered":"<p>Bislang fehlte eine gesamtschweizerische Statistik zur formellen familien- und schulerg\u00e4nzenden Kinderbetreuung. Dazu z\u00e4hlen beispielsweise Kindertagesst\u00e4tten, schulische Tagesstrukturen, Tagesschulen oder Mittagstische. Die Studie mit dem Titel \u00abFamilienerg\u00e4nzende Kinderbetreuung und Gleichstellung\u00bb liefert erstmals einen landesweiten \u00dcberblick \u00fcber die Versorgung mit Betreuungsangeboten. Sie wurde vom Forschungs- und Beratungsb\u00fcro Infras und dem Schweizerischen Institut f\u00fcr Empirische Wirtschaftsforschung (SEW) der Universit\u00e4t St. Gallen im Zeitraum August 2010 bis August 2013 erarbeitet. Die Studie erschien im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms NFP60 \u00abGleichstellung der Geschlechter\u00bb des Schweizerischen Nationalfonds.&#13;<\/p>\n<h2>Grosse regionale Unterschiede innerhalb der Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nInsgesamt weist die Schweiz eine im internationalen Vergleich eher schwach ausgepr\u00e4gte Versorgung mit formeller Kinderbetreuung auf. Durchschnittlich stand in den Jahren 2009 und 2010 f\u00fcr 11% der Kinder im Vorschulalter und f\u00fcr 8% der Kinder im Schulalter ein Vollzeitbetreuungsplatz zur Verf\u00fcgung. Gemessen an den Barcelona-Zielen der EU von 2002, die eine Quote von 33% im Vorschulbereich und 90% im Schulbereich empfehlen, liegt die Schweiz weit zur\u00fcck. Auch verglichen mit den Nachfragepotenzialen in der Bev\u00f6lkerung bestehen in den meisten Regionen grosse Angebotsl\u00fccken.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZudem gibt es in der Schweiz erhebliche regionale Unterschiede in Bezug auf die Versorgung mit Kinderbetreuung. Am meisten Betreuungspl\u00e4tze pro Kind stehen in der Romandie, im Kanton Basel-Stadt und im Wirtschaftsraum um Z\u00fcrich und Zug bereit. Im Kantonsvergleich haben Neuenburg, Genf und Basel-Stadt im Fr\u00fchbereich und Genf, Basel-Stadt, Z\u00fcrich und Zug im Schulbereich die beste Versorgung mit Betreuungsangeboten (siehe <i>Grafik 1<\/i>). Am schlechtesten ausgebaut ist das Betreuungsangebot in den eher l\u00e4ndlichen Regionen der Zentral- und der Ostschweiz.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2014\/06\/stern_felfe_schwab_gra1_de1.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3744\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2014\/06\/stern_felfe_schwab_gra1_de1-534x600.png\" alt=\"stern_felfe_schwab_gra1_de[1]\" width=\"534\" height=\"600\" \/><\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Ein gutes Betreuungsangebot beg\u00fcnstigt Vollzeitarbeit von M\u00fcttern \u2026<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine Erh\u00f6hung des Betreuungsangebots f\u00fcr Kinder im schulf\u00e4higen Alter f\u00fchrt zu einem signifikanten Anstieg der Vollzeitarbeit von M\u00fcttern mit Kindern im betreuungsrelevanten Alter (siehe <em>Tabelle 1<\/em>). Dies konnte f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Regionen der Deutschschweiz, in welchen rund 20% der gesamtschweizerischen Bev\u00f6lkerung leben, quantitativ nachgewiesen werden. Die Analyse ber\u00fccksichtigt auch weitere Faktoren, welche die Stellung der Frau am Arbeitsmarkt beg\u00fcnstigen, wie etwa die lokalen Wirtschaftsbedingungen, soziodemografische Merkmale und kulturelle Vorstellungen. Die Ergebnisse erweisen sich als robust gegen\u00fcber verschiedenen Spezifikationen und Annahmen. Gleichzeitig wirkt sich ein gut ausgebautes Betreuungsangebot im schulerg\u00e4nzenden Bereich auch auf die Erwerbspensen der V\u00e4ter aus: Je mehr Betreuungspl\u00e4tze zur Verf\u00fcgung stehen, desto eher reduzieren sie ihre Vollzeiterwerbst\u00e4tigkeit. Die potenzielle Reduktion der Vollzeiterwerbst\u00e4tigkeit von V\u00e4tern entspricht ungef\u00e4hr dem potenziellen Anstieg der Vollzeitarbeit der M\u00fctter. Allerdings ist zu betonen, dass die Studie nur Aussagen \u00fcber die Wirkung f\u00fcr die Deutschschweiz treffen kann, deren Betreuungsangebot gegen\u00fcber der Romandie relativ schwach ausgebaut ist.