{"id":118015,"date":"2014-04-01T17:02:45","date_gmt":"2014-04-01T17:02:45","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2014\/04\/der-mindestlohn-ein-umstrittenes-thema\/"},"modified":"2023-08-23T23:20:42","modified_gmt":"2023-08-23T21:20:42","slug":"der-mindestlohn-ein-umstrittenes-thema","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2014\/04\/der-mindestlohn-ein-umstrittenes-thema\/","title":{"rendered":"Der Mindestlohn \u2013 ein umstrittenes Thema"},"content":{"rendered":"<div><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div class=\"titleSection\"><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div class=\"body\">&#13;<\/p>\n<div class=\"LD\"><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">In der Literatur \u00fcber den <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohn<\/span> geh\u00f6rt der Artikel von Brown, Gilroy und Kohen (1982) zu den am h\u00e4ufigsten zitierten Beitr\u00e4gen. In diesem Artikel fassten die Autoren die Ergebnisse einer Kommission zusammen, welche von der Regierung der USA beauftragt worden war, die Auswirkungen eines <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohns<\/span> auf die Besch\u00e4ftigung zu untersuchen. Auf der Grundlage der Analysen in einem 250-seitigen Bericht mit sechs Anh\u00e4ngen gelangten die Autoren zum Schluss, dass bei Jugendlichen im Alter von 16 bis 19 Jahren eine Erh\u00f6hung des <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohns<\/span> um 10% einen R\u00fcckgang der Besch\u00e4ftigung um 1,5% zur Folge hat. Bei den 20- bis 24-j\u00e4hrigen Erwerbst\u00e4tigen wurde diese Auswirkung als geringer eingestuft, aber ebenfalls als negativ beurteilt. Bei den \u00fcbrigen Erwerbst\u00e4tigen sind die Auswirkungen nach Auffassung der Autoren ungewiss. W\u00e4hrend langer Zeit dominierten diese Schlussfolgerungen in der \u00f6konomischen Fachliteratur. Doch weitere Forschungsarbeiten, die auf experimentelleren Ans\u00e4tzen und r\u00e4umlichen Vergleichen beruhten, stellten diese Resultate infrage.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Die bekannteste Forschungsarbeit, ebenso h\u00e4ufig zitiert wie der erw\u00e4hnte Artikel, stammt von Card und Krueger (1994). Sie beruht auf einer nach naturwissenschaftlichen Kriterien durchgef\u00fchrten Studie im Bereich der Fast-Food-Gastronomie. Der Bundesstaat New Jersey diente als Behandlungsgruppe und der Bundesstaat Pennsylvania als Kontrollgruppe. Gem\u00e4ss dieser Studie hat eine Erh\u00f6hung des <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohns<\/span> keinen Einfluss auf das Besch\u00e4ftigungsniveau. Dieser Artikel l\u00f6ste unz\u00e4hlige Kontroversen aus. Vor allem ein Beitrag von Neumark und Wascher (2000) kritisierte die angewandte Analysemethode.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Um diese Kontroverse zu \u00fcberwinden, verwendete eine dritte Str\u00f6mung die sogenannte Meta-Analyse. Diese Methode besteht darin, die Resultate einer m\u00f6glichst grossen Zahl von empirischen Forschungsarbeiten zu vereinen, um daraus einen dominierenden Effekt abzuleiten. Eine der bekanntesten Analysen mit diesem Ansatz ist jene von Doucouliagos und Stanley (2009). Sie beruht auf 64 Studien, welche zwischen 1972 und 2007 durchgef\u00fchrt wurden. Aus &shy;dieser Analyse geht hervor, dass ein <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohn<\/span> das Besch\u00e4ftigungsniveau nur sehr geringf\u00fcgig beeinflusst. Es besteht praktisch eine Inelastizit\u00e4t (\u20130,01).1 Dieser Schluss erscheint paradox und untermauert die Resultate von Card und Krueger (siehe Grafik 1).<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h3 class=\"ZT\">Ein nur scheinbares Paradox<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Es lassen sich zahlreiche Ans\u00e4tze anf\u00fchren, um zu erkl\u00e4ren, weshalb ein <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohn<\/span> nicht zwangsl\u00e4ufig negative Auswirkungen auf die Besch\u00e4ftigung hat. Der erste Ansatz h\u00e4ngt mit der Tatsache zusammen, dass sich die Arbeitgeber an die Erh\u00f6hung des <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohns<\/span> oder an dessen Einf\u00fchrung anpassen k\u00f6nnen, indem sie die Anzahl Arbeitsstunden pro Person \u00e4ndern, statt Entlassungen vorzunehmen. Dies gilt insbesondere in L\u00e4ndern, in denen die Fixkosten einer Anstellung hoch sind. Ebenso k\u00f6nnen die Arbeitgeber Lohnerh\u00f6hungen durch eine entsprechende Senkung der Lohnnebenleistungen kompensieren, oder sie k\u00f6nnen ihre Anstrengungen im Bereich der Berufsbildung abbauen, um Kosten zu senken. Mit solchen Anpassungen wird kurzfristig ein R\u00fcckgang der Besch\u00e4ftigung verhindert. Doch diese Massnahmen haben unter Umst\u00e4nden l\u00e4ngerfristige Auswirkungen, deren empirische Erhebung schwierig ist.