{"id":118030,"date":"2014-04-01T12:00:00","date_gmt":"2014-04-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2014\/04\/fluder-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:19:30","modified_gmt":"2023-08-23T21:19:30","slug":"fluder-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2014\/04\/fluder-3\/","title":{"rendered":"Welche Gruppen von Arbeitslosen riskieren, l\u00e4ngerfristig von Sozialleistungen abh\u00e4ngig zu werden?"},"content":{"rendered":"<p>Trotz der im europ\u00e4ischen Vergleich tiefen Arbeitslosigkeit ist die Langzeitarbeits&shy;losigkeit auch hierzulande ein gravierendes sozialpolitisches Problem. Je l\u00e4nger die Arbeitslosigkeit dauert, desto schwieriger wird der Wiedereinstieg ins Erwerbsleben.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Damit steigt das Risiko einer l\u00e4nger anhaltenden oder dauerhaften Abh\u00e4ngigkeit von Sozialleistungen erheblich an. <i>Marti et al. (2013)<\/i> haben nachgewiesen, dass mit der Dauer der\u00a0Arbeitslosigkeit der Einkommensverlust nach der Arbeitslosigkeit gr\u00f6sser wird. Ein Teil der Arbeitslosen ist im Anschluss an &shy;eine\u00a0Aussteuerung weiter auf sozialstaatliche &shy;Leistungen angewiesen.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Personengruppen w\u00e4hrend l\u00e4ngerer Zeit arbeitslos bleiben und welche bereits nach einer kurzen Phase der Arbeitslosigkeit wieder eine Stelle finden. Das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) beauftragte die Berner Fachhochschule, diese Fragen anhand des neuen SHIVALV-Datensatzes<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>&#13;<br \/>\nzu untersuchen. Die Untersuchung legt den Fokus auf die Dauer des Bezugs von Arbeitslosenentsch\u00e4digung (ALE) und die Anzahl Bezugsperioden sowie darauf, ob die ALE-Beziehenden gleichzeitig oder anschliessend Sozialhilfe beziehen und ob sie sp\u00e4ter erneut arbeitslos sind.&#13;<\/p>\n<h2>Dauer und H\u00e4ufigkeit des ALE-Bezugs<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nF\u00fcr die neuen ALE-Beziehenden des Jahres 2005 wurde ermittelt, wie lange und wie oft sie bis Ende 2010 ALE und\/oder Sozialhilfe bezogen hatten und in welcher Abfolge. Dabei wurden kurze und lange (l\u00e4nger als zw\u00f6lf Monate) Bezugsperioden unterschieden und ob ein Sozialhilfebezug direkt nach einem ALE-Bezug oder nach einem Unterbruch erfolgte. Die verschiedenen Abfolgen dieser Bezugssequenzen wurden zu einer Verlaufstypologie zusammengefasst.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWie aus <em>Grafik 1<\/em> hervorgeht, beziehen 85,8% der neuen ALE-Beziehenden w\u00e4hrend der sechs Untersuchungsjahre ausschliesslich ALE (Verlaufstypen 1 bis 4). Bei 45% betr\u00e4gt die Bezugsdauer insgesamt weniger als ein Jahr, bei einem Viertel weniger als sechs &shy;Monate. Hier kommt der ALE die Funktion einer kurzfristigen \u00dcberbr\u00fcckung zwischen zwei Stellen zu. Mehr als die H\u00e4lfte weist &shy;eine ALE-Bezugsperiode auf (Verlaufstypen 1 und 2), bei gut einem Drittel ist diese k\u00fcrzer als zw\u00f6lf Monate (Verlaufstyp 1). Ein Viertel der neuen ALE-Beziehenden bezieht w\u00e4hrend mehrerer kurzer Perioden ALE (Verlaufstyp 3), 14% w\u00e4hrend mehrerer Perioden mit mindestens einer langen Bezugsperiode (Verlaufstyp 4). Dies weist auf einen vergleichsweise wenig stabilen Erwerbsverlauf hin. Fast 30% weisen mindestens eine lange ALE-Bezugsperiode (l\u00e4nger als zw\u00f6lf Monate) auf (Verlaufstypen 2 und 4).