{"id":118025,"date":"2014-04-01T12:00:00","date_gmt":"2014-04-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2014\/04\/durrer-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:19:28","modified_gmt":"2023-08-23T21:19:28","slug":"durrer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2014\/04\/durrer\/","title":{"rendered":"Die Lohndiskriminierung bleibt ein Politikum"},"content":{"rendered":"<p>M\u00e4nner im privaten Sektor verdienen durchschnittlich 7614 Franken pro Monat. Frauen erhalten durchschnittlich 1800 Franken oder rund ein Viertel weniger. Der Lohnunterschied l\u00e4sst sich nur zu zwei Dritteln mit objektiven Faktoren wie zum Beispiel mehr beruflicher Erfahrung oder einer &shy;besseren beruflichen Stellung erkl\u00e4ren. 677\u00a0Franken haben lediglich mit dem Geschlecht zu tun, sind also diskriminierend.&#13;<\/p>\n<h2>Alle Frauen sind betroffen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSelbst gut verdienende Frauen werden diskriminiert, indem sie bei Bef\u00f6rderungen \u00f6fter \u00fcbergangen werden und laut Untersuchungen auch seltener Sonderzahlungen wie Provisionen oder Boni erhalten. Im Tieflohnbereich, wo zwei von drei Besch\u00e4ftigten weiblich sind, hat sich die Situation der Frauen gegen\u00fcber den M\u00e4nnern nur wenig verbessert. Gemessen am Landesdurchschnitt sind die diskriminierenden Lohn&shy;unterschiede etwa in der chemischen Industrie, im Detailhandel und im Verkehrs- und Transportbereich besonders hoch. In Branchen wie dem Gesundheits- und Sozialwesen oder der Information und Kommunikation sind sie zwar auch noch vorhanden, aber nicht mehr so ausgepr\u00e4gt wie fr\u00fcher. Insgesamt bel\u00e4uft sich der volkswirtschaftliche Diskriminierungseffekt auf 7,7 Mrd. Franken zu Ungunsten der Frauen.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUnter dieser Diskriminierung leiden nicht nur die Frauen. Beeintr\u00e4chtigt ist die ganze Familie, denn das Geld fehlt in den Haushalten kurzfristig f\u00fcr die t\u00e4glichen Ausgaben und langfristig insbesondere in der Altersvorsorge. Bei Scheidungen, wovon rund die H\u00e4lfte aller Ehen betroffen sind, m\u00fcssen heute die M\u00e4nner die tiefere Altersvorsorge der Frauen finanziell ausgleichen. Zudem m\u00fcsste der Staat mit gerechten L\u00f6hnen weniger Sozialleistungen zahlen. Und schliesslich w\u00fcrden jene Firmen bessergestellt, die sich ans Gleichstellungsgesetz halten. Heute werden sie bestraft, weil ihre Konkurrenten tiefere Kosten haben und deshalb billiger sind.&#13;<\/p>\n<h2>Handlungsbedarf erkannt, &shy;L\u00f6sungen\u00a0&shy;vorhanden<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nFirmen mit mehr als 50 Besch\u00e4ftigten, die ihre L\u00f6hne in Bezug auf die Geschlechterdiskriminierung \u00fcberpr\u00fcfen wollen, steht das Selbsttest-Instrument Logib zur Verf\u00fcgung. Es handelt sich um ein einfaches Instrument auf Excel-Basis, das kostenlos von der Web&shy;site <i>logib.ch<\/i> heruntergeladen werden kann. Der Vorteil: Die Daten bleiben im Unternehmen und damit anonym. Nebst einer Online-Anleitung in Deutsch, Franz\u00f6sisch, Italienisch und Englisch steht auch eine kostenlose telefonische Helpline zur Verf\u00fcgung.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nLogib geniesst breite Akzeptanz. So hat &shy;etwa das Bundesgericht die Methode, auf der Logib aufbaut, in einem Gerichtsverfahren validiert. Auch die EU, die OECD oder die Europ\u00e4ische Bank f\u00fcr Wiederaufbau und Entwicklung bezeichnen Logib als \u00abGood Practice\u00bb. Im letzten Jahr haben sich pro &shy;Monat durchschnittlich 300 Personen f\u00fcr das Tool neu interessiert.&#13;<\/p>\n<h2>Logib f\u00fcr maximale Objektivit\u00e4t<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZu den Unternehmen, die mit Logib arbeiten, geh\u00f6rt die Luzerner Kantonalbank. Die Lohnanalyse habe einen Unterschied von 1,1% zu Gunsten der M\u00e4nner ergeben. Damit konnte der Lohngleichheitsdialog erfolgreich abgeschlossen werden, sagt Beat Bieri, Leiter Personalcontrolling. Dieses gute Ergebnis sei auf das ausgewogene Sal\u00e4rsystem zur\u00fcckzuf\u00fchren, welches seit \u00fcber 20 Jahren im Einsatz stehe. Die Bank will die Analyse k\u00fcnftig nach jeder Lohnrunde durchf\u00fchren und intern \u00fcber das Ergebnis informieren. \u00abWir bekennen uns schon lange zur Lohngleichheit von Mann und Frau\u00bb, sagt Bieri. Die stetige \u00dcberpr\u00fcfung mithilfe eines externen Instruments wie Logib sei \u00abdie logische Konsequenz und sorgt f\u00fcr maximale Objektivit\u00e4t\u00bb.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">BFS, Lohnstrukturerhebung 2010.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Helpline: 0800 55 99 00; Download: http:\/\/www.logib.ch; Benutzungsanleitung: http:\/\/www.logib-schritt-fuer-schritt.ch&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00e4nner im privaten Sektor verdienen durchschnittlich 7614 Franken pro Monat. Frauen erhalten durchschnittlich 1800 Franken oder rund ein Viertel weniger. 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Davon haben 18 \u00adihre L\u00f6hne bereits \u00fcberpr\u00fcft, \u00adallenfalls festgestellte Lohndiskriminierungen beseitigt und ihren Schlussbericht ein\u00adgereicht. Die anderen 33 Unternehmen haben noch bis maximal 2018 Zeit, das Verfahren abzuschliessen. Warum nicht mehr Unter\u00adnehmen beim Lohngleichheitsdialog mitgemacht haben, wird derzeit untersucht. Die Ergebnisse dieser Evaluation sowie zwei Studien zu staatlichen Instrumenten zur Durchsetzung der Lohngleichheit werden Grundlagen f\u00fcr das weitere Vorgehen sein. Der Bundesrat wird voraussichtlich noch in diesem Jahr entscheiden, ob und wenn ja welche zus\u00e4tzlichen staatlichen Massnahmen zur Bek\u00e4mpfung der Lohndiskriminierung aufgrund des Geschlechts zu pr\u00fcfen sein werden."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":118028,"main_focus":[156673,157280],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"2887","post_abstract":"","magazine_issue":"20140401","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/5492b1e7ade04"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118025"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4027"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=118025"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118025\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127087,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118025\/revisions\/127087"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157280"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156673"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4027"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=118025"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=118025"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=118025"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=118025"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=118025"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=118025"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}