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Eine andere Form der Anpassung kann f\u00fcr die Unternehmen darin bestehen, dass sie die Zusammensetzung ihres Personals \u00e4ndern: Sie k\u00f6nnen schrittweise besser qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte anstellen, dies jedoch in geringerer Zahl, als wenn sie weniger gut qualifizierte Mitarbeitende angestellt h\u00e4tten. Die Unternehmen k\u00f6nnen sich auch dazu entschliessen, die h\u00f6heren Kosten im Zusammenhang mit einem <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohn<\/span> auf die Preise der von ihnen produzierten G\u00fcter umzulegen. Je nach Arbeitsintensit\u00e4t im jeweiligen untersuchten Produktionssektor und abh\u00e4ngig vom Anteil der gering qualifizierten Arbeitskr\u00e4fte sind die Auswirkungen unterschiedlich. Im Weiteren k\u00f6nnen die &shy;Arbeitgeber auch versuchen, auf die Einf\u00fchrung eines <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohns<\/span> oder auf dessen &shy;Erh\u00f6hung mit einer Steigerung ihrer Produktionseffizienz, mit einer Senkung der L\u00f6hne ihrer bestbezahlten Angestellten oder mit einer Herabsetzung ihrer Gewinne zu reagieren. Alle diese Strategien geben den Unternehmen die M\u00f6glichkeit, die Mehrkosten zu kompensieren, die mit einer Erh\u00f6hung des <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohns<\/span> verbunden sind, und dessen Auswirkungen auf die Besch\u00e4ftigung einzuschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Auch die Angestellten k\u00f6nnen dazu beitragen, die Belastung f\u00fcr ihren Arbeitgeber zu verringern. Dies kann durch eine Senkung der Fluktuationsrate des Personals erfolgen, die in gewissen Branchen hohe Kosten verursacht. Das ist vor allem bei Besch\u00e4ftigten mit tiefen L\u00f6hnen der Fall, die wegen der wenig attrak&shy;tiven Arbeitsbedingungen verh\u00e4ltnism\u00e4ssig h\u00e4ufig die Stelle wechseln. Dies ist eine der Erkenntnisse aus der Theorie der Leistungsl\u00f6hne. Sie hat dazu beigetragen, die mechanische Beziehung zwischen Lohn und Besch\u00e4ftigung, wie sie im Rahmen des neoklassischen An&shy;satzes vorherrschte, in einem neuen Licht zu &shy;betrachten. Auf dieser Grundlage k\u00f6nnte der Anstieg der Kosten im Zusammenhang mit &shy;einer Erh\u00f6hung des <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohns<\/span> durch &shy;tiefere Kosten der Personalfluktuation in Kombination mit Anreizen f\u00fcr die Unter&shy;nehmen zum Ausbau der Weiterbildung ihres Personals und mit einer Steigerung der &shy;Arbeitsproduktivit\u00e4t kompensiert werden.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Schliesslich wurde auf makro\u00f6konomischer Ebene im Rahmen verschiedener Studien geltend gemacht, mit einer Erh\u00f6hung des <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohns<\/span> lasse sich die Gesamtnachfrage steigern. Der Grund daf\u00fcr liege darin, dass die am geringsten entl\u00f6hnten Angestellten tendenziell ihr gesamtes Einkommen ausgeben, w\u00e4hrend die am bestverdienenden Besch\u00e4ftigten einen Teil ihres Erwerbseinkommens sparen. Ausserdem k\u00f6nne die Tatsache, dass die tiefsten L\u00f6hne zu nahe bei den Grenzwerten der Sozialhilfe liegen, die Wirksamkeit von Massnahmen f\u00fcr die berufliche Wiedereingliederung von Arbeitslosen und ausgesteuerten Personen einschr\u00e4nken. Vor diesem Hintergrund kann die Einf\u00fchrung eines <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohns<\/span> dazu beitragen, dass eine Erwerbst\u00e4tigkeit attraktiver ist als der Bezug von Sozialleistungen. Dies wiederum ist eine unabdingbare Voraussetzung f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung von Arbeitslosigkeit und sozialer Randst\u00e4ndigkeit.