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2014\/04\/201404_13D_Grafik01.eps1_.gif\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3882\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2014\/04\/201404_13D_Grafik01.eps1_-600x575.gif\" alt=\"201404_13D_Grafik01.eps[1]\" width=\"600\" height=\"575\" \/><\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Verl\u00e4ufe mit Sozialhilfebezug<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nKnapp 10% der neuen ALE-Beziehenden erhalten w\u00e4hrend des ALE-Bezugs oder daran anschliessend Sozialhilfe (nur ein \u00dcbergang: Verlaufstypen 5 bis 8). Bei 2,3% erfolgt dies ausschliesslich erg\u00e4nzend zur ALE (Verlaufstyp 5 und 6). Bei einem kleinen Anteil vermag also die ALE das Existenzminimum nicht zu decken.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n7,3% der neuen ALE-Beziehenden erhalten nach dem ALE-Bezug Sozialhilfe und haben anschliessend keinen erneuten \u00dcbergang in die ALE (Verlaufstyp 7 und 8); bei 2,9% erfolgt der Sozialhilfebezug nach einer kurzen ALE-Bezugsperiode (Verlaufstyp 7). Hier d\u00fcrfte es sich einerseits um Personen handeln, die aufgrund einer Beitragsbefreiung nur Anspruch auf maximal 260 Taggelder haben (u.\u2009a. junge Erwachsene nach der Ausbildung, Wiedereinsteigerinnen) oder andererseits um Working Poor, die zwar rasch eine Stelle gefunden hatten, deren Lohn aber nicht existenzsichernd ist. Im Anschluss an einen langen ALE-Bezug beziehen 4,4% &shy;Sozialhilfe (Verlaufstyp 8). Dies sind gr\u00f6sstenteils Ausgesteuerte; fast die H\u00e4lfte (44%) ist l\u00e4ngerfristig auf Sozialleistungen angewiesen und bezieht am Ende des Unter&shy;suchungszeitraums 2010 noch immer So&shy;zialhilfe.4,5% der neuen ALE-Beziehenden weisen komplexe Verl\u00e4ufe mit mehrfachem Wechsel zwischen ALE- und Sozialhilfebezug auf (Verlaufstypen 9 und 10). Am auff\u00e4lligsten ist der Verlaufstyp 10 (\u00abPendler\u00bb): Bei Personen dieses Verlaufstyps folgt einer ersten Periode mit ALE mindestens ein \u00dcbergang in die &shy;Sozialhilfe und anschliessend wieder eine ALE. Mit einer durchschnittlichen Bezugsdauer von 3,4 Jahren (etwa je zur H\u00e4lfte ALE und Sozialhilfe) sind diese Personen sehr lange auf &shy;Sozialleistungen angewiesen. Mehr als die H\u00e4lfte von ihnen (53%) wurde aus&shy;gesteuert, etwa die H\u00e4lfte bezieht am Ende des Unter&shy;suchungszeitraums ALE oder Sozialhilfe.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEs kann also festgehalten werden, dass fast jeder zehnte ALE-Beziehende (rund 9%) einen besonders problematischen Leistungsverlauf aufweist (Verlaufstypen 8, 9, 10). Auf diese Gruppe sollte ein besonderes Augenmerk gelegt werden.&#13;<\/p>\n<h2>Unterschiedliche Risikokonstellationen der soziodemografischen Gruppen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWelche Personengruppen sind bei den einzelnen Verl\u00e4ufen besonders h\u00e4ufig vertreten? Einerseits interessiert das Profil der Personen mit einer kurzen ALE-Bezugsdauer; diese haben gute Chancen, sich rasch und nachhaltig wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Andererseits liegt der Fokus bei komplexen Verl\u00e4ufen mit mehreren Perioden von ALE und\/oder Sozialhilfebezug. Diese Betroffenen haben ein hohes Risiko f\u00fcr einen lang andauernden Leistungsbezug, und ihre Chancen auf eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt sind deutlich geringer als bei der ersten Gruppe.