{"id":117859,"date":"2014-05-10T16:58:31","date_gmt":"2014-05-10T16:58:31","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2014\/05\/thuer-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:18:33","modified_gmt":"2023-08-23T21:18:33","slug":"thuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2014\/05\/thuer\/","title":{"rendered":"\u00abVielen Nutzern ist es nicht mehr egal, was mit ihren Daten geschieht\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Volkswirtschaft:<\/b> <i>Herr Th\u00fcr, sind Sie als Datensch\u00fctzer mit dem Thema Big Data konfrontiert?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Th\u00fcr:<\/b> Big Data ist ein Ph\u00e4nomen, das vor dem Hintergrund der technologischen Entwicklung immer st\u00e4rker um sich greift. Die Entwicklung f\u00fchrt dazu, dass das Sammeln von Informationen nun eine v\u00f6llig neue Dimension hat. Wenn wir uns bewegen, hinterlassen wir \u00fcberall digitale Spuren. Die Informationen aus den unterschiedlichsten Quellen werden zusammengezogen und durch verschiedene Akteure ausgewertet. Die Probleme beginnen dann, wenn aufgrund dieser Daten Voraussagen \u00fcber einzelne Personen gemacht werden. Einerseits k\u00f6nnen R\u00fcckschl\u00fcsse \u00fcber das Verhalten gezogen werden, andererseits wird versucht, Neigungen, Krankheiten oder kriminelles Potenzial vorherzusagen. Die Auswertung der Daten beruht auf Wahrscheinlichkeiten. F\u00fcr die einzelne Person aber kann sie sehr konkrete Auswirkungen haben. Da Verkn\u00fcpfungen und Auswertungen von grossen Datenbest\u00e4nden stark zunehmen, ist es ein Thema, mit dem ich mich bereits heute stark auseinandersetze.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b> <i>Der Wert von Daten ist enorm gestiegen. Man spricht bei Big Data auch von der neuen \u00ab\u00d6lquelle der Wirtschaft\u00bb oder dem \u00abGold des neuen Zeitalters\u00bb. Warum?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Th\u00fcr:<\/b> Die wachsende Nutzung von Onlinediensten, Apps oder Kreditkarten in Kombination mit den umfassenden M\u00f6glichkeiten zur Datenerfassung f\u00fchrt dazu, dass immer mehr Daten anfallen. Auch die Beh\u00f6rden tragen dazu bei, wenn sie der \u00d6ffentlichkeit Informationen zur Verf\u00fcgung stellen. Mit den passenden Algorithmen ausgewertet, k\u00f6nnen diese Daten Aufschluss \u00fcber unser Konsumverhalten, die politische Gesinnung oder den Gesundheitszustand geben. Firmen nutzen dieses Wissen, um den Kunden massgeschneiderte Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Dies kann f\u00fcr den Kunden den positiven Effekt haben, dass er weniger Aufwand hat, das f\u00fcr ihn richtige Produkt auszuw\u00e4hlen. Jedoch kann es auch bedeuten, dass er aufgrund der automatischen Profilzuteilung von gewissen Angeboten ausgeschlossen wird, obschon er die Voraussetzungen f\u00fcr einen Vertragsabschluss erf\u00fcllen w\u00fcrde.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b> <i>Was machen die Firmen genau mit diesen Datenmengen? Haben Sie Beispiele?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Th\u00fcr:<\/b> H\u00e4ufig verkn\u00fcpfen sie die eigenen Daten mit weiteren Angaben, die sie etwa von Adressh\u00e4ndlern oder Auskunfteien erwerben, um sie dann auszuwerten. Ihr Ziel ist es dabei, Muster und Korrelationen zu entdecken. So stellt man vielleicht fest, dass Menschen, die in einem bestimmten Quartier wohnen, \u00fcberdurchschnittlich viel Geld f\u00fcr Bioprodukte ausgeben. Die Kenntnis solcher Zusammenh\u00e4nge ist sehr n\u00fctzlich f\u00fcr zielgruppenspezifische Werbung und Marketing. Big Data kommt aber auch in der Medizin, bei der Betrugsbek\u00e4mpfung oder in Wahlk\u00e4mpfen zum Einsatz, um nur ein paar Beispiele zu nennen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b> <i>Was bedeutet Big Data f\u00fcr den Einzelnen?