{"id":118156,"date":"2014-03-01T12:00:00","date_gmt":"2014-03-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2014\/03\/bruelhart-6\/"},"modified":"2023-08-23T23:20:20","modified_gmt":"2023-08-23T21:20:20","slug":"bruelhart-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2014\/03\/bruelhart-5\/","title":{"rendered":"Erbschaftssteuern und Mobilit\u00e4t der Steuerzahler"},"content":{"rendered":"<p>Wenn in der Schweiz \u00fcber Steuerreformen diskutiert wird, dann steht der Steuerwettbewerb jeweils im Mittelpunkt der Debatte. So erscheint dieser Aspekt denn auch zuvorderst im Kapitel zu den wirtschaftlichen Auswirkungen einer nationalen Erbschaftssteuer in der bundesr\u00e4tlichen Botschaft zur entsprechenden Volksinitiative: \u00abBisher war es m\u00f6glich, durch Wegzug in einen Kanton mit niedriger Erbschaftssteuer die Steuerbelastung der Erben und Erbinnen zu reduzieren. W\u00fcrde die Kompetenz f\u00fcr die Erhebung der Erbschafts- und Schenkungssteuer dem Bund \u00fcbertragen, so w\u00fcrde der Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen ausgeschaltet.\u00bb<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a> Drei S\u00e4tze sp\u00e4ter folgt die zentrale Bef\u00fcrchtung: \u00abDie h\u00f6here Besteuerung der Erbschaften und Schenkungen k\u00f6nnte dazu f\u00fchren, dass sehr verm\u00f6gende Personen ins Ausland wegziehen oder Betriebsverm\u00f6gen ins Ausland verlagern. Ebenso k\u00f6nnte eine Erbschaftssteuer verm\u00f6gende Privatpersonen und Unternehmen von einem Zuzug in die Schweiz abhalten.\u00bb&#13;<\/p>\n<h2>Killerargument Steuerwettbewerb<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Sorge um mobile Erblasser spielte bei den zahlreichen kantonalen Erbschaftssteuerreformen der letzten drei Jahrzehnte ebenfalls die Hauptrolle. Die <i>Grafik 1<\/i> illustriert eine Analyse der offiziellen Abstimmungsb\u00fcchlein zu 15\u00a0kantonalen Erbschaftssteuersenkungsvorlagen seit 1990.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> Die Grafik macht deutlich, dass 64% des Textvolumens dem Wettbewerb um mobile Steuerzahler gewidmet waren. Zudem ist ersichtlich, dass der Steuerwettbewerb von den Bef\u00fcrwortern der Erbschaftssteuersenkung in 13 der 15 analysierten Brosch\u00fcren als erstes Argument angef\u00fchrt wurde. Wenn man die Erbschaftssteuern nicht auch reduzieren w\u00fcrde, so wurde vorhergesagt, dann verl\u00f6re man beg\u00fcterte Steuerzahler an die Kantone, in welchen reiche Erben weniger streng zur Kasse gebeten werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2014\/03\/201403_16D_Grafik01.eps1_.gif\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4276\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2014\/03\/201403_16D_Grafik01.eps1_-600x598.gif\" alt=\"201403_16D_Grafik01.eps[1]\" width=\"600\" height=\"598\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Logik des Steuerwettbewerbs ist &shy;bestechend. Doch entscheidend ist nicht, ob mobile Steuerzahler durch tiefere Steuern angezogen werden, sondern wie viele. Wenn Steuerzahler en masse zuziehen, kann sich eine Steuersenkung f\u00fcr die Staatskasse tats\u00e4chlich lohnen, da sie in diesem Fall die Steuereinnahmen erh\u00f6ht, statt sie zu reduzieren. Umgekehrt w\u00fcrde eine Steuer&shy;erh\u00f6hung zum fiskalischen Eigentor, wenn sie eine sehr starke Abwanderung finanz&shy;kr\u00e4ftiger Steuerzahler ausl\u00f6sen w\u00fcrde. Je schw\u00e4cher solche Wanderungsreaktionen &shy;jedoch ausfallen, desto \u00abnormaler\u00bb wird der Zusammenhang zwischen Steuerbelastung und Steuereinnahmen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWenn im Extremfall Steuerzahler weder mit Wanderungsbewegungen noch sonst &shy;irgendwie auf Ver\u00e4nderungen der Steuer&shy;belastung reagieren, steigen und fallen die Steuereinnahmen proportional zur Steuerbelastung. Die