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAnhand der soziodemografischen und &shy;sozioprofessionellen Merkmale der neuen &shy;ALE-Beziehenden wird in <em>Tabelle 1<\/em> die &shy;Wahrscheinlichkeit ausgewiesen, einem bestimmten Verlaufstyp anzugeh\u00f6ren. Ein deutliches Muster zeigt sich bei den Altersgruppen: Junge Erwachsene sind bei Verl\u00e4ufen mit kurzen ALE-Bezugsperioden (Verlaufstyp 1 und 7) \u00fcberrepr\u00e4sentiert. Aufgrund einer nur kurzen Beitragszeit ist die Dauer der Berechtigung auf ALE oft eingeschr\u00e4nkt. Vielfach noch ohne famili\u00e4re Verpflichtungen, sind sie auf dem Arbeitsmarkt flexibler und finden deshalb schnell eine neue (oft befristete) Anstellung. Gerade umgekehrt liegen die Verh\u00e4ltnisse bei den \u00fcber 45-J\u00e4hrigen: Sie haben zwar ein geringeres Risiko, arbeitslos zu werden. Wenn sie aber arbeitslos werden, sind sie es relativ lange.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2014\/04\/201404_13D_Tabelle01.eps1_1.gif\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3884\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2014\/04\/201404_13D_Tabelle01.eps1_1-600x460.gif\" alt=\"201404_13D_Tabelle01.eps[1]\" width=\"600\" height=\"460\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuch der Zivilstand und die Familiensituation beeinflussen das Risiko der Zugeh\u00f6rigkeit zu einem bestimmten Verlaufstyp. Ledige sind in Verl\u00e4ufen mit einer kurzen ALE-Bezugsperiode (Verlaufstyp 1) \u00fcberdurchschnittlich h\u00e4ufig vertreten, Geschiedene hingegen in Verl\u00e4ufen mit Sozialhilfebezug (Verlaufstyp 7, 8, 10). Es spielt zudem eine Rolle, ob ALE-&shy;Beziehende gegen\u00fcber Kindern unterhaltspflichtig sind oder nicht. Die Unterhaltspflicht erh\u00f6ht tendenziell das Risiko f\u00fcr l\u00e4ngere Leistungsbez\u00fcge, f\u00fcr kombinierte Bez\u00fcge und f\u00fcr wiederholte Perioden mit Leistungsbezug (Verlaufstyp 10). Dies d\u00fcrfte damit zusammenh\u00e4ngen, dass die finanzielle Situation von Geschiedenen oft prek\u00e4r ist.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNicht nur das Risiko, arbeitslos zu werden, h\u00e4ngt von der Nationalit\u00e4t ab, sondern auch das Risiko f\u00fcr problematische Verl\u00e4ufe. So sind Schweizer ALE-Beziehende bei Verl\u00e4ufen mit einem kurzen ALE-Bezug (Verlaufstyp 1) deutlich \u00fcbervertreten. Dem&shy;gegen\u00fcber haben ALE-Beziehende aus L\u00e4ndern ausserhalb der EU27\/Efta eine gr\u00f6ssere Wahrscheinlichkeit f\u00fcr Langzeitverl\u00e4ufe und Verl\u00e4ufe mit &shy;Sozialhilfebezug.&#13;<\/p>\n<h2>Sozioprofessionelle Einflussfaktoren<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSozioprofessionelle Merkmale haben einen deutlichen Einfluss auf die Chancen f\u00fcr eine rasche Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Hier kommt der Berufsbildung eine Schl\u00fcsselstellung zu. Ein Drittel der neuen ALE-Beziehenden verf\u00fcgt \u00fcber keine nach-obligatorische Ausbildung (bei der Bev\u00f6lkerung im erwerbsf\u00e4higen Alter sind es 14%). Diese Personen sind in Verl\u00e4ufen mit langen und mehrmaligen ALE-Bezugsperioden (Verlaufstyp 2 und 4), bei Verl\u00e4ufen mit Sozialhilfebezug (Verlaufstyp 7 und 8) sowie im Verlaufstyp 10 (\u00abPendler\u00bb) stark \u00fcbervertreten. Hier zeigt sich deutlich, dass es f\u00fcr viele