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h3 class=\"ZT\">M\u00f6gliche politische Strategien<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Verschiedene politische Handlungskonzepte kommen infrage, um Tiefl\u00f6hne zu bek\u00e4mpfen. Die Festlegung einer Lohnuntergrenze ist nur eine Massnahme von vielen. M\u00f6glich sind auch eine Umverteilung \u00fcber die Besteuerung (Steuerbefreiung f\u00fcr die &shy;untersten Einkommen) oder reduzierte &shy;Sozialabgaben unterhalb eines bestimmten Schwellenwerts. Infrage kommt auch eine Politik mit Transferzahlungen, die beispielsweise darauf ausgerichtet ist, die tiefsten Einkommen mit Sozialhilfebeitr\u00e4gen zu erg\u00e4nzen. Diese L\u00f6sung birgt Chancen, aber auch Risiken. Auf der einen Seite entlastet eine Erwerbst\u00e4tigkeit von Sozialhilfeempf\u00e4ngern den Staatshaushalt. Andererseits kann dies bis zu einem gewissen Grad wie eine Subvention von Wirtschaftszweigen mit einem hohen Anteil von Tieflohnstellen wirken.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Die h\u00e4ufigste L\u00f6sung f\u00fcr den Schutz der Arbeitnehmenden besteht in der Einf\u00fchrung eines <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohns<\/span>. Zu den zahlreichen L\u00e4ndern, die auf diese L\u00f6sung setzen, geh\u00f6ren auch die USA und das Vereinigte K\u00f6nigreich, die f\u00fcr ihr liberales Wirtschaftssystem bekannt sind. Die jeweilige Praxis in den verschiedenen L\u00e4ndern ist jedoch in mehreren Punkten sehr unterschiedlich. Dies gilt in erster Linie f\u00fcr den Anwendungsbereich und f\u00fcr die H\u00f6he des <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohns<\/span> im Verh\u00e4ltnis zum Medianlohn:<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">In den USA und weiteren L\u00e4ndern gilt der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohn<\/span> f\u00fcr alle Erwerbst\u00e4tigen. In Frankreich dagegen ist er erwerbst\u00e4tigen Personen \u00fcber 18 Jahren vorbehalten. In Belgien liegt die Altersuntergrenze bei 21 und in den Niederlanden bei 23 Jahren.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Bei der H\u00f6he des <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohns<\/span> bestehen betr\u00e4chtliche Unterschiede. 2012 entsprach der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohn<\/span> in Frankreich knapp 62% des Medianlohns. In den Niederlanden und in Grossbritannien liegt dieser Wert bei 47% und in den USA und Japan bei 38%. Ein Bruttomindestlohn von 4000 Franken entspr\u00e4che 66,9% des Medianlohns.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h3 class=\"ZT\">Geringer Einfluss auf Besch\u00e4ftigung, aber &shy;indirekte Auswirkungen<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Fr\u00fcher haben \u00d6konomen h\u00e4ufig geltend gemacht, mit einer Mindestlohnpolitik sei das Risiko einer h\u00f6heren Arbeitslosigkeit verbunden, da sich das Arbeitsangebot erh\u00f6he und die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskr\u00e4ften abnehme. Doch aus verschiedenen empirischen Studien, die in letzter Zeit zu dieser Frage durchgef\u00fchrt wurden, geht klar hervor, dass diese Gefahr \u2013 mit Ausnahme der jungen Arbeitskr\u00e4fte \u2013 nicht oder nur sehr eingeschr\u00e4nkt besteht. Selbst die OECD anerkennt heute, dass eine Mindestlohnpolitik, die an die Bedingungen in den einzelnen L\u00e4ndern und an die verschiedenen demografischen Gruppen angepasst ist, keine negativen Auswirkungen hat, sondern dazu beitr\u00e4gt, Ungleichheiten abzubauen und die Armut bis zu einem gewissen Grad zu lindern. Die OECD r\u00e4umt auch ein, dass eine solche Politik ein wirksames Instrument f\u00fcr die berufliche Wiedereingliederung von arbeitslosen Personen sein kann. Letztlich h\u00e4ngen die Resultate von der H\u00f6he des festgelegten <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohns<\/span> und vom davon betroffenen Teil der Erwerbsbev\u00f6lkerung ab.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h3 class=\"ZT\">H\u00f6he des Mindestlohnes ist relevant<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Ein <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohn<\/span> von 4000 Franken k\u00f6nnte junge Menschen von einer nachobligato&shy;rischen Ausbildung abhalten, die ihren beruf&shy;lichen Werdegang erg\u00e4nzen und ihr &shy;Arbeitslosigkeitsrisiko verringern w\u00fcrde. Dies k\u00f6nnte sich negativ auf das Wirtschaftswachstum der Schweiz auswirken, da ihr Wohlstand mehr denn je vom Humankapital abh\u00e4ngt, das sie generieren kann.