{"id":118229,"date":"2014-01-03T12:21:27","date_gmt":"2014-01-03T12:21:27","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2014\/01\/bildungslandschaft-schweiz-die-wichtigsten-baustellen-bestehen-nach-wie-vor\/"},"modified":"2023-08-23T23:20:26","modified_gmt":"2023-08-23T21:20:26","slug":"bildungslandschaft-schweiz-die-wichtigsten-baustellen-bestehen-nach-wie-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2014\/01\/bildungslandschaft-schweiz-die-wichtigsten-baustellen-bestehen-nach-wie-vor\/","title":{"rendered":"Bildungslandschaft Schweiz: Die wichtigsten Baustellen bestehen nach wie vor"},"content":{"rendered":"<p class=\"P\">Mit den Bildungsverfassungsartikeln hat der Souver\u00e4n im Jahr 2006 Bund und Kantonen eine gemeinsame Verantwortung f\u00fcr die\u00a0Qualit\u00e4t und die Durchl\u00e4ssigkeit des schweizerischen Bildungswesens \u00fcbertragen. Seither erscheint als Teil des Qualit\u00e4ts&shy;sicherungsprozesses alle vier Jahre der Bildungsbericht Schweiz. Der Bildungsbericht analysiert alle Bildungsstufen von der Vorschule bis zur Weiterbildung nach den drei Evaluationskriterien Effektivit\u00e4t, Effizienz und Equity (siehe Kasten 2). Dar\u00fcber nimmt er f\u00fcr jede Bildungsstufe einzeln und das Bildungswesen gesamthaft eine Kontextbeschreibung vor.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h2 class=\"ZT\">Wie beeinflussen demografische Schwankungen die Bildungsausgaben?<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Die Zahl der im schulf\u00e4higen Alter stehenden Jugendlichen schwankt in langen &shy;Zyklen und erreicht derzeit gemessen an der\u00a0Gesamtbev\u00f6lkerung einen historischen Tiefststand. Da die Geburtenzahlen seit einigen Jahren aber wieder steigen, nimmt die Zahl der 6- bis 16-J\u00e4hrigen an der Gesamtbev\u00f6lkerung bis 2030 zu; danach sinkt sie voraussichtlich wieder. Diese demografischen Schwankungen haben zwei wichtige Auswirkungen auf die Bildungsausgaben:<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Zum einen ver\u00e4ndert sich bei steigenden oder sinkenden Sch\u00fclerzahlen die Finanzierungslast f\u00fcr die erwerbst\u00e4tige Bev\u00f6lkerung. Nachdem diese Belastung vor rund f\u00fcnfzehn Jahren einen Tiefststand erreicht hat, wird sie in den n\u00e4chsten zwanzig Jahren wieder zunehmen, da den steigenden Sch\u00fclerzahlen stagnierende und sp\u00e4ter sogar sinkende Zahlen von Erwerbst\u00e4tigen gegen\u00fcberstehen werden. Auf dem H\u00f6chststand der Sch\u00fclerzahlen werden f\u00fcnf Erwerbst\u00e4tige f\u00fcr die Kosten eines Sch\u00fclers in der Volksschule aufzukommen haben.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Zum Andern ver\u00e4ndern die demografischen Schwankungen die Ausgaben pro Sch\u00fcler, da das Schliessen oder \u00d6ffnen von Schulen und Klassen nicht proportional zu diesen Schwankungen verl\u00e4uft. In Zeiten r\u00fcckl\u00e4ufiger Sch\u00fclerzahlen f\u00fchrt dies tendenziell zu steigenden Kosten und umgekehrt. Nicht zuletzt aus diesem Grund waren die \u00f6ffentlichen Ausgaben zwischen 2000\u22122010 im Vergleich mit der Dekade davor mit j\u00e4hrlichen realen Kostensteigerungen von \u00fcber 800 Mio. Franken alleine f\u00fcr die Primarstufe verbunden. Dass die Sch\u00fclerzahlen auf dieser Stufe wieder steigen, d\u00fcrfte sich im gegenw\u00e4rtigen Jahrzehnt eher kostend\u00e4mpfend auswirken.