Personen ohne eine arbeitsmarktrelevante Qualifikation sehr schwierig ist, eine stabile und ausreichend entlohnte Besch\u00e4ftigung zu finden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWeiter weisen Besch\u00e4ftigte aus dem Gastgewerbe, der Landwirtschaft und zum Teil aus dem Baugewerbe ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Verl\u00e4ufe mit langen ALE-Bezugsperioden und Verl\u00e4ufe mit Sozialhilfebezug auf. Prek\u00e4re Anstellungsbedingungen, tiefe L\u00f6hne und befristete Anstellungen (Saisonarbeit) d\u00fcrften hier die Risiken f\u00fcr lang andauernde und wiederholte Leistungsbez\u00fcge erh\u00f6hen. Ein erheblicher Teil dieser Verl\u00e4ufe f\u00fchrt in die Sozialhilfe.&#13;<\/p>\n<h2>\u00c4ltere mit erh\u00f6htem Risiko f\u00fcr &shy;Sozialhilfebezug<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWiederholte und\/oder lange ALE-Bezugsperioden verbunden mit einem Sozialhilfe&shy;bezug weisen darauf hin, dass eine rasche und dauerhafte Wiederintegration in den ersten Arbeitsmarkt schwierig ist. Um abzusch\u00e4tzen, welche Einflussfaktoren f\u00fcr die Dauer des ALE-Bezugs und die Wahrscheinlichkeit eines Sozialhilfebezugs besonders relevant sind, wurden diese mittels eines multivariaten statistischen Modells simultan gesch\u00e4tzt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBei den soziodemografischen Merkmalen erweisen sich Alter, Zivilstand, Unterhaltspflicht, Gr\u00f6sse der Familie und Nationalit\u00e4t als relevant. Bei den jungen Erwachsenen ist die durchschnittliche ALE-Bezugsdauer um mehr als einen Monat k\u00fcrzer als bei den 26- bis 45-J\u00e4hrigen, und das Risiko f\u00fcr einen Verlauf mit Sozialhilfebezug ist deutlich geringer. Die \u00fcber 45-J\u00e4hrigen haben dem&shy;gegen\u00fcber ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr einen &shy;langen ALE-Bezug und f\u00fcr Verl\u00e4ufe mit Sozialhilfebezug. Das zeigt, dass f\u00fcr \u00e4ltere &shy;Arbeitslose die Chance f\u00fcr eine rasche Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt vermindert ist. Personen mit Unterhaltspflicht, einer grossen Familie sowie Geschiedene beziehen vergleichsweise lange ALE und sind oft in Verl\u00e4ufen mit Sozialhilfebezug zu finden. Ihre famili\u00e4re Situation schr\u00e4nkt ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt ein, und &shy;aufgrund ihrer finanziellen Verpflichtungen sind sie rascher auf Sozialhilfe angewiesen. Neue ALE-Beziehende aus den EU27\/Efta-Staaten unterscheiden sich nur wenig von denjenigen mit Schweizer Nationalit\u00e4t. Hingegen beziehen Personen aus Staaten ausserhalb der EU27\/Efta l\u00e4nger ALE, und das Risiko f\u00fcr einen Sozialhilfebezug ist deutlich erh\u00f6ht. Fehlende oder nicht anerkannte Qualifikationen, mangelnde Sprachkenntnisse oder Diskriminierung bei der Stellenvergabe mindern die Chancen dieser Personen auf dem Arbeitsmarkt. Vergleichsweise oft arbeiten sie in unsicheren Arbeitsverh\u00e4ltnissen oder in Tieflohnbranchen. Bei neuen ALE-Beziehenden ohne nachobligatorische Ausbildung ist die ALE-Bezugsdauer deutlich l\u00e4nger im Vergleich zu denjenigen mit einem Abschluss auf Sekundarstufe II oder auf Terti\u00e4rstufe. Ihr Risiko f\u00fcr einen Sozialhilfebezug ist stark erh\u00f6ht. Im Weiteren zeigen sich regionale Unterschiede. So ist das Risiko f\u00fcr ALE-Bezie&shy;hende aus st\u00e4dtischen Gemeinden f\u00fcr lange Verl\u00e4ufe und Verl\u00e4ufe mit Sozialhilfebez\u00fcgen h\u00f6her; f\u00fcr diejenigen aus den Grossregionen Genfersee und Tessin ist das Risiko f\u00fcr lange ALE-Bezugsperioden \u00fcberdurchschnittlich hoch. Diese regionalen Unterschiede d\u00fcrften sich aufgrund der regional unterschiedlichen wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse und des unterschiedlichen institutionellen Umfeldes ergeben.