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2014\/06\/stern_felfe_schwab_tab1_de12.png\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3749\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2014\/06\/stern_felfe_schwab_tab1_de12-560x600.png\" alt=\"stern_felfe_schwab_tab1_de[1]\" width=\"560\" height=\"600\" \/><\/a>&#13;<\/p>\n<h2>\u2026 und f\u00f6rdert eine gleichm\u00e4ssigere Arbeitsteilung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAus den Ergebnissen der quantitativen Analyse folgern wir, dass sich das formelle Betreuungsangebot tendenziell positiv auf die Gleichstellung der Geschlechter auswirkt. Wenn mehr Frauen bzw. M\u00fctter in einem Vollzeitpensum erwerbst\u00e4tig sind, bedeutet dies, dass sich ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern und sich denjenigen der M\u00e4nner bzw. V\u00e4ter angleichen. Andererseits sind die reduzierten Erwerbspensen der V\u00e4ter ein Hinweis darauf, dass die egalit\u00e4re oder partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit durch das Betreuungsangebot tendenziell beg\u00fcnstigt wird \u2013 auch wenn die Daten keinen Aufschluss dar\u00fcber geben, ob die V\u00e4ter tats\u00e4chlich mehr Zeit mit den Kindern verbringen. Insgesamt deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass die Verf\u00fcgbarkeit von familienerg\u00e4nzenden Betreuungsangeboten nicht nur die Erwerbst\u00e4tigkeit von Frauen stimuliert, sondern auch zu einer gleichm\u00e4ssigeren Arbeitsteilung zwischen V\u00e4tern und M\u00fcttern f\u00fchrt. Dieses partnerschaftliche Erwerbs- und Betreuungsmodell kann sich letztendlich positiv auf die Karrierechancen der M\u00fctter auswirken, da sie neben der Erwerbst\u00e4tigkeit nicht alleine die Verantwortung f\u00fcr die Kinderbetreuung tragen.&#13;<\/p>\n<h2>Auch familienfreundliche Arbeitsbedingungen sind wichtig<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm qualitativen Teil der Studie wurden die Betreuungs- und Erwerbsarrangements von Paaren und Alleinerziehenden vertieft ausgelotet. Es zeigt sich, dass Familien, in denen beide Partner erwerbst\u00e4tig sind, fast ebenso h\u00e4ufig auf informelle Betreuungsformen (z. B. Grosseltern, Nachbarn) zur\u00fcckgreifen wie auf formelle. Wenn sich M\u00fctter jedoch f\u00fcr ein substanzielles Arbeitspensum (mehr als 50%) entscheiden, nehmen sie in erster Linie formelle Betreuungsangebote in Anspruch, w\u00e4hrend die informelle Betreuung vor allem erg\u00e4nzenden Charakter hat. Neben der Verf\u00fcgbarkeit und der Bezahlbarkeit der Betreuungsangebote gibt es f\u00fcr M\u00fctter und V\u00e4ter noch viele weitere Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dazu z\u00e4hlen zum Beispiel zeitliche Engp\u00e4sse oder die komplexe Organisation des Familienalltags, insbesondere bei Krankheit von Kindern oder Betreuungspersonen. Auf die Frage, mit welchen Massnahmen die Vereinbarkeit erleichtert werden k\u00f6nnte, nannten die M\u00fctter und V\u00e4ter an erster Stelle qualitativ gute formelle Betreuungsangebote sowie m\u00f6glichst flexible und familienfreundliche Arbeitsbedingungen. Generell zeigen die Interviews, dass das Betreuungsangebot f\u00fcr die Erwerbsentscheide von M\u00fcttern und V\u00e4tern \u00e4hnlich wichtig ist wie familienfreundliche Arbeitsbedingungen.