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h2 class=\"ZT\"><a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/11\/Wolter_1_1_2_20141.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-42273\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/11\/Wolter_1_1_2_20141-600x535.png\" alt=\"Wolter_1_1_2_2014\" width=\"600\" height=\"535\" \/><\/a><\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<h2 class=\"ZT\">Trend zu Teilzeitarbeit erh\u00f6ht den &shy;Mehrbedarf an Lehrpersonen<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">F\u00fcr die Qualit\u00e4t des Unterrichts auf allen Bildungsstufen sind gut ausgebildete Lehrpersonen zentral und m\u00fcssen deshalb in gen\u00fcgender Zahl ausgebildet werden. Zu dieser in der gemeinsamen Erkl\u00e4rung von Bund und Kantonen beschriebenen Herausforderung hat schon der Bildungsbericht 2010 festgehalten, dass die Zahl der neu ausgebildeten Lehrpersonen l\u00e4ngerfristig nur etwa die H\u00e4lfte des Bedarfs zu decken vermag, der allj\u00e4hrlich aus Pensionierungen, Berufswechseln und anderen Gr\u00fcnden entsteht. Zwar haben es die p\u00e4dagogischen Hochschulen erfreulicherweise in den vergangenen Jahren geschafft, ihre Studierendenzahlen laufend zu erh\u00f6hen. Aber die f\u00fcr eine nachhaltige Versorgung mit Lehrpersonen notwendige Studierendenzahl ist noch lange nicht erreicht. Dazu kommt, dass bei den Lehrpersonen gem\u00e4ss den verf\u00fcgbaren Zahlen kein Ende des Trends zu mehr Teilzeitarbeit abzusehen ist (siehe Grafik 2), was den stetigen Mehrbedarf an neuen Lehrpersonen noch zus\u00e4tzlich erh\u00f6ht. Neben Programmen f\u00fcr Quereinsteiger in den Lehrberuf m\u00fcssten deshalb insbesondere auch Rahmenbedingungen und Anreize geschaffen werden, die geeignet sind, die durchschnittlichen Besch\u00e4ftigungsgrade der aktiven Lehrerschaft zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\"><a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/11\/Wolter_2_1_2_2014.png\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-42274\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/11\/Wolter_2_1_2_2014-600x500.png\" alt=\"Wolter_2_1_2_2014\" width=\"600\" height=\"500\" \/><\/a><\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h2 class=\"ZT\">Das 95%-Ziel wird bei der &shy;eingewanderten Bev\u00f6lkerung verfehlt<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Ein wichtiges Bildungsziel wurde schon 2006 von den Beh\u00f6rden und den Organisationen der Arbeitswelt gesetzt und von Bund und Kantonen 2011 bekr\u00e4ftigt. Dieses sieht vor, dass bis 2015 95% der 25-J\u00e4hrigen in der Schweiz mindestens einen Abschluss auf Sekundarstufe II haben sollten. Verfeinerte Analysen zur Zielerreichung nach Kantonen oder engen Altersklassen sind derzeit aus statistischen Gr\u00fcnden noch nicht m\u00f6glich (siehe Kasten 3). F\u00fcr die gesamte Schweiz zeigt sich aber, dass die Quote seit zwanzig Jahren zwischen 90% und 92% oszilliert und somit die Grenze von 95% noch verfehlt wird. Differenziert man weiter, wird ersichtlich, dass das 95%-Ziel f\u00fcr Personen, die erst nach der Geburt in die Schweiz kamen, noch in weiter Ferne liegt, w\u00e4hrend es f\u00fcr die in der Schweiz geborenen Jugendlichen schon seit Jahren erreicht ist. In der Debatte um die Einwanderung hochqualifizierter Migranten wird zu h\u00e4ufig ausgeblendet, dass der Anteil der Personen mit einem tiefen Qualifikationsprofil bei den Einwanderern immer noch h\u00f6her ist als bei der ans\u00e4ssigen Bev\u00f6lkerung. Dass das 95%-Ziel noch verfehlt wird, ist demnach nur teilweise dem hiesigen Bildungswesen zuzuschreiben. L\u00f6sungen m\u00fcssen nicht nur, aber auch ausserhalb des Bildungswesens gesucht werden.