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Vor diesem Hintergrund l\u00e4sst sich festhalten, dass der von der Initiative vorgesehene <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohn<\/span> eher hoch angesetzt ist und dass dieser gegebenenfalls auf die Erwerbsbev\u00f6lkerung ab 20 Jahren beschr\u00e4nkt werden sollte. Ausserdem ist darauf hinzuweisen, dass ein landesweiter <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohn<\/span> angesichts der Unterschiede, die innerhalb unseres Landes bestehen, zur Schaffung betr\u00e4chtlicher kantonaler Disparit\u00e4ten beitragen w\u00fcrde. So wurde beispielsweise 2010 im Tessin ein Medianlohn von 5076 Franken verzeichnet, w\u00e4hrend er in Z\u00fcrich bei 6349 Franken lag. Wenn f\u00fcr die ganze Schweiz ein <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohn<\/span> von 4000 Franken festgelegt wird, k\u00f6nnte dies somit im Kanton Tessin viel gr\u00f6ssere Auswirkungen haben als im Kanton Z\u00fcrich. Dasselbe gilt f\u00fcr die verschiedenen Wirtschaftszweige. In einer Branche, die einen Medianlohn von 4000 Franken oder einen tieferen Wert aufweist, m\u00fcsste nach der Einf\u00fchrung eines <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohns<\/span> von 4000 Franken die H\u00e4lfte oder sogar mehr als die H\u00e4lfte der L\u00f6hne erh\u00f6ht werden. Schliesslich k\u00f6nnte eine Mindestlohnpolitik dazu f\u00fchren, dass die Gesamtarbeitsvertr\u00e4ge (GAV) einen Teil ihrer Substanz oder sogar ihre Existenzberechtigung verlieren. Darunter k\u00f6nnte das Prinzip der Kollektivverhandlungen leiden, das mehr denn je eine St\u00e4rke der Schweizer Wirtschaft darstellt. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, w\u00e4re es zweifellos sinnvoller, in allen GAV <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestl\u00f6hne<\/span> einzuf\u00fchren und den Geltungsbereich der GAV zu erweitern. Mit den flankierenden Massnahmen zum freien Personenverkehr wurden bereits gewisse Fortschritte erzielt.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n<span class=\"AU\"> Prof. Dr. Yves Fl\u00fcckiger <\/span>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Direktor des Observatoire universitaire de l\u2019emploi (OUE), Universit\u00e4t Genf<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<div class=\"KA\">&#13;<\/p>\n<h3 class=\"ZT\">Literatur<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Brown Charles, Gilroy Curtis und Kohen &shy;Andrew (1982): The Effect of the Minimum Wage on Employment and Unemployment, in: Journal of Economic Literature, Jg. 20, Nr. 2, S. 487\u2013528.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Card David (1992): Using Regional Variation in Wages to Measure the Effects of the Federal Minimum Wage, in: Industrial and Labor Relations Review, Jg. 46, Nr. 1, S. 22\u201337.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Card David und Krueger Alan (1994): &shy;Minimum Wages and Employment: A Case Study of the Fast-Food Industry in New &shy;Jersey and Pennsylvania, in: American Economic Review, Jg. 48, Nr. 4, S. 772\u2013793.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Doucouliagos Hristos und Stanley T. D. (2009): Publication Selection Bias in &shy;Minimum-Wage Research? A Meta-Regression Analysis, in: British Journal of Industrial Relations, Jg. 47, Nr. 2, S. 406\u2013428.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Neumark David und Wascher William (2000): Minimum Wages and Employment: A Case Study of the Fast-Food Industry in New Jersey and Pennsylvania: Comment, in: American Economic Review, Jg. 90, Nr. 5, S. 1362\u20131396.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;\n<\/p><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div class=\"NT\">&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">1 Eine Verdoppelung des <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohns<\/span> h\u00e4tte einen R\u00fcckgang der Besch\u00e4ftigung um 1% zur Folge.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;\n<\/p><\/div>\n<p>&#13;<\/p>\n<div class=\"LG\">&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Der <span class=\"recomDescriptiveWord\">Mindestlohn<\/span> hat praktisch keine Auswirkungen auf das Besch\u00e4ftigungsniveau, da die Unternehmer \u00fcber zahlreiche M\u00f6glichkeiten verf\u00fcgen, sich darauf einzustellen. Foto: Keystone<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;\n<\/p><\/div>\n<p>&#13;\n<\/p><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#13; &#13; &#13; &#13; In der Literatur \u00fcber den Mindestlohn geh\u00f6rt der Artikel von Brown, Gilroy und Kohen (1982) zu den am h\u00e4ufigsten zitierten Beitr\u00e4gen. In diesem Artikel fassten die Autoren die Ergebnisse einer Kommission zusammen, welche von der Regierung der USA beauftragt worden war, die Auswirkungen eines Mindestlohns auf die Besch\u00e4ftigung zu untersuchen. 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