&#13;<\/p>\n<h2>Betreuungskosten mitentscheidend f\u00fcr Erwerbs- und Karriereentscheide<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNeben dem Betreuungsangebot spielen auch die Kosten, welche den Familien durch dessen Nutzung entstehen, eine Rolle f\u00fcr die Erwerbs- und Karriereentscheide. Wenn sich Erwerbst\u00e4tigkeit finanziell nicht oder wenig lohnt, geben Frauen respektive M\u00fctter ihre Erwerbst\u00e4tigkeit h\u00e4ufig auf oder reduzieren diese \u00fcber l\u00e4ngere Zeit auf ein kleines Pensum. Dies vermindert die Karrierechancen und kann die Altersvorsorge wie auch die Risikoverteilung innerhalb der Familie gef\u00e4hrden. Aufgrund fehlender gesamtschweizerischer Daten zu den Preisen der familienerg\u00e4nzenden Kinderbetreuung konnte deren Einfluss nicht untersucht werden. Das Thema der negativen Erwerbsanreize wurde jedoch im Auftrag der kantonalen Gleichstellungsfachstellen am Beispiel der Kantone Basel-Stadt und Z\u00fcrich untersucht.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Insbesondere bei den untersuchten Familien mit zwei und mehr Kindern im Vorschulalter und bei h\u00f6heren Einkommen lohnt sich eine Ausweitung des Erwerbspensums in vielen F\u00e4llen nicht, weil das verf\u00fcgbare Einkommen dieser Haushalte infolge der h\u00f6heren Betreuungskosten und Steuern sinkt. Dabei \u00fcbersteigt der Einfluss der Betreuungskosten den Einfluss der Steuern auf den Erwerbsanreiz um ein Mehrfaches. So lohnt sich f\u00fcr einen Paarhaushalt mit einem monatlichen Bruttoeinkommen (100%) von 12&nbsp;000 Franken (Elternteil 1) und 6000 Franken (Elternteil II) Erwerbst\u00e4tigkeit in allen untersuchten Gemeinden nur bis zu einem Pensum von 100%\/40%.&#13;<\/p>\n<h2>Ausbau des Betreuungsangebots sinnvoll<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDiese Ergebnisse sprechen daf\u00fcr, dass eine Weiterentwicklung der familien- und schulerg\u00e4nzenden Kinderbetreuung in der Schweiz aus gleichstellungspolitischer Sicht sinnvoll ist. Dabei soll sichergestellt werden, dass die Betreuung in gen\u00fcgendem Umfang verf\u00fcgbar, f\u00fcr alle bezahlbar und von angemessener Qualit\u00e4t ist. Verf\u00fcgbarkeit, Zugang und Qualit\u00e4t der Betreuungsangebote stellen somit die Leitplanken f\u00fcr die Weiterentwicklung der familienerg\u00e4nzenden Kinderbetreuung dar. F\u00fcr dieses Ziel sind nicht nur die Gemeinden \u2013 zum Beispiel durch die Mitfinanzierung der Betreuungsangebote und die Ausgestaltung von familienfreundlichen Tarifsystemen \u2013 zust\u00e4ndig. Auch auf Ebene der Kantone gibt es M\u00f6glichkeiten, diese Entwicklung zu unterst\u00fctzen, etwa mit einer gesetzlichen Verankerung der Kinderbetreuung und einer kantonalen Mitfinanzierung. Auf Bundesebene steht eine Verl\u00e4ngerung der Anstossfinanzierung oder deren \u00dcberf\u00fchrung in eine definitive Gesetzgebung im Vordergrund.&#13;<\/p>\n<h2>Datengrundlagen verbessern und schweizweit vereinheitlichen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Studie im Rahmen des NFP60 macht zudem deutlich, dass die Datenlage zum Betreuungsangebot vielerorts noch immer l\u00fcckenhaft ist und die kantonalen Daten aufgrund der sehr unterschiedlichen Angebotstypen und Altersabgrenzungen nur schwer miteinander vergleichbar sind. Um eine Kosten-Nutzen-Analyse der bisherigen Massnahmen im Betreuungsbereich durchf\u00fchren und so Weichen f\u00fcr eine zweckm\u00e4ssige Weiterentwicklung des Betreuungsangebots stellen zu k\u00f6nnen, ist es wichtig, dass die Beh\u00f6rden (Bund, Kantone und Gemeinden) die entsprechenden Datengrundlagen bereitstellen. Der gr\u00f6sste Handlungsbedarf besteht in Bezug auf Daten zu Kosten, Preisen und Finanzierung der Betreuungsangebote. Diese sollten auf kommunaler und kantonaler Ebene systematisch erfasst und im Rahmen einer nationalen Kinderbetreuungsstatistik zusammengef\u00fchrt werden.