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Th\u00fcr:<\/b> Mit Big Data ist es m\u00f6glich geworden, eine Unmenge von Informationen aus verschiedensten Lebensbereichen zu sammeln und auszuwerten. Der Einzelne gibt teilweise die Einwilligung in eine einzelne Datenbearbeitung, diese jedoch auch f\u00fcr zuk\u00fcnftige Verkn\u00fcpfungen von verschiedenen Datensammlungen abzugeben, ist nicht m\u00f6glich. Selbst die Datenbearbeiter wissen bei der Erhebung oftmals nicht, zu welchen Zwecken und auf welche Arten sie die Daten zuk\u00fcnftig bearbeiten m\u00f6chten. Das Verschmelzen der Daten aus den verschiedenen Lebensbereichen f\u00fchrt dazu, dass der Einzelne viel transparenter wird und somit auch die Aussagen \u00fcber ihn scheinbar viel genauer sein m\u00fcssen. Jedoch kann das Produkt der Analyse der Daten nur so gut sein wie die urspr\u00fcnglichen Daten selbst und die Qualit\u00e4t des verwendeten Algorithmus.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b> Wo sind die Gefahren?&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Th\u00fcr:<\/b> Mit Big Data k\u00f6nnen aus scheinbar harmlosen Informationen detaillierte Aussagen \u00fcber Dinge wie das Verhalten, die Pr\u00e4ferenzen oder das soziale Umfeld von Menschen generiert werden. Diese Aussagen beeinflussen dann vielleicht unsere Chancen bei der Wohnungssuche oder der n\u00e4chsten Stellenbewerbung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b> <i>Die meisten Konsumenten geben Ihre Daten ja v\u00f6llig bereitwillig heraus im Tausch gegen irgendwelche Rabatte oder andere Vorteile \u2026<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Th\u00fcr:<\/b> Was aber nicht bedeutet, dass ihre Daten verkn\u00fcpft und f\u00fcr jeden beliebigen Zweck verwendet werden d\u00fcrfen. Andererseits liegt es in der Eigenverantwortung des Konsumenten, mit seinen Daten sorgsam umzugehen. Mit Geld wirft man schliesslich auch nicht um sich. Daneben sollte er sich auch erkundigen, wozu sie verwendet und an wen sie weitergegeben werden. Dies kann er jedoch nur, wenn ihn der Anbieter verst\u00e4ndlich und pr\u00e4zise informiert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b> <i>Fehlt das Verst\u00e4ndnis in der Bev\u00f6lkerung \u2013 braucht es mehr Information und Aufkl\u00e4rungsarbeit?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Th\u00fcr:<\/b> Ich denke schon. Das hat wohl auch damit zu tun, dass die Big-Data-Problematik relativ neu und schwer fassbar ist, da die Datenauswertungen im Verborgenen ablaufen und diese f\u00fcr die Betroffenen auch bei Kenntnis des Algorithmus nicht nachvollziehbar sind. Generell hat das Bewusstsein f\u00fcr den Datenschutz in der letzten Zeit aber zugenommen. Vielen Nutzern ist es nicht mehr egal, was mit ihren Daten geschieht. Das hat sich etwa an den Reaktionen der Userinnen und User nach dem Verkauf von Whatsapp an Facebook gezeigt. Kontrovers ist dabei, dass zwar das Verkn\u00fcpfen der Daten aus sozialen Netzwerken mit Kommunikationsdaten von den Betroffenen als problematisch angesehen wird, aber von einem Entscheid gegen die Nutzung und die Bekanntgabe von Personendaten an solche Dienste abgesehen wird.Ein anderes Problem ist die Gleichg\u00fcltigkeit im Umgang mit den eigenen Personendaten. Im Gegensatz zum Geld sind die Personendaten nicht direkt fassbar und k\u00f6nnen ohne Limitierung verteilt werden. Die Sensibilit\u00e4t der Betroffenen f\u00fcr den Umgang mit Personendaten erfolgt daher erst im Zeitpunkt, wenn sich die Auswirkungen der digitalen Spuren in der realen Welt zeigen, z. B. bei Phishing aufgrund im Internet publizierter Informationen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b> <i>Findet in der Schweiz Ihrer Meinung nach \u00fcberhaupt eine engagierte Datenschutz-Debatte , eine Diskussion \u00fcber solche Themen statt?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Th\u00fcr:<\/b> Solche Diskussionen finden durchaus statt. Themen wie Datensicherheit und das Recht auf Vergessen im Internet haben nicht zuletzt aufgrund der Enth\u00fcllungen rund um die NSA und der letzthin bekannt gewordenen SSL-Sicherheitsl\u00fccke stark an Bedeutung gewonnen. Auch die Politik setzt sich vermehrt mit Datenschutzfragen auseinander. Das illustrieren verschiedene Vorst\u00f6sse, die im Parlament eingereicht wurden. Die Hauptstossrichtungen der Vorst\u00f6sse ist die Verst\u00e4rkung der Sanktionen, aber auch des Datenschutzes im Internet. Ziel ist es, das Datenschutzgesetz f\u00fcr die neuen Technologien griffiger zu machen. Die Politiker haben erkannt, dass Handlungsbedarf besteht, wenn man das Recht auf Privatsph\u00e4re auch im digitalen Zeitalter gew\u00e4hrleisten will.