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h2 class=\"ZT\">Pr\u00fcfungsfreier Zugang zur Universit\u00e4t im\u00a0Fokus<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Nach den etwas durchzogenen Resultaten der Kompetenzmessungen bei Maturanden (Evamar II) sind auch die Sicherung des pr\u00fcfungsfreien Zugangs und die praktisch uneingeschr\u00e4nkte Studienfachwahl in der Schweiz zu einem bildungspolitischen Ziel erkl\u00e4rt worden. Die EDK hat hierzu eine Reihe von Projekten gestartet. Der Bildungsbericht zeigt, dass diese Frage nicht losgel\u00f6st von der Frage der \u00abrichtigen\u00bb Maturit\u00e4tsquote betrachtet werden kann. Auch wenn es die einzig richtige Maturit\u00e4tsquote nicht gibt, l\u00e4sst sich doch der Zusammenhang zwischen den kantonalen Maturit\u00e4tsquoten und dem Studienerfolg belegen. Kantone mit hohen Maturit\u00e4tsquoten erlauben deutlich mehr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern den Zutritt zum Gymnasium, die gemessen an den Pisa-Testergebnissen nicht wirklich \u00fcber eine gen\u00fcgende schulische Vorbereitung verf\u00fcgen. Und trotz teilweise sehr hoher Abbruchquoten an den Gymnasien zeigten sowohl die Evaluation der Maturit\u00e4t als auch neuere Untersuchungen zum Studien&shy;abbruch an Schweizer Universit\u00e4ten,1 dass in Kantonen mit hohen Maturit\u00e4tsquoten Maturanden sowohl schlechtere Leistungen zum Zeitpunkt der Maturit\u00e4t ausweisen, wie auch einem h\u00f6heren Risiko des Studien&shy;abbruchs an der Hochschule unterliegen. Will man den pr\u00fcfungsfreien Zugang zu den Hochschulen nicht durch Beschr\u00e4nkungen bei den Maturit\u00e4tsquoten sichern, ist vor allem daf\u00fcr zu sorgen, dass alle Maturanden die Mindeststandards bei den Kompetenzen erreichen und somit von einer wirklichen \u2013 und nicht nur einer theoretischen \u2013 Studierf\u00e4higkeit ausgegangen werden kann.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h2 class=\"ZT\">Dem Fachkr\u00e4ftemangel fr\u00fcher &shy;begegnen<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Ausser zu quantitativen und qualitativen Zielen bei der Ausbildung \u00e4usserten sich Bund und Kantone auch zur Rolle des Bildungswesens bei der Linderung des Fachkr\u00e4ftemangels insbesondere an Absolventen eines Studiums in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (Mint). Die Detailanalysen des Bildungsberichtes zeigen deutlich, dass vor allem die Wahl eines Studienfachs im Mint-Bereich stark durch die Schwerpunktwahl am Gymnasium vorgepr\u00e4gt ist. Wer den naturwissenschaftlichen und mathematischen Schwerpunkt am Gymnasium gew\u00e4hlt hat, studiert mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Mint-Fach oder Medizin; hingegen kommen nur wenige Studierende von Mint-F\u00e4chern aus anderen Schwerpunkten. Da im Durchschnitt nur rund ein F\u00fcnftel der Gymnasiasten den Mint-Schwerpunkt w\u00e4hlen, ist das Potenzial f\u00fcr Studierende in einem Mint-Fach begrenzt.