&#13;<\/p>\n<h2>Die Arbeitgeber sind ebenfalls gefordert<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie \u00f6ffentlichen und privaten Arbeitgeber sollten familienfreundliche Unternehmenskulturen und flexible Arbeitsbedingungen f\u00f6rdern, die es M\u00fcttern und V\u00e4tern erlauben, Familie und Beruf optimal zu vereinbaren. Ausserdem k\u00f6nnen die Arbeitgeber \u2013 zusammen mit der \u00f6ffentlichen Hand \u2013 daf\u00fcr sorgen, dass gen\u00fcgend und bezahlbare Betreuungsangebote zur Verf\u00fcgung stehen. Ob, allenfalls in welcher Form und wie stark sich die Arbeitgeber an der Finanzierung der Kinderbetreuung beteiligen k\u00f6nnen und wollen, ist bei der Ausarbeitung von m\u00f6glichen Finanzierungsmodellen zu pr\u00fcfen.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Vgl. Stern et al. (2006).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Vgl. Infras (2012).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bislang fehlte eine gesamtschweizerische Statistik zur formellen familien- und schulerg\u00e4nzenden Kinderbetreuung. Dazu z\u00e4hlen beispielsweise Kindertagesst\u00e4tten, schulische Tagesstrukturen, Tagesschulen oder Mittagstische. Die Studie mit dem Titel \u00abFamilienerg\u00e4nzende Kinderbetreuung und Gleichstellung\u00bb liefert erstmals einen landesweiten \u00dcberblick \u00fcber die Versorgung mit Betreuungsangeboten. Sie wurde vom Forschungs- und Beratungsb\u00fcro Infras und dem Schweizerischen Institut f\u00fcr Empirische Wirtschaftsforschung (SEW) der [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":4073,"featured_media":34667,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[76],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":4073,"seco_co_author":[4074,4075,0],"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Sozialgeografin, Bereichsleiterin und Partnerin Forschungs- und Beratungsb\u00fcro Infras, Z\u00fcrich","seco_author_post_occupation_fr":"Cheffe de d\u00e9partement et associ\u00e9e du bureau d\u2019\u00e9tudes et de conseil Infras, Zurich","seco_co_authors_post_ocupation":[{"seco_co_author":4074,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"PhD, Assistenzprofessorin am Schweizerischen Institut f\u00fcr empirische Wirtschaftsforschung, Universit\u00e4t St. Gallen","seco_co_author_post_occupation_fr":"Professeure assistante \u00e0 l\u2019Institut suisse de recherche empirique en \u00e9conomie (SEW), universit\u00e9 de Saint-Gall"},{"seco_co_author":4075,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"Wissenschaftliche Beraterin, INFRAS","seco_co_author_post_occupation_fr":"Conseill\u00e8re scientifique, INFRAS"}],"short_title":"","post_lead":"\u00dcber drei Viertel der in der Schweiz wohnhaften Frauen mit Kindern unter 15 Jahren sind erwerbst\u00e4tig. Doch nur 13% der M\u00fctter arbeiten Vollzeit. Bei den V\u00e4tern verh\u00e4lt es sich umgekehrt \u2013 sie sind zu 89% Vollzeit erwerbst\u00e4tig. Da reduzierte Arbeitspensen die Karrierechancen kompromittieren und die Nachfrage nach Fachkr\u00e4ften gross ist, bauen momentan nicht nur die Schweiz, sondern auch viele weitere L\u00e4nder das Angebot f\u00fcr familienerg\u00e4nzende Kinderbetreuung stark aus. Eine Studie untersuchte, wie sich das Betreuungsangebot auf die Erwerbspensen von M\u00fcttern und V\u00e4tern auswirkt.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"<ul>&#13;\n\t<li>INFRAS\/Universit\u00e4t St. Gallen (2013): Familienerg\u00e4nzende Kinderbetreuung und Gleichstellung. Schlussbericht zum gleichnamigen NFP60-Forschunsgprojekt.