Intensit\u00e4t der von Ver\u00e4nderungen der Steuerbelastung ausgel\u00f6sten Wanderungsreaktionen \u2013 im Jargon spricht man von der \u00abElastizit\u00e4t des Steuersub&shy;strats\u00bb \u2013 ist daher von entscheidender &shy;Bedeutung. Diese Elastizit\u00e4t ist in der Regel negativ, denn h\u00f6here Steuern ziehen ein kleineres Steuersubstrat nach sich und umgekehrt. Bei einer Elastizit\u00e4t von null (keine Verhaltensanpassungen) ver\u00e4ndern sich die Steuereinnahmen proportional zur Steuerbelastung. Bei einer Elastizit\u00e4t von \u20131 kompensieren die Verhaltensanpassungen die Steuerbelastungs\u00e4nderungen exakt, sodass die Steuereinnahmen auf Anpassungen des Steuersatzes nicht reagieren. Bei einer Elastizit\u00e4t unter \u20131 schliesslich \u00ablohnen\u00bb sich Steuersenkungen f\u00fcr den Fiskus, denn sie ziehen steigende Steuereinnahmen nach sich.&#13;<\/p>\n<h2>Was sagt die Statistik?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWir haben die Elastizit\u00e4t des kantonalen Erbschaftssteuersubstrats \u00f6konometrisch zu erfassen versucht.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Die gr\u00f6sste methodische Herausforderung einer solchen Analyse liegt bei der Messung des durch die Erbschaftssteuer betroffenen Steuersubstrats. Im engsten Sinn ist das relevante Steuersubstrat die Summe von vererbten Verm\u00f6gen. Systematische Daten liegen dazu in der Schweiz jedoch nicht vor.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Normalfall verstreicht eine geraume Zeit zwischen dem Moment, an welchem ein k\u00fcnftiger Erblasser einen steuerbedingten Umzug unternimmt, und dem Erbgang. Somit stehen die Chancen, steuerbedingte Wanderungsreaktionen von k\u00fcnftigen Erblassern statistisch zu identifizieren, wesentlich besser, wenn man die Erblasser zu deren Lebzeiten verfolgt. Dies wiederum stellt einen vor die Frage, wie ein \u00abErblasser\u00bb zu definieren sei, denn fr\u00fcher oder sp\u00e4ter werden wir uns alle in dieser Rolle vorfinden (wenn auch nicht in jedem Fall mit einem vererb&shy;baren Verm\u00f6gen). Unter der Annahme, dass die Sorge um ihre Erben in erster Linie Menschen im Rentenalter betrifft, haben wir uns systematisch auf diese Steuerzahler konzentriert. Zudem ist davon auszugehen, dass &shy;verm\u00f6gendere Rentner empfindlicher auf Erbschaftssteuer\u00e4nderungen reagieren als weniger verm\u00f6gende. Als bevorzugtes Mass des Erbschaftssteuersubstrats betrachten wir daher die Einnahmen der direkten Bundessteuer aus Rentnerhaushalten im obersten Einkommensdezil. Dank der starken Progression der direkten Bundessteuer bringt diese Definition des Steuersubstrats eine besonders hohe Gewichtung von einkommensstarken Rentnern mit sich.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZur Quantifizierung der Erbschaftssteuerbelastung haben wir gewichtete Durchschnitte von Steuers\u00e4tzen nach Verwandtschaftsgrad berechnet. Der Datensatz umfasst die 26 Kantone \u00fcber den Zeitraum 1971\u20132008. Die Rohdaten sind per Internet einsehbar (siehe <em>Grafik 2<\/em>).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2014\/03\/201403_16D_Grafik02.eps1_.gif\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4277\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2014\/03\/201403_16D_Grafik02.eps1_-512x600.gif\" alt=\"201403_16D_Grafik02.eps[1]\" width=\"512\" height=\"600\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUnsere zentrale Sch\u00e4tzung der kurzfristigen Erbschaftssteuerelastizit\u00e4t ist \u20130,09. Dieser Wert ist jedoch nicht statistisch signifikant. Das heisst, wir k\u00f6nnen die Hypothese, dass kantonale Erbschaftssteuer\u00e4nderungen gar keine Auswirkungen auf das Steuersubstrat hatten, nicht schl\u00fcssig verwerfen. Der gesch\u00e4tzte Wert ist auch in der Hinsicht gering, als er weit \u00fcber der Elastizit\u00e4t von \u20131 liegt, die n\u00f6tig w\u00e4re, damit sich eine Steuersenkung aus Sicht der Erbschaftssteuereinnahmen lohnen k\u00f6nnte.