&#13;<\/p>\n<h2>Lang andauernde und wechselnde &shy;Bez\u00fcge\u00a0problematisch<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nW\u00e4hrend die Mehrheit der Arbeitslosen ALE nur kurz oder einmalig als \u00dcberbr\u00fcckung zwischen zwei Arbeitsstellen bezieht, ist ein kleiner Teil der Arbeitslosen l\u00e4ngerfristig auf Leistungen angewiesen. Oft beziehen diese mehrmals ALE und zus\u00e4tzlich Sozialhilfe&shy;leistungen. Im Hinblick auf eine Wiederein&shy;gliederung in den Arbeitsmarkt sind solche lang andauernden und wechselnden Leistungsbez\u00fcge problematisch. Die Untersuchung hat gezeigt, dass vor allem \u00e4ltere &shy;Personen, Geschiedene, Personen ohne Berufsbildung oder mit Herkunft aus Nicht-EU-L\u00e4ndern ein deutlich erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr solche Verl\u00e4ufe haben. Hier braucht es gezielte Unterst\u00fctzung und Massnahmen.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Vgl. Amosa (2010), Bigotta et al. (2011), Sheldon (1999).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Vgl. u.a. Fluder (2009), Aeppli (2006).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Datensatz bestehend aus den statistischen Daten und Registerdaten der Sozialhilfe (SH), der Invalidenversicherung (IV) und der Arbeitslosenversicherung (ALV) zur Quantifizierung der Wechselwirkungen zwischen den Systemen der Sozialen Sicherheit.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz der im europ\u00e4ischen Vergleich tiefen Arbeitslosigkeit ist die Langzeitarbeits&shy;losigkeit auch hierzulande ein gravierendes sozialpolitisches Problem. Je l\u00e4nger die Arbeitslosigkeit dauert, desto schwieriger wird der Wiedereinstieg ins Erwerbsleben. 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Um welche Sozialleistungen handelt es sich, und wie lange dauern die Bezugsperioden? \u00adAnhand eines neuen Datensatzes mit Angaben aus der Arbeits\u00adlosenversicherung, der Invalidenversicherung und der Sozialhilfe sind erstmals die Leistungs\u00adbez\u00fcge von neuen Beziehenden von Arbeitslosenentsch\u00e4digung \u00adw\u00e4hrend einer Periode von sechs Jahren untersucht und anhand von Risikoprofilen charakterisiert worden.","post_hero_image_description":"Mit zunehmender Dauer der Arbeitslosigkeit steigt das Risiko einer l\u00e4nger anhaltenden oder dauerhaften Abh\u00e4ngigkeit von Sozialleistungen erheblich an.","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"<ul>&#13;\n\t<li>Aeppli, Daniel (2006): Die Situation der Ausgesteuerten in der Schweiz \u2013 Vierte Studie im Auftrag der Arbeitslosenversicherung, Bern: Seco.<\/li>&#13;\n\t<li>AMOSA, Arbeitsmarktbeobachtung Ostschweiz, Aargau und Zug (2010): Wiederholte Arbeitslosigkeit, Situation und Massnahmen. Z\u00fcrich Amt f\u00fcr Wirtschaft und Arbeit des Kantons Z\u00fcrich.<\/li>&#13;\n\t<li>Bigotta, Maurizio, Losa, Faio B., Ritschard, Gilbert, Stephani, Eric (2011): Berufsbiografien von Langzeitarbeitslosen in der Schweiz, In: Die Volkswirtschaft 7\/8-2011, S. 51\u201354.