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b> <i>Wie kann man sich konkret sch\u00fctzen?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Th\u00fcr:<\/b> Als User und Konsument habe ich verschiedene M\u00f6glichkeiten, um den Einfluss von Big Data einzud\u00e4mmen. Dies beginnt mit der Zur\u00fcckhaltung bei der Preisgabe von Daten. Prim\u00e4r sollte sich jeder bewusst sein, dass das Internet nichts vergisst. Personendaten, welche einmal im Internet publiziert worden sind, k\u00f6nnen daher im Prinzip nicht mehr gel\u00f6scht werden und sind in der Regel f\u00fcr die ganze Welt zug\u00e4nglich. Daher sollte man sich Gedanken machen, wem man welche Informationen gibt und was dieser damit macht und machen k\u00f6nnte. So raten wir, die Datenschutzbestimmungen von Apps und Onlinediensten zu pr\u00fcfen und privatsph\u00e4refreundliche Einstellungen zu verwenden. Jeder sollte sich dabei \u00fcberlegen, welche Zugriffe eine App tats\u00e4chlich ben\u00f6tigt (zum Beispiel auf das Adressbuch, den Kalender oder Standortdaten). Als reaktive Massnahme kommt schliesslich die konsequente Wahrnehmung des Auskunfts- und L\u00f6schungsrechts infrage.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b> <i>Unsere Regeln und Gesetze entsprechen nicht der heutigen Realit\u00e4t von Big Data. K\u00f6nnen Sie uns ein Beispiel nennen, wo und wie die heutige Gesetzgebung ungen\u00fcgend ist?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Th\u00fcr:<\/b> Ein grosses Problem von Big Data ist, dass der Einzelne zusehends die Herrschaft \u00fcber seine Daten und die daraus gezogenen Schl\u00fcsse verliert. Er weiss in aller Regel nicht, wer welche Datenbest\u00e4nde zu welchem Zweck zusammenf\u00fchrt und mit welchen Methoden analysiert. Dadurch wird das in der Bundesverfassung verankerte Recht auf informationelle Selbstbestimmung unterlaufen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b> <i>Was muss sich \u00e4ndern? Kann das auf nationaler Ebene, im Rahmen einer Schweizer Gesetzgebung geschehen?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Th\u00fcr:<\/b> Es braucht eine Anpassung des aktuellen gesetzlichen Rahmens an Big Data und weitere Entwicklungen im Bereich der Datenbearbeitung. Unter der Federf\u00fchrung des Bundesamtes f\u00fcr Justiz diskutieren zurzeit verschiedene Datenschutzspezialisten dar\u00fcber, ob und wie das Gesetz angepasst werden m\u00fcsste. Erforderlich ist aber auch die Regelung des Schutzes von Personendaten auf internationaler Ebene.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b> <i>Was unternimmt die Schweiz konkret, um B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger vor Zugriffen auf ihre Daten zu sch\u00fctzen?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Th\u00fcr:<\/b> Sie verf\u00fcgt \u00fcber mehrere Beh\u00f6rden, insbesondere die Datenschutzbeauftragten von Bund, Kantonen und Gemeinden. Sie beaufsichtigen die hiesigen Datenbearbeitungen und beraten bei Datenschutzfragen. Zudem setzt sich die Schweiz aktiv in internationalen Gremien ein, um den Schutz der Privatsph\u00e4re auch grenz\u00fcberschreitend zu st\u00e4rken.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b> <i>Welche internationalen Bestrebungen existieren?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Th\u00fcr:<\/b> In der EU steht seit L\u00e4ngerem eine Erneuerung des Datenschutzrechts zur Debatte, um mit den technologischen Entwicklungen der letzten Jahre Schritt zu halten. Wann und in welcher Form die neue Verordnung in Kraft treten wird, ist noch offen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b> <i>Ist es sinnvoll, dass sich die Schweiz daran beteiligt? In welchem internationalen Umfeld soll sich die Schweiz um eine L\u00f6sung bem\u00fchen?