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWie plausibel ist unsere Sch\u00e4tzung? Zum einen liegt sie nahe bei den Koeffizienten, welche f\u00fcr Erbschaftssteuerver\u00e4nderungen unter US-amerikanischen Staaten berechnet wurden. Auch in den USA sind mittels statistischer Methoden kaum erbschaftssteuerbedingte Wanderungs&shy;bewegungen von beg\u00fcterten \u00e4lteren Steuerzahlern auszumachen (siehe <i>Kasten 1<\/i>).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZum anderen ber\u00fccksichtigen unsere &shy;Modelle auch weitere Steuerarten, was &shy;erlaubt, die damit verbundenen Sch\u00e4tzwerte als Plausibilit\u00e4tstests herbeizuziehen. So errechnen wir f\u00fcr die Verm\u00f6genssteuer eine Elastizit\u00e4t von \u20130,13. Wohlhabende Rentner scheinen also etwas empfindlicher auf Ver\u00e4nderungen bei der Verm\u00f6genssteuer zu reagieren als auf Ver\u00e4nderungen der Erbschaftssteuerbelastung. Allerdings ist auch dieser Sch\u00e4tzwert statistisch nicht signifikant. Anders sieht es bei der Einkommenssteuer aus: Hier liegt die gesch\u00e4tzte Elastizit\u00e4t bei \u20130,81. Dieser Sch\u00e4tzwert ist statistisch signifikant. Die sehr schwachen Wanderungswirkungen der Besteuerung von Erbschaften scheinen somit nicht an ungen\u00fcgend pr\u00e4zisen Daten oder Sch\u00e4tz&shy;methoden zu liegen, denn bei der Einkommenssteuer finden wir wie erwartet einen relativ starken und statistisch ziemlich pr\u00e4zis messbaren Effekt.&#13;<\/p>\n<h2>Kritische Wertung der Ergebnisse<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEs liegt anhand dieser Ergebnisse nahe, f\u00fcr eine allf\u00e4llige landesweite Erbschaftssteuer noch schw\u00e4chere Ausweichreaktionen zu prognostizieren, denn die internationale Mobilit\u00e4t von Haushalten ist viel geringer als die interkantonale Mobilit\u00e4t. Gem\u00e4ss <i>Eichenberger (2013)<\/i> ist ein solcher Schluss jedoch nicht angebracht. In einer eingehenden Besprechung der Studie erhebt er drei unseres Erachtens gewichtige Kritikpunkte.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nErstens macht Eichenberger geltend, dass Steuererh\u00f6hungen st\u00e4rkere Reaktionen ausl\u00f6sen k\u00f6nnten als Steuersenkungen, auf die sich unsere Analyse in erster Linie abst\u00fctzt. F\u00fcr die j\u00fcngste Fassung der Studie haben wir den Datensatz bis zur\u00fcck in die 1970er-Jahre verl\u00e4ngern k\u00f6nnen, womit nun auch mehrere Episoden von kantonalen Erbschaftssteuererh\u00f6hungen in die Sch\u00e4tzungen einfliessen. Dabei stellen wir tats\u00e4chlich fest, dass Steuererh\u00f6hungen etwas st\u00e4rkere Reaktionen bewirkten als Steuersenkungen. Allerdings ist auch dieser Wert statistisch nicht signifikant.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZweitens erinnert Eichenberger an die Schwierigkeit, die Wirkungen von Steuersatz\u00e4nderungen statistisch zu erfassen, da Steuerzahler oftmals zeitverschoben reagieren \u2013 sei es vorausschauend in Erwartung &shy;einer bestimmten Reform oder erst mit Verz\u00f6gerung nach der Reform. Unsere Studie tr\u00e4gt diesem Aspekt Rechnung, indem wir dynamische Modelle sch\u00e4tzen, welche unter gewissen Annahmen die Berechnung von Langfristwirkungen zulassen. Diese Langfristsch\u00e4tzungen erweisen sich als nicht &shy;signifikant verschieden von unseren Hauptsch\u00e4tzergebnissen. Einen alternativen Zugang zu dieser Problematik bietet die <em>&shy;Grafik 3<\/em>. Einfach zusammengefasst, sehen wir dort, wie sich die Erbschaftssteuereinnahmen in f\u00fcnf Kantonen mit besonders markanten Erbschaftssteuersenkungen vor und nach diesen Senkungen entwickelt haben. Im Szenario, welches Steuersenkungsbef\u00fcrwortern \u00fcblicherweise vorschwebt, ziehen Steuersenkungen wohlhabende Steuerzahler an, welche dann an ihrem Lebensende zu lukrativen Erblassern werden. Gem\u00e4ss diesem Szenario w\u00fcrde man einen Einbruch der Erbschaftssteuereinnahmen zum Zeitpunkt der Steuersenkung erwarten, gefolgt von einem allm\u00e4hlichen Wiederanstieg bis auf oder gar \u00fcber das Niveau von vor der Steuersenkung. Die Grafik 3 zeigt jedoch, dass ein solches Aufholen der Steuereinnahmen in den verf\u00fcgbaren Daten nicht erkennbar ist \u2013 und dies immerhin \u00fcber einen Zeithorizont von bis zu 20 Jahren nach der Reform.