<\/li>&#13;\n\t<li>Fluder, Robert, Graf, Thomas, Ruder, Rosmarie, Salzgeber, Renate (2009): Quantifizierung der \u00dcberg\u00e4nge zwischen Systemen der Sozialen Sicherheit (IV, ALV und Sozialhilfe). Forschungsbericht Nr. 1\/09 Bern: BSV.<\/li>&#13;\n\t<li>Fluder, Robert, Salzgeber, Renate, Fritschi, Tobias, Graf Thomas, R\u00f6thlisberger, Sandra (2013): Verl\u00e4ufe, Risikoprofile und Einflussfaktoren f\u00fcr die berufliche Integration von neuen ALV-Beziehenden. Bern: BFH.<\/li>&#13;\n\t<li>Sheldon, George (1999): Die Langzeitarbeitslosigkeit in der Schweiz, Diagnose und Therapie, Hauptverlag, Bern.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Angaben zur Untersuchung","kasten_box":"Die Untersuchung st\u00fctzt sich auf Administrativdaten von IV und ALV und die Sozialhilfestatistik der Jahre 2005 bis 2010. Das BSV hat im Rahmen des Monitorings SHIVALV die Jahresdaten dieser drei Datens\u00e4tze aufgearbeitet und zu einem einheitlichen Datensatz integriert. Damit lassen sich die Leistungsbez\u00fcge \u00fcber l\u00e4ngere Zeit verfolgen. Zus\u00e4tzlich wurden gewisse Informationen aus den Avam-Daten verwendet.&#13;\n&#13;\nDie Grundgesamtheit bilden Personen, die im Jahr 2005 neu ALE bezogen haben (Personen mit einer neuen Rahmenfrist im Jahr 2005). Dabei werden nur Frauen, die im Jahr 2005 j\u00fcnger als 59 Jahre, und M\u00e4nner, die j\u00fcnger als 60 Jahre waren, ber\u00fccksichtigt, \u00addamit alle Personen w\u00e4hrend des gesamten Untersuchungszeitraums im erwerbsf\u00e4higen Alter waren. Insgesamt umfasst die Grund\u00adgesamtheit 143\u2009947 Personen.&#13;\n&#13;\nDie Ergebnisse sind im Schlussbericht ver\u00f6ffentlicht: Fluder Robert, Salzgeber Renate, Fritschi Tobias, Graf Thomas, R\u00f6thlisberger Sandra (2013): Verl\u00e4ufe, Risikoprofile und Einflussfaktoren f\u00fcr die berufliche Integra\u00adtion von neuen ALV-Beziehenden. Verf\u00fcgbar unter: <i><a href=\"http:\/\/www.soziale-arbeit.bfh.ch\/\u00adforschung\" target=\"_blank\">http:\/\/www.soziale-arbeit.bfh.ch\/\u00adforschung<\/a>, P<\/i>ublikationen, Soziale Sicherheit<i>.<\/i>"}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":118033,"main_focus":[156673,157280],"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"2889","post_abstract":"","magazine_issue":"20140401","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/5492c6d59edbb"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118030"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4028"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=118030"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118030\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127088,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118030\/revisions\/127088"}],"acf:post":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/157280"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/main_focus_post\/156673"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3633"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4028"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=118030"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=118030"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=118030"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=118030"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=118030"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=118030"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}