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Weiter f\u00e4llt bei der Betrachtung auf, dass die Schwerpunktwahl an den Gymnasien von Kanton zu Kanton recht grosse Unterschiede aufweist. So w\u00e4hlen beispielsweise im Kanton Z\u00fcrich praktisch die H\u00e4lfte der Gymnasiasten einen sprachlichen Schwerpunkt, w\u00e4hrend dies im Kanton Bern nur gerade ein F\u00fcnftel tun. Nur mit unterschiedlichen Pr\u00e4ferenzen der Maturanden sind so grosse Unterschiede schwer zu erkl\u00e4ren; sie m\u00fcssen auch durch die unterschiedlichen Angebote zustande kommen (angebotsinduzierte Nachfrage). F\u00fcr die Bildungspolitik wiederum bedeutet dies, dass sie \u00fcber ihre Angebotssteuerung selber einen entscheidenden Einfluss auf die Studienfachwahl hat und somit den Fachkr\u00e4ftemangel willentlich oder unwillentlich beeinflusst.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h2 class=\"ZT\">Akademische Karriere lohnt sich f\u00fcr &shy;inl\u00e4ndische Forschende wenig<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Ein spezifischer Aspekt des Fachkr\u00e4ftemangels wurde mit dem f\u00fcnften bildungspolitischen Ziel angesprochen. Es besteht darin, die Attraktivit\u00e4t f\u00fcr eine akademische Karriere an universit\u00e4ren Hochschulen nachhaltig zu steigern. Damit ist gemeint, dass es um die Attraktivit\u00e4t einer akademischen Karriere \u2013 und damit zuallererst eines Doktorats \u2013 f\u00fcr hiesige Studierende geht und nicht etwa um die Attraktivit\u00e4t einer Professur an einer Schweizer Universit\u00e4t f\u00fcr ausl\u00e4ndische Akademiker. Betrachtet man die monet\u00e4ren Aussichten f\u00fcr Studierende, die eine akademische Karriere w\u00e4hlen, zeigt sich, dass sie nicht nur in der Zeitperiode des Verfassens der Dissertation \u2013 meistens wegen Teilzeitbesch\u00e4ftigung an der Universit\u00e4t \u2013 deutlich weniger verdienen: Ihr Jahreslohn betr\u00e4gt auch noch f\u00fcnf Jahre nach Abfassen der Dissertation im Median rund 20&nbsp;000 Franken weniger, verbunden mit einem grossen Risiko nach unten. Die Faktoren, welche diese Differenz erkl\u00e4ren, sind einerseits die h\u00e4ufig noch befristeten, weil projektgebundenen Arbeitsvertr\u00e4ge (Habilitation, Assistenzprofessur ohne Tenure usw.), eine gr\u00f6ssere Wahrscheinlichkeit, die akademische Karriere im Ausland mit tiefen L\u00f6hnen fortsetzen zu m\u00fcssen, und der Umstand, dass Karrieren ausserhalb der Universit\u00e4t h\u00e4ufiger mit hierarchischen Verantwortlichkeiten einhergehen, die sich dort positiv auf den Lohn auswirken.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\"><a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/11\/Wolter_3_1_2_2014.png\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-42275\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2015\/11\/Wolter_3_1_2_2014-600x576.png\" alt=\"Wolter_3_1_2_2014\" width=\"600\" height=\"576\" \/><\/a><\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Die Lohndaten zeigen also, dass eine akademische Karriere nicht nur w\u00e4hrend der Dissertationsphase mit Lohnverzicht verbunden ist (dies k\u00f6nnte noch als Investition in bessere Erwerbsaussichten verstanden werden), sondern auch l\u00e4ngere Zeit dar\u00fcber hinaus. Angesichts dieser Situation ist es offensichtlich, warum eine akademische Karriere an Schweizer Universit\u00e4ten eher f\u00fcr ausl\u00e4ndische Akademiker attraktiv ist als f\u00fcr Schweizer Studierende.