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2014\/03\/201403_16D_Grafik03.eps1_.gif\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4278\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2014\/03\/201403_16D_Grafik03.eps1_-583x600.gif\" alt=\"201403_16D_Grafik03.eps[1]\" width=\"583\" height=\"600\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn seinem vielleicht wichtigsten Einwand erinnert Eichenberger daran, dass ein wegen hoher Erbschaftssteuern weggezogener Steuerzahler dem Fiskus nicht bloss via k\u00fcnftig reduzierte Erbschaftssteuereinnahmen schadet, sondern auch \u2013 oder gar vor allem \u2013 durch entgangene Einkommens- und Ver&shy;m\u00f6genssteuerzahlungen zu Lebzeiten. Dies bedeutet, dass die relevante Erbschaftssteuer&shy;elastizit\u00e4t, jenseits welcher sich Erbschaftssteuersenkungen aus fiskalischer Sicht lohnen w\u00fcrden, nicht \u20131 betr\u00e4gt, sondern n\u00e4her bei null liegt. Wenn man davon ausgeht, dass die Einkommenssteuereinnahmen von Rentnern im obersten Einkommensdezil das Erbschaftssteuersubstrat gut abbilden, dann kann man aufzeigen, dass unter Einbezug anderer Steuern bereits ab einer Elastizit\u00e4t von \u20130,285 einnahmensteigernde Erbschafssteuersenkungen m\u00f6glich w\u00e4ren. Auch dieser Grenzwert liegt jedoch noch einiges tiefer als unsere gesch\u00e4tzten Elastizit\u00e4ten. Somit scheinen einnahmensteigernde Erbschaftssteuersenkungen auch unter Einbezug aller direkten Steuern ziemlich unwahrscheinlich.&#13;<\/p>\n<h2>Vermeintlicher Steuerwettbewerb<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nGem\u00e4ss unserem gegenw\u00e4rtigen Kenntnisstand ist das Steuersubstrat der Erbschaftssteuer wenig elastisch. Senkungen der kantonalen Erbschaftssteuern erwuchsen somit kaum einem Sachzwang durch den Steuerwettbewerb: Man k\u00f6nnte von einem \u00abvermeintlichen Steuerwettbewerb\u00bb reden. Die Mobilit\u00e4t der Steuerzahler sollte daher erst recht nicht \u00fcberbewertet werden bei der Abw\u00e4gung der Auswirkungen einer allf\u00e4lligen Erbschaftssteuer auf eidgen\u00f6ssischer Stufe. Der tats\u00e4chliche Druck des Steuerwettbewerbs ist nicht unbedingt so stark, wie es die Logik vermuten lassen k\u00f6nnte.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Bundesrat (2013), S. 141.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Vgl. Br\u00fclhart und Parchet (2014).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Vgl. Br\u00fclhart und Parchet (2014). Der Bundesrat (2013, S. 142) schreibt zum Thema Wanderungsreaktionen auf Erbschaftssteuer\u00e4nderungen: \u00abEmpirische Untersuchungen bez\u00fcglich der Bedeutung dieses Problems liegen nicht vor.\u00bb Unsere Studie bezweckt, diese L\u00fccke in der wissenschaftlichen Literatur zu f\u00fcllen.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">J\u00e4hrlich und nach Altersklasse erhobene Daten f\u00fcr Verm\u00f6gen sind leider nicht erh\u00e4ltlich. Es liegt jedoch nahe, dass gerade bei Rentnerhaushalten eine hohe Korrelation besteht zwischen Einkommen (inklusive Verm\u00f6gensertr\u00e4gen) und Verm\u00f6gen. Wir haben auch eine Anzahl \u00adalternativer Steuersubstrats-Definition beigezogen, aber unsere Sch\u00e4tzwerte sind durchs Band \u00e4hnlich.