{"id":118039,"date":"2014-04-01T12:00:00","date_gmt":"2014-04-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2014\/04\/fweber-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:18:54","modified_gmt":"2023-08-23T21:18:54","slug":"fweber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2014\/04\/fweber\/","title":{"rendered":"Die Bedeutung des asiatischen Beschaffungsmarktes f\u00fcr die Schweiz nimmt zu"},"content":{"rendered":"<p>Gut die H\u00e4lfte der Importg\u00fcter sind Rohstoffe, Halbfabrikate, Energietr\u00e4ger oder Investitionsg\u00fcter, welche weiteren Wertsch\u00f6pfungsprozessen in der Schweiz dienen. Asien hat sich dabei insbesondere auf die Exporte von Einzelteilen und Komponenten spezialisiert. Entsprechend geh\u00f6ren elektrische und elektronische Bauteile, Uhrenbestandteile sowie Maschinen und Apparate zu den wichtigsten Importg\u00fctern der Schweiz aus Asien. Diese G\u00fcter stammen mehrheitlich aus China, Japan, Taiwan und Thailand.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Die Volksrepublik China hat ihrerseits eine Nabenrolle innerhalb der Region \u00fcbernommen, indem sie Halbfabrikate aus asiatischen Staaten importiert, verarbeitet und re-exportiert.&#13;<\/p>\n<h2>Unsichere Transportwege<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Importe aus Asien gelangen je nach Warenart \u00fcber den See-, Luft-, Strassen- oder Schienenverkehr in die Schweiz. F\u00fcr grossvolumige und weniger eilige G\u00fcter wird zumeist der Seeweg gew\u00e4hlt. Die beliebteste Wasserroute von Asien nach Europa f\u00fchrt durch den Suezkanal an die Nordsee- und Mittelmeerh\u00e4fen. Von dort aus wird die Fracht auf Lastwagen, Z\u00fcge oder Binnenschiffe umgeschlagen und in die Schweiz transportiert. Hochwertige, kleinvolumige Waren gelangen h\u00e4ufig per Luftfrachtverkehr zu uns.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nHeikle Stellen auf den Importkorridoren der Schweiz bilden \u2013 neben der somalischen K\u00fcste \u2013 insbesondere Verkehrsknotenpunkte, an denen mehrere Transportprozesse zusammentreffen. Der gestiegene Welthandel und die zunehmend vernetzten Transportprozesse treiben die Infrastrukturen an ihre Leistungsgrenzen. Am Hafen in Rotterdam wurden im letzten Jahr 442 Mio. Tonnen Waren umgeschlagen. Aufgrund der hohen Umschlagsmengen ist bei einem Ausfall ein Auffangen der gesamten Menge durch einen anderen Hafen nicht m\u00f6glich.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Diversifizierung der Aussenwirtschaft<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAuch wenig vorhersehbare Ereignisse in den Beschaffungsm\u00e4rkten \u2013 wie Naturkatastrophen, politische Unruhen oder Pandemien \u2013 k\u00f6nnen die Schweizer Wirtschaft tangieren. So war beispielsweise die Schweizer Maschinenindustrie nach der Dreifachkatastrophe in Japan 2011 mit Lieferausf\u00e4llen von Teilen aus Drittlandfertigung konfrontiert, welche japanische Komponenten beinhalteten. Die Verteilung der Produktionsketten \u00fcber Landesgrenzen hinweg schafft komplexe Wertsch\u00f6pfungsketten. Bereits kleine Produtions- oder Lieferausf\u00e4lle k\u00f6nnen zu gravierenden wirtschaftlichen Einbussen f\u00fchren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDiese Risiken hat der letzte Strategie&shy;bericht des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) zur Schweizer Aussenwirtschaftspolitik gegen\u00fcber Asien identifiziert. Um die &shy;Widerstandsf\u00e4higkeit der Schweizer Wirtschaft gegen Schocks im asiatischen Beschaffungsmarkt zu erh\u00f6hen, wurde eine geografische Diversifizierung der Handelspartner ins Auge gefasst. Die Erweiterung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen er\u00f6ffnet der Schweizer Wirtschaft alternative Bezugsquellen und reduziert die Abh\u00e4ngigkeit von einzelnen Partnern. Das Netz an Freihandelsabkommen wird laufend ausgebaut. Auf Unternehmensebene gewinnt die Entwicklung nachhaltiger Beschaffungsstrategien zunehmend an Bedeutung. Es liegt in der Verantwortung jedes Unternehmens, seine speziellen Risiken und Chancen in der Lieferkette zu identifizieren und entsprechend angepasste Ans\u00e4tze zu verfolgen. In einigen gr\u00f6sseren &shy;Industrieunternehmen geh\u00f6rt das Lieferkettenmanagement bereits zur strategischen F\u00fchrung. Es stellt sich jedoch die Frage, inwiefern sich auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) den Risiken in den eigenen Lieferketten bewusst sind und ihre Beschaffungsbeziehungen entsprechend zu steuern verm\u00f6gen. Aus diesem Grund wurde im Strategie&shy;bericht beschlossen, die Abh\u00e4ngigkeit der Schweizer Wirtschaft vom asiatischen Wirtschaftsraum im Rahmen einer Studie zu evaluieren. Im folgenden Artikel werden die Resultate vorgestellt.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">EZV (2014): Aussenhandelsstatistik 2013.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Lampe, K., St\u00f6lzle, W. (2012): Transportwege f\u00fcr den Handel zwischen Asien und Europa: F\u00fcr die Zukunft \u00adger\u00fcstet? In: Die Volkswirtschaft 9-2012, S. 31\u201335.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">St\u00f6lzle, W., Hofmann, E., Lampe, K. (2014): Logistikmarktstudie Schweiz 2014, Kapitel 3: Verkehrstr\u00e4gerspezifische Betrachtung des Schweizer Logistikmarktes und seiner Infrastruktur, Punkt 3.7 Exkurs Verwundbarkeitsanalyse der Schweizer Importkorridore.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gut die H\u00e4lfte der Importg\u00fcter sind Rohstoffe, Halbfabrikate, Energietr\u00e4ger oder Investitionsg\u00fcter, welche weiteren Wertsch\u00f6pfungsprozessen in der Schweiz dienen. Asien hat sich dabei insbesondere auf die Exporte von Einzelteilen und Komponenten spezialisiert. Entsprechend geh\u00f6ren elektrische und elektronische Bauteile, Uhrenbestandteile sowie Maschinen und Apparate zu den wichtigsten Importg\u00fctern der Schweiz aus Asien. 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Ein Blick in die Aussenhandelsstatistik zeigt, dass allen voran die Importe aus Asien zugenommen haben. Der Wert an Importen, welche die Schweiz aus Asien bezieht, hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Dies hat Auswirkungen auf die Anf\u00e4lligkeit der Schweizer Wirtschaft auf Schocks in diesem Raum.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":[{"kasten_title":"Logistikmarktstudie Schweiz","kasten_box":"Die Logistikmarktstudie wird j\u00e4hrlich \u00fcberarbeitet, erg\u00e4nzt und aktualisiert. 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