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h2 class=\"ZT\">Bildungspolitische Ziele: Ein\u00a0&shy;laufender\u00a0Prozess<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"P\">Der Bildungsbericht 2014 ist der erste Bildungsbericht nach einem vollst\u00e4ndigen Monitoring-Zyklus. Gest\u00fctzt auf die Erkenntnisse der Bestandsaufnahme von 2010 einigten sich Bund und Kantone auf gemeinsame bildungspolitische Ziele, deren Erreichungsgrad nun wieder evaluiert worden ist. F\u00fcr einige der Ziele war allerdings eine \u00dcberpr\u00fcfung nicht m\u00f6glich, weil daf\u00fcr notwendige Handlungsschritte noch ausstehen. Trotzdem wird schon heute deutlich, dass eine periodische Berichterstattung notwendig und zweckdienlich ist. Denn sie zeigt nicht nur, ob die mit der Zielsetzung verbundenen \u00c4nderungen oder Verbesserungen eingetreten sind und das Ziel als erreicht gelten kann, sondern auch, ob sich in der Zwischenzeit neue Problemfelder aufgetan haben, die eine Adjustierung bei den bildungspolitischen Zielen selbst erfordern. Aufgrund der Erkenntnisse des Bildungsberichtes 2014 l\u00e4sst sich verk\u00fcrzt schlussfolgern, dass die 2011 beschlossenen Ziele immer noch die wichtigsten Baustellen des schweizerischen Bildungswesens darstellen, und dass die Zielerreichung bei nahezu all diesen Bereichen noch ein laufender Prozess ist.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit den Bildungsverfassungsartikeln hat der Souver\u00e4n im Jahr 2006 Bund und Kantonen eine gemeinsame Verantwortung f\u00fcr die\u00a0Qualit\u00e4t und die Durchl\u00e4ssigkeit des schweizerischen Bildungswesens \u00fcbertragen. 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Diese Gesamtschau erm\u00f6glicht es, die Herausforderungen bewusst zu machen, die als Folge gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ver\u00e4nderungen auf das Bildungswesen zukommen. Eine bestimmende Rolle spielen vor allem die grossen demografischen Ver\u00e4nderungen.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"<p class=\"P\">\u2212 Wolter, Stefan C., Kull, Miriam (2007): \u00adBildungsbericht 2006 \u2013 Grundlagen f\u00fcr die\u00a0Systemsteuerung. In: Die Volkswirtschaft 1\/2, S. 15\u201318.<\/p>&#13;\n<p class=\"P\">\u2212 Wolter, Stefan C. (2010): Bildung in der Schweiz unter der Lupe. In: Die Volkswirtschaft 3\/2010, S. 54\u221257.<\/p>&#13;\n<p class=\"P\">\u2212 Wolter, Stefan C., Diem, Andrea, Messer, Dolores (2013): Studienabbr\u00fcche an Schweizer Universit\u00e4ten. Aarau: SKBF (Staff\u00a0Paper Nr. 11).<\/p>","post_kasten":[{"kasten_title":"Gemeinsame bildungspolitische Ziele von Bund und Kantonen","kasten_box":"<p class=\"P\">In der Erkl\u00e4rung \u00abChancen optimal nutzen\u00bb vom 30. Mai 2011 einigten sich der Bund und die Kantone auf sechs priorit\u00e4re Ziele f\u00fcr das Schweizer Bildungswesen. Eine der Aufgaben des Bildungsberichtes ist es, periodisch Bericht \u00fcber den Zielerreichungsgrad bei diesen Auskunft zu geben:<\/p>&#13;\n<p class=\"P\">Obligatorische Schule: Die Bundesverfassung (Art. 62 Abs. 4) verpflichtet die Kantone, Ziele und wichtige Strukturen der Bildungsstufen zu harmonisieren.<\/p>&#13;\n<p class=\"P\">Nachobligatorischer Abschluss: Die Zahl der Erwachsenen mit Abschluss auf Sekundarstufe II soll auf 95% gesteigert werden.<\/p>&#13;\n<p class=\"P\">Gymnasiale Maturit\u00e4t: Bund und Kantone pr\u00fcfen gemeinsam Massnahmen, wie die Studierf\u00e4higkeit der Maturandinnen und Maturanden und damit der pr\u00fcfungsfreie Zugang zur Universit\u00e4t langfristig sichergestellt werden kann.