<\/li>&#13;\n\t<li>INFRAS (2012): Familienfreundliche Steuer- und Tarifsysteme. Vergleich der Kantone Basel-Stadt und Z\u00fcrich. Im Auftrag der Fachstellen f\u00fcr die Gleichstellung der Kantone Z\u00fcrich und Basel-Stadt. Juni 2012.<\/li>&#13;\n\t<li>Stern S., Banfi S., Tassinari S. (Hrsg., 2006): Krippen und Tagesfamilien in der Schweiz \u2013 aktuelle und zuk\u00fcnftige Nachfragepotenziale, Haupt, Bern.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Methode und Vorgehen der Studie","kasten_box":"Aufgrund der f\u00f6deralistischen Struktur der Schweiz mangelt es an einem gesamtschweizerischen \u00dcberblick zum Betreuungsangebot. Der erste Schritt im Rahmen des Projekts bestand somit in der Erhebung einer gesamtschweizerischen Datenbasis zum Betreuungsangebot (Jahr 2009\/2010). Diese umfasst formelle Betreuungsangebote im Fr\u00fchbereich (z. B. Kindertagesst\u00e4tten und Krippen) und im Schulbereich (z. B. schulische Tagesstrukturen, Tagesschulen und Tageskinderg\u00e4rten, Mittagstische und Randzeitenbetreuung). Tagesfamilien konnten mangels Daten auf kommunaler Ebene nicht ber\u00fccksichtigt werden. Die Daten zum Betreuungsangebot basieren in erster Linie auf Angaben, die von den zust\u00e4ndigen kantonalen Stellen zur Verf\u00fcgung gestellt wurden. In einem zweiten Schritt wurden die Daten zum Betreuungsangebot mit Mikrodaten zum Arbeitsangebot und zur Familienstruktur (Strukturerhebung der Volksz\u00e4hlung) zusammengef\u00fcgt. Dieser neue Datensatz war die Basis f\u00fcr eine \u00f6konometrische Analyse zum Einfluss der familienerg\u00e4nzenden Kinderbetreuung auf die Erwerbsentscheide von M\u00fcttern und V\u00e4tern in der Schweiz. Zus\u00e4tzlich fanden 31 qualitative Interviews mit erwerbst\u00e4tigen und nicht erwerbst\u00e4tigen M\u00fcttern und V\u00e4tern statt, welche die Bedeutung des Betreuungsangebots im Vergleich zu weiteren institutionellen oder kulturellen Faktoren ausloteten. Die qualitativen Interviews beleuchten die Gr\u00fcnde der befragten M\u00fctter und V\u00e4ter f\u00fcr die gew\u00e4hlte Aufteilung der Erwerbs- und Betreuungsarbeit, die Form der Kinderbetreuung und die notwendigen Umst\u00e4nde, unter denen sie allenfalls ihr aktuelles Erwerbspensum erh\u00f6hen oder reduzieren w\u00fcrden."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":117852,"main_focus":[156669,157278],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"2979","post_abstract":"","magazine_issue":"20140601","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/54902ff8b97e5"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117849"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4073"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=117849"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117849\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127064,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117849\/revisions\/127064"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157278"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156669"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4075"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4074"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4073"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/34667"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=117849"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=117849"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=117849"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=117849"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=117849"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=117849"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}