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Th\u00fcr:<\/b> Als Land mit einem stark ausgepr\u00e4gten Dienstleistungssektor hat die Schweiz ein Interesse an einem zeitgem\u00e4ssen Schutz f\u00fcr Personendaten. Da Datenbearbeitungen nicht an Staatsgrenzen gebunden sind, muss auch die Regelung des Datenschutzes international koordiniert erfolgen. Die Schweiz setzt sich in verschiedenen internationalen Gremien daf\u00fcr ein, dass Datenschutz und Datensicherheit l\u00e4nder\u00fcbergreifend gew\u00e4hrleistet werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b> <i>Nach dem \u00dcberwachungsskandal der NSA und der darauf folgenden Diskussion eines lokalen Internets in Brasilien titelte die NZZ \u00abDas Ende des Internets\u00bb. Wie sehen Sie die Entwicklung des globalen Internets?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Th\u00fcr:<\/b> Die Enth\u00fcllungen Snowdens haben eine globale Diskussion \u00fcber Datensicherheit und den Schutz der Privatsph\u00e4re ausgel\u00f6st. Das Bestreben nach mehr Sicherheit f\u00fcr Staaten, B\u00fcrger und Unternehmen wird auch die weitere Entwicklung des Internets beeinflussen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b> <i>Wie ist das Zugest\u00e4ndnis der USA, die Kontrolle \u00fcber die Internetaufsicht Icann f\u00fcr andere Interessengruppen zu \u00f6ffnen, einzuordnen?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Th\u00fcr:<\/b> Da es sich beim Internet um ein globales Medium handelt, ist es sicherlich sinnvoll, wenn verschiedene Stakeholder und Nationen in die Verwaltung und die Kontrolle einbezogen werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b> <i>Ein wichtiges Schlagwort ist \u00abPrivacy by Design\u00bb. Was bedeutet das konkret, und wie wirkt es sich aus?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Th\u00fcr:<\/b> Heutzutage werden Dienste so eingestellt, dass sie einen gr\u00f6sstm\u00f6glichen Zugriff auf Personendaten erhalten. Privacy by Design f\u00fchrt dazu, dass die Dienste von Anfang an so konzipiert werden, dass sie einen hohen Schutz gew\u00e4hren. Es w\u00fcrde dann dem Benutzer \u00fcberlassen, den Zugriff auf seine Daten \u00fcber das Notwendige hinaus zu erweitern. Ziel sollte sein, nicht nur einen effizienten Rechtsrahmen f\u00fcr den Schutz der Personendaten zu schaffen, sondern den Benutzern auch praktisch die M\u00f6glichkeit zu geben, \u00fcber ihre Daten zu bestimmen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b> <i>M\u00fcssen die Algorithmen f\u00fcr die Datensch\u00fctzer einsehbar gemacht werden, um \u00fcberpr\u00fcfen zu k\u00f6nnen, ob aus verschiedenen Datens\u00e4tzen eine Deanonymisierung vollzogen werden kann?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Th\u00fcr:<\/b> Der Algorithmus sagt \u00fcber die Anonymisierung nicht direkt etwas aus. Die Anonymisierung von Personendaten ist von den Daten selbst abh\u00e4ngig. Daher muss jeder Sachverhalt fallbezogen beurteilt werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b> <i>Was sind Ihre Top-Themen in den kommenden Monaten?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Th\u00fcr:<\/b> Eine Steuerung oder Planung der Themen im Bereich der Datenschutzaufsicht ist nur begrenzt m\u00f6glich. So wird ein Teil der Themen durch die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen vorgegeben. Zentral wird in Zukunft das Tracking von Personen sowie die Verkn\u00fcpfung verschiedener Datenquellen sein. Wie bereits oben ausgef\u00fchrt, werden die technischen Entwicklungen die M\u00f6glichkeiten der Datenbearbeitungen stark beeinflussen. So werden die Sensoren immer kleiner und kosteng\u00fcnstiger hergestellt. Dies f\u00fchrt dazu, dass fast \u00fcberall Daten erfasst werden k\u00f6nnen, und dies oftmals ohne das Wissen der Betroffenen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Interview:<\/b> Susanne Blank<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Volkswirtschaft: Herr Th\u00fcr, sind Sie als Datensch\u00fctzer mit dem Thema Big Data konfrontiert?&#13; &#13; Th\u00fcr: Big Data ist ein Ph\u00e4nomen, das vor dem Hintergrund der technologischen Entwicklung immer st\u00e4rker um sich greift. Die Entwicklung f\u00fchrt dazu, dass das Sammeln von Informationen nun eine v\u00f6llig neue Dimension hat. 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