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn in der Schweiz \u00fcber Steuerreformen diskutiert wird, dann steht der Steuerwettbewerb jeweils im Mittelpunkt der Debatte. 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Journal of Public Economics, 111: 63\u201378.<\/li>&#13;\n\t<li>Bundestrat (2013): Botschaft zur Volksinitiative \u00abMillionen-Erbschaften besteuern f\u00fcr unsere AHV (Erbschaftssteuerreform)\u00bb, Bern, 13. Dezember 2013.<\/li>&#13;\n\t<li>Conway, Karen S. und Jonathan C. Rork (2006): State \u00abDeath\u00bb Taxes and Elderly Migration: the Chicken or the Egg? National Tax Journal, 59(1): 97\u2013128.<\/li>&#13;\n\t<li>Conway, Karen S. und Jonathan C. Rork (2012): No Country for Old Men (or Women): Do State Tax Policies Drive Away the Elderly? National Tax Journal, 65(2): 313\u2013356.<\/li>&#13;\n\t<li>Eichenberger, Reiner (2013): Erbschaftssteuern f\u00fcr direkte Nachkommen: Die schlechteste Steuer. In: Bessard, Pierre (Hrsg.) Nachteil Erbschaftssteuer. Liberales Institut, Z\u00fcrich, 45\u201371.<\/li>&#13;\n<\/ul>","post_kasten":[{"kasten_title":"Verhaltene Flucht vor Erbschafts\u00adsteuern in den USA","kasten_box":"Empirische Studien zu Wanderungsreaktionen auf Erbschaftssteuer\u00e4nderungen liegen nebst der Schweiz nur f\u00fcr die USA vor. Im US-amerikanischen System erheben sowohl die Gliedstaaten wie auch die Zentralregierung Steuern auf Nachl\u00e4sse und Schenkungen. \u00c4nderungen der Steuerbelastungsunterschiede zwischen Staaten k\u00f6nnen dort ebenso zu \u00f6konometrischen Sch\u00e4tzungen der relevanten Elastizit\u00e4ten herbeigezogen werden wie die kantonalen Daten in der Schweiz. <i>Bakija und Slemrod (2004)<\/i> haben die Wirkung von Erbschaftssteuerunterschieden auf das Volumen der in einem Staat und Jahr ausgewiesenen Nachl\u00e4sse gesch\u00e4tzt. Sie finden, dass hohe Erbschaftssteuern die deklarierten Erbmassen statistisch signifikant verringern. Allerdings sind diese Effekte \u00f6konomisch gesehen relativ gering, denn die impliziten Elastizit\u00e4ten liegen zwischen \u20130.06 und \u20130.14 und damit in der gleichen Gr\u00f6ssenordnung wie die gesch\u00e4tzten Werte f\u00fcr die Schweiz. <i>Conway und Rork (2006, 2012)<\/i> haben vergleichbare Sch\u00e4tzungen angestellt, basierend auf Wanderungsbewegungen \u00e4lterer Haushalte. Sie finden keinerlei statistisch signifikante Wirkung von Erbschaftssteuerver\u00e4nderungen auf die Wohnortswahl von US-Amerikanern im Rentenalter. Die umgekehrte Wirkungskette ist gem\u00e4ss <i>Conway und Rork (2006)<\/i> in den Daten jedoch ersichtlich: Starke Zuwanderungsstr\u00f6me von \u00e4lteren Haushalten ziehen tendenziell Senkungen der Erbschaftssteuerbelastung in den entsprechenden Staaten nach sich."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":118159,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"2855","post_abstract":"","magazine_issue":"20140301","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/54c25f7a5117e"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118156"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4010"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=118156"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118156\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127106,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118156\/revisions\/127106"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4011"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4010"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=118156"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=118156"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=118156"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=118156"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=118156"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=118156"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}