<\/p>&#13;\n<p class=\"P\">Abschl\u00fcsse der h\u00f6heren Berufsbildung: Die Vergleichbarkeit der Abschl\u00fcsse in der h\u00f6heren Berufsbildung soll im internationalen Kontext sichergestellt werden.<\/p>&#13;\n<p class=\"P\">Wissenschaftlicher Nachwuchs: Die Attraktivit\u00e4t einer Karriere f\u00fcr junge Forschende an universit\u00e4ren Hochschulen soll verbessert werden.<\/p>&#13;\n<p class=\"P\">Validierung von Bildungsleistungen: Den zunehmend flexiblen Laufbahngestaltungen mit Umorientierungen, Familienpausen und Wiedereinstiegen soll vermehrt Rechnung getragen werden. Nicht in der Schule erworbene Lernleistungen sollen zunehmend im formalen Bildungssystem als Vorleistungen angerechnet werden k\u00f6nnen<\/p>"},{"kasten_title":"Monitoring und Berichterstattung","kasten_box":"<p class=\"P\">Um bildungspolitische Entscheide auf ra\u00adtionale Grundlagen zu stellen und sicherzustellen, dass Bund und Kantone bei einschl\u00e4gigen Entscheiden am selben Strick ziehen, installierten die Beh\u00f6rden schon vor zehn Jahren einen kontinuierlichen Monitoringprozess. Dessen Erkenntnisse m\u00fcnden alle vier Jahre in einen Bildungsbericht.a Auf der Basis des ersten offiziellen Bildungsberichts von 2010 einigten sich Bund und Kantone auf eine gemeinsame Erkl\u00e4rung zu Bildungszielen (2011), deren Erreichung in den Bildungsberichten thematisiert und dokumentiert wird. Einige dieser sechs Ziele und Herausforderungen werden in diesem Artikel n\u00e4her beleuchtet. Neben der Beschreibung der Bildungsstufen und -typen nach den Kriterien Effektivit\u00e4t der Zielerreichung, Effizienz des Mitteleinsatzes (sowohl monet\u00e4r wie nichtmonet\u00e4r) sowie Equity (also der Frage, wie sehr alle Bev\u00f6lkerungsgruppen und -schichten an der Bildung partizipieren und dabei erfolgreich sein k\u00f6nnen) werden f\u00fcr alle Bildungsstufen die wichtigsten institutionellen Merkmale beschrieben. Dies dient in einem f\u00f6deral aufgebauten Bildungssystem dem besseren Verst\u00e4ndnis des Systems, aber auch dem spezifischen \u00adMonitoring des Fortschrittes beim Harmo\u00adnisierungsprozess, welcher durch das HarmoS-Konkordat der Kantone angestossen worden ist.<\/p>&#13;\n&#13;\n<div class=\"NT\">&#13;\n<p class=\"P\">a Siehe Wolter und Kull (2007) sowie Wolter (2010).<\/p>&#13;\n&#13;\n<\/div>"},{"kasten_title":"Modernisierung der Statistik und \u00adMessung der Grundkompetenzen","kasten_box":"<p class=\"P\">Zwei grosse Reformprojekte werden sich positiv auf die M\u00f6glichkeiten der Bildungsberichterstattung auswirken, allerdings erst ab dem Bildungsbericht 2018. Das erste betrifft die Modernisierung der Bildungsstatistik, welche durch die Einf\u00fchrung des Sch\u00fcleridentifikators in der Lage sein wird, individuelle Bildungsverl\u00e4ufe nachzuzeichnen und so Aufschluss dar\u00fcber zu geben, welche Faktoren einen erfolgreichen und reibungslosen Verlauf beg\u00fcnstigen oder hemmen. Wie gross der Erkenntnisgewinn ausfallen wird, h\u00e4ngt aber entscheidend davon ab, welche Daten mit diesem Identifikator verkn\u00fcpft werden d\u00fcrfen. Dies betrifft nicht zuletzt die zweite Neuerung, n\u00e4mlich die erstmalige Messung der Grundkompetenzen in der Schweiz nach nationalen Standards. Erst wenn die indivi\u00adduellen Testergebnisse mit dem Identifikator zu Bildungskarrieren verkn\u00fcpft werden d\u00fcrfen, wird man \u00fcber die Folgen guter oder fehlender Grundkompetenzen mehr erfahren k\u00f6nnen. 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